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Don Giovanni in der Wiener Volksoper
21. Dezember 2018
14:34
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Michta
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Forumsbeiträge: 133
Mitglied seit:
6. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Obwohl ich nicht viel von deutschen Übersetzungen halte, vor allem wenn es wiedr "neue" gibt, wo man die bekannten im Ohr hat, aber soll sein, etwa beim "Hoffmann", bei Buffo-Opern etc.    

Aber so ein Sprachmischmasch wie beschrieben  ist ja eine Idiotie ersten Ranges!

21. Dezember 2018
1:15
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 439
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Danke für die beiden Rückmeldungen!

Liebe Susana!
Nichts liegt mir ferner als die Volksoper abzuwerten. Ich bin überzeugt, dass jedes der drei Opernhäuser Wiens seine Berechtigung hat, ich möchte keines davon missen. Alle drei ergänzen sich super, und jedes der drei hat nach meiner Wahrnehmung auch sein eigenes Publikum. (Ich persönlich finde das Theater an der Wien derzeit am spannendsten, aber das ist nur subjektiv.)
Ich begrüße es daher auch, dass in der Volksoper die meisten Opern auf Deutsch aufgeführt werden (es gibt natürlich auch Gegenargumente, aber für mich überwiegen die Pro-Argumente). Ich hatte vor einem Dreivierteljahr große Freude an einer deutschsprachigen Rusalka, auch letztes Monat bin ich mit Verdis I masnadieri auf Deutsch gut zurechtgekommen. Insofern hätte mich heute ein deutscher Don Giovanni nicht gestört - aber diese Sprachmischung stört mich extrem. Wie gesagt, kaum hab ich mich aufs Deutsche eingehört, ist schon wieder das Italienische drangekommen und umgekehrt, ganz abgesehen von den häufigen Wechseln während ein- und desselben Satzes. Mich hat das enorm gestört (und ich kann mir auch vorstellen, dass das gar nicht leicht einzustudieren und zu singen ist).
Ja, an den Vergleich mit der Komischen Oper Berlin hab ich auch gedacht, aber die Volksoper ist meiner Meinung nach schon mehr auf Operetten/Musicals spezalisiert als die Komische Oper Berlin. Aber das soll keines der beiden Häuser abwerten.
Ich glaub gar nicht mal, dass ich viel von Oper versteh, ich schreib halt munter drauf los, wie ich es empfinde. Ich kenn mich bei Musik vielleicht besser aus als manche andere, aber dafür hab ich von gewissen anderen Gebieten (Autos, Technik, Rockmusik, Chemie, ...) keinen blassen Schimmer.. (P.S.: Kunden, die den Verkäufer beschimpfen, sind sowieso unter jeder Kritik. Das tut mir für jeden leid, der das aushalten muss, aber nichts zurücksagen kann, weil man ja als Händler zu seinen Kunden freundlich sein muss.)

Lieber Parkett! Es kann durchaus sein, dass sich die Inszenierung seit 2015 abgeschliffen hat, aber es waren ja großteils dieselben Sänger am Werk wie heute. Daher würde ich das bezweifeln..

21. Dezember 2018
0:55
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susana
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Members
Forumsbeiträge: 92
Mitglied seit:
16. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Gurnemanz - ich gehe seit 1971 in die Volksoper, dazwischen mit längeren pausen und bin beruflich mit Abonnementbetreuung befasst. Darunter alle großen und kleine Bühnen Wiens. ich gebe jetzt meine persönlichen aber auch meine beruflichen Erfahrungen wieder.

Die Volksoper hat immer ander Publikumsschichten angesprochen (im Gegensatz zur Staatsoper oder Th an der Wien)  und wollte dies auch immer. Und wenn es vielleicht für viele Opernfreaks nicht nachvollziehbar ist, es gibt Menschen die gerne in die Oper gehen aber diese nicht "fremdssprachig" hören wollen. Ich erinnere mich an Abonnenten die  mich wüst beschimpft hat weil er den Figaro in italienisch "ertragen" musste. Es gibt viele Theaterbesucher die mit großer Oper nichts anfangen können, und viel lieber die Volksoper besuchen.

