Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

Die Neuinszenierungen der Wiener Staatsoper 2018/19 stehen fest | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

 

 

Anleitung Registrieren: 

Klicken Sie hier rechts unten auf den Button "Registrieren". Sie werden aufgefordert Ihre E-Mail Adresse und einen Benutzernamen einzugeben. Danach erhalten Sie ein E-Mail mit einem Link zum Erstellen des Passwortes. Danach können Sie sich mit Ihrer E-Mail Adresse oder dem Benutzernamen und dem Passwort einloggen. Ihre Profilseite erscheint. Danach gehen Sie wieder auf die Online Merker Forum Seite und sind dann im Forum angemeldet.

 

Dieses Forum ermöglicht in erster Linie an Kultur interessierten Lesern des Online-Merker ihre Meinung auszutauschen und durchaus auch kontroversiell zu diskutieren. Dies soll allerdings in einer höflichen und vernünftigen Umgangsform geschehen. Nicht gestattet sind diskriminierende, rassistische, fremden- und staatsfeindliche Inhalte und Formulierungen. Diese werden ebenso wie persönliche Beleidigungen und Herabwürdigungen anderer Personen vom Moderator gelöscht. Weiters ist das Forum keine Tauschbörse für Ton- und Bildaufnahmen.

Avatar

Bitte denke über eine Registrierung nach
guest

sp_LogInOut Login sp_Registration Registrieren

Registrieren | Passwort vergessen?
Erweiterte Suche

— Forumbereich —




— Übereinstimmung —





— Forum Optionen —





Minimale Suchwortlänge beträgt 3 Zeichen - die maximale 84

No permission to create posts
sp_Feed RSS (Beitrag) sp_TopicIcon
Die Neuinszenierungen der Wiener Staatsoper 2018/19 stehen fest
22. April 2018
6:35
Avatar
ac
Administrator
Forumsbeiträge: 33
Mitglied seit:
16. Januar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

ANTWORT VON "GURNEMANZ" AUF DAS POSTING VOM PS IM WOHL FALSCHEN THREAD. Übersiedelt in diesen Thread von AC

Lieber PS!

Ich muss ehrlich sagen, dass ich vom Theater an der Wien etwas enttäuscht bin!

A Midsummernight's Dream hat mir gefallen, ich werde auch noch ein zweitesmal gehen!
Wozzeck war sehr gut besetzt, gehört meiner Meinung aber nicht ins THADW, zumal mir der Orchesterklang dort zu gering war. Aber ja, Wozzeck war insgesamt sehr gut!
Den Besuch der alten Dame habe ich als sehr gutes Theaterstück wahrgenommen, nicht unbedingt als Oper...
Am 24. Okt. 2017 habe ich dort eine sehr gute konzertante Aufführung der Fidelio-Fassung von 1805 erlebt (mit Marlis Petersen).

Insgesamt ist meine Wahrnehmung, dass das Theater an der Wien langweiliger geworden ist. 2012 waren dort zB wirklich tolle Aufführungen (Trittico, Mathis der Mahler). Jetzt traut man sich dort offenbar weniger. Dazu kommt noch, dass das Theater an der Wien hinsichtlich Stehplätze sehr unbequem + teuer und hinsichtlich Sitzplätze sehr teuer ist. Aber hin und wieder gehe ich dort eh hin!
In der kommenden Saison freue ich mich dort sehr auf Die Jungfrau von Orleans von Tschaikowski. Übernächste Saison kommt dort angeblich Halka von Moniuszko (mit Beczala).

Was die Neue Oper Wien anbelangt, war ich dort vor einem Monat bei "A Quiet Place" und habe mich so gelangeweilt wie noch nie...

Aber Sie haben natürlich recht, auch außerhalb Wiens gibt es interessante Sachen!
Deshalb fahre ich ja heute zB nach Graz, um "Ariane et Barbe-Bleue" von Paul Dukas anzuhören. Und im Juni werde ich mir "Sadko" von Rimski-Korsakow in Bratislava anschauen.
Ich finde es nur schade, dass sich eher kleinere Häuser um Raritäten bemühen als die Staatsoper.

