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Die Weiden
16. November 2019
17:07
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prof.ON-DO
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7. Juni 2019
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Es geht eher um die Haltung, in der man sich einem Kunstwerk nähert . ( JEDEM- OHNE AUSNAHME ! )

16. November 2019
15:32
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Chenier
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Forumsbeiträge: 576
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Dann wünsche ich dalmont samt seinen Sektenmitgliedern und Bewunderern, allen voran prof.ON-DO, der sich von seinen Ausführungen "tief berührt" zeigte, bei dieser Art von Musik viel Vergnügen. Das muss man ja bekennen und schreiben, um dazuzugehören, und solange es wenigsten ein paar "Aufrechte" gibt, ist diese Musik nicht ganz für die Fische. 

Wenn sie geschwiegen hätten, wären sie vielleicht (zumindest kleine) Philosophen geblieben. 

16. November 2019
13:16
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 33
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7. Juni 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

@17 Hat mich tief berührt, BrudervomBerge, auf einen wahren Liebhaber der Kunst zu treffen... Cosa rara!

15. November 2019
12:43
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Amfortas
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Forumsbeiträge: 7
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25. Oktober 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Wahrscheinlich ohne es zu wollen hat der Moderator soeben unter Beweis gestellt, dass linke und nicht-linke Äußerungen auch in diesem Forum mit zweierlei Maß beurteilt werden -  so wie die Kunst von Linken und Nicht-Linken mit zweierlei Maß beurteilt wird. Natürlich kann eingesehen werden, dass das hier primär kein politisches Forum ist. Wo aber Opernproduktionen sich auf politische Themen beziehen, muss es erlaubt sein, mit politischen Argumenten kritisch auf diese einzugehen. Vor allem dann, wenn man den Befürworter solcherlei Kunst keinerlei Beschränkung auferlegt und ihre Texte unzensuriert stehen lässt.

Da Zensur in jeder Form abzulehnen ist und ich es nicht zulassen kann, dass meine Diskussionsbeiträge nach Belieben zusammengestutzt werden, bis sie den aktuell geltenden Sprech-, Schreib- und Denkregeln entsprechen, lösche ich meinen letzten Beitrag selbst.

15. November 2019
10:40
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Amfortas
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Forumsbeiträge: 7
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25. Oktober 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Beitrag vom Verfasser selbst gelöscht.

14. November 2019
17:25
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Frommer_Gast
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Forumsbeiträge: 12
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26. August 2019
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Amfortas sagt
@ Frommer Gast

„Mozart hat die damals angesagten Metastasio-Libretti für peinliche Huldigungsopern vertont …“

… ohne dabei den Anspruch gehabt zu haben, als besonders gesellschaftskritisch zu imponieren. Das ist heutzutage anders. Heute gilt der als kritisch, der sich in vorgefertigten Bahnen bewegt und jene kritischen Parolen reproduziert, die andere ausgearbeitet haben.

Darum geht´s nicht - die ursprüngliche Behauptung war, er hätte sich nicht am Zeitgeist orientiert.

Hat er. Manchmal. Und manchmal nicht.

"Houllebecq thematisiert die Unterwerfung, "Oriana" (schon eine Zeit her) political correctness, usw. - die Themen sind präsent."

Die Empörung der Kultureliten über Houellebecqs "Unterwerfung" sollten Sie dabei nicht unter den Teppich kehren. Houellebecq musste sich genau so von den Verfechtern der Political Correctness Rassismus, Islamophobie und Ausländerhass vorwerfen lassen wie Oriana Fallaci, die darüber hinaus ihre letzten Jahren nur mit Polizeischutz überleben konnte, weil sie den wachsenden Einfluss des Islam in Europa kritisiert hatte. Ja, die Themen sind präsent. Aber nicht WEIL sie in den großen kulturellen Institutionen zum Thema gemacht werden sondern weil sie großen Teilen der Bevölkerung unter den Nägeln brennen – TROTZ der konsequenten Verharmlosung durch bedeutende Kulturinstitutionen. So wie in der DDR die Reisefreiheit ein Thema war, aber nicht WEIL sondern OBWOHL die politischen Eliten das Thema viel lieber totgeschwiegen hätten.

