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Der Münchner Rosenkavalier | Seite 2 | OnlineMerker | Forum

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Der Münchner Rosenkavalier
23. März 2021
22:01
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Chenier
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Forumsbeiträge: 119
Mitglied seit:
28. Februar 2021
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Pardon, Monsieur Dalmont, aber Ihr Beitrag 37 ist ein einziger Akt der Realitätsverzerrung und Sinnbefreiung.

Wo und wie Sie das N-Wort bei alcindo hineininterpretieren, ist mir schleierhaft, aber das müssen Sie mit ihm klären.

Viel härter trifft mich persönlich die Anmerkung "grandiose Personenführung Konwitschnys" und die Frage, wo das ersichtlich ist. In der Spießbürgerszene, wo die Protagonisten in lächerlicher Form in einer Schrebergartenidylle der 50er-Jaher agieren? In der Ketzerszene, wenn sich der Tross durch den Zuschauerraum bewegt und das ganze Haus in sehr "origineller" Weise zur Bühne macht (wurde zuletzt coronabedingt gestrichen)? Erstaunlich, was Sie alles hineininterpretieren, was eigentlich gar nicht eindeutig ersichtlich ist und Sie vermutlich von irgendwelchen Kommentaren zu dieser "fulminanten" Inszenierung mitgenommen haben. 

Und auch die Sichtweise, "dass die Bayerische Staatsoper München schon lange unserer Staatsoper den Rang abgelaufen hat" ist nicht nachvollziehbar und deckt sich nicht mit der Realität. Den letzten Schwachsinn, den ich dort gesehen habe, war "Macbeth", aber Kusej, der das zu verantworten hatte, wurde ja erfolgreich nach Wien abgeschoben und kann das Publikum hierzulande mit seinem Unsinn beglücken.

Höchst bedauerlich, Ihre Sicht der Dinge, aber es irrt der Mensch, solang er strebt.

23. März 2021
21:24
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 46
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Alcindo, mit allem Respekt: Es fällt in vielen Ihrer (manchmal polyglott abgefassten) Beiträge auf, dass Sie unbedingt das Wort Neger anbringen wollen. Was für eine Faszination übt dieses Wort auf Sie aus? Ich nehme deshalb an, dass Ihnen das Black facing nicht gegen den Strich geht, und Sie aus diesem Grund schwarz angemalte Kindlein im „Rosenkavalier“ vermissen. Diese gab es ohnedies nur mehr in den Schenk-Inszenierungen in Wien und München, in Salzburg nicht mehr.

Was mich zudem irritiert: Ihr ständige Gutmenschengerede, das ich eher an Vorstadt-Wirtshausstammtischen erwarte, als von Menschen, die sich mit dem „Schönen, Guten und Wahren“ der Opernkünste beschäftigen. Hat denn der gute alte Schinner in allem Unrecht? Ich jedenfalls weigere mich, Sie als Schlechtmenschen oder schlechten Menschen anzusprechen, was ja demzufolge Ihre Selbstdefinition wäre.

Dass Sie, wie etliche andere im Forum, die Toten mehr interessieren als die Lebenden, wen wundert das in Wien.

Deswegen haben die Opernhabitués hierzulande auch nicht mitbekommen, dass die Bayerische Staatsoper München schon lange unserer Staatsoper den Rang abgelaufen hat, in jeder Hinsicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Wiener Staatsoper größere Probleme bekommen wird als die Münchner, wenn die Touristen noch länger ausbleiben.

Das Wiener Operntheater, das in der Gegenwart angekommen ist, ist das Theater an der Wien. Dass teure und berühmte Sänger für drei Vorstellungen an die Staatsoper kommen, hier allein gelassen werden, ist einer der großen Nachteile unseres Repertoiresystems. Es ist nämlich ein Trugschluss, dass man nur in Wallmann-Arrangements gastieren kann. 

Und Alcindo, dass Ihr Freund im Geiste, André Chénier, beim fulminaten „Don Carlo“ nicht die grandiose Personenführung Konwitschnys anführt, die einem erlaubt, alle Personenkonstellationen, selbst die komplizierte Eboli-Geschichte zu kapieren, sondern die „Spießerepisode“ der Ballettmusik anführt, spricht ja Bände. Ich bin überzeugt, er weiß, dass das Dritte-Akt-Ballett in der Salle Le Peletier deshalb eingefügt wurde, weil die alten Spießer nicht früher im Theater eintrafen: sie kamen vom Fressen, haben sich dann vielleicht kurz mit den „rats de ballet“ vergnügt (die Pariser Oper hatte einen eigenen Raum für diese Begegnungen alter Herren mit 16/17 jährigen Mädels) und wollten dann während einer längeren Tanzeinlage verdauen. Was gibt es Spießigeres! Konwitschny hat diese alten Spießer „aufgespießt“ und sie giften sich darüber, naturellement.

