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Die Weiden
27. Dezember 2018
23:49
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 585
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29. September 2018
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prof.ON-DO sagt
Lieber Gurnemanz, dürfte ich Sie beiläufig davon in Kenntnis setzen, dass allein der Stream dem interessierten Publikum die Gelegenheit verschafft hat, das Werk 3 Tage auf dem " Seziertisch " des Replay zu analysieren ?  Vielleicht auch ganz nützlich !

( Wo bleibt die öffentlich-rechtliche TV- Übertragung, frage ich mich ! )

Oder wollen Sie im Ernst ALLE , die nicht auf der Insel der Theaterglückseligkeit leben (wie Sie ) vom Meinungsbildungsprozess ausschliessen ?  

Lieber Prof! Ich bin mir bewusst, dass das ein unbestreitbarer Vorteil der Streams ist. Dass die Streams (so wie alles andere auch) in meinen Augen einige Schattenseiten haben, habe ich vor ein paar Tagen hier geschrieben (Thread: "Livestreams von Opern). Können Sie meine Kritikpunkte nachvollziehen?
Dass die Weiden nicht im TV übertragen wurden, finde ich hingegen gut, denn ich finde es nicht notwendig, diesem langweiligen Werk mehr Aufmerksamkeit zu widmen als unbedingt notwendig...
Ich weiß, dass ich als Wiener opernmäßig in einer glücklichen Lage bin (freilich nur, wenn man die umliegenden Opernhäuser dazuzählt), und mit gewisser Wahrscheinlichkeit dächte ich anders über das Stream-Thema, hätte ich genau ein Mehrspartenhaus in meiner Nähe. Aber auch in Deutschland hat man üblicherweise mehrere Häuser zur Auswahl, wenn man gewillt ist, ca. eine Stunde Zugfahrt auf sich zu nehmen.
DIE Insel der Musikttheaterglückseligkeit ist übrigens meiner Einschätzung nach derzeit Berlin, aber da hab ich viel zu wenig Einblick.

alcindo sagt
lieber Gurnemanz, ich meinte, in diese richtung weiter zu gehen kann die Götterdämmerung der zeitgenössischen oper werden

mit karpfengruss alcindo  

Lieber Alcindo! Das ist jedenfalls meine Meinung. Die Weiden tragen dazu bei, dass die Wertschätzung der zeitgenössischen Oper allgemein eher niedrig ist. Das finde ich schade. Aber man kann und soll niemanden dazu zwingen, eine bestimmte Art von Musik zu hören. Man kann nur eine breite Palette anbieten und hoffen, dass jemand daran Gefallen findet.
Allerdings bin ich sicher, dass die moderne Oper auf gar keinen Fall eine Bedrohung für die klassische ist.

27. Dezember 2018
15:41
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alcindo
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Forumsbeiträge: 282
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

lieber Gurnemanz, ich meinte, in diese richtung weiter zu gehen kann die Götterdämmerung der zeitgenössischen oper werden

mit karpfengruss alcindo

27. Dezember 2018
15:08
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prof.ON-DO
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Lieber Gurnemanz, dürfte ich Sie beiläufig davon in Kenntnis setzen, dass allein der Stream dem interessierten Publikum die Gelegenheit verschafft hat, das Werk 3 Tage auf dem " Seziertisch " des Replay zu analysieren ?  Vielleicht auch ganz nützlich !

( Wo bleibt die öffentlich-rechtliche TV- Übertragung, frage ich mich ! )

Oder wollen Sie im Ernst ALLE , die nicht auf der Insel der Theaterglückseligkeit leben (wie Sie ) vom Meinungsbildungsprozess ausschliessen ?

27. Dezember 2018
14:45
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 585
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Alcindo! Ich denke, die Weiden verschwinden wieder still und heimlich in der Versenkung, nachdem sie niemanden aufgeregt haben. Die Götterdämmerung der Oper sehe ich deswegen überhaupt nicht kommen. Dafür würde ich (wenn überhaupt) ganz andere Umstände (zB Streams, Mikrophone, Nachlassen der musikalischen Ausbildung in Österreich etc) verantwortlich machen, aber das ist ein anderes (interessantes!) Thema.

