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Die Räuber
30. November 2018
16:38
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 18
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19. November 2018
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Hihi, "grinse mir schon mal einen Muskelkater ins Gesicht" ob der Regiekritiken- Sonderpunkte dafür !

30. November 2018
16:15
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 412
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline
30. November 2018
15:14
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 18
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19. November 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Mann, das ging aber fix- Dank und Grüsse  in die Hauptstadt !( Übrigens: ac streamt )

30. November 2018
14:04
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 412
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Hallo prof.

leider nicht, weil man mich mit Barockmusik jagen kann. Ist absolut nicht meine Welt.Aber was ich GESEHEN habe in Ausschnitten, wohl sehr gewöhnungsbedürftig. Gibt aber nur noch 3 Vorstellungen, von denen 2 wohl ausverkauf sind und in einer nur noch eine Preikategorie, wie ich eben nachgeschaut habe

Aber falls nicht gelesen

https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2018/11/26/hippolyte/

https://hundert11.net/verlichtert/

30. November 2018
13:04
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prof.ON-DO
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Forumsbeiträge: 18
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19. November 2018
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Hallo, UwePaul ! Haben Sie evtl Insiderinfos zum Rameau der Lindenoper ? Rattle als Barockspezi- das will ich sehen !

30. November 2018
8:33
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 412
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Apropo Besetzung, Chenier,

schon die Besetzung des Attila gelesen??? Klingt ein bisschen merkwürdig.

Am meisten freue ich mich schon, wie auf der Arte Seite angekündigt, auf die Moderatorin :(((((((

30. November 2018
8:29
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Chenier
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Forumsbeiträge: 232
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ist für mich nachvollziehbar, die Besetzung klingt hochinteressant. Meine Hochachtung vor der VO.

29. November 2018
23:14
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 152
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29. September 2018
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Gurnemanz sagt
Ich war heute (21. Nov.) auch in den Räubern. Musikalisch hat mich die Aufführung sehr überrascht, aber mit dem Stück habe ich heute so gar nichts anfangen können.

Es ist wirklich faszinierend, um wie viel besser das Volksopernorchester klingt, wenn Alfred Eschwé dirigiert. Verglichen mit dem Desaster unlängst bei Mantel + Gianni Schicchi war es heute um Häuser besser. Alik Abdukayumov war ausgezeichnet als Franz - dieser Sänger hat Potential, seinen Namen sollte man sich merken. In allen Lagen sichere, schöne Baritonstimme, wunderbare Phrasierungen/Bögen, aber auch dramtische Ausbrücke. Darüber hinaus vorbildliche Artikulation/Betonung (mit schön gerolltem r). Ich habe an der Volksoper schon ganz lange keinen ähnlich guten Bariton gehört! (Für die Staatsoper wäre die Stimme aber - noch - zu klein.) Gerechterweise darf man nicht verschweigen, dass sich ganz am Ende Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten. Mehrzad Montazeri war besser als üblich, ich finde aber dennoch, dass er gesangstechnisch viel falsch macht. Es klingt viel zu gepresst, mit zu viel Druck und künstlich vergrößertem Volumen - entfernt so wie derzeit Jovanovich in der Staatsopern-Rusalka. Montazeris Gesang erinnert mich unfreundlich gesagt an eine gute Operngesang-Parodie. Sehr gut Andreas Mitschke (die Stimme ist schön und hat heute lauter geklungen als üblich, was vermutlich an der akustisch-freundlichen Inszenierung liegt). Anja-Nina Bahrmann als Amalia viel besser als erwartet, in der Höhe nur zeitweise etwas zu scharf, aber das stört mich nicht. Nicht nur das Orchester sondern auch der Chor war sehr gut!

Die Inszenierung ist unspektakulär, verschreckt niemanden, ist sängerfreundlich und passt zu diesem Stück. Die Galerie war mehr oder weniger leer.

Dass ich mich dennoch großteils gelangweilt habe, schreibe ich dem Stück zu, das ich persönlich nach dem heutigen Erstkontakt als langweiligste mir bekannte Verdioper bezeichnen würde (nach I due foscari). Es ist typischer Verdi, viel Humptata, große Arien, Duette, Ensembles, Chöre. Inhaltich auf einer Stufe mit Un ballo di maschera, und das ist nicht positiv gemeint.

Aber das ist nur mein heutiger Eindruck, deshalb frag ich mal in die Runde: Wie schätzen die anderen Forumsteilnehmer dieses Stück ein? War die "Wiederentdeckung" sinnvoll? (Aus meiner Sicht: Ja, trotzdem!).  