 

(gehört Ihr Beitrag nicht eher in den Thread zu den Staatsopernpremieren, nicht in diesen über den Bankl? Vielleicht können wir es dort hinkopieren)

22. April 2018
6:32
Avatar
ac
Administrator
Forumsbeiträge: 33
Mitglied seit:
16. Januar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

BEITRAG VON PS IM FALSCHEN THREAD (Bankl). Übersiedelt von AC in den wohl richtigen Thread )

Bitte künftig darauf achten, im richtigen Thread zu posten

Lieber Gurnemanz!

Mich wundert, daß im Hinblick auf moderne oder selten gespielte Werke das Theater an der Wien nicht erwähnt wird.

Dort spielt man derzeit ja Brittens "A Midsummernight's Dream" und hat heuer auch "Wozzeck" und den "Besuch der alten Dame" gespielt.

(Und außerhalb Wiens gibt es auch in Linz, Salzburg und Graz immer wieder etwas. Und soll man die Aufführungen der "Neuen Oper Wien" ignorieren, nur weil sie in kleinen Spielstätten stattfinden?)

(In der nächsten Saison ist allerdings -- aus finanziellen/Frequenz- Gründen Pause bei zeitgenössischen Opern.)

21. April 2018
23:16
Avatar
Gurnemanz
Gast
Guests

UwePaul sagt
Tja Seiffert, werden wir wohl nicht mehr allzu oft hören. Hat hier gerade wieder 2 x den Tannhäuser abgesagt, dafür hervorragend Vinke.

Lieber UwePaul!

Ich war heute in Wien im Fidelio, es war eine großteils ziemlich gute Vorstellung, und Seiffert war wirklich überragend.
Ich habe ihn in den letzten Jahren recht oft gehört, oft mit Luft nach oben, nicht immer gut (einige Wiener erinnern sicher seines Siegmunds (2014), den er komplett indisponiert begonnen hat und nach der Pause abbrechen musste), aber heute war er wahrhaft grandios.

Alles richtig gesungen, super Technik, sehr viel Lautstärke + sehr gutes Piano, viel Ausdruck, perfekte Textverständlichkeit, schauspielerisch sehr gut etc - einfach ALLES perfekt! Und das mit 64 Jahren. Da könnten sich alle seiner derzeit lebenden Tenorkollegen was abschauen!
Da er derzeit so toll in Form ist, wäre es außerordentlich schade, wenn er seine Karriere in absehbarer Zeit beendet.

 

UwePaul sagt
Einen Spielplan ohne Britten, oder wie jetzt bei uns Korngold, oder Strauss oder wie alle Komponisten nachdes 20. Jahrhunderts noch heissen, würde ich gräßlich finden und wesentlich weniger in die Oper gehen. Wenn ich dann, wie gestern in der Lady von Mzensk das Publikum, das einen sehr guten Altersdurchschnitt hatte, wesentlich jünger als bei z.b. einer Traviata, Boheme, und dann die Begeisterung am Schluss, das nicht hätte, dann wird m.E. irgendwann die Oper wirklich nur noch ein Museum sein.

Auch hier bin ich völlig Ihrer Meinung. Einen Freund von mir, der mit Klassischer Musik gar nix am Hut hat, aber trotzdem einmal in die Oper gehen wollte (ohne dass ich ihn irgendwie überredet hätte, ganz im Gegenteil), hab im Dezember in die Lulu (!!) mitgenommen. Er war davon sehr angetan und möchte wieder einmal mitkommen. Ich halte es schlicht für ein Gerücht, dass "moderne" Opern schlechter ankommen als der Mainstream. Die Verkaufszahlen sind nicht alles. Und außerdem, wie gesagt, Theater werden subventioniert und haben einen Bildungauftrag.

 

Chenier sagt
Lieber Gurnemanz, warum sollte man sich dazu zwingen, etwas wertzuschätzen? Damit man dazugehört, sich von den Traditionalisten abhebt oder einfach nur so?

Ich esse schließlich auch nur das, was mir schmeckt, nicht deshalb, weil man das isst oder weil es gerade in ist, mache gelegentlich Experimente mit Neuem, aber nur einen Bissen, dann weiß ich, ob oder ob nicht. Von manchem zeitgenössischem Werk reiche mir einige Noten, um mir persönlich ein Bild zu machen, das muss ich nicht absitzen.

