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Don Giovanni, von Mozart/ Da Ponte/ Kosky/ Serebrennikov an der Staatsoper | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

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Don Giovanni, von Mozart/ Da Ponte/ Kosky/ Serebrennikov an der Staatsoper
18. Dezember 2021
17:47
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MRadema796
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20. Januar 2021
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Toscanini sagt Zu Wagner im "Originalklang": Das ist natürlich interessant, danke für den Link. Zugleich möchte ich gerne die Quellen sehen, die solche Sing- und Spielweisen nahelegen. Vermutlich hat sich auch Wagners Ansicht, was er wie gespielt sehen wollte, im Lauf der Zeit gewandelt.
  

Zu dem Wagner-Forschungsprojekt findet sich hier einiges:

https://wagner-lesarten.de/

Das hochinteressante Programmheft kann man leider nicht (mehr?) runterladen.

18. Dezember 2021
17:44
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Toscanini
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9. Dezember 2021
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Lohengrin2 sagt

Es wird immer wieder von (oft erst auf den 2. Blick) intressanten Produktionen gesprochen, denen jedoch dutzende völlig uninteressante gegenüber stehen (alt oder neu, egal) und die nicht im Gedächtnis bleiben, unabhängig von der Größe und Bedeutung des Hauses

  

Sicher, nur ist das inflationäre Inszenieren der - meistens - immer selben Opern im deutschen System geradezu angelegt und typisch. Da müssen jedes Haus und jeder Intendant und jeder Generalmusikdirektor z. B. einen eigenen und neuen "Ring" auf die Beine stellen, obwohl nur dreißig oder neunzig Autominuten entfernt und wenige Monate bzw. Jahre zuvor auch schon ein "Ring" zu sehen war oder in wenigen Monaten bzw. Jahren zu sehen sein wird. Der Erkenntnisgewinn für das Publikum ist nicht selten eher mager, umgekehrt proportional zum finanziellen Aufwand, den solche Opern-Kleinstaaterei benötigt. Oft scheint es primär um die Lebensläufe der beteiligten Künstler zu gehen, die auf diese Weise mit Arbeiten bestückt werden: menschlich verständlich, künstlerisch zweifelhaft. Etwa "Don Giovanni": wie viele deutsche Produktionen dieses Mozart-Werks gab es in den vergangenen 10 bis 15 Jahren und wie viele davon sind noch in Erinnerung oder haben Maßstäbe gesetzt (in szenischer und bzw. oder musikalischer Hinsicht)? Angesichts der traurigen Tatsache, dass in Deutschland seit Jahren regelmäßig Theater geschlossen und Orchester eingespart werden, wäre es intelligenter, das zur Verfügung stehende Steuergeld sparsamer auszugeben und lieber möglichst viele Theater bespielt und Orchester am Leben zu halten als die Interessen einzelner Egos und Platzhirsche zu befriedigen, denen es vor allem auf ihre eigenen Karrieren ankommt. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass auch deutsche Intendanten der zweiten Reihe gehaltsmäßig den deutschen Kanzler locker in den Schatten stellen. Da stehen Kosten und Verantwortung in keinem vernünftigen Verhältnis mehr, die Interessen der Allgemeinheit kümmern praktisch niemanden.

18. Dezember 2021
16:21
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
sp_UserOnlineSmall Online

aktuell - besser - interessanter

3 völlig unterschiedliche Kategorien. ........

Es wird immer wieder von (oft erst auf den 2. Blick) intressanten Produktionen gesprochen, denen jedoch dutzende völlig uninteressante gegenüber stehen (alt oder neu, egal) und die nicht im Gedächtnis bleiben, unabhängig von der Größe und Bedeutung des Hauses

Mein "Lieblingsbeispiel" von aussageintensiver "versus" aussagearmer Inszenierung, weil zeitlich nahe beieinander und zum Teil mt denselben Protagonisten: Andrea Chenier ROH - BSO - WSO. Alle drei in historischen Kostümen und mehr oder weniger historischer Szenerie. Einzig Stölzl an der BSO hat den brisaten Inhalt der Geschichte transportiert........