27. Dezember 2018
14:18
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alcindo
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Forumsbeiträge: 282
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27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

das positivste an dieser zweifelhaften produktion ist, dass es Gruenbein und Staud versagt war, einen veritablen theaterskandal hervorzurufen. so waren die kommentare von vielen Insidern : was ist das für ein werk.???....oper ist es nicht....nicht fisch und auch nicht fleisch....die paar symphonischen stellen akzeptabel..... ratlosigkeit und ermüdung...die schnoeselhaften TVauftritte des komponisten haben auch nicht geholfen....

wie schon mehrmals erwähnt haben einige komponisten ihren opern politischen hintergrund verliehen, aber nicht auf bestellung einer der parteien, sondern aus ueberzeugung und haben dann melodien gefunden, die alle politischen diskussionen überdauert haben.

nur weiter so, das ist der weg zur Götterdämmerung der oper

27. Dezember 2018
13:35
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Kurwenal
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Die Zeit, in der man Menschen an der Verwendung eines politisch inkorrekten Wortes als Abweichler identifizieren und diskreditieren konnte, ist vorbei. Ich halte mich nicht an Sprachregeln und kenne ehrlich gesagt die Liste der verbotenen Wörter nicht.

"schrecklich banalen "Verse", die Naturmystik, die lächerliche Verkarpfungsmetapher usw."

Der ganze Unfug, den Sie hier aufzählen und der sich in "Die Weiden" findet, ist der Rede gar nicht wert. Es wurde schon genug darüber gesagt und geschrieben. Aber erstaunlich ist doch der Umstand, dass ein künstlerisch derartig unzureichendes Werk seinen Platz in der Wiener Staatsoper gefunden hat. Und dass dem so ist, liegt einzig und allein an der politischen Verortung von Librettist und Komponist. Wären sie keine Linken, hätten sie nicht die geringste Chance gehabt, einen Auftrag von der Staatsoper zu erhalten. Das Kunst- und Kulturestablishment ist seit etwa 50 Jahren fest in der Hand der Linken und das hat bis jetzt nicht viel Gutes bedeutet. Und dieser Missstand verdient mehr Aufmerksamkeit als die stümperhafte Musik oder das Libretto dieser Oper.

Zu ihrer Frage: Nein, ich habe das Werk nicht gesehen. Aber ich habe es mir angehört. Deshalb kann ich auch nichts über die Regie sagen, aber über Musik und Text erlaube ich mir, eine Meinung zu haben.

27. Dezember 2018
13:21
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semjon_kotko
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Forumsbeiträge: 24
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8. Dezember 2018
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Kurwenal sagt
"Die Weiden" ist eine Propagandaoper der politisch korrekten Meinungsindustrie. Insofern hat sie ihre Aufgabe erfüllt: Tausende wurden wieder darüber unterrichtet, dass nur böse Rechtsradikale etwas gegen ungeregelte Zuwanderung haben, die Linken die Guten sind in der heutigen Welt und die Furcht vor Überfremdung und Verlust der kulturellen Heimat nur Ausdruck von Borniertheit sein kann. Toleranz wurde uns als Wert per se verkauft ohne darauf hinzuweisen, dass es immer um die Frage geht, wer oder was toleriert werden soll.