Ich war heute nochmals und wurde positiv überrascht. Mit dem Stück hab ich mir deutlich leichter getan (es ist nicht so absurd, wie ich letzte Woche gedacht hab, sondern eine interessante Familientragödie; musikalisch halt früher Verdi), und die Sänger haben heute eine durchwegs gute Gesamtleistung geboten:

Vincent Schirrmacher steht normalerweise unten und brüllt mit seiner schönen Stimme alles sehr eindimensional, aber heute hab ich zum erstenmal gehört, dass er auch gestalten und leise singen kann anstatt alles im Einheitsforte zu singen. Einen viel zu frühen Einsatz haben wir überhört. Boaz Daniel war lang nicht so gut wie Abdukayumov, aber dennoch sehr solide und besser als unlängst im Mantel. Mittlerweile scheint er sich wieder halbwegs erfangen zu haben, es geht offenbar aufwärts. Kurt Rydl war Kurt Rydl, für diese Rolle reichts noch so halbwegs. Bei Margarita Vilsone bin ich zwiegespalten: Die Stimme der vermutlich noch sehr jungen Sängerin ist wunderschön, aber sie scheint mir technisch was falsch zu machen. Da ist noch Arbeit nötig. Das Orchester unter Alfred Eschwé war super, der Chor auch ok. Die Inszenierung finde ich gut, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

27. November 2018
7:51
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 152
Mitglied seit:
29. September 2018
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michael koling sagt

Und ich sehe auch einen deutlichen Unterschied, ob ein Sänger zwei verschiedene Rollen singt (im von Gurnemanz erwähnten Beispiel Kaiser und Jüngling) - ob es sinnvoll ist, ist ein anderes Thema - oder ob ein Regisseur eine vom Komponisten gewollte Rolle durch Integration in eine andere einfach verschwinden lässt.  

Ja, da sind wir anderer Meinung, ich finde es vollkommen akzeptabel, wenn ein Regisseur diese Änderung vornimmt, schließlich erachte ich es als eine seiner Aufgaben, sich Gedanken zum Stück zu machen. Aber ich werde wohl noch einmal in die Räuber gehen und genauer auf die Wirkung dieser Doppelbesetzung achten

 

Natürlich ergibt es wahrscheinlich keinen Sinn, Kaiser und Jüngling vom selben Sänger singen zu lassen, aber wenn man schon einen Botha im Haus hat, kann man ihn auch gleich für den Jüngling einteilen, denk ich. Besser als die Partie wird von IRGENDWEM ruiniert..

 

Lieber Chenier! Dass Beethoven kein guter Opernkomponist war, unterschreibe ich sofort. Sein Fidelio ist ja unter uns gesagt eine eigenwillige Mischung aus Singspiel, Oper und Oratorium garniert mit beinahe unsingbaren Passagen (Florestan-Arie)...

Anderer Meinung bin ich Hinsicht der Sprachen. Ich kann mich weder für Italienisch (klingt für mich vulgär) und französisch (klingt für mich verkühlt) erwärmen. Hingegen liebe ich die slavischen Sprachen, insbesondere das Tschechische hört sich für mich wunderschön an. (ich möchte nicht dauernd Janáček-Beispiele bringen, aber zum Beispiel gehört die Unterhaltung Fuchs-Füchsin im Schlauen Füchslein zum Schönsten, Leidenschaftlichsten und Berührendsten, das ich von der Opernbühne kenne). Ich räume aber ein, dass slavische Sprachen anfangs nicht leicht zu erlernen sind, mit der Zeit wird es aber einfacher (im Gegensatz zum Englischen). Vielleicht sind slawische Opern daher für manche abschreckend.

26. November 2018
14:45
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Chenier
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Mag sein, lieber Gurnemanz, dass Libretti im Lauf der Musikgeschichte wichtiger geworden sin, kann ich als schlichter Opernbesucher ohne Expertenstatus nicht wirklich beurteilen. Bei Wagner ist das Gleichgewicht zwischen Sprache und Musik jedenfalls besonders groß, weil er für beides zuständig war. Beethoven wiederum, der geniale Instrumentalist, der ein gestörtes Verhältnis zur Kunstform Oper gehabt haben dürfte und angeblich etwas widerwillig und nur auf Druck von außen den Fidelio komponiert hat, soll einmal gemeint haben, dass sich Wort und Musik nicht verträgt, habe ich zumindest einer der vielen Biografien entnommen, die ich über ihn gelesen habe. Dann kommt noch die Phonetik und das Sprachbild dazu. Italienisch klingt ja fast schon wie Musik und passt optimal, auch französisch, Deutsch stört zumindest nicht, aber Tschechisch oder Russisch klingen ziemlich hart und spröde. Vielleicht mit ein Grund, warum mich das slawische Fach nicht wirklich begeistert.