18. Dezember 2021
15:24
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Toscanini
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9. Dezember 2021
sp_UserOnlineSmall Online

MRadema796 sagt
Aber nach 4 Jahren ist eine Inszenierung abgespielt und gehört (nach einer Pause von ein paar Jahren) durch eine neue ersetzt, in der Themen in den Mittelpunkt rücken, von denen wir Heute vielleicht nicht mal ahnen, dass es sie geben wird. Es sollte der Anspruch eines erstklassigen Hauses sein, die großen Meisterwerke mit jeweils neuen Sichtweisen am Leben zu halten. Und mit neu, nebenbei bemerkt, meine ich natürlich nicht, 20 Jahre alte Inszenierungen aus Stuttgart nachzuspielen. Zusätzlich kann es dann m. E. auch gern Klassiker geben, wobei eine solche 20 Jahre alte Inszenierung dann in jene Kategorie fällt.

Zur Frage der Sänger: In Köln (und - nachhörbar bei Radio 4 Hilversum - in Amsterdam) gab es gerade konzertant Rheingold mit Concerto Köln, wo nach jahrelanger Vorarbeit nicht nur orchestrale Spieltechniken hinterfragt wurden und werden, sondern auch die Gesangstechnik. Es ist für mich nunmehr eingermaßen offensichtlich, dass sich der Wagnergesang im 20. Jahrhundert sehr von dem entfernt hat, das Wagner sich vorgestellt hat, nämlich etwas, das von Text her kommt und auch das Sprechen einzelner Phrasen beinhaltet.

  

Es ist aus meiner Sicht nicht (nur) die Aufgabe von Kunst, jeweils aktuelle Themen zu reflektieren. Und neue Sichtweisen müssen notwendigerweise besser oder interessanter sein als alte. Mich intereressiert vor allem die Qualität von Kunst, Aktualität ist hingegen nur ein Wert unter mehreren anderen. Da kann 200 Jahre alte Kunst deutlich besser abschneiden als solche des Jahres 2021. Und der Wettbewerb im Bereich der Opernregie ist natürlich hart, zumal in den vielen (Provinz-)Theatern in Deutschland. Da muss und will man natürlich irgendwie auffallen, was aber nicht immer dem Werk gut tut. Betrachtet man über einen Zeitraum von 10 Jahren den Output deutscher Operninszenierungen, ist für mich feststellbar: Das wenigste davon bleibt als irgendwie relevant im Gedächtnis, das meiste ist bestenfalls am Tag danach noch halbwegs interesssant (oder bleibt sogar als ausgesprochen dümmlich in Erinnerung, etwa eine "Norma" mit Asterix und Obelix auf der Bühne). Und da stellt sich die Frage, inwieweit der Aufwand das Ergebnis rechtfertig, ob da nicht ein steuerfinanziertes Arbeitsbeschaffungsprojekt läuft, und warum nicht eine gute oder gelungen Produktion aus Dresden nach Köln oder Stuttgart weiterwandern darf (so wie es in Italien oder den USA seit Jahrzehnten üblich ist). In Deutschland scheint es da anstelle von Kooperation noch immer das kleinliche Denken in kleinen Opern-Fürstentümern zu geben, wo alle argwöhnisch auf die anderen blicken und ziemlich stur auf "Eigenständigkeit" pochen. Nachhaltig ist dieses Denken und Handeln eher nicht.

Zu Wagner im "Originalklang": Das ist natürlich interessant, danke für den Link. Zugleich möchte ich gerne die Quellen sehen, die solche Sing- und Spielweisen nahelegen. Vermutlich hat sich auch Wagners Ansicht, was er wie gespielt sehen wollte, im Lauf der Zeit gewandelt.