Lieber Kurwenal,

ich befürchte, dass Sie keiner Vorstellung dieses völlig misslungenen Werks beigewohnt haben. Denn wäre es tatsächlich dieses Propagandaprodukt, wie Sie es beschrieben und aus Ihrer Weltsicht heraus kritisiert haben, so wäre die Oper zumindest ein gelungenes Beispiel politischer Kunst, worüber sich zu diskutieren lohnen würde (Über die von Ihnen erwähnte "Überfremdung" lohnt es sich übrigens ebenso wenig zu diskutieren, denn sie ist ganz eindeutig ein Schlagwort der extremen Rechten).
"Die Weiden" ist aber ein Werk, das die von Ihnen unterstellte Thematik allenfalls streift und das nicht einmal annähernd in der Lage ist, das Thema Migration und damit verbundene aktuell-politische Polarisierungen künstlerisch zu gestalten. In der Darstellung von NS-Opfern in der Schlussszene erkenne ich jedenfalls kein solches Bemühen, ja ich finde es sogar mehr als zweifelhaft und verfehlt, NS-Opfer in den Gesamtkontext dieses trivialen Werks zu stellen. Aus meiner Sicht wiederholen Sie in Ihrem Posting nur die bereits vor der Aufführung geäußerten und hinlänglich bekannten Vorbehalte und Vorurteile, ohne diese anhand der konkreten Aufführungen einem Praxistest zu unterziehen.
Sollten Sie aber tatsächlich eine Aufführung gesehen haben, so wundert es mich, dass bei Ihnen die schrecklich banalen "Verse", die Naturmystik, die lächerliche Verkarpfungsmetapher usw. nicht mehr Anstoß erregen als die verzweifelt von Ihnen gesuchte angebliche politische Message. Oder erfüllt dies alles womöglich sogar seinen Zweck? Ich glaube jedenfalls andere Ursachen für Rechtspopulismus, Rassismus und Nationalismus zu erkennen als die "Verkarpfung" der Menschen in einem grauen Land am schwarzen Fluss.

27. Dezember 2018
13:12
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prof.ON-DO
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Ich- als Ausländer - kann nur beisteuern: HÖCHSTEN RESPEKT DEM ÖSTERREICHISCHEN PUBLIKUM- das den bestellten Skandal verweigert hat und sachkompetent geblieben ist !

27. Dezember 2018
13:00
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 585
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Naja, das haben Sie ja schon geschrieben. Ich denke übrigens, dass Staud nicht das erreicht hat, was er wollte, sondern nur für Langweile und Verschwendung von Steuergeld gesorgt hat. Also aus meiner Sicht einfach eine unnötige Produktion. Ich finde es schade, dass kein besserer Komponist (und vor allem: besserer Librettist) den Auftrag bekommen hat. Die Frage nach der Entwicklung der Oper finde ich spannender, darüber würde ich mich gerne unterhalten.

27. Dezember 2018
12:39
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Kurwenal
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Wir können uns jetzt noch lang damit beschäftigen, etwas künstlerischer Wertvolles in dieser Oper zu finden - höchstwahrscheinlich vergebens. Dabei ist offensichtlich, was diese Oper eigentlich ist: Ein Mittel zur politisch korrekten Volkserziehung. Hätte die Oper eine andere Handlung gehabt, hätten Komponist und Librettist nicht klare politisch linke Einstellungen, hätte diese Oper nicht den Zweck, Menschen zu diskreditieren, die bei der Frage, mit wem sie in Zukunft zusammen leben sollen, gerne mitreden würden - wäre all das nicht, dann wäre diese Oper niemals in der Wiener Staatsoper zur Aufführung gekommen. Ein rechter Librettist, ein liberaler Komponist oder eine Opernhandlung, die auf die Probleme unreglementierter Zuwanderung verwiesen hätten - all das hätte so gegen die derzeit gelten politisch korrekten Denkregeln verstoßen, dass kein Opernintendent den Mut gehabt hätte, das auf die Bühne zu bringen.

Dass die Weiden weder bei Publikum noch bei der Kritik ankahm, darf uns dabei nicht weiter verwundern. Die Geschichte der Kunst ist voll mit Werken, die primär den Zweck hatten, eine politische Botschaft zu vermitteln, die gerade en vogue war. Kaum eines dieser Werke hat es wirklich geschafft zu überleben. "Die Weiden" ist eine Propagandaoper der politisch korrekten Meinungsindustrie. Insofern hat sie ihre Aufgabe erfüllt: Tausende wurden wieder darüber unterrichtet, dass nur böse Rechtsradikale etwas gegen ungeregelte Zuwanderung haben, die Linken die Guten sind in der heutigen Welt und die Furcht vor Überfremdung und Verlust der kulturellen Heimat nur Ausdruck von Borniertheit sein kann. Toleranz wurde uns als Wert per se verkauft ohne darauf hinzuweisen, dass es immer um die Frage geht, wer oder was toleriert werden soll.

