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Der fliegende Holländer an der Wiener Volksoper
11. März 2019
14:31
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 970
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Susana,

mir geht es auch so, würde aber in der Regel nicht bei jeder Aufführung Vergleiche anstellen und sagen damals war es besser. Ich war gestern z.B. in einem Eugen Onegin, nicht unbedingt eine Oper, die ich zu meinen Lieblingsopern zählen würde. Ist eine sehr gelungene Inszenierung noch von Götz Friedrich, in einer sehr sehr guten musikalischen Umsetzung. Waren auch einige sehr gute Bekannte drin, kamen dann auch wieder auf "dieses" Thema und kamen dann auf Julia Varady und Mirella Freni, die wir auch darin erlebt hatten, aber keiner sagte jetzt die waren besser und unvergleichlicher. Man hat sie gehört, und damit wars. Ausserdem habe ich vor längerer Zeit mal geschrieben, die Erinnerung verklärt und vielleicht hat dann der damalige Star in der nächsten Vorstellung auch keinen guten Tag gehabt. Ich finde diese ständigen Vergleiche schon übertrieben, mir würde es dann überhaupt keinen Spaß mehr machen, in die Oper zu gehen...

11. März 2019
14:12
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susana
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Forumsbeiträge: 159
Mitglied seit:
16. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

UwePaul sagt
Es ist "bewundernswert" wie leidensfähig manche Opernbesucher sind. Die gehen in Aufführungen, anschließend wird "verglichen" weil man genau weiss, wie XYZ vor 40- 50 Jahren gesungen hat, und alle viele viel besser sind, als diese nichtskönnenden Künstler heute. Ich weiss nicht, warum diese Menschen noch ihre Zeit und ihr Geld opfern um sich das anzutun.  

 

Also ich kann nur für mich sprechen, ich gehe seit fast 50 Jahren in die Oper , da nimmt man die Vergangenheit einfach automatisch mit. Ich kann es nicht zu 100 % nicht ausblenden.. man nenne es vielleicht ua Erfahrung.

Ich persönlich gehe aber  nur in ausgewählte Vorstellungen , NUR zu Vorstellungen  bei denen ich mir etwas neues, anderes erwarten kann  für mich persönlich. Also eine neue Stimme die mir gefällt, etc. Od ich gehe ganz einfach in die Oper weil mir die Oper so gut gefällt , dass ich sie einfach nur wieder hören werde. Da kann es schon mal sein, dass man überrascht wird (leider zu selten, aber hin und wieder ja ) oder dass man enttäuscht wird. Was halt auch ab und zu vorkommt.  Aber wenn man kein Risiko eingeht kann man auch nicht gewinnen. Allerdings halte ich diese Risiken derzeit sehr gering . Dass meine Opernbesuche derzeit nicht zahlreich ausfallen, haben mehrerer Gründe.

Aber es gibt Musical, es gibt die unterschiedlichsten Konzerte .. also ich persönlich muss nicht jeden Abend wo anderes drinnen sein, aber ich kennen Menschen die müssen jeden Tag in einer anderen Veranstaltung sein.. aber so gestaltet jeder sein Leben anders.

Aber ausschalten kann ich meine Erlebnisse nie ganz .. und das will ich auch gar nicht. Ich habe viel tolle Aufführungen erlebt und sie haben mein Leben zu deiser Zeit erfüllt. Warum soll ich dies dann komplett aus meinem Kopf streichen. Das ist aber nicht nur bei besuchten Veranstaltungen so .

11. März 2019
14:11
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alcindo
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Forumsbeiträge: 320
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Uwe, machen Sie sich andere sorgen

11. März 2019
13:46
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 970
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Es ist "bewundernswert" wie leidensfähig manche Opernbesucher sind. Die gehen in Aufführungen, anschließend wird "verglichen" weil man genau weiss, wie XYZ vor 40- 50 Jahren gesungen hat, und alle viele viel besser sind, als diese nichtskönnenden Künstler heute. Ich weiss nicht, warum diese Menschen noch ihre Zeit und ihr Geld opfern um sich das anzutun.

11. März 2019
13:02
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alcindo
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Forumsbeiträge: 320
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

ja, und nicht einsehen wollen, dass wissen aus der erfahrung kommt, und dass kritik vom vergleich lebt

mit gruss alcindo

11. März 2019
12:51
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Christine
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Ja Alcindo, aber obwohl ich heute nicht mehr jung bin, dafür bin ich zu spät geboren. Andererseits hat wohl jede Zeit ihre besonderen Stars. Und bemerkenswert finde ich es, wenn Menschen, die sagen man solle nicht nur an die Vergangenheit erinnern, dann selbst nicht frei davon sind.