18. Dezember 2021
13:46
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MRadema796
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20. Januar 2021
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Da ich die Parsifal-Inszenierung nicht im Haus gesehen habe, kann ich speziell dazu nichts sagen. Die Billandsche Befürchtung genereller Art jedoch ("sehe ich das Ende der Oper als Kunstform langsam kommen.") ist für mich wenig plausibel. Das Schlimmste überhaupt ist es m. E., Opern in einer Form zu präsentieren, die außer ein paar Antiquitätensammlern niemand versteht. Daher ist der Billandsche Schluss-Abschnitt  auch keine Befürchtung: "ich glaube zu ahnen, das dieser Produktion nicht mehr Zeit als jener von Alvis Hermanis beschert sein wird." Es ist gar nicht die Absicht einer modernen Inszenierung, auch noch in 50 Jahren gültig zu sein. Wenn das gelingt, schön. Aber nach 4 Jahren ist eine Inszenierung abgespielt und gehört (nach einer Pause von ein paar Jahren) durch eine neue ersetzt, in der Themen in den Mittelpunkt rücken, von denen wir Heute vielleicht nicht mal ahnen, dass es sie geben wird. Es sollte der Anspruch eines erstklassigen Hauses sein, die großen Meisterwerke mit jeweils neuen Sichtweisen am Leben zu halten. Und mit neu, nebenbei bemerkt, meine ich natürlich nicht, 20 Jahre alte Inszenierungen aus Stuttgart nachzuspielen. Zusätzlich kann es dann m. E. auch gern Klassiker geben, wobei eine solche 20 Jahre alte Inszenierung dann in jene Kategorie fällt.

Zur Frage der Sänger: In Köln (und - nachhörbar bei Radio 4 Hilversum - in Amsterdam) gab es gerade konzertant Rheingold mit Concerto Köln, wo nach jahrelanger Vorarbeit nicht nur orchestrale Spieltechniken hinterfragt wurden und werden, sondern auch die Gesangstechnik. Es ist für mich nunmehr eingermaßen offensichtlich, dass sich der Wagnergesang im 20. Jahrhundert sehr von dem entfernt hat, das Wagner sich vorgestellt hat, nämlich etwas, das von Text her kommt und auch das Sprechen einzelner Phrasen beinhaltet. Etwas, was gerade mit dem verdeckten Orchestergraben in Bayreuth auch mit den heutigen lauteren modernen Instrumenten gut umsetzbar ist, aber andernorts eher nicht (außer mit Verstärkung der Sänger).

Im Übrigen bestätigt Billand eine meiner Vermutungen, dass nämlich vor Ort im Haus der "Video-stream auf den drei Leinwänden über der Bühne nun stärker präsent" ist und es schwierig ist, die Live-Handlung zu verfolgen. Etwas, das mich in anderen Inszenierungen mehrfach gestört hat (namentlich 2018 bei Händels Berenice von Biganzoli in Halle und zuletzt bei Frédégonde in Dortumund).

 

Hier für Interessierte noch der Link zu dem genannten Rheingold:

https://www.nporadio4.nl/uitze.....eke-wagner

18. Dezember 2021
10:59
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Lohengrin2
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Es wird immer gute, ja sehr gute SängerInnen geben!
Die hier im Forum vielgerühmten SängerInnen der Vergangenheit waren ein vrschwindend kleiner Anteil an der großen Schar. Deutschland allein hat 59 Opernspielstätten, da waren alle diese Hochgelobten nur an wenigen Häusen (2 oder 3) präsent; überall sonst wurde aber auch gesungen und bestimmt nicht nur schlecht.......

18. Dezember 2021
10:29
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Christine
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22. Januar 2021
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Die Befürchtungen von Dr. Billand teile ich. Aber vielleicht wird es eines Tages modern sein das Werk in seiner ursprünglich gedachten Form zu inszenieren. Vielleicht werden Regisseure in alten Zeitungen recherchieren - da heute fast alles digitalisiert ist, ist das ja nicht schwer - und ihre Ideen dann als neue Interpretationen darstellen. Hoffentlich gibt es dann noch genügend Sänger die eine gute und fundierte Ausbildung haben und das auch musikalisch darstellen können.

18. Dezember 2021
8:46
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HansLick2
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25. Januar 2021
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aus der heutigen, 18.12.2021 online merker version. ich empfehle allen den beitrag bis zum ende zu lesen!

https://onlinemerker.com/wien-.....ammheftes/

17. Dezember 2021
22:20
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alcindo
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21. Januar 2021
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die optik wird wenig publikum in die oper locken...was immer zaehlen wird sind bedeutende stimmen

17. Dezember 2021
21:58
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Wer soll denn zur "breiten Masse" zählen?

17. Dezember 2021
21:28
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copy
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25. Januar 2021
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Ich gestehe ja allen Foristen zu, dass sie ihre guten Erfahrungen mit den herkömmlichen Kulturvermittlern haben, der soziologische und technologische Wandel hat aber neue Voraussetzungen geschaffen, und nicht erst seit gestern. Aber wie gesagt, Lösungsansätze wie man es besser machen kann, sind von mir auch nicht so viele zu erwarten. Immerhin holen die jetzigen Direktoren zumindest die ohnedies interessierten Jugendlichen mit guten Angeboten ins Boot. Aber die breite Masse erreicht man so sicher nicht, provokanter Zusatz: will man das eigentlich?

