Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

Don Giovanni, von Mozart/ Da Ponte/ Kosky/ Serebrennikov an der Staatsoper | Seite 6 | OnlineMerker | Forum

Werte Forumsteilnehmer!

Das Forum ist nun wieder geöffnet!  Wenn es aber wieder nicht den Regeln entsprechend verwendet wird, werden wir mit Löschungen ohne jedwede Rechtfertigung vorgehen. 

Das Forum kann zwar von jedem, der sich an die Forumsregeln hält, genützt werden,  dennoch ist es privat und wir sind nicht gezwungen, Leute, von denen wir den Eindruck haben, dass sie - aus welchen Gründen immer - nur stören bzw. persönliche Rechnungen gegen einzelne Teilnehmer oder das Medium selbst begleichen wollen, daran teilnehmen zu lassen.

1. Teilnahme:

Der Online Merker würde es sehr schätzen, wenn sich die Teilnehmer an diesem Forum mit ihren echten bürgerlichen Namen anmeldeten. Das kann allerdings nicht verpflichtend sein, weil die Möglichkeiten, dies zu umgehen, zu groß sind und zweifellos auch von manchen Menschen genützt würden. Wer also unter seinem bekannten „Nick-Name“ angemeldet bleiben will, möge das tun. Allerdings wird gebeten, sich eines zivilisierten Tonfalls zu befleißigen, was nicht immer der Fall war, also mit einem Mindestmass an Höflichkeit, wie diese im gesellschaftlichen Umgang üblich ist, zu verfahren.

Um Spam-Anmeldungen zu vermeiden, muss jeder neu registrierte Teilnehmer das Mail, das er nach erfolgter Erst-Registrierung bekommt, binnen 24 Stunden bestätigt retournieren/ Link anklicken (bitte schauen Sie auch in Ihren Spam-Ordner). Erfolgt binnen 24 Stunden keine Reaktion, löscht sich die Anmeldung automatisch!

2. Regeln:

Im Forum des Online Merkers sollen ausschließlich kulturelle Angelegenheiten diskutiert werden. Politische oder gesellschaftliche Fragen sind nur dann gestattet, wenn sie in einem unmittelbaren und hier unverzichtbaren Zusammenhang mit einem konkreten Kulturereignis oder einer aktuellen kulturpolitischen Frage stehen. Da es hier eine gewisse Grauzone gibt, obliegt es ausschließlich dem Moderator zu entscheiden, ob der Beitrag zu löschen ist oder nicht. Beiträge die nicht unmittelbar mit Kultur zu tun haben, bzw. bei denen eine kulturelle Frage nur vorgeschoben wird, um in irgendeine Richtung zu agitieren, sind nicht zugelassen und werden gelöscht.

Der Umgangston im Forum  duldet keinerlei Herabwürdigungen und Beschimpfungen von Mitarbeitern des Online-Merker, anderen Forumsteilnehmern und/oder Dritter,  ebenso wenig wie Bedrohungen mit irgendeiner Art von Gewalt. Solche Einträge werden sofort gelöscht. Das Gleiche gilt für die Veröffentlichung persönlicher Informationen, die aus anderen Quellen des Internets (z.B. Google, Wikipedia oder sonstiger Quellen) über Mitarbeiter des Online-Merker, Forumsteilnehmer und/oder Dritte entnommen wurden.

Zudem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass staatsfeindliche, gesetzeswidrige, rassistische, extremistische, frauenfeindliche und sexistische Äußerungen und solche über die sexuelle, religiöse und politische Orientierung von Mitarbeitern des Online-Merker, Forumsteilnehmern und/oder Dritten zu unterlassen sind und sofort gelöscht werden.

Der Moderator des Forums ist gegenüber jedermann völlig weisungsfrei und muss seine Entscheidungen nicht begründen. Ebenso wenig braucht er auf Beschwerden und Zurufe aus dem Forum reagieren.