Diskussion & Widerspruch müssen erlaubt sein - gleichzeitig hat Houllebecq 2019 den Österreichischen Staatspreis für Literatur bekommen, also sind die "Kulturellen Institutionen" keineswegs gleichgeschaltete Multikulti-Apostel.

"Wie wenig dieser Zeitgeist beim Opernpublikum angekommen ist ..."

So wie der sozialistische Realismus nie wirklich angekommen ist. Was Sie als „Zeitgeist“ bezeichnen, verdient eigentlich diesen Namen nicht. Es ist nicht die Kunst der Zeit sondern die Kunst, die von jenen propagiert wird, die in unserer Zeit das Sagen haben. Es ist die Kunst einer selbsternannten linken Kulturelite, die neben ihr nichts anderes toleriert.

Die Staatsoper hat Otto-Schenk und Franco-Zefirelli Produktionen im Programm - die letzte gerade 2 Jahre alt -
das ist wohl nicht die Kunst der selbsternannten linken Kultur-Elite; soviel kann sie nicht zu sagen haben.
Es sind auch Mozart-Opern nicht die Musik des ausgehenden 18. Jahrhunderts - das war für die meisten Menschen Musik die inzwischen genauso vergessen ist wie es Andreas Gabalier und Helene Fischer - die für die meisten Menschen eher die Musik unserer Zeit sind als Haas, Staud oder Neuwirth - in 200 Jahren sein werden.

 Da wäre es weit eher angebracht, vom Tod des Nationalsozialismus zu sprechen und damit die Mühen des ständigen Widerstandes gegen diesen als unnötig hinzustellen. Immerhin gibt es seit 74 Jahren kein nationalsozialistisches Land mehr, aber bis heute gibt es Diktaturen, die sich auf die Ideologie von Marx & Co. berufen. Es wäre also höchste Zeit, die katastrophalen Konsequenzen von Marx & Co. zu thematisieren, statt gebetsmühlenartig antifaschistische Parolen zu reproduzieren, mit denen man ohnehin nur offene Türen einrennt.

Gerade hat ein Parteifunktionär seine Funktion zurücklegen müssen, weil er beim Hitlergruß erwischt wurde.
Große Überraschung!!!
Und das bei einer Partei, die nicht aus ideologischen Gründen aus der Regierung geflogen ist - etwa, weil ihr Chef bei Wehrsportübungen den Nierenstich geübt hat - sondern wegen eines Saufgelages.

„im Moment ist die rechte Demagogie jedenfalls präsenter & gefährlicher als ein paar - unerfreuliche - DDR Nostalgiker.“

Sie hätten Recht, wenn die Zahl derer, die in Österreich den Nationalsozialismus befürworten, größer wäre als die Zahl derer, die die Ideologie von Marx & Co. begrüßen. Das ist aber nicht der Fall! Es ist wieder salonfähig geworden, das Unglück vieler Menschen als die logische Konsequenz der Marktwirtschaft hinzustellen und als Lösung die Enteignung von Reichen, die Abschaffung demokratischer Prinzipien oder die Verschärfung des Strafrechts bei Verstößen gegen Denkverbote zu fordern. Auch wenn sich diese Weltanschauung heute das Mäntelchen des Ökologismus umgehängt hat und es nicht mehr die Arbeiter sind, die sich als Mandanten für linke Eliten missbrauchen lassen müssen sondern mittlerweile der Planet Erde, die Natur und das Klima diese Rolle übernommen hat.

Parteinamen werden hier im Forum nicht gerne gesehen;
aber die Erbschaftssteuer darf man in Österreich nicht fordern, 3-Bier Bilder sind hingegen kein Ausschlussgrund für Regierungsverantwortung.
Mit einer antikapitalistischen Forderung befördert man sich eher ins gesellschaftliche Abseits als mit einer faschistischen Sympathiekundgebung.

„"Die Weiden" sind nicht übermäßig freundlich aufgenommen worden“

Würde in dieser Oper nicht die rechte Weltanschauung sondern irgendein anderes Thema kritisch behandelt werden, wären „Die Weiden“ niemals in der Wiener Staatsoper zur Aufführung gekommen.