17. Dezember 2021
21:06
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Toscanini
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9. Dezember 2021
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@Christine: Niemand hat Ihnen Verschwörungstheoretisches unterstellt, es ging ja nur um die Operngäste von copy und deren Argumentation!

@Ramon: Sie haben völlig recht, mir Ihre Aufzählung entgegenzuhalten! Ich darf dennoch auf meinen Satz von den "packenden" Aufführungen verweisen - da fällt mir eher wenig ein. Und leider: Kein einziger Nestroy. Da erlaube ich mir zu sagen: Das schmerzt. Wo sonst, wenn nicht in Wien, muss Nestroy gespielt werden (wo sonst, wenn nicht in London Shakespeare oder in Paris Molière). Was wiederum Schnitzler betrifft: da bin ich oft mit dem gebotenen Niveau der Aufführungen überhaupt nicht einverstanden. So ging es mir auch vor einiger Zeit mit dem "Schwierigen" an der Josefstadt, wo ich stellenweise an die Graf-Bobby-Filme mit Peter Alexander und Gunther Philipp denken musste. Da hatte die Josefstadt schon einmal viel mehr drauf, und ihre jüngsten Schnitzler-Versuche sind eher nicht das Gelbe vom Ei, nämlich auf eine eigenartige Weise ziemlich oberflächlich.

17. Dezember 2021
20:32
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Lohengrin2
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20. Januar 2021
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Ich war mit 7 zum 1.Mal mit meinen Eltern in der Oper; später im Internat war ich "Theaterrefrent" und für Opern- und Theaterbesuche zuständig. Diese Gelegenheit, abends hinauszukommen, nutzten natürlich viele gern, selbst wenn die Opernbegeisterung überschaubar war.

17. Dezember 2021
20:14
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Christine
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22. Januar 2021
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Sind früher auch Kinder/Jugendliche aus nicht kulturaffinen Elternhäusern ins Theater oder die Oper gegangen? Ich glaube, eher selten. Es gehen immer hauptsächlich die kulturinteressierten Menschen dorthin. Ins Theater der Jugend kommen jetzt ganze Schulklassen, da sind auch Kinder dabei, die sonst nicht ins Theater kämen. Vielleicht finden manche Gefallen daran. Die Aufführungen sind erfreulicherweise meist sehr gut und die Inszenierungen verständlich. Dort wollen sich Regisseure noch nicht selbst verwirklichen. In der Zeit vor Thomas Birkmeir war es eher schlimm. Und wenn in der Zeit vor Weihnachten ein Don Giovanni in der Staatsoper gut besucht ist, obwohl 2G gilt, die Leute Maske tragen müssen und manch ältere Menschen sich vielleicht doch nicht trauen und kaum Touristen in der Stadt sind, dann ist das ja auch nicht schlecht. Ich habe nicht von Verschwörungen geschrieben, glaube auch an solche nicht.

17. Dezember 2021
20:06
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Ramon
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28. September 2021
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Österreichische Autoren, deren Werke diese Saison am Burgtheater gezeigt werden: Marianne Fritz, Anna Gmeyner, Maria Lazar, Thomas Bernhard, Hugo von Hofmannsthal, Elfriede Jelinek (2), Franzobel, Marlen Haushofer,  Peter Handke, Ödon von Horvath(~), Karl Schönherr. Dazu die "deutschen Klassiker" Schiller (2), Goethe sowie Kleist

In der Josefstadt: Thomas Bernhard (2), Hermann Bahr, Peter Preses,  Arthur Schnitzler, Daniel Glattauer, Peter Turrini, Stefan Zweig, Franz Grillparzer, Elfriede Jelinek, Felix Mitterer

