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Die Hochzeit des Figaro an der Wiener Volksoper
5. Mai 2022
1:58
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Gurnemanz
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Mitglied seit:
31. Januar 2022
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Mi., 4. Mai 2022: WIEN (Volksoper): Wolfgang Amadé Mozart, Die Hochzeit des Figaro

So sehr ich es begrüße, dass Robert Meyer, dem außer Musicals nicht viel einfällt, die Leitung der Volksoper in zwei Monaten abgeben muss und seine Nachfolgerin frischen Wind hineinbringt und die unseligen Musicals auf jenen Platz verweist, der ihnen gebührt, gefällt mir trotzdem überhaupt nicht, dass fürderhin dort alles in Originalsprache gespielt wird: Das ist zwar seit ein paar Jahrzehnten im Trend, aber meiner Meinung nach ein kompletter Holzweg: Nur die Muttersprache geht ins Herz, und einen Text gleichzeitig mitzulesen, ist KEIN Ersatz, denn das Mitlesen stört beim Musikhören (wenn mir mein Gedächtnis keinen Streich spielt, sagte Waltraud Meier einmal in einem Interview, sie lehne während einer Opernaufführung gezeigten Text ab, weil er vom Musikhören ablenken, und da hat sie recht). In Wahrheit gibt es GENAU EINEN Grund, wieso die Tendenz in Richtung Originalsprache geht, und der lautet Globalisierung, nämlich weil Sänger so viel leichter international einsetzbar sind. Mit einer vermeintlichen Werktreue hat das rein gar nichts zu tun (denn wenn es wirklich darauf ankäme, Opern so aufzuführen, wie sie zur Uraufführung gegeben wurden, gäbe es sehr traditionelle Inszenierungen und historische Instrumente im Orchestergraben), außerdem ist es gerade in Zeiten schwindenden Opernpublikums eine Schnapsidee, etwas einzuführen, das eine größere Distanz zwischen den Zuhörern und der Opernbühne schafft, nämlich fremdsprachige Aufführungen (anstatt die Wahlfreiheit der Wiener Opernhäuser zu bewahren!): Mein diesbezügliches „Schlüsselerlebnis“ hatte ich vor ein paar Jahren in einer deutschsprachigen „Rusalka“, die mir plötzlich auf einmal so viel näher gegangen ist, als ich den Wassermann Sätze singen hörte wie „Doch kehrst Du zu den Deinen heim, musst Du des Todes Helfer sein.“ und „Hast Du vom Menschsein auch genug, bleibt Dir nur der Elemente Fluch!“ anstelle eines (von Nicht-Muttersprachlern obendrein oft grauenvoll artikuliertes) Tschechisch, das ich zwar sogar teilweise verstehe, aber das mir trotzdem fremd ist und mir die auf Tschechisch vorgebrachten Inhalte fremd erscheinen lässt. Und auch heute hat mir „Die Hochzeit des Figaro“ richtig gut gefallen, viel besser als in den bisherigen italienischen Aufführungen – auf Deutsch merke ich viel besser, wie pfiffig diese Oper konzipiert ist: Man muss Mozarts Musik nicht mögen, aber dass Mozart komponieren konnte und das sehr einfallsreich getan hat und zudem seine bekannten Werke trotz ihrem schon lange zurückliegenden Uraufführungsdatum zeitlos und somit erstaunlich aktuell sind, kann man nicht in Abrede stellen.

Und so hat mir insgesamt die Aufführung zu meiner großen Überraschung sehr gut gefallen – obwohl in den Hauptrollen nur zwei erstklassige Leistungen zu hören waren: Melba Ramos hatte als Gräfin einen schwachen Beginn mit starkem Vibrato (sodass ich richtig erschrocken bin ob des scheinbar kaputten Zustands ihrer Stimme), konnte sich aber nach wenigen Takten erstaunlich steigern und insgesamt eine hervorragende Leistung bieten: Gerade „Dove sono“ hört man sehr selten so gefühlvoll wie heute. Dem in einer Kritik zu lesenden Befund, Ramos sei Mozart mittlerweile „etwas entwachsen“, kann ich gar nicht zustimmen; ich sehe es umgekehrt, nämlich dass hier endlich die Gräfin genau richtig besetzt war und nicht – wie leider häufig – zu leicht. Schade, dass diese (von mir bisher unterschätzte) Sängerin ab der neuen Saison nicht mehr an der Volksoper engagiert ist. Die zweite erstklassige Leistung wurde von Rebecca Nelsen als Susanna gegeben: Ihre Stimme ist sehr schön und wird technisch sehr gut behandelt. Schlechter stand es um die Herren: Yasushi Hirano ist seit mehreren Jahren im Ensemble, aber entwickelt sich nicht wirklich weiter; seine grundsätzlich schöne Stimme wird sehr uninspiriert (und zudem teils wortundeutlich) geführt, sodass sich insgesamt ein „durchwachsener“ Eindruck ergibt. Ähnliches kann man über Alexandre Beuchat als Almaviva sagen, diese beiden Herren stellten den Schwachpunkt der Aufführung da: Der Graf ist eine sehr interessante Rolle, die der Gestaltung bedarf, weil man sie unterschiedlich anlegen kann, bei Beuchat war davon wenig zu spüren, außerdem musste einmal der Souffleur nach einer textlichen Panne sehr hörbar aushelfen. Julia Koci war als Cherubino braver Durchschnitt, nicht mehr und nicht weniger. Die Sänger der kleinen Rollen zeigten (mit Ausnahme des störenden Mamuka Nikolaishvili als Antonio) ausgezeichnete Leistungen, die Rede ist von Regula Rosin (Marcellina), Stefan Cerny (Bartolo), Karl-Michael Ebner (Basilio), Christian Drescher (Curzio) und Elisabeth Schwarz (Barbarina), die beiden zuletzt Genannten stachen besonders gut heraus. Zu Cerny ist zu sagen, dass er die Rolle für einen erkrankten Kollegen übernahm, aber auch seinerseits indisponiert war, weil er – wie vor der Aufführung verlautbart wurde – aufgrund einer gestrigen Verletzung an der Nase an derselbigen genäht werden musste und, weil ihm daher Schonung auferlegt war, seine Arie im ersten Akt auslassen musste. Alexander Joel dirigierte das sehr gut disponierte Volksopernorchester akzeptabel, teilweise (!) hätten schnellere Tempi nicht geschadet. Die Inszenierung von Marco Arturo Marelli aus dem Jahre 1989, die 2012 aufgefrischt wurde, ist ausgezeichnet, sie belässt die Geschichte im 18. Jahrhundert und besticht durch sehr gelungene Personenführung und eine stilvolle Atmosphäre; das versöhnliche Ende in Feierstimmung widerspricht dem Gehalt der Handlung nicht (ungeachtet dessen, dass man das auch anders machen könnte). Jetzt bin ich schon auf den Vergleich mit der Ponnelle-Produktion der Staatsoper gespannt, die ich mir demnächst (seit 2010 wieder) anschauen werde, bevor sie weggeschmissen wird.

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