Beleg?
"Medea" ist ein Grillparzer-Stück,
weder der "Sturm" noch die "Drei Schwestern" haben irgendeine "linke" Grundhaltung.
Hingegen gibt es nach wie vor überhaupt keine Einwände gegen Opern, mit denen sich die Nazis geschmückt haben, in Aufführungen, die diesen Aspekt völlig ausblenden.

Angesichts der Qualität dieser Oper waren die Kritiken überaus milde.

Die Oper hat Qualitäten & Schwächen; man kann beides sehen.
Die Leute, die sie schätzen, sind nicht ausschließlich Idioten & Idiotinnen.

Auch bei diesem Werk zeigte sich der Bonus, den man immer in Anspruch nehmen kann, wenn man sich als Künstler als „Widerstandskämpfer“ inszeniert – unabhängig davon, dass es seit 74 Jahren nichts mehr gibt, wogegen man im Widerstand sein könnte.

Doch, kann man.
Man kann z.B. gegen Landeshauptmannstellvertreter sein, die immer noch SS-Brigadenführer ehren.

„Die Zustände sind nicht unter umgekehrten Vorzeichen Realität geworden, zumindest  nicht hier.“
Das sehe ich naturgemäß anders. Problematische politische Entwicklungen beginnen nicht erst dort, wo man Menschen deportiert.  

Es ist aber ein Unterschied zwischen einer beginnenden problematischen politischen Entwicklung & einem milliionenfachen Massenmord.

14. November 2019
15:09
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Amfortas
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Forumsbeiträge: 7
Mitglied seit:
25. Oktober 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

@ Frommer Gast

„Mozart hat die damals angesagten Metastasio-Libretti für peinliche Huldigungsopern vertont …“

… ohne dabei den Anspruch gehabt zu haben, als besonders gesellschaftskritisch zu imponieren. Das ist heutzutage anders. Heute gilt der als kritisch, der sich in vorgefertigten Bahnen bewegt und jene kritischen Parolen reproduziert, die andere ausgearbeitet haben.

"Houllebeq thematisiert die Unterwerfung, "Oriana" (schon eine Zeit her) political correctness, usw. - die Themen sind präsent."

Die Empörung der Kultureliten über Houellebecqs "Unterwerfung" sollten Sie dabei nicht unter den Teppich kehren. Houellebecq musste sich genau so von den Verfechtern der Political Correctness Rassismus, Islamophobie und Ausländerhass vorwerfen lassen wie Oriana Fallaci, die darüber hinaus ihre letzten Jahre nur mit Polizeischutz überleben konnte, weil sie den wachsenden Einfluss des Islam in Europa kritisiert hatte. Ja, die Themen sind präsent. Aber nicht weil sie in den großen kulturellen Institutionen zum Thema gemacht werden sondern weil sie großen Teilen der Bevölkerung unter den Nägeln brennen – TROTZ der konsequenten Verharmlosung durch bedeutende Kulturinstitutionen. So wie in der DDR die Reisefreiheit oder die Verfügbarkeit gewisser Konsumgüter ein Thema war, aber nicht WEIL sondern OBWOHL die politischen Eliten diese Themen viel lieber totgeschwiegen hätten.

"Wie wenig dieser Zeitgeist beim Opernpublikum angekommen ist ..."

So wie der sozialistische Realismus nie wirklich angekommen ist. Was Sie als „Zeitgeist“ bezeichnen, verdient eigentlich diesen Namen nicht. Es ist nicht die Kunst der Zeit sondern die Kunst, die von jenen propagiert wird, die in unserer Zeit das Sagen haben. Es ist die Kunst einer selbsternannten linken Kulturelite, die neben ihr nichts anderes toleriert.

„Der real existierende Sozialismus ist tot …“

Schön wär’s! In den Köpfen einiger Ewiggestriger ist dieser Sozialismus bis heute lebendig. Und bis heute sind die antikapitalistischen und antiliberalen Parolen unserer Linken nicht nur salonfähig sondern gelten darüberhinaus als der Inbegriff kritischer Weltanschauung. Da wäre es weit eher angebracht, vom Tod des Nationalsozialismus zu sprechen und damit die Mühen des ständigen Widerstandes gegen diesen als unnötig hinzustellen. Immerhin gibt es seit 74 Jahren kein nationalsozialistisches Land mehr, aber bis heute gibt es Diktaturen, die sich auf die Ideologie von Marx & Co. berufen. Es wäre also höchste Zeit, die katastrophalen Konsequenzen von Marx & Co. zu thematisieren, statt gebetsmühlenartig antifaschistische Parolen zu reproduzieren, mit denen man ohnehin nur offene Türen einrennt.