Jetzt lass ich die „Uhren alle stehn“ und hoffe, den Münchner „Rosenkavalier“ mit all den Uhren, über die man sich so aufregt, nachstreamen zu können. Der Dirigent ist mir ja aus Glyndebourne noch in bester Erinnerung. Und mit diesem Hofmannsthal-Zitat möchte ich Christine fragen,: ist es denn so verwerflich,  die mit "Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding" beginnenden Zeilen - Schlüsselverse der Oper - als Ausgangspunkt für Bilder für dieses Werk zu nehmen?

23. März 2021
20:30
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alcindo
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Forumsbeiträge: 249
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21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe Christine, eine WSTO-  aus steuergeldern finanziert - sollte wirklich insz machen, die fuer viele jahre gut sind, sonst ist es steuergeldverschwendung. und die sollten natuerlich auch  fuer besetzungsaenderungen taugen und auch fuer einspringer, keine der bisherigen neuinsz erfuellt dieses kriterium, schon die Butterfly ist enorm kompliziert,  im grunde wie eine broadwayproduktion, und eigentlich unnoetig , gerade die Butterfly ist eine oper mit grossem einspringrisiko, weil Cho Cho san enorm schwierig und in schlechter stimmlicher verfassung nicht zu "dapackn" ist. in der "guten alten zeit" war die Butterfly auch oft die ersatzvorstellung bei kompletten absagen, da Gerda Scheyrer oder Lotte Rysanek immer verlaesslich da waren und auch Zampieri oder Terkal, und auch Paskalis oder Waechter zur verfuegung standen. leider draengt sich die optik in der oper immer mehr in den vordergrund, weniger atraktive saenger mit besten stimmen werden es immer schwerer haben, ausser sie koennen partien singen, fuer die man niemanden so leicht findet.

mit gruss  alcindo

23. März 2021
19:50
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Christine
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Forumsbeiträge: 118
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Für das Repertoire wird doch nicht mehr inszeniert, Alcindo. Es sind Aufführungen, die auch auf bestimmte Sänger zugeschnitten und mit diesen geprobt sind. Früher konnten die Künstler in jede Inszenierung einsteigen, egal von welchem Regisseur sie kam und in welchem Opernhaus sie gespielt wurde. Das ist offenbar gar nicht mehr gewollt.

Hans Lick2 hat sich den Rosenkavalier schon zwei Mal angesehen obwohl er die ersten zwei Akte falsch und häßlich findet und ihm im 3. Akt nur ein Teil gefällt. Ich verstehe nicht ganz, wie man sich auch etwas, das einem nicht gefällt, zwei Mal hintereinander freiwillig anschauen kann (es sei denn den einen Teil im 3. Akt), aber wenn das viele Menschen machen, ist der Regisseur doch auf der richtigen Seite. Die einen schauen zu weil es ihnen gefällt, die anderen obwohl es ihnen nicht gefällt. Hauptsache, die Zuseher sind da, aus welchem Grund spielt ja keine Rolle.

23. März 2021
15:51
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alcindo
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Forumsbeiträge: 249
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21. Januar 2021
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leber copy, es ist natuerlich schwierig eine insz aus dem stream zu beurteilen, in natura kann vieles anders wirken. ich bin bald schwindlig geworden, zu viel kleine bewegung, optische ueberflutung. seltsame details wie der unnoetige greisenengel, er scheint Mohammed zu heissen....warum in einem meisterstueck "ein kleiner neger" nicht mehr auftreten darf werden nur gutmenschen erklaeren koennen. vielleicht wissen die auch, warum das gefolge von Ochs halbnackt zu Faninal kommt. Marlies petersen gefiel mir in 1.akt sehr, im dritten akt ist mir eine reifere und fuelligere stimme lieber. Ochs stimmlich ausgezeichnet, als figur hoere ich ihn aus seiner musik heraus ein bisschen anders. die frae ist, ob eien so komplizierte regie fuer das repertoire das richtige ist. auch wird die intime beziehung von Okt mit Marschallin zu sehr dokumentiert, der phantasie bleibt dann wenig spielraum. Die Traviata fand ich aber um vieles schlechter als diesen Roskav