Die Handlung der Oper passt zu den politischen Äußerungen von Komponist und Librettist. Die Musik hätte in ihrer Beliebigkeit zu jedem anderen Opernsujet genau so gepasst (oder eben nicht gepasst). "Die Wieden" wird in die Geschichte der Wiener Staatsoper eingehen als ein peinlicher Versuch, ein zugrundegehendes politisches und Gesellschaftssystem schönzureden.

27. Dezember 2018
3:33
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 585
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Danke für die interessanten Rückmeldungen! Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Weiden misslungen sind (wobei es hier auch von Leuten, deren Meinung ich sehr schätze, Gegenmeinungen gibt, zB dass die Orchestrierung sehr gut sei), zum Beispiel hat sich auch mir der Sinn der quietschenden Zwillinge nicht erschlossen, und überhaupt will ich lieber nicht wissen, wieviele Tausender für diese langweilige und substanzlose Produktion draufgegangen sind. Dass die Soloszenen rar sind, würde ich allerdings gar nicht als Manko sehen ("Aus einem Totenhaus" hat auch keine typischen opernhaften Szenen, ist aber eine meiner Lieblingsopern).
Und da stimme ich vollkommen zu, Oper (oder generell Kunst) muss einen berühren oder zumindest irgendeine andere Verbindung zum Hörer/Leser/Betrachter herstellen. Wenn man sich dauernd fragt: "Und was geht mich das eigentlich an?", kann mans schmeißen. Und ja, "eher ein Film" würde ich auch sagen, oder jedenfalls "eher ein Schauspiel mit Gesang und Hintergrundmusik".

Die Frage zur Entwicklung der Oper würde ich als Laie so beantworten, dass irgendwann zwischen "Ernster Musik" und "Unterhaltungsmusik" getrennt wurde. Daraus hat sich im 19. Jahrhundert die Operette entwickelt (die dann im 20. Jahrhundert vom Musical abgelöst wurde), während die "Ernste Musik" immer komplizierter geworden ist, mit der Konsequenz, dass sich heute nur mehr ein winziger Bruchteil der Menschen für die heutige musialische Avantgarde interessiert (was man ihnen nicht verdenken kann, denn es gibt neben tollen Werken auch (zu) viel Mist). Aber ich weiß nicht, ob das so stimmt.

Vielen Dank an Alcindo für die musikhistorischen Hintergründe, da habe ich wieder etwas dazugelernt. Selbstverständlich muss man als Künstler die Vorgänger und die Tradition kennen, aber ich meine eben, dass man sich als Künstler die Vergangenheit nicht zum Maßstab nehmen kann. Mozart hat wohl Scarlatti und Paisiello gekannt, sie sich aber nicht zum Maßstab genommen, sondern davon ausgehend eigene Kunst geschaffen, die einen Schritt nach vorne geht. Genauso hätten Bellini und Donizetti nie Werke wie Otello und Falstaff geschrieben. Aber ich denke, wir sind uns eh einig, dass gute Künstler zwar die Vergangenheit kennen, aber trotzdem eigene Kunst schaffen, die den Stil / die Gattung weiterentwickelt. (Zum Vergleich: Kein Schriftsteller schreibt heutzutage wie Goethe, man kann als Schriftsteller aber natürlich auf Goethes Werke anspielen.) Deshalb störe ich mich an der Prochazka-Formulierung, dass Rossini und Donizetti diejenige Qualität wären, an denen sich ein (heutiger) Komponist zu messen hat. Man sagt ja auch nicht, dass Opern in einer anderen Sprache als Italienisch misslungen sind, nur weil die ersten Opern auf Italienisch sind.
Aber: Das soll jedenfalls keine Abwertung mancher Komponisten sein. Alles muss man ja im Spiegel seiner Zeit bewerten. (Dass mir Musik des 20. und 21. Jahrhunderts am besten gefällt, ist eine persönliche Vorliebe, von der ich jetzt nicht rede.)