„im Moment ist die rechte Demagogie jedenfalls präsenter & gefährlicher als ein paar - unerfreuliche - DDR Nostalgiker.“

Sie hätten Recht, wenn die Zahl derer, die in Österreich den Nationalsozialismus befürworten, größer wäre als die Zahl derer, die die Ideologie von Marx & Co. begrüßen. Das ist aber nicht der Fall! Es ist wieder salonfähig geworden, das Unglück vieler Menschen als die logische Konsequenz der Marktwirtschaft hinzustellen und als Lösung die Enteignung von Reichen, die Abschaffung demokratischer Prinzipien oder die Verschärfung des Strafrechts bei Verstößen gegen Denkverbote zu fordern. Auch wenn sich diese Weltanschauung heute das Mäntelchen des Ökologismus umgehängt hat und es nicht mehr die Arbeiter sind, die sich als Mandanten für linke Eliten missbrauchen lassen müssen sondern mittlerweile der Planet Erde, die Natur und das Klima diese Rolle übernommen hat.

„"Die Weiden" sind nicht übermäßig freundlich aufgenommen worden“

Würde in dieser Oper nicht die rechte Weltanschauung sondern irgendein anderes Thema kritisch behandelt werden, wären „Die Weiden“ niemals in der Wiener Staatsoper zur Aufführung gekommen. Angesichts der Qualität dieser Oper waren die Kritiken überaus milde. Auch bei diesem Werk zeigte sich der Bonus, den man immer in Anspruch nehmen kann, wenn man sich als Künstler als „Widerstandskämpfer“ inszeniert – unabhängig davon, dass es seit 74 Jahren nichts mehr gibt, wogegen man im Widerstand sein könnte.

„Die Zustände sind nicht unter umgekehrten Vorzeichen Realität geworden, zumindest  nicht hier.“

Das sehe ich naturgemäß anders. Problematische politische Entwicklungen beginnen nicht erst dort, wo man Menschen deportiert.

14. November 2019
12:31
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Chenier
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28. Februar 2018
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Völlig richtig, Ihre Ausführungen, Amfortas, nur das mit der Geilheit und Prüderie stimmt nicht ganz. 

Dem ist sonst nichts hinzuzufügen.

14. November 2019
12:23
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Frommer_Gast
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26. August 2019
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Amfortas sagt
Zitat:

Weder Verdi noch Mozart haben sich bei der Auswahl ihrer Opernstoffe am damaligen politischen und gesellschaftlichen Mainstream orientiert. Sie haben Libretti vertont, die dem Zeitgeist widersprachen und sich teilweise sogar mit der Zensur angelegt. Stauds Machwerk rennt hingegen offene Türen ein und thematisiert das, was "man" heutzutage thematisieren muss, um Zugang zu großen Bühnen zu bekommen: Es kritisiert die Konsequenzen rechtsradikaler Ideologie - wie originell!

Stimmt auch nicht; Mozart hat die damals angesagten Metastasio-Libretti für peinliche Huldigungsopern vertont, die so schlecht sind, dass sie trotz der Musik unaufführbar sind; dafür waren sie besser bezahlt.

Wirklich gesellschaftkritische Kunst müsste aber beispielsweise die Mediengläubigkeit heutiger Intellektueller thematisieren, die Leichtigkeit, mit der man heutzutage Menschen hysterisieren kann, oder die Bereitschaft vieler moderner Menschen, für ein angeblich hehres Ziel hart erkämpfte Freiheiten aufzugeben und durch Verbote zu ersetzen.

Die "Bakchen" im Burgtheater beschäftigen sich genau mit dieser Hysterisierbarkeit, Houllebeq thematisiert die Unterwerfung, "Oriana" (schon eine Zeit her) political correctness, usw. - die Themen sind präsent.