26. November 2018
12:50
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michael koling
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17. Juni 2018
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Tristan62 sagt
Das mit der Zusammenlegung von Rollen scheint eine neue Masche des "Regietheaters" zu sein. Auch in der "Forza" wird ja seit neuestem - auch in der letzten Wiener Produktion - ohne jede logische Begründung die Rolle des Marchese di Calatrava mit der des Padre Guardian zusammengelegt.

Zu Gurnemanz: Nicht bös sein, aber den Kaiser und den Jüngling zusammenzulegen, ist der gleiche Unsinn.  

Und ich sehe auch einen deutlichen Unterschied, ob ein Sänger zwei verschiedene Rollen singt (im von Gurnemanz erwähnten Beispiel Kaiser und Jüngling) - ob es sinnvoll ist, ist ein anderes Thema - oder ob ein Regisseur eine vom Komponisten gewollte Rolle durch Integration in eine andere einfach verschwinden lässt.

26. November 2018
11:42
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Tristan62
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Forumsbeiträge: 31
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Das mit der Zusammenlegung von Rollen scheint eine neue Masche des "Regietheaters" zu sein. Auch in der "Forza" wird ja seit neuestem - auch in der letzten Wiener Produktion - ohne jede logische Begründung die Rolle des Marchese di Calatrava mit der des Padre Guardian zusammengelegt.

Zu Gurnemanz: Nicht bös sein, aber den Kaiser und den Jüngling zusammenzulegen, ist der gleiche Unsinn.

26. November 2018
9:39
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 152
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29. September 2018
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michael koling sagt

Was daran - jedenfalls aus meiner Sicht als (nicht wirklich der Sichtweise "früher war alles besser" anhängender) Opernfreund - unverzeihbar ist ? Der Regisseur gibt die Antwort selbst. Er hat Verdi und das Libretto zu deuten versucht und dabei eine Rolle (Moser) in eine andere (Graf) transferiert und integriert. Damit hat er dem Stück aber eine andere Wendung gegeben - der Vater verzeiht und nicht ein Priester erteilt die Absolution. Hätte Verdi einen Albtraum von Franz gewollt (wie ihn etwa Macbeth erlebt), würde es so auch vorgegeben sein.  

Danke für die Antwort! Jetzt kann ich die Kritik besser nachvollziehen, obwohl ich sie nicht teile (Ich finde, dass auch das die Arbeit eines Regisseurs sein kann).

Mehrfachbesetzungen sind ja nichts ganz Unübliches, zum Beispiel hat Botha öfters in Wien ja nicht nur den Kaiser gesungen, sondern auch die kleine Rolle des Jünglings.

25. November 2018
21:20
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michael koling
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17. Juni 2018
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Gurnemanz sagt

Das Programmheft (Seite 19) sagt dazu:

Frage: Was hat zu der Entscheidung geführt, dass der Priester Moser zugleich der Vater Maximilian ist?

Antwort des Regisseurs Alexander Schulin: Der Priester Moser taucht im letzten Akt wie das personifizierte schlechte Gewissen von Franz auf. Dieser Rolle kam mir vor wie ein Fremdkörper; bis dahin wird das Stück definiert durch einen klar begrenzten Kreis von Personen, und mit einem Mal kommt da ein Fremder herein. Je mehr ich mich in die Szene vertieft und auch wieder mit Schiller beschäftigt habe - da begeht Franz am Schluss Selbstmord -, desto öfter habe ich mir die Frage gestellt: Was treibt ihn dazu? Was ist dieses schlechte Gewissen, das in ihm wachgerüttelt wird? So kam ich darauf, dass es nur die Stimme des Vaters sein kann, der ihn immer kritisiert hat und ihn nun in den Abgrund stößt. Diese Szene ist wie ein Alptraum von Franz, in dem der Übervater erscheintm und ihn immer weitertreibt, bis er zuletzt nicht mehr kann.

Was ist daran unverzeihbar?  