mit gruss alcindo

23. März 2021
14:30
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copy
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Forumsbeiträge: 77
Mitglied seit:
25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Endlich geschafft die Aufzeichnung vom Sonntag anzusehen: Schade, Kosky ist eigentlich ein intelligenter Mensch. Aber warum wieder eine Inszenierung, wo man ein Programmheft lesen muss, damit man das Stück versteht. Zuerst dachte, ich auch meine neue TV-Sounbar sei schadhaft, erst beim Klavier im Zeitmonolog merkte ich, dass es eine andere Fassung für kleineres Orchester...als sich gleich zu Beginn die Zeiger der Uhr sich in zwei gegensätzliche Richtungen drehte und ich den alten Engel sah war es mit meiner Geduld schon geschehen. Gut, dass der erste Akt so dunkel war und man nicht alles erkannte. Der 2. Akt ein Fiasko, der 3. hingegen hatte einige gute Ideen und konnte bestehen, bis auf das Finale. Von den Stimmen her wirklich ok, ich mag auch die Petersen sehr gern! Dirigat schwer einzuordnen, wegen der Klavierauszugfassung, aber nicht sehr mitreissend. Eigentlich wesentlich unbefriedigender als Traviata und Carmen aus Wien....

23. März 2021
11:46
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 29
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

@ 27  gulliver, "kötersprache" ..... einer krawall dame" ist zu köstlich. wen sie auch immer gemeint haben mögen. Cool

23. März 2021
11:41
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Chenier
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Forumsbeiträge: 119
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28. Februar 2021
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Sind Sie absolut sicher, dass es sich bei diesen Beschreibungen um den Rosenkavalier gehandelt hat?

23. März 2021
11:35
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HansLick2
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Forumsbeiträge: 29
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

als altmodisch konservativ hier bekannt hab ich mir den MÜ RoKa zwei mal angesehen. Die Akte 1 und 2 sind aus meiner sicht falsch, vor allem hässlich, "glitter and gay" - Bernstein candide, tunten kramuri. von der standuhr, die grauen tauben, erinnert sich noch jemand an die kosky lohengrin lampione, dem fehlenden bett nicht nur für den beginn, auch für oktavians schwert - text marschallin. das alte nackte faktotum mit flügel ( wieder einmal) seit dem sbger loy figaro tauchen die immer wieder auf, was wohl die lesart für flügerln sein mag? wieder eine bildergalerie, diesmal auf der wieden. dazu eine kutsche die seinerzeit bei Liberace in las vegas vorgekommen wäre, weniger auf der wieden.

und dann funkt es im dritten akt, das beisl wird ins theater (auch nicht ganz neu) oder kino verlegt und kosky fällt dazu eine gelungene, passende "slapstick" aktion ein, fabelhaft abgespult bis zum komponierten " die frau fürstin feldmarschall" auftritt den er dann wieder vergibt. Anstatt sie über die vorhandenen stufen auftreten zu lassen, setzt er sie in eine hintere sitzreihe, schlecht kostümiert und müht sich so ins finale.

wer wohl das honorar für die neue Klocke einrichtung bekommt? störend war sie allemal, vor allem das klavier im "Zeit" monolog, ein " sonderbar ding" um im text zu bleiben und störend obendrein. die münchner scheinen den RoKa klang schon verlernt zu haben! das reduzierte orchester klang plump und klobig. wien schafft volles orchester, münchen nicht. was ist los bei bachler? und von wegen transparentes forte, da hatte thielemann bei der 3. bruckner aus dem musikverein die nase vorn, er kann das, kleiber und karajan konnten das auch.

die sänger den umständen entsprechend eine nette, sichere sophie vom timbre einer güden, rothenberger, popp weit entfernt. oktavian mit machogehabe und einer schrecklichen klobesenperücke nicht vorhanden, wohl aus einem agentur sänger katalog heraus besetzt? die marschallin geht stimmlich durch nicht in der interpretation zu oberflächlich die textbehandlung. für die szenischen dummheiten ist sie nicht verantwortlich.

bleiben zwei gute männer typen: der jugendlich saftige ochs mit sehr verständlichem parlando und funktionierender tief, dazu ein hysterisch aufgeblasener faninal.

warum entwerfen kostümbildner*innen nur so unkleidame, oft hässliche fummel?