Aber solche Kunst müsste ausscheren aus dem, was "man" heutzutage in großen Kunstinstitutionen bietet und den politisch korrekten Sprech- und Denkregeln widersprechen. Ein Künstler, der sich solches vorgenommen hat, hat im heutigen Kulturbetrieb, der zumindest seit 1968 in Mittel-, Nord- und Westeuropa fest in der Hand von Linken ist, keinerlei Chance, sein Werk realisiert zu bekommen.

Wie wenig dieser Zeitgeist beim Opernpublikum angekommen ist merkt man an den wütenden Reaktionen, wenn eine Regisseurin z.B. im Capriccio daraufhin weist, dass das Stück während des 2. Weltkriegs für ein Nazipublikum geschrieben wurde. Andererseits hat Frank Castorf bei den Festwochen einen Roman von Celiné dramatisiert, ohne dass das linke Feuilleton deswegen auf ihn eingeprügelt hätte.

Eine Oper, die beispielsweise angesichts des 30jährigen Jahrestages des Falls des Eisernen Vorhanges die Gefahren des linken Sozialismus thematisiert, wäre in heutiger Zeit undenkbar.

Der real existierende Sozialismus ist tot; zu Zeiten des eisernen Vorhangs gab es in Wien eine sehr engagierte Vaclav-Havel-Pflege, Marthaler hat etliche Stücke in der Tristesse von Plattenbauten angesiedelt; im Moment ist die rechte Demagogie jedenfalls präsenter & gefährlicher als ein paar - unerfreuliche - DDR Nostalgiker.

Man würde heutzutage dem Librettisten nicht mehr die Möglichkeit geben, den Text so anzupassen, dass er mit den Sprech- und Denkregeln vereinbar ist. Heutzutage gilt: Wer nicht brav das sagt, was "man" sagen darf, darf gar nichts sagen. Moderne Kunst hat in fest vordefinierten Bahnen stattzufinden: die Themen sind vorgegeben, wer davon abweicht, wird mundtot gemacht.

Beispiele? Vielleicht werden es auch einfach keine guten Stücke & Inszenierungen; Alvis Hermanis z.B. wird sich nicht in der linken Schickeria wiederfinden, auf die gerne geätzt wird. Aber seine Inszenierungen mag sich trotzdem niemand anschaun. ("Sonja", vor Jahren bei den Festwochen, fand ich hinreißend!)

Es ist wieder schwierig geworden für Künstler, abseits dessen Kunst zu machen, was von den Protagonisten der Kulturzsene als Kunst definiert wird. In der Kunst müssen die selben Sprech- und Denkregeln eingehalten werden wie bei öffentlich geführten Diskursen, andernfalls droht Marginalisierung und Totschweigen. Gleichzeitig ist die Qualität moderner Kunst unbedeutend, so lang brav das "richtige" thematisiert wird - wie einst im sozialistischen Realismus.

Stimmt auch nicht; "Die Weiden" sind nicht übermäßig freundlich aufgenommen worden; "Medea" hingegen war ein Riesenerfolg bei Presse und Publikum.

"Die Weiden" sind das beste Beispiel dafür. Komponist und Librettist dieser Oper kritisieren also Zustände in ihrer Oper, die längst wieder - unter umgekehrten Vorzeichen - Realität geworden sind. Sie sind damit die Profiteure eines Kunstbetriebes, der einengt, ausgrenzt und verblödet. Ihre Werke reihen sich ein in die lange Liste der Kunstwerke, die bei ihrer Entstehung den Mächtigen in den Kram gepasst haben und deshalb langfristig völlig bedeutungslos bleiben werden.  

Die Zustände sind nicht unter umgekehrten Vorzeichen Realität geworden, zumindest  nicht hier. Es werden in Österreich nicht Tausende von Menschen mit Billigung der Bevölkerung vertrieben oder umgebracht.
Es werden aber hier die Zustände mit den ursprünglichen Vorzeichen verharmlost und/oder verherrlicht; das kann einen denkenden & fühlenden Menschen schwer beunruhigen, ohne dass er deshalb als Mitläufer denunziert werden muss.