Was daran - jedenfalls aus meiner Sicht als (nicht wirklich der Sichtweise "früher war alles besser" anhängender) Opernfreund - unverzeihbar ist ? Der Regisseur gibt die Antwort selbst. Er hat Verdi und das Libretto zu deuten versucht und dabei eine Rolle (Moser) in eine andere (Graf) transferiert und integriert. Damit hat er dem Stück aber eine andere Wendung gegeben - der Vater verzeiht und nicht ein Priester erteilt die Absolution. Hätte Verdi einen Albtraum von Franz gewollt (wie ihn etwa Macbeth erlebt), würde es so auch vorgegeben sein.

25. November 2018
15:00
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 152
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

michael koling sagt
Ich versuche die Kurve zum Beginn der Diskussion - Verdis "Räuber" an der Volksoper - zu drehen.

Ohne jetzt auf eine einzelne Aufführung eingehen zu wollen und ohne die (für die Volksoper ja sinnlose) Diskussion deutscher Text versus Originalsprache zu befeuern: stößt sich denn niemand von den Kennern der Oper daran, dass in dieser Inszenierung der alte Graf auch die Rolle des Moser singt ? DAS nenne ich einen unverzeihbaren Eingriff in ein Werk.   

Das Programmheft (Seite 19) sagt dazu:

Frage: Was hat zu der Entscheidung geführt, dass der Priester Moser zugleich der Vater Maximilian ist?

Antwort des Regisseurs Alexander Schulin: Der Priester Moser taucht im letzten Akt wie das personifizierte schlechte Gewissen von Franz auf. Dieser Rolle kam mir vor wie ein Fremdkörper; bis dahin wird das Stück definiert durch einen klar begrenzten Kreis von Personen, und mit einem Mal kommt da ein Fremder herein. Je mehr ich mich in die Szene vertieft und auch wieder mit Schiller beschäftigt habe - da begeht Franz am Schluss Selbstmord -, desto öfter habe ich mir die Frage gestellt: Was treibt ihn dazu? Was ist dieses schlechte Gewissen, das in ihm wachgerüttelt wird? So kam ich darauf, dass es nur die Stimme des Vaters sein kann, der ihn immer kritisiert hat und ihn nun in den Abgrund stößt. Diese Szene ist wie ein Alptraum von Franz, in dem der Übervater erscheintm und ihn immer weitertreibt, bis er zuletzt nicht mehr kann.

Was ist daran unverzeihbar?

25. November 2018
14:50
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zerbino
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Forumsbeiträge: 43
Mitglied seit:
1. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Gurnemanz sagt
Okay, ich lasse mich sehr gern korrigieren, ich habe wirklich zu wenig Überblick und habe vor Verfassen des Postings nicht recherchiert. Soweit ich weiß, hat aber erst Mahler das Licht während der Aufführung abschalten lassen, davor war offenbar vielen nicht so besonders wichtig, was sich auf der Bühne tut.. Aber ich kenne mich da wirklich nicht gut aus!

Was die Rolle des Komturs betrifft, habe ich unlängst nachgedacht, und ich denke, es könnte eine gute Lösung sein, den Komtur am Ende nur als Phantasiefigur zu sehen, sozusagen als die personifizierte innere Stimme / das personifizierte schlechte Gewissen Don Giovannis, die ihn an jenen alten Mann erinnert, den er am Beginn der Oper umgebracht hat. Don Giovanni stürbe somit an den Folgen der Depression, die er durch exzessiv viele Frauen überspielen hat können. Ist aber nur so eine Idee von mir.  

Riber hat seinerzeit in Bonn Masetto aus Rachegelüsten in die Rolle des Komtur schlüpfen lassen und damit viel Kritik erhalten. Er nahm damit ja auch der Handlung das Übersinnliche.

24. November 2018
12:11
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michael koling
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Forumsbeiträge: 12
Mitglied seit:
17. Juni 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich versuche die Kurve zum Beginn der Diskussion - Verdis "Räuber" an der Volksoper - zu drehen.

Ohne jetzt auf eine einzelne Aufführung eingehen zu wollen und ohne die (für die Volksoper ja sinnlose) Diskussion deutscher Text versus Originalsprache zu befeuern: stößt sich denn niemand von den Kennern der Oper daran, dass in dieser Inszenierung der alte Graf auch die Rolle des Moser singt ? DAS nenne ich einen unverzeihbaren Eingriff in ein Werk. 