Sie bekommen in Wien bisweilen auch einen passablen Shakespeare oder (seltener aber doch) Moliere zu sehen, In Paris oder London allerdings auch einen Raimund, Nestroy, Schnitzler oder Grillparzer? Wenn die Bühnen mehr als ein touristisches Angebot sein, vielmehr Anbindung an einen europäischen oder besser noch globalen Kulturraum schaffen sollen, wird man in der Gestaltung der Spielpläne halt auch über die Landesgrenzen hinweg blicken müssen. Außerdem kann man es hier ja ohnehin niemandem recht machen; dem einen enthalten die Spielpläne nicht genügend "österreichische Klassiker", dem anderen dann vielleicht wieder zu wenig gegenwärtige Autoren. Beim den vergleichsweise kurzen Umlaufzeiten der Stücke an den Theatern sind das sowieso immer nur Momentaufnahmen sehr begrenzter Gültigkeit.

17. Dezember 2021
19:28
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copy
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine, erlauben Sie mir ein Wort zur "Nachwuchspflege"! Die herkömmlichen Instrumente wie Theater der Jugend, verbilligte Eintrittskarten etc. führen nur zu Mitnahmeeffekten, da solche Vorstellungen ohnedies nur von kulturaffinen Schülern besucht werden. Da ich in einigen anderen Lebensbereichen (z.B. Sport u.ä.) regen Austausch mit Unter30 und Unter20jährigen zu tun habe, erlaube ich mir doch ein wenig Einblick inderen Lebenswelten zu haben. Und da kommen Theaterbesuche oder gar Opernbesuche überhaupt nicht mehr vor. Selbst Medien wie CD's, TV, Video usw sind da vollkommen out. Das zeigen auch die Befürchtungen der Medienunternehmen wie etwa von Sony. Roscic, der ja dort tätig war, hat das in Interviews immer wieder betont. Selbst Live-Konzerte von Rock- und Popsängern werden künftig nicht mehr zu solchen  Businessmodellen werden wie in den letzten 20 Jahren. Das alles klingt zwar sehr kulurpessimistisch, sorry! Lösungen kann ich auch keine anbieten, hinter all dem - um auf meinen Ausgangsgedanken zurückzukommen - aber eine gelenkte Aktion oder "Verschwörung" (um dieses Unwort noch einmal zu verwenden) zu vermuten, ist wohl absurd.

17. Dezember 2021
18:38
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Christine
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Forumsbeiträge: 383
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22. Januar 2021
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Bildung, Kunst und Kultur passen aber gut zusammen. Im Unterricht sollten die jungen Menschen ja mit der Musik, der Literatur und dem Theater vertraut gemacht werden und das sollte sie dann dazu bringen sich die Opern und Theaterstücke anzuhören und anzusehen. Natürlich müssen in den Ministerien kulturinteressierte Menschen sitzen. Warum das in der Kulturnation Österreich nicht der Fall ist, verstehe ich nicht. Aber die Staatssekretärin ist leider sehr stark mit den Auswirkungen der Coronapandemie beschäftigt, da weiß man kaum, was sie sonst leisten könnte. Ob sie so energisch für das Offenhalten von Oper und Theater kämpft wie Minister Faßmann das für die Schulen getan hat, kann ich nicht beurteilen. Oper und Theater sind bestimmt sicherere Orte als die Schulen. Sie sind meiner Meinung nach die einzigen Orte wo die Kontrolle funktioniert. Im Handel wird überhaupt nicht kontrolliert - ich war in den letzten Tagen in mehreren Geschäften in verschiedenen Bezirken, sowohl in kleineren als auch in größeren, und wurde nirgendwo kontrolliert. Die Kontrolle auf Christkindlmärkten ist teilweise geradezu grotesk.

!Wann sah man in Wien zuletzt packende Aufführungen von Raimund, Nestroy, Schnitzler, Hofmannsthal" fragt Toscanini. Der Frage kann ich mich anschließen. Österreichische Autoren werden in Österreich vernachlässigt. Die Staatsoper spielt wenigstens noch Mozart, wenn auch sehr verfremdet. Das Volkstheater war einmal eine sehr gute Alternative zum Burgtheater oder der Josefstadt. Was aus ihm geworden ist, ist tragisch. Da ist schon die Politik mitverantwortlich!