11. März 2019
12:16
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alcindo
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Forumsbeiträge: 320
Mitglied seit:
27. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

liebe Christine, schwierig wird es, wenn man noch Hans Hotter einige male und George London einmal gehört hat

11. März 2019
10:48
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Christine
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An Arthur: Was die Leistung von Herrn Cerny betrifft, ist Gurnemanz aber im Einklang mit allen anderen Kritiken, die ich bisher gelesen habe. Den Merker Kritikern gefällt die Aufführung nicht wirklich, sie berichten aber alle - bis auf Heinrich Schramm-Schiessl- davon, dass es dem Publikum offenbar gefallen hat. Wer Franz Grundheber als Holländer gehört hat, stellt natürlich hohe Ansprüche an seine Nachfolger. Hier beginnt auch Gurnemanz mit der Vergangenheit zu vergleichen.

11. März 2019
9:51
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arthurjones
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Sehr geehrter Gurnemanz.

Warum Sie sich so nennen, ist ein Rätsel. Bezeichnen Sie doch den Holländer als „deutlich erträglicher“, als Parsifal, Tannhäuser und Ring.

im Umkehrschluss finden Sie Parsifal also ziemlich unerträglich, nennen sich aber Gurnemanz. Ahja.

 

Ihrer Lobhudelei zu Herrn Cerny kann ich leider nicht zustimmen.

Laut. Ja, sehr laut. Aber wo waren Farben, Differezierung? Da böte Daland viel Gelegenheit. Vertane Chance.

Die Stimme außerdem viel zu hell, ich wünschte mir da einen schwarzen Bass.

Seinem Volksopern-Ochs blicke ich mit gemischten Gefühlen entgegen.

herzlichst,

Arthur

11. März 2019
9:16
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Miguel
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ad Gurnemanz und Akustik:

Ich finde ihre Informationen bezüglich Opernaufführungen im In- und Ausland durchaus bereichernd.

In Bezug auf die Akustik des Musikverein muss ich aber vehement widersprechen. Ich beschäftige mich selbst mit Akustik bei der optimalen Ausgestaltung meines Hörraumes und gehe sehr gerne in Konzertsäle im In- und Ausland.

Der Musikverein ist bis auf wenige Plätze (Orgelbalkon/Eck hinten, Parterre ganz vorne,..) und für die meisten Konzerte (außer bei extrem großen Besetzungen) geradezu ein Musterbeispiel eines guten Hörsaales, manche Aufführungen habe ich geradezu als "sphärisch" wahrgenommen. Wo sind denn ihre Plätze im Musikverein Gurnemanz?

Auch andere Säle sind gut, aber die haben auf verschiedenen Plätzen Höreinschränkungen. Meine Plätze auf Ganzseite Balkon in der Staatsoper sind viel schlechter als so mancher Orgelbalkonplatz im Musikverein.

10. März 2019
14:34
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 668
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Stehgeiger sagt
So bleibt eben bestenfalls ein Unterhaltungswert dieses Forums erhalten, seriös ist es leider durch derartige Wortmeldungen ("Musikvereinssaal hat schlechte Akustik", Thielemann ist ein unterdurchschnittlicher Dirigent") u.s.w. nicht!

Wenn Sie tatsächlich auf die Marketingtricks "Der Goldene Musikvereinsaal hat eine tolle Akustik" und "Thielemann ist ein toller Dirigent" hereinfallen, dann ist das nicht meine Schuld. Ich darf meine Meinung äußern und Sie ihre. Und dass Wagners Musik "sehr sehr einfach gestrickt" ist, denke ich so lange, bis ich vom Gegenteil überzeugt bin. Es gibt keine Musik-Meinungen, die man nicht äußern darf.
Und selbstverständlich ist der Satz "Die Volksoper sei nicht in der Lage, "große Oper" zu spielen, und das sei nicht ihre Aufgabe - wer das behauptet, verzapft Blödsinn." auch vollkommen korrekt - egal, ob Sie sich vielleicht angesprochen fühlen oder nicht, das kann ich nicht wissen.
Ich darf Ihnen versichern, ich werde weiterhin hier schreiben und meine Opernberichte einstellen, ganz gleich ob Sie diese lesenswert finden oder nicht bzw. ob es Antworten gibt oder nicht. Ich bin jederzeit an einer Diskussion interessiert (was man von gewissen anderen Forumsteilnehmern nicht sagen kann - bzw die seltsamen Mutmaßungen im Beitrag 3 bedürfen ja keiner Antwort).