14. November 2019
12:06
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UwePaul
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Weil ich als Heide es mit frommen Leuten nicht so habe, wusste ich nicht, das die sarkastisch sein können :-))))))

14. November 2019
10:32
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Frommer_Gast
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UwePaul sagt
Niemals hätte Mozart sich herabgelassen, die arrogante Geilheit des zeitgenössischen Adels zu denunzieren!

 

was ist denn z.B. mit dem Figaro oder dem Giovanni???  

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus

14. November 2019
10:28
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UwePaul
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Niemals hätte Mozart sich herabgelassen, die arrogante Geilheit des zeitgenössischen Adels zu denunzieren!

 

was ist denn z.B. mit dem Figaro oder dem Giovanni???

14. November 2019
10:01
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Amfortas
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25. Oktober 2019
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Zitat:
"Niemals wäre Verdi so geschmacklose gewesen, die Bigotterie und Prüderie seiner Zeitgenossen beim Namen zu nennen!

Niemals hätte Mozart sich herabgelassen, die arrogante Geilheit des zeitgenössischen Adels zu denunzieren!"

Weder Verdi noch Mozart haben sich bei der Auswahl ihrer Opernstoffe am damaligen politischen und gesellschaftlichen Mainstream orientiert. Sie haben Libretti vertont, die dem Zeitgeist widersprachen und sich teilweise sogar mit der Zensur angelegt. Stauds Machwerk rennt hingegen offene Türen ein und thematisiert das, was "man" heutzutage thematisieren muss, um Zugang zu großen Bühnen zu bekommen: Es kritisiert die Konsequenzen rechtsradikaler Ideologie - wie originell!

Wirklich gesellschaftkritische Kunst müsste aber beispielsweise die Mediengläubigkeit heutiger Intellektueller thematisieren, die Leichtigkeit, mit der man heutzutage Menschen hysterisieren kann, oder die Bereitschaft vieler moderner Menschen, für ein angeblich hehres Ziel hart erkämpfte Freiheiten aufzugeben und durch Verbote zu ersetzen. Aber solche Kunst müsste ausscheren aus dem, was "man" heutzutage in großen Kunstinstitutionen bietet und den politisch korrekten Sprech- und Denkregeln widersprechen. Ein Künstler, der sich solches vorgenommen hat, hat im heutigen Kulturbetrieb, der zumindest seit 1968 in Mittel-, Nord- und Westeuropa fest in der Hand von Linken ist, keinerlei Chance, sein Werk realisiert zu bekommen. Eine Oper, die beispielsweise angesichts des 30jährigen Jahrestages des Falls des Eisernen Vorhanges die Gefahren des linken Sozialismus thematisiert, wäre in heutiger Zeit undenkbar. Man würde heutzutage dem Librettisten nicht mehr die Möglichkeit geben, den Text so anzupassen, dass er mit den Sprech- und Denkregeln vereinbar ist. Heutzutage gilt: Wer nicht brav das sagt, was "man" sagen darf, darf gar nichts sagen. Moderne Kunst hat in fest vordefinierten Bahnen stattzufinden: die Themen sind vorgegeben, wer davon abweicht, wird mundtot gemacht.

Es ist wieder schwierig geworden für Künstler, abseits dessen Kunst zu machen, was von den Protagonisten der Kulturzsene als Kunst definiert wird. In der Kunst müssen die selben Sprech- und Denkregeln eingehalten werden wie bei öffentlich geführten Diskursen, andernfalls droht Marginalisierung und Totschweigen. Gleichzeitig ist die Qualität moderner Kunst unbedeutend, so lang brav das "richtige" thematisiert wird - wie einst im sozialistischen Realismus. "Die Weiden" sind das beste Beispiel dafür. Komponist und Librettist dieser Oper kritisieren also Zustände in ihrer Oper, die längst wieder - unter umgekehrten Vorzeichen - Realität geworden sind. Sie sind damit die Profiteure eines Kunstbetriebes, der einengt, ausgrenzt und verblödet. Ihre Werke reihen sich ein in die lange Liste der Kunstwerke, die bei ihrer Entstehung den Mächtigen in den Kram gepasst haben und deshalb langfristig völlig bedeutungslos bleiben werden.