26. Dezember 2018
21:23
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alcindo
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Forumsbeiträge: 282
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

ad Gurnemanz; die grossen opernkomponisten haben sehr wohl auf der tradition aufgebaut und die dann weiter entwickelt: Mozart hat sehr wohl die neapolitanische schule studiert, hat das erbe von vorklassikern angetreten, Beethoven hat Haydns werke gut gekannt, Schubert war an Beethoven orientiert, Verdi führt die Linie von Bellini und Donizetti weiter........und alle die haben zt in rekordzeit meisterwerke  geschaffen, die die Jahrhunderte überdauern werden. ob es Grünbein und Staud gelingen wird mit den Weiden nach 4 Jahren arbeitszeit den auftrag der WSTO zu überdauern bleibe dahingestellt, auch ob es den autoren gelingen wird mit den Weiden den rechtsruck zu neutralisieren....nach allem, was man liest und hört, ein politisierendes stück mit einem mischmasch an stilmitteln, fuer die sänger ungünstig komponiert..  und wenige scheinen wirklich berührt worden zu sein

Hauptsache, Österreich hat wieder einmal eins drauf bekommen, so etwas muss ja gefördert werden....

weihnachtskarpfengruesse von alcindo

26. Dezember 2018
19:48
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lavoce
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Vielleicht ist es eine Überlegung wert: was zeichnet die Gattung Oper aus?

Wenn Komponisten zur Aufgabe haben eine Form zu erweitern,dann müssen sie notwendigerweise die alte Form kennen.Weil,was sonst sollen sie verändern? So gesehen ist die Beschäftigung mit der Vergangenheit notwendig.

Daher meine Frage an die Forumsteilnehmer: wohin ist die Oper nach dem Richard Wagner gegangen ihre Meinung und Erfahrung nach?

///Grob skizziert fing die Oper als eine vertonte Rede an (Frühbarock).Es folgte die prunkvolle Zeit des Barocks ( wo der Sänge als Gurgelakrobat gefeiert wurde). Die Klassik brachte mit Mozart&co neue Dramaturgie ein.Es folgte die Romantik mit ihrer großen durchkomponierten Form,die beim  R.Wagner und seinem Gesamtkunstwerk endete.

Aber seit dem ist viel Zeit vergangen...///

 

Meine Sichtweise:

Die Entwicklung der Gattung Oper ging in zwei Richtungen: 

*Musical--> als Nachfolger der "alten Oper"  (durchkomponierte Form,ohne/mit Dialoge(n),geschlossene dramaturgische Szenen und instrumentale Zwischenspiele,klassische Dramaturgie- erkennbare Nummern so zu sagen)

*Musiktheater: vertonte Prosa, die den Eindruck eines Schauspiels mit Musik erweckt, mit dem Fokus auf dem Text. Ähnelt dem Film in der Ausarbeitung der Details, der Mimik,Gestik und des Spielens des Sängers (naturalistischer Spiel)

 

 Die Weiden

      Nach den ersten fün Minuten der "Weiden" habe ich gedacht: das klingt wie ein Soundtrack.Die Musik dient der Untermalung der projezierten Videos.Die Überblendungen von Projektionen,Bühne,eingespielte Musik und live Musik fand ich schön und dennoch fragte ich mich dauernd,warum sollte sowas OPER heissen?

Es ist eher ein Film gewesen.In der Oper.

Das änderte sich auch nicht als die Sänger dazu kamen.Der ganze Abend kam  (mit der Ausnahme vom Papa-Mama Duett und noch ein Paar Passagen) mir vor wie ein langes Rezitativ. Die Sänger haben nie aufsingen können. Keine Melismen, keine Kadenzen,keine große Zäsuren, Pausen....

Es wurde dauernd "geredet in Tönen". Allerdings nicht Texfördernd, da die Interwalsprünge groß waren und  auch einige Stimmlagen waren unmöglich,fast unsingbar.(Wozu muss ein Tenor auch in einer Countertenorlage singen,erschliess sich mir nicht, oder die Zwilingsquitschtanten in extremen Höhen, oder der Vater, der so tief singen muss,dass man ihn kaum hört...nur einige Beispiele zu nennen???) 