 

 

Avatar
Bitte denke über eine Registrierung nach
guest
sp_LogInOut Login sp_Registration Registrieren
Registrieren | Passwort vergessen?
Erweiterte Suche
Forumbereich


Übereinstimmung



Forum Optionen



Minimale Suchwortlänge beträgt 3 Zeichen - die maximale 84
sp_Feed RSS (Beitrag) sp_TopicIcon
Don Giovanni, von Mozart/ Da Ponte/ Kosky/ Serebrennikov an der Staatsoper
6. Dezember 2021
16:13
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 601
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Michaelj: ich kann Sie recht gut verstehen, zu den saengern: in fast jeder vorstellng des D Giovanni, die ich besucht habe,  war zumindest ein, manchmal auch mehrere saenger dabei, die aussergewoehnlich gut waren. das ist hier nicht der fall, wirklich schlecht ist niemand, aber alle partien hat man schon besser gehoert, wie herr Schramm-Schiessl treffend bemerkte. nur scheint es leider so zu sein, dass die verantwortlichen glauben, dass das neue publikum vor allem schoene menschen, die gut turnen koennen in der oper sehen wollen....ob diese rechnung aufgeht.??.....das wesentliche in der oper sollte doch immer die menschliche stimme bleiben, und da gab es gestern in dieser hinsicht eigentlich fast nur mittelmass

6. Dezember 2021
15:50
Avatar
MichaelJ
Member
Members
Forumsbeiträge: 4
Mitglied seit:
6. Dezember 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Mich hat diese Aufführung unterschwellig deprimiert. Die Handlung spielt in einer grauen Felsenwüste ohne Bezug zu der Geschichte die sich da abspielt, und auch durch den Text (Untertitel) vorgetragen wird. Ich habe vor wenigen Monaten Kovskys Macbeth in der Staatsoper gesehen. Auch dort fehlt jeglicher visuelle Bezug zu den Situationen in denen die Handlung sich entwickelt und abläuft. Es fehlt praktisch jegliches Framing um einen gängigen Begriff zu gebrauchen, damit fehlt auch eine gewisse Konstanz und Stabilität und das Ganze zerfällt ein einzelne Szenen, deren Zusammenhang schwer zu rekonstruieren ist, auch wenn man konsequent die Untertitel verfolgt. Wenn man aber die Geschichte kennt oder gerade mitbekommt, was da gesungen wird, dann ist es in vielen Situationen noch verwirrender. Beispiel: anstatt am Fenster ist Donna Elvira in einem schwarzen Gebilde, das aussieht wie ein toter Baum nach einem Lavaausbruch zu sehen. So passt dann auch nicht mehr die Art der Musik zu so manchen Szenen, wie etwa das Menuett in einer Szene, die einfach irgendwo in dieser Landschaft ohne Sinn spielt.

In der Mantinee wird u.a. hervorgehoben, dass in der Inszenierung die einzelnen Charaktere und deren Beziehungen in den Vordergrund rücken, stimmt vielleicht, aber in einem Kontext ohne richtigen Bezug. Die schauspielerische Leistung praktisch aller Sänger ist sicher zu bemerken, doch störte mich schon bereits in anderen Neuinszenierungen, dass sich die Sänger oft im Rhythmus der Musik bewegen - ganz schlimm in der kürzlichen Neuinszenierung vom Barbier von Sevilla, in der überhaupt jegliches Framing des Kontextes, in dem sich die Handlung abspielt, fehlte.

In dieser Szenerie agiert auch ein sehr einseitiger Giovanni ohne jeglichen Charme und irgendeiner Verführungskunst, Leporello fehlt das Schelmische. Mal eine Rad zu schlagen genügt nicht. Stimmlich sind beide auch ziemlich gleich.

Ich fürchte, dass sich dieser Inszenierungsstil an der Staatsoper fortsetzen wird und wenn man die Kritiken in den Medien verfolgt, gibt es dort durchwegs Positives wenn nicht vereinzelt Lobeshymnen. Für mich ist das die schlechteste Inszenierung des Don Giovanni an der Staatsoper, eher grau, einförmig, ohne Witz und Charme.

Aufs Musikalische will ich nicht eingehen, die Aufführung war gestreamt. Ob das ein kommendes Wiener exzellentes Wiener Mozart Ensemble werden kann, bezweifle ich im Vergleich zu Schwarzkopf, della Casa, Güden, Rothenberger, Kunz, Wächter, Siepi, alle live erlebt in den 1960er Jahren am Stehplatz.