23. März 2021
11:16
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Chenier
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Forumsbeiträge: 119
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28. Februar 2021
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Mich auch bitte nicht misszuverstehen, ich bin nicht a priori gegen zeitgemäße Inszenierungen, aber alles hat seine Grenzen und rote Linien sollte man berücksichtigen. Unappetitlich wird es spätestens dann, wenn sich Inhalt und Darstellung so weit entfernen, dass der Handlungsablauf überhaupt nicht mehr mit dem Libretto übereinstimmt. Oder, fast noch schlimmer, wenn man Werk und Handlung ins Lächerliche zieht. Habe vor einigen Jahren in Stockholm einen Trovatore gesehen, wo der Chor mit nacktem Hintern auf einem Tisch getanzt hat. Oder in der Wallonischen Oper eine Boheme, die ca. um 1830 handeln soll, aber auf den Mond ins Astronautenmilieu verlegt wurde und da hört sich das Verständnis auf. Schlimm wird es auch dann, wenn musikalische Höhepunkte durch bewussten und meist sinnbefreiten Radau auf der Bühne gestört werden.

Umgekehrt habe ich in San Francisco die Cavalleria und den Bajazzo im völlig identischen und immer gleichbleibenden Bühnenbild, inszeniert von Cura, gesehen und das war zwar herkömmlich, aber ziemlich fad.

Man kann sich durchaus von zu altertümlichen Bildern verabschieden und ein wenig zeitgemäß inszenieren, aber man sollte im Rahmen bleiben, und umgekehrt ist auch nicht alles, was traditionell ist, überzeugend.

Aber verkrampfte Umdeutungen von Handlungsabläufen durch wichtig machende Regisseure, etwa im Sinne von Konwitschny & seinen JüngerInnen, man denke an den unmöglichen  franz. Don Carlos in der WSO mit völlig nichtssagender Spießbürgerszene, oder Frank Castorf, die Berliner Macht des Schicksals war zum Ko....n, sind völlig entbehrlich. Gegen intelligente und stimmige Inszenierungen der zeitgemäßeren Art ist nichts einzuwenden, wenn sie genug Respekt vor Werk und Publikum haben. Doch warum man unbedingt die Carmen und die Traviata in Wien durch Unsinn ersetzen muss, erschließt sich mir nicht.

23. März 2021
9:20
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Christine
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22. Januar 2021
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Ich habe mir jetzt die Kritik von Alexander Walther durchgelesen, die mir bestätigt, dass mir diese Inszenierung sicher nicht gefallen würde. Warum die Marschallin und Oktavian zu Beginn einer Standuhr entsteigen, erschließt sich mir nicht, aber wahrscheinlich ist ein Bett für eine Liebesnacht zu altmodisch. Der imaginäre Alte mit den Engelsflügeln, der auch das Sandmännchen sein könnte, fällt für mich in die Kategorie "Drumherum", die Lohengrin für ältere Inszenierungen ablehnt, für moderne aber gerne akzeptiert. Herr Walther scheint das Regietheater zu mögen, seine Kritik ist sehr positiv. Er verwendet aber in dieser Kritik ein Wort, das meine Generation viele Jahre zwar problemlos verwendet hat, das aber heute ein no-go geworden ist und das erstaunt mich doch sehr. Weiß jemand, wie alt Herr Walther ungefähr ist?

23. März 2021
9:17
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Gulliver
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Forumsbeiträge: 12
Mitglied seit:
23. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Guten Tag meine Damen und Herrn,

nachdem ich geraume Zeit die Möglichkeit gern nutze, von den profunden Kenntnissen  (Alcindo, Chenier u.a.) meinen Horizont zu erweiteren, möchte ich mich doch hin und wieder auch einbringen.

Ich bin seit Jahrzenten normaler OPernkonsument, genieße gute Aufführungen mit musikalischem Niveau und guten Sängern und zu verstehenden Inszenierungen.

Ich halte mich nicht für konservativ, so dass ich dem Münchner Rosenkavalier manches abgewinnen kann , er ist halt nur zu dunkel und bietet vieles was man wohl nur lexikalisch versteht. Dazu gehe ich nicht ins Opernhaus - ich will es genießen und mit dem Verstand Anregungen erhalten, nachdem ich vor dem Besuch noch eingehend in meinen Opernführer zu Inhalt, Intentionen und musikalischen Qualiltäten nachgelesen habe.