Warum ich das schreibe: die Volksoper war in ihrer Geschichte und Tradition immer ein kleines Gegenstück zur großen Oper, man spielte Spielopern, unbekanntere Srücke und viel Operette. Jetzt auch Musical. Und so wird halt auch ein Don Giovanni in beiden Sprachen aufgeführt. Ich finde da nichts verwerfliches, im Gegenteil es werden andere Publikumsschichten "bedient" die vielleicht - ohne ihnen näher treten zu wollen, nicht so viel von Oper verstehen, nicht so auf große Hintergründe stehen vielleicht auch nicht ganz so musikalisch anspruchsvoll sind. Sich einfach einen interessanten und musikalisch netten Abend erleben wollen, um es einfach auszudrücken. Und es sollte immer auch die Jugend neugierig gemacht werden. Immerhin ist die Volksoper generell auch um einiges billiger als die Staatsoper. Ein nicht zu unterschätzendes Argument.

Ich sehe da die Volksoper ihre Tradtion weiterführen und finde das auch sehr wichtig. So gesehen hat jedes der drei Opernhäuser in Wien anderes Zielpublikum. Wobei ich davon überzeugt bin, dass es genügend Menschen gibt die in alle drei Häuser gehen. Für mich persönlich ist das Theater an der Wien das wohin ich so gut wie nie gehe, weil mich die Produktionen einfach nicht interessieren. Aber das ist jetzt was anderes.

Bitte sehen Sie die Volksoper in dieser Hinsicht, es ist keine Konkurenz zur Staatsoper, da ist natürlich das Orchester nicht so gut wie die Philharmoniker - aber wie schon erwähnt die Kartenpreise sind merh als die Hälfte niedriger als in der gr Oper. Man könnte vielleicht die Volksoper mit der komischen Oper in Berlin vergleichen?

21. Dezember 2018
0:15
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Parkett
Gast
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Also, ich hatte die 2. Aufführung nach der Premiere 2015 gesehen und habe die Aufführung noch heute in guter Erinnerung. Vielleicht hat er seitdem an Lebendigkeit eingebüßt, das wäre schade. Andererseits, wer in eine Inszenierung von Achim Freyer geht muss hat damit rechnen, dass er eine Inszenierung von Freyer als "Gesamtkunstwerk" sieht. Und der Wechsel zwischen italienisch und deutsch hat mit auch nicht weiter gestört, ist halt am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig.

20. Dezember 2018
23:39
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Gurnemanz
Member
Members
Forumsbeiträge: 439
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Da die Don-Giovanni-Produktion der Staatsoper komplett verunglückt ist, hätte die Volksoper eine Chance nützen können. Sie hat es aber nicht getan. Die Produktion von Achim Freyer ist 2015 zur Premiere gekommen, ich war aber erst heute zum erstenmal drinnen.

Nur weil ein Regisseur erfahren ist (damals 81 Jahre alt), muss seine Arbeit nicht automatisch gut sein. Vorweg, Freyer ist positiv anzurechnen, dass die Produktion einheitlich wirkt. Er hat sich ein Konzept überlegt und ist konsequent dabei geblieben - aber mir gefällt das Ergebnis trotzdem nicht. Die Bühne ist großteils in weiß (und schwarz) gehalten, wird durch Lichteffekte aber in das Licht verschiedener Farben (blau, rot, grün, gelb) getaucht, was durchaus gute Stimmung erzeugen kann. Die Kostüme wirken allesamt wie Karikaturen eines Schablonentheaters oder Cartoons, das schaut am Anfang ganz witzig aus, nützt sich aber bald ab. Richtig störend ist, dass sich viel zu oft irgendwelche Leute auf der Bühne befinden, die dort nix zu suchen haben, beispielsweise stehen Sänger oft sinnlos herum, oder drei Statisten (in schwarzem Leiberl mit Volksopern-Logo) tragen allerhand Zeug herum. Angereichert wird das ganze durch ein paar zweifelhafte Gags, zum Beispiel kämpfen Don Giovanni und der Komtur mit Kochgeschirr. Ich vermute, dass Freyer die Charaktere bewusst schablonenhaft gezeichnet hat, weil er verdeutlichen wollte, dass es sich seiner Meinung nach um lauter Typen handelt, aber so sehe ich das Stück nicht, dazu war Mozart zu intelligent. Naja. 