Ja ich war am Ende des Streams ratlos und ein wenig deprimiert. Dann habe ich mir den ganzen Giovanni noch einmal angesehen: Salzburger Festspiele 1954, Siepi, Dermota, della Casa, Grümmer, Berry, Furtwängler. Ja, Inszenierung antiquiert, Personenführung na ja, Siepi ein Traum, musikalisch wunderbar. Heute Abend folgt ein Giovanni aus 1999

6. Dezember 2021
14:00
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 601
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Kosky mag in Berlin erfolg haben, in Wien wird er diessen - hoffentlich - nie haben. wir kennen ja auch die Berliner operette und die Wiener operette,  die Berliner operette hat bei uns nie eingeschlagen, und so wird es auch mit Kosky sein, der der Pandemie unendlich dankbar sein muss, dass ihm gestern nicht das publikum seine meinung ins gesicht buuhen konnte. Don Giovanni, das "dramma giocoso" ohne jeglichen charme kann nicht der neue Wiener Mozartstil sein. gefallen wird das nur zt der presse und dem herrn direktor. bei den saengern kein wirklicher ausfall, aber so wie Schramm Schiessl schreibt: alles schon besser gehoert. eine mezzo-Elvira wird immer probleme haben, Kate Lindsey ist eine sehr intelligente saengerin und meisterte die gefuerchtete mi tradi-arie besser als nach ihrem gekeife im ersten akt befuerchtet. Hanna-Elisabeth Mueller koennte mit den hausbesetzungen der guten alten zeit wie Judith Hellwig und Gerda Scheyrer konkurrieren, nicht aber mit den beide Price, Lisa della Casa , Tomova oder Janowitz...nur Gerda Scheyrer hatte in der ersten arie reine, saubere As ohne wackler zu bieten.....Der tenor Barbeyrac schlug sich sehr tapfer, hat aber im grunde keine Mozartstimme, fuer mich aber trotzdem der beste unter den herren. Kyle Ketelsen ist auch ein ganz ausgezeichneter saenger, aber fuer den Giovanni fehlt es ihm an einem erotischen timbre und an charme. Sly fand ich etwas besser als in Nozze...den stimmsitz ab uebergang sollte er kontrollieren lassen, da werden iis zu uess, uus zu oos...gaumig und gedrueckt, aehnlich wie bei einem startenor.  auch bei den konsonaten steht er mit seinem italienisch auf kriegsfuss, da werden t zu d, c(k) zu g, genau wie im Figaro...gibt es in der WStO keine studienleiter mehr, die das fuer eine vielgeprobte premiere korrigieren koennen, kann der dirigent der auffuehrung auch nicht genuegend Italienisch?? darstellerisch muss er viel leisten, was aber sollen die dunkel bemalten fingernaegel? ich habe an Cabaret denken muessen.... unter den damen ist Patricia Nolz aus dem studio die beste, nur als figur ist sie schon zu abgedreht, nicht ein einfaches bauernmaedel. der zahn der zeit hat leider auch schon an der stimme des komturs genagt und Peter Kellner sang den Masetto recht gut, musste aber einen staedtischen neurotiker auf die buehne stellen. zur musikalischen leitung kann ja in einem stream nicht wirklich etwas sagen, die tempi waren grossteils normal, die rezitative habe ich noch etwas besser im ohr. herr Jordan dirigiert mit uebergrosser turnerischer geste..ob das orchester das wirklich braucht? oder ist das fuers diesmal absente publikum.......ueber die regie: Kosky hat es mit den steinen und felsen, das geplantsche im wasserfriedhof, wo Leporello noch untertauchen muss, die bemalten fingernaegel, die entfesslete bauernschar, Giovanni natuerlich groesstenteils halbnackt, das ganze ohne Sevilla......ein grosser teil des publikums sind turisten....ob denen das gefallen wird...mir hat an dieser insz wenig gefallen....sehr gefallen aber hat mir, dass die ouverture nicht inszeniert wurde, das ist wirklich positiv zu vermerken

6. Dezember 2021
13:56
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 453
Mitglied seit:
28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Vorweg, die Inszenierung war nicht so schlimm, wie die Marke "Kosky" befürchten ließ. Ich habe mich ständig über die Eindrücke gewundert, musste mich aber nicht wirklich ärgern, wie bei so vielen Inszenierungen des MRT. Die Logik der Bilder erschließt sich mir nicht ganz, aber natürlich kann man in eine trostlose Geröllhalde, die später begrünt wird (Klimarettung?) im Nachhinein viel hineininterpretieren. Auch die Regie und die Personenführung sind merkwürdig, warum beispielsweise das schüchterne Bauernmädchen Zerlina Can-Can-artig oder wie in der Disco kokettiert und Leporello mit blondierten Haaren und lackierten Fingernägeln anscheinend vom anderen Ufer sein soll und zum operativen Mittäter des Hauptprotagonisten bei einem Mord wird, erschließt sich nicht wirklich. Aber zumindest fallen keine Gegenstände auf die Bühne und Ottavio hat keinen Pudel an der Leine. 