"Musik-Effekthascherei" ist ein essenzieller Bestandteil der alten Oper gewesen 🙂

Die Emotionen zu wecken  war  schon immer einer der Hauptaufgaben der Gattung oper, oder etwa nicht? Die haben mir bei diesem Stück gefehlt.Ich sas im Zuschauerraum, schön distanziert, als Beobacher einer Geschichte.Die nicht besonders spannend war.

Ist das noch die Oper? Mit ihren probaten Mitteln,die die Leute zum Liebhaber/Hasser dieser Gattung machen? Oder sind es die neuen Mittel (welche?) die eine neue Oper ankündigen?

Das frage ich euch,leibe "Forumianer".

Gruß,lavoce

26. Dezember 2018
17:01
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HansLick2
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die weiden fand ich nach zwei besuchen schwach, belanglos, dramaturgisch und musikalisch, da konnte die regie nicht mehr eingreifen, retten.

wenn die stücktragende bootsfahrt auf der dorma in die alte welt vom schnürboden beginnt, da begannen die stolpersteine. der schon vorhandene rucksack hätte mich weniger gestört.

eher schon die marktschreierischen medienergüsse des herrn komponisten staud, die dem opus nicht zum erfolg halfen. teurer musikmüll. ich möchte gerne wissen was der staud schmarren gekostete hat, noch kosten wird. denn das haus mehrmals wattieren ist nicht billig. - am ersten abend waren noch die berufsapplaudierer schafften fast 10 minuten, am zweiten war nach 4 - 5 minuten schluss mit dem erfolg. 

herr TP nahm wohl bezug auf die tatsache dass kein charakter eine soloszene hat, bis auf den "Schlussgesang" der Lea. die kreischenden zwillige waren lästig, wohl aus der alten dame abgekupfert. roby und toby heissen sie dort, oder irre ich?

wurden die zwei damen dafür extra ins ensemble engagiert oder waren das " gastspiele" weil sie so grell kreischen konnten?

26. Dezember 2018
15:40
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prof.ON-DO
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Hallo, Gurnemanz !

Meiner Meinung nach hat Staud die Solostimmen uninspiriert bis lieblos behandelt. (daran ändert auch der Gag mit den Quietschzwillingen nichts ) Möglicherweise wollte der Autor durch Nennung der Belcantisten (plus Verdi und Puccini als Meister der Arie ) darauf hinweisen ?

26. Dezember 2018
11:31
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Gurnemanz
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich verteidige ja öfters die Thomas-Prochazka-Kritiken, weil ich ihnen oft zustimme und finde, dass Kritiken von kritischen Hörern anstatt von Alles-Bejublern geschrieben werden sollen. Auch seine aktuellen Gedanken zu "Die Weiden" finde ich lesenswert. In zwei Punkten möchte ich aber massiv widersprechen:

Was hätten doch ein Bellini, ein Verdi, ein Puccini allein aus der Szene des Oberförsters (Wolfgang Bankl), des Flüchtlings (Vitan Bozinovski) und der zuerst beobachtenden und dann entdeckten Lea gemacht! Eine zwei-, viel­leicht sogar dreiteilige Arie, ein erregtes Rezitativ zwischen den Männern sowie, nach Leas Ent­deckung, ein die Szene krönendes, in raschem Tempo danhinjagendes Terzett. Bei Staud ent­wendet der Oberförster Lea ihren Fotoapparat und stapft unter dem Geräusch der sich dre­hen­den Bühne und Melodien vermeidender Töneproduktion in die nächste Szene…
Wie hätten ein Donizetti, ein Rossini Leas Schlußszene gestaltet? (Und ja, das ist die Qualität, wlecher man sich zu stellen hat.) Wahrscheinlich mit großem Ein­gangs­chor und einer zweiteiligen Bravour-Arie, an deren Ende Lea leblos zusammengesunken und das Publikum der Uraufführung jubelnd von seinen Sitzen aufgesprungen wäre. Bei Grünbein und Staud heißt es in der Inhaltsangabe lakonisch: »Lea trifft auf ihre hier ermordeten Ahnen und erfährt dadurch eine Identitätsfindung.« (Vastehste.)