Habe es vor vielen Jahren in Wien mit dem "Riesen von Steinfeld" einmal versucht, war für mich entsetzlich, konnte in der Pause aber nicht gehen, weil es keine gab, so musste ich zwischendurch einen französischen Abgang machen.

Lieber Chenier!

Ich befüchte, ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt! Es geht mir nicht darum, sich zu etwas zu zwingen, wenn es so angekommen ist, tut es mir leid. Mir persönlich täte es wirklich leid um die Musik, die mir anfangs nicht gefallen hat, auf die ich mich dann aber eingelassen habe und die ich seitdem heiß liebe. Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden!

Den "Riesen vom Steinfeld" kenne ich gar nicht, dazu kann ich nichts sagen. Ich halte Cerha allerdings genauso wenig wie Gottfried von Einem für einen sehr guten Komponist. Von daher verstehe ich natürlich, wenn man damit nicht so viel anfängt.

Wie gefallen Ihnen eigentlich die "four sea interludes" von Benjamin Britten, also die Zwischenspiele seiner Oper Peter Grimes? Ich liebe diese Musik, und ich finde sie überhaupt nicht sperrig oder schwer zugänglich, ganz im Gegenteil. (gibt es auf Youtube)
(dasss manche mit der Sprache Englisch in Opern ein Problem haben, kann ich noch ansatzweise verstehen, aber da wird ja nicht gesungen)

21. April 2018
17:05
Avatar
UwePaul
Member
Members
Forumsbeiträge: 296
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

da haben Sie sicherlich recht Tristan, wie jetzt kürzlich die Heliane in knapp 4 Wochen 5 Aufführungen, davon 3 erlebt. Aber jetzt ist erstmal Schluss, wer weiss für wie lange. Mit der Lady von Mzensk wars genauso, da kam dann noch Cavalleria und Tannhäuser, also blieb nur Zeit für eine Lady, Der Giovanni ist ein bisschen gestreckt, mit 4 Auführungen da gehts dann noch mit einem (reicht mir auch, nicht so ein Mozartfan)

21. April 2018
16:58
Avatar
Tristan62
Member
Members
Forumsbeiträge: 20
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Das Problem liegt gerade für "Liebhaber"-Werke, und damit meine ich nicht die Werke von Verdi-, Mozart-, Puccini-, Wagner- und Strauss-Fans sondern eben Opern von Britten, Janacek und ähnliches, im heutigen Aufführungssystem, nämlich Opern "blockweise" aufzuführen. Früher gab es von  solchen Werken meist ein oder zwei Aufführuingen im Monat verteilt auf die ganze Saison. Heute setzt man vier Aufführungen "im Block" an und da muß man schon ein ganz großer Liebhaber sein, wenn man innerhalb von  zwei Wochen  viermal geht. Wer diese Werke schätzt - und das ist leider eine Minderheit - geht einmal, vielleicht ein zweites Mal, aber damit bekommt man ein Haus von der Größe der Staatsoper nicht voll. Es ist im übrigen ohnehin fast mutig in einer Saison sowohl eine Uraufführung als auch ein Werk des 21. Jhds. ins Programm zunehmen - was eben nur ein mit Steuergeldern subventioniertes Haus machen kann.

21. April 2018
11:18
Avatar
UwePaul
Member
Members
Forumsbeiträge: 296
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ich weiss nicht so recht, natürlich sollte berücksichtigt werden, wie man ein Haus ertragreich führt. Aber wenn Sie gerade die Met erwähnen. Ich glaube nicht, das ich mit dem Spielplan und den Inszenierungen glücklich wäre, selbst wenn es sog. "Superbesetzungen" sind.

Bei uns werden die Theater vom Steuerzahler subventioniert, und haben letzten Endes einen Bildungsauftrag. Bildung hört nicht bei Puccini auf.

Einen Spielplan ohne Britten, oder wie jetzt bei uns Korngold, oder Strauss oder wie alle Komponisten nachdes 20. Jahrhunderts noch heissen, würde ich gräßlich finden und wesentlich weniger in die Oper gehen. Wenn ich dann, wie gestern in der Lady von Mzensk das Publikum, das einen sehr guten Altersdurchschnitt hatte, wesentlich jünger als bei z.b. einer Traviata, Boheme, und dann die Begeisterung am Schluss, das nicht hätte, dann wird m.E. irgendwann die Oper wirklich nur noch ein Museum sein. Aber das werde ich dann zum Glück nicht erleben.