Jordan ist kein wirklicher Mozartspezialist und hat die Erwartungen nach seinen brillanten Beethoven-Interpretationen nicht ganz erfüllt, war aber mindestens eine Klasse über seinem Macbeth an der WSO.

Das Sängerensemble war leider suboptimal, obwohl insgesamt recht ordentlich und das Direktorat hat diesmal nicht so brillante No-Names aus dem Hut gezogen wie etwa beim Faust. In die Steinzeit der Oper muss man gar nicht komparativ zurückgehen, es reichen Vergleiche mit Hampson oder Alvarez in ihrer besten Zeit oder zuletzt Mattei, Maltman und auch Dupuis. Entgegen den Behauptungen von Rin-Tin-Tin (oder so ähnlich) in seiner Kritik war der Ottavio nicht so schlecht besetzt und wie in Wagner-Rollen wurde das bei weitem nicht interpretiert. Und Nolz scheint noch ein wenig unausgereift zu sein, ist aber ein großes Versprechen für die Zukunft, wenn ihre Entwicklung so weitergeht.

 Insgesamt nicht ganz das übliche Premieren-Niveau der WSO.

6. Dezember 2021
12:47
Avatar
Christine
Member
Members
Forumsbeiträge: 383
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Dem letzten Absatz von Michael Koling schließe ich mich an; schön, sehr angenehm, dass es keine TV Einblendungen oder Ähnliches gab und sich der Regisseur mit der Bühne der Staatsoper begnügte. Was auf der Bühne als Bühnenbild verkauft wurde, hat mich gar nicht überzeugt. Und diese seltsamen Masken, die bei dem Fest getragen wurden, fand ich extrem lächerlich. Da können einem die Sänger nur leid tun. Und Don Giovanni war ziemlich lächerlich kostümiert.

6. Dezember 2021
11:02
Avatar
michael koling
Member
Members
Forumsbeiträge: 6
Mitglied seit:
20. November 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich sage es einmal positiv - im Vergleich zum letzten "Don Giovanni" bei den Salzburger Festspielen" war das, was ich gestern im Stream gesehen habe, eine Weltklasseaufführung.

Und jetzt kommt schon das große ABER:

Ohne in die weite Vergangenheit (Dermota, Schreier, Siepi, Wächter, Taddei, Janowitz, Mathis, ...) zu blicken, im musikalischen Bereich gab es deutliches Optimierungspotential auf der Bühne wie im und vor dem Graben. Mit einem passenden Studienleiter oder auch Dirigenten, der mit diesem zumeist (relativ) jungen Ensemble arbeitet, könnte sich so etwas wie ein aktuelles Mozartensemble entwickeln (ich bin in der Prognose vorsichtig). Ob Jordan dafür die geeignete Person ist, bin ich nicht ganz so sicher (bei Welser-Möst wäre ich es auch nicht); in der Kürze fällt mir aber - zugegeben - auch kein Name ein.

Im Bühnenbild könnte man in der Tat jede Menge anderer Opern auch spielen - ich habe spontan an Elektra oder Salome gedacht oder auch Ariadne (also die Oper, nicht das Vorspiel). Die Personenführung fand ich in weiten Teilen durchaus passend, sie verlangt den Mitwirkenden aber immer wieder viel schauspielerisches Können ab. Ein paar Unlogiken seihen verziehen. Und schon wieder ein ABER - wie glücklich bin ich doch über eine Aufführung, in der die Ouvertüre nicht verinszeniert wird und die ohne Projektionen auskommt. 

6. Dezember 2021
10:30
Avatar
Toni
Member
Members
Forumsbeiträge: 44
Mitglied seit:
11. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Großartiges Bühnenbild, vielseitig verwendbar, z.B. im 3. Akt Walküre oder auch in Götterdämmerung. Eigentlich könnte man ja die komplette Opernliteratur in einem Einheitsbild spielen, als Requisite ab und zu eine Leiter und ein paar Sesseln die man völlig sinnentleert immer wieder hin und her schieben könnte, würde viel Geld sparen.

Man darf halt das Libretto und die Anweisungen des Komponisten nicht ernst nehmen.

Die sängerischen Leistungen kann man nicht als idealen Mozartgesang oder gar Mozartstil bezeichnen, schon gar nicht in Wien. Man denkt mit leiser Wehmut an Hilde Güden, Eberhard Wächter, Walter Berry etc zurück.

Zum Tenor: Man höre zum Vergleich die Liveaufnahme von der Staatsoperneröffnung mit Anton Dermota an. Mozartgesang vom Feinsten.