14. November 2019
0:15
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dalmont
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Forumsbeiträge: 108
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28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Es ist schon zu wundern, wie leicht Menschen, die erklären, vorrangig Italianità, dazu ein bissel Mozart, Strauss und Wagner zu goutieren, die Oper nicht als das zu nehmen, was sie ist, als musikalisches Theater eben mit allem was dazu gehört, sondern nur die Musik daran zu schätzen, apodiktische Wert-Urteile über ein Werk, das sie nicht gesehen haben, von sich geben: Im konkreten Fall „dilettantisch“ und „grässlich“. Wobei man für „dilettantisch“ Begründungen einfordern könnte, das „grässlich“ jedoch kaum als mehr als eine Befindlichkeitsstörung des Freundes des „azzurro spazio“ zu nehmen ist. Und das aus der Tiefe einer großen Kennerschaft stammende Urteil „Nicht-für Stimmen-schreiben-können“ bezeugt auch eine große Kenntnis der Operngeschichte nach 1896.

Der deutsche Bildungsbürger hat zur Entwicklung der „Weiden“-Diskussion im Forum für den deklarierten Lateinliebhaber klarerweise ein Zitat parat: Si tacuisses....

PS: Was die Interpretation „sich zwingen müssen“ hinsichtlich meiner Versuche anlangt, die Klangrede der gegenwärtig arbeitenden Komponisten zu kapieren, kann ich nur eines sagen: Es ist ein großes (auch intellektuelles) Vergnügen, in der Musik das Neue kennenzulernen. So wie es - dem Bewunderer der romanischen Welt gesagt - auch ein Vergnügen war, die portugiesische Sprache zu lernen, um mit den Gedichten Pessoas und vor allem seinem „Buch der Unruhe“ vertraut zu werden (und darauf aufbauend mit den Arbeiten aller jetzt schreibenden Dichter/Innen dieses wunderbaren Landes). 

PSS: Ich freu mich schon sehr auf den „Orlando“ der Neuwirth und auf Diskussionen mit Leuten, die sich das Werk auch live "antun" wollen.

13. November 2019
15:37
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Chenier
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28. Februar 2018
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Natürlich, gebe Ihnen völlig recht, die Musik, vor allem vokal, zumindest das, was ich ausschnittsweise gehört habe, ist dilettantisch und grässlich.

13. November 2019
14:22
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 33
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7. Juni 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Bei aller- inhaltlich durchaus angemessenen - Kritikasterei , besteht das Problem nicht hauptsächlich darin,  DASS ER EINFACH NICHT FÜR SINGSTIMMEN SCHREIBEN KANN ? ( ich meine damit, dass ein Sänger halt Partiturvorgaben benötigt, die ihm eine Darstellung mit Aussageziel ermöglichen - und wenn es vielleicht auch nur der Anflug einer Melodie ist ! )

13. November 2019
10:00
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Chenier
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Forumsbeiträge: 576
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Das sind ja durchaus zeitlose Probleme, die Sie anführen, die "Unfehlbarkeit" eines Menschen ist durchaus ein abstraktes Problem, anhand eines konkreten Beispiels dargestellt, auch die verfallenden Sitten und die abnehmende Moral haben schon viele Gesellschaften zerstört. Das sind alles keine edukativ-demagogischen Konstrukte aus dem Zeitgeist heraus, falls Sie begreifen, was ich meine, das setzt aber einen Blick über den Tellerrand voraus.

12. November 2019
23:36
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Frommer_Gast
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Forumsbeiträge: 12
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26. August 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Chenier sagt
Mit Ihren Ausführungen haben Sie insofern recht, als moralisieren durchaus ein Teil der Kunst ist, aber wenn, dann in abstrakt-zeitloser Form und nicht so penetrant-schulmeisterlich und zeitgeistig-konkret, Stichworte Flüchtlinge und Umweltschämen. Das meinte ich mit dem "erhobenen Zeigefinger".  

Genau, abstrakt-zeitlos moralisierend - da muss sich dann auch niemand gemeint fühlten, das steigert das Wohlbefinden ganz erheblich!
Niemals wäre Verdi so geschmacklose gewesen, die Bigotterie und Prüderie seiner Zeitgenossen beim Namen zu nennen!
Niemals hätte Mozart sich herabgelassen, die arrogante Geilheit des zeitgenössischen Adels zu denunzieren!