21. April 2018
11:02
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 128
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

UwePaul, habe kein Problem mit der Toleranz, nur sollten Angebot und Nachfrage in einer vernünftigen Relation zueinander stehen. Wenn mehr Carmen, Aida, Boheme etc. als L. Macbeth v. M., Lulu oder Dantons T. besteht, hat man das zu berücksichtigen, denn auch Opernhäuser müssen ertragsoptimiert agieren und nach Verkaufszahlen gehen, siehe Met, die kaum Steuergeld verprassen kann und die Linie von den Mäzenen vorgeschrieben bekommt.

21. April 2018
10:55
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 128
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Gurnemanz, warum sollte man sich dazu zwingen, etwas wertzuschätzen? Damit man dazugehört, sich von den Traditionalisten abhebt oder einfach nur so?

Ich esse schließlich auch nur das, was mir schmeckt, nicht deshalb, weil man das isst oder weil es gerade in ist, mache gelegentlich Experimente mit Neuem, aber nur einen Bissen, dann weiß ich, ob oder ob nicht. Von manchem zeitgenössischem Werk reiche mir einige Noten, um mir persönlich ein Bild zu machen, das muss ich nicht absitzen.

Habe es vor vielen Jahren in Wien mit dem "Riesen von Steinfeld" einmal versucht, war für mich entsetzlich, konnte in der Pause aber nicht gehen, weil es keine gab, so musste ich zwischendurch einen französischen Abgang machen.

"Egkt mich am Orff" hat  Hans Pfitzner, Traditionalist, einmal die damals zeitgenössische Musik sehr pointiert kommentiert.

21. April 2018
1:18
Avatar
Gurnemanz
Gast
Guests

tenorissimo sagt
Sind nicht Alagna, Netrebko, Kaufmann, Gheorghiu, Harteros, Beczala zu Recht Stars? Oder kennen Sie jemanden der eine spektakuläre Stimme hat, der es aber nicht zu Weltruhm gebracht hat?

Lieber Tenorissimo!

Ich bin hier etwas anderer Meinung. Ich habe keine Ahnung, was die Leute am Kaufmann finden, da tut mir beim Zuhören meine Stimme weh. Ich glaube, dass Karrieren grundsätzlich von den Medien gemacht werden, und das liegt halt auch daran, wie die Leute ausschauen / welche Rollen sie singen etc.

Warum ist zB Camilla Nylund kein Star? (Antwort: weil sie sich nicht so inszeniert und das "falsche" Repertoire singt) Ich finde, sie ist eine der allerallerbesten Sängerinnen unserer Zeit!
Oder hören Sie sich mal Ales Briscein an (es gibt einige Beispiele auf Youtube)! Ich finde seine Stimme deutlich besser als die sogenannter Stars...

Die Medien haben auch lange gebraucht um herauszufinden, wie toll Andreas Schager ist. Jetzt startet er endlich gscheid durch (wenn auch nicht in seinem Heimatland Österreich, aber bitte).

21. April 2018
1:09
Avatar
Gurnemanz
Gast
Guests

Lohengrin2 sagt
Wie wäre es mal mit einer Operette der Goldenen Äre, nicht nur der Fledermaus.Wäre vielleicht im Jubiläumsjahr was gewesen...........  

Operette (mehr als die Fledermaus) an der Staatsoper?! Wozu? Dafür gibts die Volksoper, oder?

21. April 2018
1:08
Avatar
Gurnemanz
Gast
Guests

Chenier sagt
Gurnemanz, die Geschmäcker sind verschieden. Oper hört für mich (persönlich und subjektiv) 1924, als Puccini starb, respektive 1926, als Alfano aus den Fragmenten Turandot vollendete, definitiv auf, was aber nicht bedeutet, dass ich alles, was vorher war, goutiere. Mit Britten und Berg kann ich überhaupt nichts anfangen, auch mit Janecek wenig. Mein Opernspektrum ist zugebenerweise sehr schmal (Verdi, die Italiener vorher und nachher von Rossini bis Giordano, teilweise die Franzosen) und ich bin in einem Alter, wo ich meine Zeit nicht mit dem Anhören von Werken verschwende, die ich nicht mag.