17. Dezember 2021
17:07
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Chenier
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Toscanini sagt
 

Das Volkstheater hingegen bleibt groteskerweise einfach bis 2022 geschlossen, ein einst renommiertes Haus mit prominentem Ensemble findet seinen Weg nicht mehr.

Na ja, spätestens durch Emmy Werner ging der Kurs nach unten und das VT wurde als "Gewerkschaftstheater" von der roten Reichshälfte zwangsvereinnahmt, um entsprechende Ideologien zu vermitteln. Da konnte oder wollte Schottenberg auch nichts mehr ändern.

17. Dezember 2021
16:33
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Toscanini
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9. Dezember 2021
sp_UserOnlineSmall Online

Wo die Kultursektion bzw. die jeweiligen Abteilungen beheimatet sind, ob in einem eigenen Ministerium oder zusammen mit anderen Agenden, ist gleichgültig. Solange nicht ein fähiger Referent im Ministerkabinett, ein fähiger Kabinettschef und vielleicht auch ein fähiger Ressortchef am Werk sind, ändert das gar nichts. Von sich aus können diese Abteilungen nur verwalten, das Pouvoir für Entscheidungen haben sie - wie alle Abteilungen in allen Ministerien - gar nicht. Alles muss von oben - also durch die Parteipolitik - abgesegnet werden. Grundsätzlich bewegt sich das Niveau der österreichischen Kulturpolitik in letzter Zeit auf einem Niveau, das nicht zu Freudensprüngen Anlass gibt. Und wenn die grüne Kulturpoltitikern Blimlinger gerade im "Standard" mögliche Theaterschließungen andenkt, sollte eigentlich Feuer am Dach sein. Denn gleichzeitig blühen in Paris, London und New York die Theater mit spannenden Stücken, intelligenten Inszenierungen und blendenden Schauspielern. Das Volkstheater hingegen bleibt groteskerweise einfach bis 2022 geschlossen, ein einst renommiertes Haus mit prominentem Ensemble findet seinen Weg nicht mehr. Und die Josefstadt musste sogar gerade erst mit 5 Millionen Steuergeld aus einer Finanzmisere geholt werden. Da fragt man sich langsam wirklich nach so mancher kulturpolitischer Kompetenz hierzulande. Wann sah man in Wien zuletzt packende Aufführungen von Raimund, Nestroy, Schnitzler, Hofmannsthal? Während ich kein Problem habe, in London guten Shakespeare zu sehen oder in Paris einen klugen Molière.

Aber hier einen Plan zur "Kulturzerstörung" zu sehen gehört für mich schon in den Bereich Satire. Man kann die Regie-Auswahl des Staatsoperndirektors mögen oder nicht, jedenfalls sie ist nachvollziehbar. Serebrennikow oder Kosky sind nicht irgendwelche dahergelaufenen Dilettanten oder Parteifreunderln, sondern europaweit anerkannte Künstler (das sage ich als jemand, der eigentlich noch dem puristischen "Parsifal" von Everding nachtrauert). Grundsätzlich würde ich sogar sagen, dass von allen Wiener Theaterdirektoren es ausgerechnet Rosčić ist, der sich am professionellsten und flexibelsten verhält (manche anderen agieren sehr schwerfällig und auch nicht immer allzu sympathisch, da wird gerne öffentlichkeitswirksam gepoltert, aber gehandelt wird gar nicht oder zu spät).

17. Dezember 2021
14:01
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Christine
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Copy, wenn ich mich richtig erinnere, war die Kultur die meiste Zeit im Unterrichtsministerium beheimatet. Das hat sich erst nach Claudia Schmied geändert, sie war ja noch für die Auswahl von Dominique Meyer zuständig. Das große Interesse der jeweiligen Minister oder Ministerinnen lag aber im Bereich Schule, zwangsläufig. Wie weit sie an der Kultur interessiert waren, weiß ich nicht. Immerhin gab es früher viele Möglichkeiten über Schule und Universität günstig in die Bundestheater auf Stehplatz gehen zu können. Das haben aber auch damals eher die Kinder und Jugendlichen aus den sogenannten bürgerlichen Familien genützt.

Zwischen Coronademos und Operninszenierungen kann ich überhaupt keine Verbindung herstellen. Ich vermute, dass Operndirektoren einen Plan haben, was sie dem Publikum präsentieren wollen.

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