Wer die lächerliche Lohengrin Inszenierung von Kosky gesehen hat war nicht überrascht. Die weiteren im Mozartzyklus werden auf dem selben Niveau sein. Arme Wiener Staatsoper!

6. Dezember 2021
9:25
Avatar
Christine
Member
Members
Forumsbeiträge: 383
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich saß vor dem Bildschirm und fragte mich mehrmals: Ist das die Art wie eine Oper von Mozart in unserer Zeit auf die Bühne der Wiener Staatsoper gebracht werden soll? Andererseits, welche Inszenierung dieser Oper wurde in Wien wirklich positiv aufgenommen? Heinrich Schramm-Schiessl nennt die von 1963 und 1972. Ich habe im Merker der Karajanzeit nachgelesen. Dort gab es im Juni 1963 viel Kritik an der Inszenierung, aber großes Lob für die musikalische Interpretation durch Karajan und das Sängerensemble. Es wurde aber hervorgehoben, dass die schreckliche frühere Inszenierung jetzt endlich weg sei. Was die Inszenierung von Schenk 1967 betrifft, gab es, glaube ich, viel Kritik, aber es war noch nicht meine Opernzeit. 1972 gab es aber auch sehr viel Kritik, vor allem was die Besetzung der Premiere betraf. Der sonst sehr geschätzte Theo Adam kam nicht gut an und wenn ich mich richtig erinnere wurde im Kurier nur Edith Mathis als Zerline als optimal besetzt bezeichnet. Meine ersten Don Giovannis waren Cesare Siepi und Eberhard Wächter, bis jetzt hab ich noch keinen Besseren als Siepi gehört.

Das junge Ensemble gestern fand ich sehr sympathisch, sie spielten sehr engagiert. Für die Unsinnigkeiten der Inszenierung konnten sie nichts. Die Interpretation des Giovanni gefiel mir allerdings nicht. Er wird als "Schuft ohne Charme" dargestellt, das wertet die Frauen so stark ab und empört mich als Frau. Warum sollte ein Mädchen wie Zerline an so einem Widerling Interesse haben? Das Duett hat mich völlig kalt gelassen. Die Art der Interpretation des Leporello durch Philippe Sly hat mir aber gut gefallen. Was die musikalischen Leistungen allgemein betrifft: man darf halt nicht immer an die Vergangenheit denken. Es wird mehr auf die Optik geschaut, die gut passte, das Musikalische soll eben "halbwegs hinkommen". Das ist zumindest mein Eindruck.

5. Dezember 2021
23:36
Avatar
alcindo
Member
Members
Forumsbeiträge: 601
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Walter: tja, wenn das der neue Wiener Mozartstil oder das neue wiener Mozartensemble sein soll.....saengerisch im durchschnittsniveau von vielen repertoireauffuehrungen.  die aesthetik von Mr Kosky liegt partout nicht in der Wiener tradition.   zu bewundern einige der saenger, nicht so sehr fuer ihren gesang, sondern fuer die bewaeltigung der szenischen anforderungen, die Kosky von ihnen verlangt

5. Dezember 2021
21:31
Avatar
walter
Member
Members
Forumsbeiträge: 147
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich bin schon sehr gespannt auf die ersten Meldungen. Natürlich habe ich mir schon ein Urteil gebildet, aber ich lasse es noch ein wenig vor sich hin köcheln....

walter

Zeitzone des Forums: Europe/Berlin
Am meisten Mitglieder online: 33
Zurzeit Online: Lohengrin2, Toscanini
Gast/Gäste 2
Momentan betrachten diese Seite:
1 Gast/Gäste
Top Autoren:
Lohengrin2: 794
alcindo: 601
Chenier: 453
Christine: 383
MRadema796: 271
Dalmont: 213
walter: 147
Michael Tanzler: 139
copy: 137
HansLick2: 87
Mitgliederstatistiken
Gastbeiträge: 170
Mitglieder: 109
Moderatoren: 1
Administratoren: 3
Forumsstatistiken
Gruppen: 1
Foren: 1
Themen: 741
Beiträge: 13155
Neuste Mitglieder:
armandoyz60, Thomasnek, toddee60, loisfv4, henriettawn11, robynbt1, news daily today, daniellezi16, Brandonjet, iMLUZWgzrA
Moderatoren: Moderator 16: 70
Administratoren: HaaSon: 2, ac: 126, webentwicklerin: 0

 

Diese Seite drucken