Niemals hätte Händel seine unsterblichen Melodien an eine kaum verhohlene Satire über einen vertrottelten Papst verschwendet!

Warum können unsere Komponisten nicht auch mehr so wie Händel & Mozart & Verdi schreiben?
Das ist nämlich die wahre Tragödie!

12. November 2019
11:06
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Chenier
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Forumsbeiträge: 576
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

dalmont, Ihre Ausführungen klingen ja so, als ob man sich zwingen muss, an das Klangbild zu gewöhnen. Das ist leider nicht meine Musikwelt.

Mit Ihren Ausführungen haben Sie insofern recht, als moralisieren durchaus ein Teil der Kunst ist, aber wenn, dann in abstrakt-zeitloser Form und nicht so penetrant-schulmeisterlich und zeitgeistig-konkret, Stichworte Flüchtlinge und Umweltschämen. Das meinte ich mit dem "erhobenen Zeigefinger".

12. November 2019
9:45
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dalmont
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Forumsbeiträge: 108
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28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich war vergangenen Freitag zum zweiten Mal in den „Weiden“ (wäre auch ohne den 50%-Treuerabatt nochmals in die Aufführung gegangen, hab mich aber darüber gefreut). Den Besuch fand ich für ein zeitgenössisches Werk nicht einmal so schlecht, da habe ich bei Aufführungen schon viel mehr leere Plätze gesehen. Dass viele Besucher in der Pause gehen würden, war zu erwarten. Zeitgenössische Musik hat hierzulande keinen wirklichen Stellenwert.

Was es recht schwer macht, sich in diese Art Klangrede (© N.Harnoncourt) einzuhören. Ich denke, dass das notwenig wäre, um die ganze Ausdruckskraft von Stauds Musik aufzunehmen.

Er hat es schon sehr gut geschafft, die immer beklemmender werdende Atmosphäre des Stückes einzufangen. Was er aus Instrumenten (Tuba und Kontrabass sind mir besonders in Erinnerung, Fagott und Kontrafagott ecc.) herausholte, war schon erstaunlich.

Die Aufführung zeigte mir dennoch wieder das große Dilemma: Den anspruchsvollen Text versteht man nur in Ansätzen, liest man jedoch mit, lässt sich dem Geschehen auf der Bühne – und da ist ja viel los - nicht mehr folgen. Und mir hat die Regie beim Verständnis nicht sehr viel geholfen.

Möglicherweise haben die Autoren ihre Aussage aus zu vielen Blickwinkeln anvisiert. Ironie, Satire und tiefere Bedeutung binden die Aufmerksamkeit (und Aufnahmefähigkeit) während der Aufführung sehr, sodass sich mir ein klareres Bild des Werkes erst nach der Lekture des sehr interessanten Programmbuches zusammenfügte (was ich erst nach der Wiederbegegnung getan habe, leider).

Moralische Belehrung und erhobenen Zeigefinger habe ich in den „Weiden“ nicht endeckt. Das könnte man übrigens vielen Werken ankreiden, „Also stirbt, wer Böses tat“ oder „Verachtet mit die Meister nicht...“ sind in dieser Hinsicht nicht ohne. Mozart und Wagner wollten ihren Zuhörern offenbar auch etwas vermitteln.

Staud/Grünbeins Oper wurde schon vor der Uraufführung desavouiert. Auch im Forum gab es eine längere Debatte, glaube ich mich zu erinnern. Die Keule „Belehrung“ und „erhobener Zeigefinger“ wird ja immer dann ausgepackt, wenn Gefahr besteht, dass eine gedankliche Starre erschüttert werden könnte, als sollte Fafners „Ich lieg’ und besitz’, lasst mich schlafen“ vom Materiellen aufs Ideelle umgedeutet werden.

Bereichernd war die zweifache Begegnung mit den „Weiden“ allemal und ich hoffe, das wird sich bei der Wiederbegnung mit „Orestes“ (da gab’s allerdings nur 30% Treuebonus) am Donnerstag wiederholen.

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