Karten für "Dantons Tod" hat man übrigens dem Publikum bis zuletzt nachgeworfen, während der Chenier mit Kaufmann, Turandot oder die kommende Aida seit Monaten so gut wie ausverkauft ist. Auch Opern müssen Marketing betreiben und die Häuser ertragsoptimiert führen.  

Lieber Chenier!

Ich glaube, wir beide stellen einfach unterschiedliche Erwartungshaltungen an einen Opernbesuch. Das ist aber auch gar kein Problem, es wär ja ärgerlich, wenn wir alle gleich gestrickt wären!
Ich gehe in erster Linie in die Oper, um emotional bewegt/aufgewühlt zu werden und neue Denkanstöße zu bekommen - auf jeden Fall nicht, um mir die mir eh schon längst bekannten Stücke zum xtenmal anzuhören und mich dabei bequem zurückzulehnen. Anders gesagt will ich vom Musiktheater gefordert werden und mich nicht berieseln lassen.
(Soll nicht heißen, dass ich Ihnen das unterstelle)

Insofern bin ich begeistert von Stücken, die mich tief drinnen berühren, und das ist nun einmal der Fall bei Werken von Britten, Janacek, Strauss etc. Lulu und Rusalka liebe ich auch ganz heiß!

Verdi mag ich übrigens teilweise auch, aber gestern war ich nach langer Zeit in der Carmen und hab mir vorgenommen, das Werk erst in 20 Jahren oder so wieder anzuschauen... das gibt mir ja GAR nichts (außer die letzten 10 Minuten).
Heute war ich in La Juive, das gefällt Ihnen ja vielleicht auch! Ich bin davon sehr angetan!

Einer meiner ältesten Stehplatzkollegen hat mir unlängst geschrieben: "Da ich nach über 100 mal Rosenkavalier und Walküre und nach -x- Elektras, Salomes, Ariadnes, Parsifals etc. vom Standard-Repertoire etwas saturiert bin (die letzte Arabella hab ich doch glatt geschwänzt) bin ich immer auf der Suche nach etwas Neuem.". So sollten viel mehr Opernbesucher eingestellt sein! Er ist für mich ein Vorbild, und ich hoffe, dass ich auch so aufgeschlossen/modern/sympathisch sein werde, wenn ich auf die 80 zugehe!

Weil Sie den Alfano-Schluss der Turandot angesprochen haben: Ich mag den ÜBERhaupt nicht. Es sind einfach die Highlights der Oper iiiiirgendwie zammgeschludert, alles wirkt für mich reichlich aufgesetzt und pseudo. Ich wäre dafür, die Oper nach Lius Tod enden zu lassen, und fertig. Calaf zeigt ein herablassendes "Hab mich doch gern!" zur für Lius Tod (mit)verantwortlichen Turandot und geht ab, der Vorhang fällt (eventuell erst nach Timurs Klage um Liu). Das wär doch mal was!

Chenier sagt
Um Ihre Frage zu beantworten, warum man diese Werke nicht öfters aufführt: Weil sie sich nicht verkaufen lassen, wenig Begeisterung auslösen und die meisten nur deshalb hingehen, um dabei zu sein und behaupten zu können, zeitgemäß und modern zu sein.

Ist zumindest mein persönlicher Befund, ohne Anspruch auf absolute und objektive Wahrheit.  

Das glaube ich nicht. Es gibt - besonders in Wien - eine Opernclique, deren Horizont nicht über den Reclam-Opernführer hinausreicht, die soll natürlich auch bedient werden. Aber nicht nur. Manchmal kann man das Publikum auch ein bisschen "erziehen" und ihm aufzeigen, welche unbekannteren Stücke eine Entdeckung wert sind.

Manches muss man sich selbst halt auch erst ein bisschen erarbeiten. Mein erster Eindruck von Dantons Tod war "So ein Schwachsinn", nach der zweiten Aufführung hab ich mir gedacht "Naja, eher schwach und öde", und nach der dritten war ich ziemlich angetan! Ich glaube zwar nicht, dass es DIE große Liebe werden wird, aber beim Schlauen Füchslein ists mir auch so gegangen. Da habe ich - unter anderem bedingt durch die katastrophale Otto-Schenk-Regie - erst spät gemerkt, was das für ein Meisterwerk ist.