Von der unqualilfizierten "Kötersprache" durch eine Krawall-Dame bitte ich aber Abstand zu nehmen.

Ich freue  mich auf einen guten Austausch, der mich weiterbringen kann -

l

23. März 2021
0:21
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alcindo
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Forumsbeiträge: 249
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21. Januar 2021
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zu Chenier: das meiste, das man in letzzter zeit in den streams gesehen hat,  wird bald wieder weggeworfen werden und erst recht um teures geld schnell altmodisch geworden sein, da die minderheit denen es gefaellt und die meisten journalisten gleich etwas noch "moderneres" haben wollenl, oder weil es im repertoirebetrieb unpraktikabel geworden ist. die Zefirelli Boheme und die Tosca koennen weiter ueberleben, sind altmodisch, aber der musik entsprechend und fuer viele gut genug und stoeren die saenger nicht

22. März 2021
23:16
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Chenier
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Forumsbeiträge: 119
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28. Februar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

"Liebe zum Altmodischen" O-Ton Lohengrin2

Pardon, ich versuche mich wirklich zurückzuhalten, aber Authentisches, Werktreues und Traditionelles als "altmodisch" abzuwerten, ist sowas von Schwachsinn und Realitätsverzerrung, dass ich gar nicht länger darüber diskutieren möchte. 

22. März 2021
21:24
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alcindo
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Forumsbeiträge: 249
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe Christine, darf Ihnen versichern, dass auch ich der meinung bin, dass 95% der opernbesucher so denken wie Sie. die anderen 5% koennen sehr lautstark sein, wie hier im forum, wo sie anscheinend gut die haelfte der meinungen stellen, das entspricht aber nicht der realitaet. was sicher ist, ist, dass man heute nicht wie 1915 inszenieren kann und dass sich die aesthetik der zeit anpassen muss....das heisst aber nicht, dass man die handlung umkrempeln und teilweise auf den kopf stellenoder politisch aktuell profilieren muss.  die regisseure werden der oper nicht das ueberleben bringen, nur gute saenger, denen heute die arbeit oft sehr schwer gemacht wird.

mit gruss alcindo

22. März 2021
21:20
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walter
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Forumsbeiträge: 71
Mitglied seit:
8. März 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Nach dem Motto "Was mich nicht umbringt, härtet mich ab" habe ich nun diesen Rosenkavalier nochmals einer Prüfung unterzogen- und dann gelöscht. Schwamm drüber, das Werk wird's überleben. Persönlich muss ich sagen, dass ich die Strauss- Opern generell eher mit dem Hirn als mit dem Herzen schätze. Es gibt zwar immer wieder bezaubernde, auch faszinierende, dramatische Momente, und vor allem die Hofmannsthal- Libretti haben eine besondere Qualität, aber davon blieb hier nichts übrig. 

Auf Kosky soll ja einige Arbeit in Wien warten, für mich ein guter Grund, um das Haus am Ring einen Bogen zu machen. Dabei hören sich seine Ansichten gar nicht so übel an, aber die Umsetzung wird doch meistens zu schlüpfrig für meinen Geschmack. 

Im Übrigen muss ich mich der Meinung des Herrn Schnabl anschließen: Es wäre der Atmosphäre in diesem Forum förderlich, wenn es weniger Untergriffe gäbe!

walter

22. März 2021
21:14
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Christine
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Forumsbeiträge: 118
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22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Was Eduard Paul im Traviata Beitrag schreibt stimmt mit meinen Beobachtungen überein. Wenn das altmodisch ist (das Wort hat für mich einen negativen Beigeschmack), na ja. Ich würde eher altbewährt sagen. Wenn eine Art der Interpretation seit Generationen Menschen gefällt, warum soll das negativ sein? Warum soll das weniger interessant sein als etwas Neues?

22. März 2021
20:58
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 246
Mitglied seit:
20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

@Christine

Tut mir leid, Sie versuchen immer wieder Ihre Liebe zum Altmodischen zu betonen; das ist bereits bekannt und bedarf keiner immerwährenden Wiederholung. Lassen wir es einfach stehen: es gibt Opernfreunde, die sind neugierig auf neue Interpretationen und es gibt Opernfreunde, die möchten das, was sie vor Jahrzehnten kennengelernt haben, immer wieder sehen. Für alle wird was im Angebot sein, man muss sich keineswegs treffen!

