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Die real-existierende Zensur und cancel culture
1. August 2020
0:22
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mmnischek
Gast
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DIETER-NUHR-BEITRAG GELÖSCHT

„Es wird immer häufiger denunziert statt argumentiert“

31.07.2020
 
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft entfernt einen Beitrag von Dieter Nuhr nach einem Shitstorm von ihrer Website. - "Es gibt weltweit – Stichwort cancel culture – zunehmend mächtiger werdende Versuche, kritische Stimmen mundtot zu machen. Die DFG hat sich dem nun angeschlossen. Das ist sehr bedenklich."
 
 
Die Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen einfachen Namen: „Gemeinsam #fürdasWissen“. Unter diesem Schlagwort will sie nach eigenen Angaben „ihre Überzeugung für eine freie und erkenntnisgeleitete Forschung in die Gesellschaft tragen“. Eine ganze Reihe prominenter Botschafter unterstützt die Kampagne mit Wortbeiträgen. Neben Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Ranga Yogeshwar oder der SPD-Bundestagsabgeordneten Yasmin Fahimi war darunter eigentlich auch Kabarettist Dieter Nuhr. Doch dann kam es anders.

Denn die DFG hat den Kommentar des 59-Jährigen, der mit seinen Witzen über das Coronavirus und die Klimajugend nicht überall gut ankommt, am Freitagvormittag wieder von ihrer Kampagnenseite gelöscht. Zuvor war der Clip auf Twitter kritisiert worden – in dem sozialen Netzwerk ist er nach wie vor abrufbar.

Auf Anfrage von WELT erklärt Nuhr, dass er den Kommentar „gerne speziell für die Kampagne aufgenommen“ habe. Die Entfernung des Beitrags kritisiert er scharf und spricht von „Denunziation“.

.......

Nuhr findet Löschung „geradezu alarmierend“

Dieter Nuhr selbst kritisiert die Entscheidung der DFG scharf. Die Löschung sei „nicht nur merkwürdig, sondern geradezu alarmierend“, teilt er WELT schriftlich mit. „Es wurde bereits des Öfteren versucht, mich als Wissenschaftsfeind darzustellen, weil ich oft darauf hinweise, dass der Begriff der Wissenschaft nicht missbraucht werden darf, um eine absolute Wahrheit zu proklamieren, die nicht mehr hinterfragt werden darf“, so Nuhr.

Der Kabarettist betont, er habe immer wieder darauf hingewiesen, dass er Fridays for Future grundsätzlich für sympathisch halte. Ein Satz wie „Folgt der Wissenschaft“ aber sei „unbrauchbar, weil er suggeriert, es gebe die eine, eben wissenschaftliche Lösung für das Problem des Klimawandels“. Die Schwedin Thunberg, die zum Symbol der Bewegung wurde, ist bekannt für ihren Appell an Politik und Gesellschaft: „Hört endlich auf die Wissenschaft – und handelt!“

Dabei gebe es, so Nuhr, auch unter Klimawissenschaftlern zahllose gut begründete Szenarien und Lösungsvorschläge. „Diese Tatsache zu erwähnen hat mir viel Ärger eingebracht. Es gibt weltweit – Stichwort cancel culture – zunehmend mächtiger werdende Versuche, kritische Stimmen mundtot zu machen. Die DFG hat sich dem nun angeschlossen. Das ist sehr bedenklich.

Den Vergleich mit Verschwörungstheoretikern oder die Bezeichnung „Wissenschaftsleugner“ nennt Nuhr „absurd und beleidigend“. Wissenschaft sei die „einzige seriöse Möglichkeit, Erkenntnis zu generieren“. Er habe nie gegen „die Wissenschaft“ argumentiert, betont Nuhr. „Man etikettiert mich – völlig abwegig – als wissenschaftsfeindlich, damit meine Stimme diskreditiert wird.“

Er habe das Gefühl, in der aktuellen Atmosphäre sei es nicht mehr möglich, unterschiedliche wissenschaftliche Thesen zu diskutieren, ohne dafür womöglich beschimpft, bedroht oder ausgegrenzt zu werden. „Es wird immer häufiger denunziert statt argumentiert.“

Seinen Standpunkt machte Nuhr auch in einem Schreiben an die DFG deutlich, das WELT vorliegt. „Sie ‚reagieren auf Kritik‘. Mit anderen Worten: Die DFG unterwirft sich den Krawallmachern, die im Internet systematisch an der Unterdrückung kritischer Stimmen arbeiten, die in der Mitte des politischen Spektrums stehen“, heißt es in dem Brief. „Wohin steuert die DFG? Will sie ein Teil der Meinungswelle sein oder unabhängig? Mir gruselt es ein wenig.

Die DFG bereut im Nachhinein offenbar ihre Entscheidung, Dieter Nuhr für ein Statement eingeladen zu haben. Die Gemeinschaft teilte WELT mit, man sei „offensichtlich zu einer falschen Gesamteinschätzung seiner Haltung gegenüber Wissenschaft und der Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse gekommen“.

_______________________________________

 

... und was würde es heißen, was wäre es für eine implizite Aussage zum Thema dieses Threads,
wenn in diesem KULTUR-FORUM dieser Thread sofort wieder geschlossen würde? 

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