Und ich glaube, dass genau das Gegenteil Ihrer These wahr ist. Wer "zeitgemäß und modern" sein will, geht sowieso nicht in die Oper!!! Meiner Beobachtung nach sieht man eher bei Opern des Standardrepertoires zahlreiche Leute, die eher hingehen, um gesehen zu werden. Aber das trifft natürlich nicht auf alle zu!
Ganz abgesehen davon, dass das Gros der Stammbesucher die tausendste Tosca/Traviata/... nicht stürmt.

 

Hier bin ich völlig einer Meinung mit UwePaul:

UwePaul sagt
Aha,

ich nehme an, das in Österreich die Theater und die Opern auch staatliche Zuschüsse bekommen, die aus den Steuergeldern aller finanziert werden, also auch Menschen, die Opern sehr schätzen, die nach Puccini komponiert wurden. Die haben aber auch einen Anspruch auf Opern, die sie schätzen.

Stellen sich mal vor, wie es vor Verdi, Rossini, Bellini usw war. Hätte es nicht Operndirektoren gegeben, die die gespielt hätten und nur den Geschmack der damaligen Zeit gebracht hätten, wer weiss, was dann passiert wäre...

Ein bisschen mehr Toleranz sollte schon sein  

Die Wiener Staatsoper hat eine den offiziellen Zahlen nach phantastische Auslastung, hat keinen massiven Geldmangel - da würde man sich doch ein bisschen mehr Mut bei der Programmgestaltung wünschen. Andere Häuser haben es da viel schwieriger...

20. April 2018
18:34
Avatar
Miguel
Gast
Guests

ad: Bricconcela: Bei welchen Namen machen Sie sich auf in die Oper, wenn es vor allem um das technische Können eines Sängers/einer Sängerin geht. Ich würde mich über einige Namen freuen. Danke!

 

Beste Grüße

L.F.

20. April 2018
18:01
Avatar
Bricconcella
Gast
Guests

tenorissimo sagt
@Gremin: im Großen und Ganzen Qualität mit der Bekanntheit. Natürlich gibt es Fälle wo es nicht so ist, aber gute Sänger machen in der Regel, soweit sie daran interessiert sind, auch große Karriere. Dies war in der Vergangenheit so, ist aber heute auch immer noch so, wie gesagt bis auf ein paar durch die Marketing Agenturen hochgepushte Individuen. 

Sind nicht Alagna, Netrebko, Kaufmann, Gheorghiu, Harteros, Beczala zu Recht Stars? Oder kennen Sie jemanden der eine spektakuläre Stimme hat, der es aber nicht zu Weltruhm gebracht hat?

Der eine redet von guten Sängern, der andere von spektakulären Stimmen. Das Eine bedingt in keiner Weise das Andere.

Eine außerordentliche Stimme ist ein Geschenk und kein Verdienst. Entscheidend ist, was der Sänger daraus zu machen versteht. Wenn man weiten Teilen des Publikums diesen entscheidenden Unterschied begreiflich machen könnte, würde das gesangliche Niveau vielleicht wieder etwas steigen und wir hätten nicht vielfach hochbegabte Naturtalente, denen für ihre schöne Stimme, den "sound" applaudiert wird, nicht aber für ihr Können.

20. April 2018
17:04
Avatar
Lohengrin2
Member
Members
Forumsbeiträge: 222
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOnlineSmall Online

Wie wäre es mal mit einer Operette der Goldenen Äre, nicht nur der Fledermaus.Wäre vielleicht im Jubiläumsjahr was gewesen...........

20. April 2018
16:48
Avatar
Pwolf
Gast
Guests

Gruberova war am Höhepunkt ihrer stimmlichen Enwicklung sicher unglaublich gut - aber jetzt müssen das jüngere Sängerinnen singen. Ob Frau Peretyatko-Mariotti da natürlich das absolute non plus ultra darstellt wage ich auch zu bezweifeln - und ohne eine solche absolute top Besetzung ist eine Neuinszenierung Geldverschwendung, denn diese Oper fällt und steht mit der Darstellerin der Titelrolle und der Rest ist bestenfalls Beiwerk.

