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Die Zauberflöte an der Wiener Staatsoper
13. Dezember 2019
23:48
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 785
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29. September 2018
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Fr., 13. Dezember 2019: WIEN (Staatsoper): Wolfgang Amadé Mozart, Die Zauberflöte

Ich bin ja nicht gerade als großer Mozart-Liebhaber bekannt. Die Zauberflöte hingegen hör‘ ich mir ab und zu aber gern mal an (das Stück ist viel besser als man auf den ersten Blick denken könnte), und die heutige Besetzung ließ einen interessanten Abend erwarten. Nun denn!

Im Mittelpunkt meines Interesses stand Andreas Schager als Tamino (!). Schager hat im Dezember 2017 als Apollo an der Staatsoper debütiert (als er mehrmals zwischen Wien/Apollo und Berlin/Tannhäuser hin- und herpendelte, das allein ist schon ein Irrsinn) und konnte damals einen Sensationserfolg für sich verbuchen – man meinte schon, einen Sänger gefunden zu haben, der Johan Botha (mit dem der Apollo in dieser Produktion auf ewig verbunden bleiben wird und der wohl auch für jene Serie geplant gewesen war) das Wasser reichen könne. Nun, Schager kann das jedenfalls nicht: Sein Max ein paar Monate später war dann nicht mehr das Gelbe vom Ei, sein Lohengrin eine Saison später gar nicht mehr überzeugend, und sein Kaiser unlängst soll ja ganz furchtbar gewesen sein (da war ich aber nicht drinnen). Sein Problem ist immer dasselbe: Das Stimmmaterial ist ja wirklich prachtvoll (ein Naturtenor mit Metall in der Stimme), aber wie er damit umgeht, passt gar nicht: Auffallende Schlampigkeit hinsichtlich der richtigen Töne mischt sich mit mangelhafter Technik, und zumindest letztere war heute zu merken (besonders deutlich in der Bildnisarie und Kieckser bei „Vielleicht sah er Paminen schon, vielleicht eilt sie…“). Man darf den Tamino nicht unterschätzen, der hat es zumindest vor der Pause schon in sich. Des weiteren: Manchmal hat er sich ja wirklich bemüht, angemessen zu singen, aber generell ist sein Gesang stilistisch ziemlich daneben (Jung-Siegfried als Tamino), wenngleich es eine willkommene Abwechslung war, einen Tamino zu hören, der zu viel statt zu wenig gibt. Dennoch war Benjamin Bernheim letztes Jahr um Welten besser. Andreas Schager ist halt so wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer: kann man mögen, muss man nicht.

Die beste gesangliche Leistung kam von der mir vorher völlig unbekannten und kurzfristig eingesprungenen Hausdebütantin Federica Guida als Königin der Nacht, und vor ihr kann man nur den Hut ziehen. In der ersten Arie war stellenweise noch Unsicherheit zu merken, wenngleich alle Töne vorhanden waren, aber die zweite Arie war hervorragend, und viel mehr hat die Königin der Nacht ja nicht zu tun. Ebenfalls erfreulich war Andrea Carroll als eine Pamina mit zwar leiser, aber schöner und ordentlich geführter Stimme. Eher enttäuschend hingegen Jongmin Park als Sarastro: Erstens sind die Vokalverfärbungen („Stöh auf, örheitrö düch, o Lübe“, …) zum Davonlaufen, und zweitens hat er für diese Rolle zu wenig Tiefe, basta. Er ist ein sehr guter, junger, fleißiger Sänger, aber für den Sarastro geht es sich noch nicht aus. (Wer einen tollen Sarastro erleben möchte, dem sei geraten, nach Bratislava zu fahren und sich zum Beispiel gleich morgen in der dortigen Oper die Zauberflöte mit Peter Mikuláš anzuhören – ein hervorragender Sänger, den aber bei uns keiner kennt, weil er die Karriere großteils in Osteuropa macht / gemacht hat.) Rafael Fingerlos war ein passabler Papageno, allerdings ist mir seine Blödelei auf den Wecker gegangen, und überhaupt geht mir der Papageno in seiner Gesamtheit auf den Wecker – das Stück wäre VIEL besser, wenn man diese schwachsinnigen Papageno-Stellen ersatzlos striche!!!!).

Die Nebenrollen zeigten sich unerfreulich, abgesehen von der unauffälligen Ileana Tonca als Papagena und dem positiv auffallenden Peter Jelosits in der kleinen Rolle des ersten Priesters. Es ist schlimm, den stimmlichen Niedergang von Adrian Eröd zu beobachten: Von der Stimme, so wie sie war, ist kaum mehr etwas da, das reicht ja nicht einmal mehr für den Sprecher/zweiten Priester (und diese kurze Rolle ist wichtig: Ich bin letztes Jahr 17 Stunden mit dem Nachtbus gefahren, um Franz Grundhebers wohl letzten Opernauftritt zu erleben, und der fand als Zauberflöten-Sprecher in Trier statt). Die drei Damen (Fiona Jopson, Ulrike Helzel und Zoryana Kushpler) klangen allesamt unschön, zu Benedikt Kobel muss man nichts erklären, der Name spricht für sich (wobei der Monostatos zu seinen erträglichen Rollen gehört), und skandalös überhaupt die beiden geharnischte Männer: Herbert Lippert brüllte irgendwas Falsches, wohingehen Ryan Speedo Green akustisch kaum zu vernehmen war. Über die drei Sängerknaben breitet man überhaupt besser den Mantel des Schweigens.

Dass die Vorstellung (an einem Freitag, dem Dreizehnten) trotzdem erfreulich war, ist zu einem Gutteil Verdienst des Mannes am Pult: James Conlon hat das ganz hervorragend gemacht, ich hätte ihn gern öfters in Wien und auch gleich mit spannendem Repertoire (Zemlinsky!), das er ja auch aufgenommen hat. Orchester und Chor in gewohnt guter Qualität. Ein Wort noch zur Inszenierung: Die Produktion von Moshe Leiser und Patrice Caurier hab‘ ich immer für Schwachsinn gehalten. Das muss ich jetzt teilweise revidieren: Nicht, dass ich die Arbeit gut finde, aber ganz so übel ist sie nicht. Ja, das Bühnenbild ist uninspiriert, die Kostüme sind generell an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten, aber immerhin gibt es den Versuch, die Story etwas gegen den Strich zu bürsten: Der Chor als gleichgekleidete, gleichgeschaltete, gehirngewaschene Sektenmitglieder (deren graues Gewand am Ende auch Tamino und Pamina tragen), Sarastro nicht als strahlender Sonnenherrscher, sondern als finster und gewissermaßen brutal (wie er zum Beispiel das tote Tier von seinen Schultern in die Ecke schmeißt). Insgesamt interessante Ansätze, aber trotzdem zu wenig und unter‘m Strich nicht zufriedenstellend. (Ich würde mir eine Produktion wünschen, die viel radikaler vorgeht). Viel los am Stehplatz, unter anderem auch die grauenhaft nervende lautstark wimmernde Frau im Rollstuhl (glücklicherweise war ich auf der anderen Seite; wäre ich daneben gestanden, hätte ich sie ganz bestimmt zum Verlassen der Aufführung bewegt).

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