Ich bin ja generell der Meinung, dass Übertreibungen wie ein lebloses Zusammenfallen nach einer zweiteiligen Bravour-Arie reine Effekthascherei sind und in wirklich guten Werken nichts verloren haben, aber hauptsächlich störe ich mich an "(Und ja, das ist die Qualität, wlecher man sich zu stellen hat.)". Wie bitte? Wieso sollte sich aktuelle Kunst an den Werken längst verstorbenener Komponisten orientieren? Komponisten haben meiner Ansicht nach die Aufgabe, die Entwicklung einer Gattung voranzutreiben oder Gattungen zu erweitern oder auch "nur" im Rahmen einer bestehenden Gattung packende Werke zu schaffen, aber sicherlich nicht, Künstler, die seit 150 Jahren tot sind, zum Ideal zu erheben. Alle bedeutenden Komponisten (gleich wie man zu ihren Werken persönlich steht) haben sich nicht an der Vergangenheut orientiert, sondern Neues geschaffen und Grenzen/Konventionen aufgebrochen, man denke zum Beispiel an Bach, Gluck, Wagner, Berg etc etc. Wieso sich ein Komponist des 21. Jahrhunderts an der Qualität Donizettis und Rossinis messen lassen soll, sehe ich nicht ein. Es ist auch wohl jedem klar, dass Matisse nicht so malen konnte wie Bruegel oder Chagall nicht so wie Rembrandt. Wenn sie es getan hätten, wären sie nicht Matisse oder Chagall geworden sondern völlig unbedeutende Bruegel- und Rembrandt-Nachahmer.

Eine Uraufführung gewährt dem Regisseur und den Ausstattern alle Rechte: Einzig den in der Partitur eingetragenen Handlungs- und Szenenanweisungen ist sich das Team schuldig. In die­sem Fall war Spielleiterin Andrea Moses seit Jahren in die Konzeption eingebunden, sodaß eine Interpretation im Sinne des Komponisten und des Librettisten angenommen werden darf.

Den dritten Satz verstehe ich, aber die ersten beiden kann ich nicht nachvollziehen. Wieso haben Regisseur+Ausstatter bei einer Uraufführung alle Rechte und bei einer Aufführung eines bekannten Werkes nicht? Wenn man die Sache zu Ende denkt, könnte man auf die Idee kommen, Befürwortern der traditionellen Aufführungspraxis geht es gar nicht um die "Echtheit" des Werkes, sondern um das Bewahren einer langjährigen Aufführungspraxis. Da kann ich nicht zustimmen, denn das ist für mich das Gegenteil von Werktreue. Aber ich kann mich natürlich auch sehr täuschen und dem Autor hiermit Sachen in den Mund legen, die er nicht so sieht. Das möchte ich nicht.

14. Dezember 2018
2:29
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Gurnemanz
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29. September 2018
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UwePaul sagt
der große Aribert Reimann hat es in der letzten Saison bei seiner Uraufführung auch in den Repertoirevorstellungen gemacht  

HansLick2 sagt
thema ist hier aber doch wien?  

Es ist nicht wichtig, nur zur Ergänzung: Auch in der Wiener Staatsoper hat sich Reimann zumindest nach der Medea-Repertoireaufführung am 7. April 2017 während des Schlussapplauses verbeugt.

12. Dezember 2018
23:48
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Chenier sagt
Lieber Gurnemanz, Sie werden mir immer sympathischer

Werter Chenier! Danke, das kann ich nur zurückgeben!

12. Dezember 2018
16:50
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Chenier
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28. Februar 2018
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D`accord, alcindo

12. Dezember 2018
16:48
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alcindo
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27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

werter Moderator: zicke ist gerade nicht sehr fein, männliche zicke noch viel weniger, als schimpanse aus aus dem Neandertal apostrophiert zu werden ist auch keine schmeichelei.

zu Ihrer anmerkung in #45

dass beim holocaust viele Österreicher beteiligt waren steht ausser frage, nur die republik, deren 100jaehriges Jubiläum man feierte, existierte zw 1938 und 45 nicht und ist als solche dafür nicht verantwortlich

mit gruss alcindo

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