 

@alcindo
Ich wäre Ihnen sehr verbunden,wenn Sie Ihre verleumderischen Reden bleiben lassen würden. Wenn Sie kein Thema auslassen, ob ein Zusammenhang besteht oder nicht, auf JK herum zu hacken und mir dann die Trümmer vor die Füße zu werfen, dann sollten Sie sich nicht über mich beklagen. Schauen Sie lieber mal, wie oft Sie dieses Agressionsmuster anwenden!
Das Foristen Angst haben, sich mir mir womöglich anzulegen, dann mögen sie wohl dahingehend nicht falsch liegen, als deren Argumentation vielleicht nicht hinreicht.....

Bei der Meinung über die beiden, zuletzt in Carmen und Traviata aufgetretenen Tenöre bleibe ich unverrückbar und bin mit meiner Einschätzung in sehr guter Gesellschaft. Jene mögen in dem Repertoire bleiben, das ihnen von ihrer Stimme und Persönlichkeit liegt und die eine oder andere Untugend ausmerzen. Sir Antonio Pappano hat in seiner hervorragenden Videoreihe Pappano's classical voices den zweiten Teil den Tenorstimmen gewidmet. Dort kommen neben zahlreichen Größen der Vergangenheit Florez und Kaufmann vor und zu Wort, jeder in seinem Metier (Florez versucht mittlerweile einen Fachwechsel). Es lohnt sich, diesen Film genau zu studieren!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
22. März 2021
20:38
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alcindo
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Forumsbeiträge: 249
Mitglied seit:
21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

hallo, Andreas Schnabl: ich kann verstehen, dass Sie ueber  die diskussion und polemik mit und von mme lohengrin nicht sehr erbaut sind... bevor Sie sich aber bemuessigt fuehlen gelbe karten zu verteilen sollten Sie besser recherchieren. im speziellen fall fangen Sie bei der Carmen an und suchen mme ls meinung zu Beczala, dann gehen Sie zur Traviata und checken mme's meinug ueber Florez, und dann vergleichen Sie de ton meiner repliken mit dem ton von mme. unter anderen meint Sie meine meinung seien hasstiraden und ich soll das maul halten, einmal meinte Sie auch, ich sollte aufpassen..??..das wird Ihnen vielleicht nicht aufgefallen sein.  vielleicht faellt Ihnen aber auf, dass der eine oder andere forumsteilnehmer in letzter zeit sich zurueckgezogen haben, einen davon kenne ich persoenlich, er schreibt zur zeit nichts, um sich nicht mit mmelohengrin zu streiten. also, bitte genauer recherchieren und kein globales urteil faellen, wenn Sie den verfauf der diskussion nicht kennen. mme l disqualifiziert konkurrenztenoere mit grundlosen argumenten, duldet aber nicht, dass man bei ihrem liebling negativa findet. und rein stimmtechnisch gesehen halte ich die beiden genannten tenoere Jk um einiges ueberlegen. aber in meinem ganzen leben habe ich noch keinen perfekten saenger kennengelernt

mit gruss alcindo, 

22. März 2021
20:19
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Christine
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Forumsbeiträge: 118
Mitglied seit:
22. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Es ist dies eine Antwort auf Lohengrins letzte Antwort unter Nesterenko ist tot. Aber unter diesem Titel ist es meiner Meinung nach nicht angebracht die Diskussion weiterzuführen.

Es geht hier um die Opernaufführungen. Die Traviata in der Neuinszenierung ist total unlogisch. Wer etwas über eine Influencerin sehen will, geht nicht in die Traviata sondern schaut sich einen heutigen Film an. Eine selbstbewusste junge Frau hört nicht auf den Papa ihres Geliebten weil dessen Tochter einen saudischen Adeligen heiraten will. Aber das haben wir ja alles schon diskutiert. Auch junge Leute gehen nicht in die Oper weil dort ein Auto oder ein Traktor auf der Bühne steht (fällt für mich unter sinnloses Drumherum). Da ich den Rosenkavalier nicht gesehen habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Nachdem was ich darüber gehört habe, habe ich keine Lust es mir anzuschauen. Ob er junge Leute in die Oper lockt? Aber der Rosenkavalier ist vielleicht auch nicht die richtige Oper junge Leute anzulocken.

In die Oper geht, wer die Musik liebt und sich an der Interpretation der Musik erfreuen möchte. Oder wer bestimmte Künstler liebt und diese sehen möchte. Am meisten wohl der, der beides verbindet.

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