Ad 37: Es ist klar, dass man diejenigen, die es zu "Weltruhm" gebracht haben eher kennt. Aber wenn ich niemanden mit Traumstimme kenne, der es nicht zu Weltruhm gebracht hat, heißt das nicht notwendig, dass es solche Leute nicht gibt. Vor allem ist es schwierig unterschiedliche Rezeptionsbedingungen zu vergleichen. Es kann jemand in einem Konzert oder in einem kleinen Haus ganz toll klingen und dann in einem großen Haus enttäuschen - oder umgekehrt.

 

Und zu den wesentlichen Opernkomponisten: Verdi ist toll und hat auch ein breites Oeuvre, Puccini hat leider nur ein kleineres Oeuvre, das aber wirklich ununterbrochen gespielt wird - Bellini und Donizetti finde ich nicht so berauschend, es sei denn die Besetzung ist top, da finde ich Rossini interessanter. Aber mir ganz wesentlich ist Mozart - aber nur mit wirklich guten Dirigenten, Strauss - insofern ist das Ende von Puccini für mich noch lange nicht das Ende der Opernkomposition, und .....

Also es gibt wahrscheinlich mindestens hundert wirklich sehr gute Opern, die schon mindestens 10 Jahre nicht gespielt wurden, von denen man einige zeigen könnte ohne dass das Publikum deswegen ausbliebe, anstatt ewig in der Wiederholungsschleife zu hängen.

20. April 2018
13:45
Avatar
tenorissimo
Gast
Guests

Und noch etwas zu den Besetzungen: Hätte wirklich (obwohl kein großer Fan) Gruberova (in ihrer derzeitigen Verfassung) anstatt Peretyatko lieber gehört.

20. April 2018
13:42
Avatar
tenorissimo
Gast
Guests

@Gremin: im Großen und Ganzen Qualität mit der Bekanntheit. Natürlich gibt es Fälle wo es nicht so ist, aber gute Sänger machen in der Regel, soweit sie daran interessiert sind, auch große Karriere. Dies war in der Vergangenheit so, ist aber heute auch immer noch so, wie gesagt bis auf ein paar durch die Marketing Agenturen hochgepushte Individuen. 

Sind nicht Alagna, Netrebko, Kaufmann, Gheorghiu, Harteros, Beczala zu Recht Stars? Oder kennen Sie jemanden der eine spektakuläre Stimme hat, der es aber nicht zu Weltruhm gebracht hat?

Anders verhält es sich mit den Pinup Girls, die dann nach 2-3 Jahren Weltkarriere wieder (oft mit Stimmproblemen bzw. -Verschleiß) verschwinden. 

20. April 2018
13:14
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 128
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Eben, tenorissimo, Toleranz ist keine Einbahn und ich habe ausdrücklich auf meine persönliche Meinung ohne Anspruch auf Globalisierung hingewiesen.

Was allerdings die Angelegenheit objektiviert, sind die Verkaufszahlen.

20. April 2018
13:12
Avatar
Chenier
Member
Members
Forumsbeiträge: 128
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

"ich nehme an, das in Österreich die Theater"

sorry, UwePaul, dasS in Österreich....dass 

20. April 2018
13:05
Avatar
Gremin
Gast
Guests

Lieber Tenorissimo,

warum können sie sich nicht entscheiden, ob sie bessere oder prominentere Besetzungen wollen ?

No permission to create posts
Zeitzone des Forums: Europe/Berlin

Am meisten Mitglieder online: 8

Zurzeit Online: Lohengrin2
2 Gast/Gäste

Momentan betrachten diese Seite:
1 Gast/Gäste

Top Autoren:

UwePaul: 296

Lohengrin2: 221

alcindo: 134

Chenier: 128

HansLick2: 88

Michta: 66

Kurwenal: 50

zerbino: 35

copy: 33

toni: 30

Mitgliederstatistiken

Gastbeiträge: 42

Mitglieder: 163

Moderatoren: 0

Administratoren: 3

Forumsstatistiken

Gruppen: 1

Foren: 1

Themen: 125

Beiträge: 1637

Neuste Mitglieder:

Danialelume, Scaramuccio, Thomasboads, Garrettem, Pwolf, Valeria, Diana, EleanorFum, HardhopI, ivioreruwu

Administratoren: HaaSon: 2, ac: 33, Moderator 16: 13

 

Diese Seite drucken