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Elektra in der Wiener Staatsoper
26. Oktober 2018
16:40
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ja, ich frage mich auch, warum Waltraud Meier immer noch als Klytämnestra engagiert wird. Würde sie irgendwelche anderen (Alters-)Rollen singen, okay - zum Beispiel die Madelon in Andrea Chénier oder sowas -, aber für die Klytämnestra reichts einfach nicht.

Vermillion singt hauptsächlich an sogenannten "zweiten" Häusern. Ich versteh nicht warum, ihre Stimme reicht locker für Wien, Berlin, Hamburg etc. Naja, vielleicht die "falschen" Agenten?

Boder ist wirklich toll. Ich freue mich sehr, dass er wenigstens in dieser Saison häufig in Wien zu hören ist.

26. Oktober 2018
16:31
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 349
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Danke Gurnemaz

für die Info, bei der Lindstrom bin ich wirklich überrascht, mal sehen bzw. hören, wann sie mir mal wieder über den Weg läuft.

Ja Boder habe ich im Laufe der Jahre ein paar mal erlebt und war jedesmal sehr angetan. Merkwürdig, das man ihn nicht öfter zu hören bekommt.

Fr. Vermillion kenne ich nur aus ihrer Anfangszeit an der DO, dann nie wieder erlebt.

Aber das Phänomen Meier ist wohl überall zu erleben, ob hier an der Staatsoper oder in Bayreuth oder jetzt in Wien....

26. Oktober 2018
16:14
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber UwePaul!

Ich kann Ihnen nur recht geben. Besonders schlimm ist es, wenn man die Meier noch von früher kennt, als sie noch richtig gut war...

Ich war gestern nochmals. Da die Elektra jahrelang meine Lieblingsoper war (bis sie von Rusalka und vom Schlauem Füchslein von diesem Platz verdrängt worden ist), habe ich seit 2011 die meisten Wiener Elektra-Aufführungen miterlebt und viele Aufnahmen gehört. Daher trau ich mir zu sagen, dass es gestern ausgezeichnet war, meine beste Elektra bis jetzt.

Dafür waren drei Leute verantwortlich:

  • Michael Boder mit Orchester: absolut grandios, Boder ist allen enorm überschätzten "Stardirigenten" (hauptsächlich gemeint sind Thielemann und Cornelius Meister) haushoch überlegen.
  • Iris Vermillion, die eine in jeder Hinsicht phantastische Klytämnestra war. Besonders gut in der tiefen Lage, auch schauspielerisch super. Bitte öfters in Wien und an anderen ersten Häusern!!!!
  • Lise Lindstrom, die zu meiner Überraschung eine wirklich tolle Leistung gebracht hat. Lange wird es in diesem Stil zwar nicht gutgehen, aber gestern wars super (insbesondere in der hohen Lage) und für mich besser als alle anderen Elektras der letzten Jahre.

Ansonsten hat auch niemand gestört. Orest (Pape) gut, Aegisth (Ablinger-Sperrhacke) so lala, Chrysothemis (Gabler) grade noch akzeptabel, Mägde gemischt. Benedikt Kobel als Junger Diener viel besser als sonst, diese Rolle liegt ihm.

Ich frage mich schon, was jene, die jede auch noch mittelmäßige Aufführung bejubeln (sei es im Opernhaus, sei es durch Kritiken), dann zu dieser wirklich grandiosen Aufführung sagen, die für mich und für alle, mit denen ich seitdem gesprochen haben, ein sehr beeindruckendes Erlebnis war, wie es viele Jahre in Wien nicht zu hören war.

20. Oktober 2018
7:59
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 349
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Als ich die Kritik gelesen habe, war ich sehr verwundert und überrascht. Frau Lindstrom soo gut, ich habe sie drei Mal in verschiedenen Rollen gehört und es war immer eine ziemliche Qual. Aber wenn Gurnemaz schreibt, das sie wider Erwarten gut war, glaube ich es gerne. Mit dem Raubbau haben Sie wahrscheinlich recht. Was Fr. Meier betrifft, bin ich doch "froh" das ich mit meiner Einschätzung bei ihr richtig liege. Ich habe sie vor einiger Zeit 2x als Klytämnestra "erlebt" und es war einfach grauenhaft, genauso wie Ihre Santuzza.

Michael Boder habe ich im letzten November nach vielen Jahren im Tannhäuser gehört und war ähnlich begeistert

19. Oktober 2018
22:10
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 58
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Was meiner Meinung nach heute wirklich geschah:

Boder + Orchester: absolut super, das war ein Wahnsinn!! Da können ALLE sogenannten Pultstars einpacken! Besser kann man die Elektra nicht dirigieren, denke ich.

Lindstrom: über den Erwartungen, sehr ordentlich! Eigentlich sogar besser als Stemme (bin aber kein Stemme-Fan). Allerdings betreibt Lindstrom Raubbau an ihrer Stimme.
Gabler + Meier: Totalausfälle
J. Schneider: ein brighellaartiger Aegisth
Pape: gut, aber auch nicht mehr

in den Nebenrollen Bankl, Bohinec und Vörös postiv auffallend.

Die Inszenierung ist und bleibt in meinen Augen ein Müll, aber man gewöhnt sich daran, wenn man in der Schluss-Szene nicht hinschaut. Aber die von Harry Kupfer war halt mindestens 1000mal besser.

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