24. November 2018
9:43
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bernardin
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Forumsbeiträge: 19
Mitglied seit:
23. August 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

ad 22)

Ich bin sehr überzeugt, dass die Libretti für jeden Komponisten besonders wichtig waren. Oper ist doch zu allererst Theater. Die deutschen Texte – vor Wagner – leiden halt darunter, dass keine DichterInnen am Werk waren. Aber die Franzosen und Italiener (Metastasio kann man glaube ich noch als Mumie unter der Michaelerkirche bestaunen), haben vom Barock an den Text sehr wichtig genommen. Die Handlung entwickelt sich in den langen Rezitativen, und da versteht man den Text meist nicht, bei den Arien hilft einem die Musik, die Emotionen zu begreifen.

Die Verdi-Texte vor „Othello“ sind zwar keine literarischen Meisterwerke, aber sie waren die Grundlage für einige der populärststen Repertoirestücke des Komponisten. Und die Texte von Rossinis „Barbier von Sevilla“ oder Bellinis „Norma“ kann man doch nicht als schlecht bezeichnen.

Noch eine Anmerkung zu den Einträgen: Die Ouverture von „Don Giovanni“ beginnt mit dem Übersinnlichen (Religiösen), das dann beim Auftauchen des Komturs im 2. Finale wieder zu hören ist. DaPonte/Mozart ging es da wohl um Anderes, als um traditionelle Logik, sonst hätte der gute Lüstling an Syphilis zu Grunde gehen müssen.

Und als Letztes: Vielen Dank für die „Troubadour“ – Verweise. Ich habe die Hoffnung schon aufgegeben gehabt, dass ich noch jemand finde, der wie ich der Meinung ist, man muss nur den Text von Ferrandos Erzählung her nehmen, um diese Oper nicht als Stumpfsinn abzutun. Ich habe diese Abwertung immer auf Leo Slezak und sein Büchlein „Wann geht der nächste Schwan“, zurückgeführt, das ich vor vielen Jahren gelesen habe. 

23. November 2018
23:06
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 152
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Okay, ich lasse mich sehr gern korrigieren, ich habe wirklich zu wenig Überblick und habe vor Verfassen des Postings nicht recherchiert. Soweit ich weiß, hat aber erst Mahler das Licht während der Aufführung abschalten lassen, davor war offenbar vielen nicht so besonders wichtig, was sich auf der Bühne tut.. Aber ich kenne mich da wirklich nicht gut aus!

Was die Rolle des Komturs betrifft, habe ich unlängst nachgedacht, und ich denke, es könnte eine gute Lösung sein, den Komtur am Ende nur als Phantasiefigur zu sehen, sozusagen als die personifizierte innere Stimme / das personifizierte schlechte Gewissen Don Giovannis, die ihn an jenen alten Mann erinnert, den er am Beginn der Oper umgebracht hat. Don Giovanni stürbe somit an den Folgen der Depression, die er durch exzessiv viele Frauen überspielen hat können. Ist aber nur so eine Idee von mir.

23. November 2018
22:52
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Pwolf
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Forumsbeiträge: 30
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18. Oktober 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Die Entwicklumg der Librettoqualität würde ich nicht so geradlinig sehen. Meiner Meinung nach die besten Libretti sind die von Da Ponte für Mozart. Einzig die Rolle des Komtur ist unlogisch - dennoch ist die Höllenfahrt Don Giovannis wahrscheinlich eine der genialsten Szenen der Opernliteratur. Die Texte der italienischen Opern vor dem späten Verdi halte ich alle für keine besondern Libretti. Bei Wagner fehlt zwar meist die Logik, allerdings ist das Zusammenwirken von Text und Musik perfekt. Und Lulu hat für mich nicht viel mit Logik gemeinsam, ist aber dennoch einfach packend.

Strauss und Puccini haben wahrscheinlich großteils logische Handlungen und gute Libretti - aber gerade bei Strauss sind die besten Szene die, die ins märchenhafte gehen.

 

Und die Libretti der Barockopern geben halt keine Handlung wieder sondern eher eine Abfolge von extremen Gefühlen.

 

Und Schillers Räuber sind meiner Meinung nach ein großartiges Drama, auch wenn ich mir einen anderen Schluss vorstellen könnte - aber dieses Problem habe ich mit den meisten Tragödien.

Leider sind die Menschen in der Realität aber oft noch unlogischer und wilder und böser oder verrückter als am Theater. Nur stehen deren Opfer nach dem Vorhang nicht mehr auf.

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