Das alles wäre ja noch zu verschmerzen, aber RICHTIG nervig ist folgendes: Die Aufführung findet SOWOHL auf Italienisch ALS AUCH auf Deutsch statt. Damit ist nicht etwa gemeint, dass die Arien im Original gesungen werden und die Rezitative auf Deutsch, sondern es wird munter zwischen den beiden Sprachen gewechselt, ohne dass ich irgendein System dahinter entdeckt hätte. Wenn man sich grad etwas in die eine Sprache eingehört hat, kommt sofort wieder die andere zum Einsatz, beziehungsweise wird nicht selten im selben Satz gewechselt. Was soll der Blödsinn?!? Für die Zuhörer extrem störend, und ich will mir gar nicht vorstellen, welch sinnlose Mühe das den Sängern bereitet hat. Der Vorteil: Wenn man als Sänger einmal in die falsche Sprache fällt, merkt es das Publikum nicht. Die Begründung des Regisseurs im Programmheft finde ich jedenfalls reichlich dumm. Das sollte man sofort wieder abstellen und entweder auf Italienisch oder auf Deutsch singen lassen.

Nur den Schlussgag der Inszenierung find ich gut: Die Bühne verwandelt sich nach der Höllenfahrt in ein Lokal ("Ristorante Giovanni"), und einige Zuschauer werden gebeten, dort auf der Bühne Platz zu nehmen. Freilich: Wenn das in jede zweite Inszenierung Einzug hält, wirds mühsam. Aber heute wars lustig. Dennoch gefällt mir die Produktion insgesamt nicht. Wenn man als Wiener einen guten Don Giovanni sehen will, sollte man nach Bratislava fahren.

Musikalisch war der Abend ziemlich erfreulich. Kristiane Kaiser hat in letzter Zeit ihr Repertoire zu Salome, Senta und Elisabeth erweitert, ist aber nach wie vor eine tolle Donna Anna. Die Stimme finde ich wunderschön, und sie hat eine super Technik, die es ihr erlaubt, auch im Piano tragfähig zu klingen. Ebenfalls sehr gut, wenn auch nicht ganz so gut wie Kaiser, war Caroline Melzer als Elvira. Abstriche musste man beim Sänger der Titelrolle machen, denn Günter Haumer singt zwar technisch richtig, hat aber überhaupt keine tragvolle oder resonanzreiche Stimme. Er hat in den Rezitativen viel besser als in den Arien geklungen, und das ist ja nicht der Sinn der Sache. Yasushi Hirano blieb als Leporello etwas unter meinen Erwartungen (vielleicht indisponiert?), wohingegen JunHo You meine Erwartungen stark übertroffen hat. Er wird wirklich immer besser, denn offenbar arbeitet er fleißig an sich. Stellenweise könnte seine Höhe noch etwas strahlender werden, aber er ist auf einem sehr guten Weg und hat sich schon stark verbessert. Daniel Ohlenschläger gab einen guten, wenn auch grobschlächtigen Masetto, und Claudia Goebl war eine gute Zerlina. Andreas Mitschke hat den Komtur sehr gut gesungen, ist aber eine Fehlbesetzung, denn in dieser Rolle hätte ich gern einen ausgesungenen Sänger mit lauter, furchteinflößender Stimme (zum Beispiel Rydl), der wirklich schöne Bass Mitschkes passt mir da nicht. Das Orchester unter Alfred Eschwé war in Ordnung, aber die Philharmoniker sind halt doch was anderes.

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