@5 Interessant, danke für Ihre Schilderung! Die Sänger betreffend sind wir ja ähnlicher Ansicht. Die Inszenierung hat mir deshalb gefallen, weil sie eine unaufdringliche Interpretation liefert und zumindest mich berührt hat. Da war der Heiner-Müller-Tristan viel viel viel viel viel schlimmer. Nur weil ich spannendes Regietheater mag, heißt das noch lange nicht, dass ich auf Bieto und co. fixiert bin. Ich hab schon einmal geschrieben, dass ich auch zB Jean-Pierre Ponnelles Arbeiten schätze. Ich seh das nicht so schwarz-weiß.

@2 Buhs fürs Regieteam hab ich nicht gehört.

10. März 2019
12:38
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MotzArt
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Ich habe in meinem bisherigen Leben noch nie eine so uninteressante und langweilige Holländer-Inszenierung gesehen. 

Unter den mehr als drei Dutzend verschiedenen Holländer-Produktionen, die ich bisher weltweit gesehen habe,  waren zwar einige, die viel ärgerlicher waren, aber keine die sooooooo langweilig war.

Ich wollte mir eigentlich noch die Zweitbesetzung in der VOP anschauen, aber das erspare ich mir jetzt. Ein  zweite Mal tue ich mir diesen faden Schmarren sicher nicht mehr an.

Musikalisch war die Aufführung in Ordnung, aber nicht mehr. Cerny und Muzek sehr gut, Meagan leider sehr enttäuschend (nach ihren bisherigen tollen Leistungen in VOP und STOP) und das Engagement von Marquardt völlig überflüssig. Da hätte man sicher einen besseren Sänger finden können.

Ich findes es nur sehr interessant, dass ein junger Verfechter des Regietheaters eine derart langweilige Produktion für gelungen hält......

10. März 2019
12:22
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Stehgeiger
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Ich bin neu hier und werde voraussichtlich bald wieder ausloggen bzw. mich solange nicht stark einbringen, solange sich die Zustände hier nicht ändern. Was sich heute in der " Forumskritik Der fliegende Holländer" (die Forumsmacher ermöglichen es "Gurnemanz", dass er ganze Kritiken einstellt, er aber missbraucht diese Möglichkeit mit Beleidigungen wie "Blödsinn verzapfen" u.s.w.) abspielt, ist auf dem Niveau eines 16jährigen (nicht Über-20jährigen).

Natürlich ist die Musik durchgehend sehr sehr einfach gestrickt, aber insgesamt doch deutlich erträglicher als Parsifal, Tannhäuser oder der Ring oder oder...

Brauchen wir darüber noch diskutieren? Ich denke, wir sollten darüber gar nicht diskutieren, das ist pure Zeitverschwendung!

Man kommt dem Herrn mit zu viel Freizeit anderseits gar nicht aus, er mengt sich in jedes Thema ein und qualifiziert ab.

Nein danke, das brauche ich nicht. Es gäbe nur eine einzige Möglichkeit: Gar nicht auf solche Meinungen eingehen. Aber leider können sich andere Diskutanten nicht zurückhalten und antworten immer wieder (seriös) darauf.

So bleibt eben bestenfalls ein Unterhaltungswert dieses Forums erhalten, seriös ist es leider durch derartige Wortmeldungen ("Musikvereinssaal hat schlechte Akustik", Thielemann ist ein unterdurchschnittlicher Dirigent") u.s.w. nicht!

 

Schade, eine vergebene Chance! Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und beobachte weiter.

10. März 2019
11:44
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susana
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Forumsbeiträge: 159
Mitglied seit:
16. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Gurnemanz sagt
Sa., 9. März 2019

. Ich habe nur etwas dagegen, dass sie sich ausgerechnet für Wagner entschieden hat (als ob es keine besseren Komponisten gäbe!), aber den Holländer ordne ich als Wagner-Nicht-Fan zur besseren Wagner-Hälfte. Natürlich ist die Musik durchgehend sehr sehr einfach gestrickt, aber insgesamt doch deutlich erträglicher als Parsifal, Tannhäuser oder der Ring oder oder...

Nun wer soetwas verzapft, den kann man , auch wenn man sich noch so bemüht nicht ernst nehmen, nicht eine Zeile die irgendwo geschrieben steht.... Ich hätte einen Tipp - gehen Sie doch einfach in diese Opern nicht , wie wäre das .. aber ich glaube es ist ja bereits der Reiz solche Dinge von sich zu geben.., das "sich überheben"  über alle die den Fliegenden Holländer (in diesem Fall ) gerne hören.  Alleine die Aussage .. sehr sehr einfach gestrickt.. oder erträglicher als Parsifal ...Wie überheblich muss man eigentlich  sein um so etwas von sich zu geben.. Jeder Satz der danach kommt ist für mich nicht mal eine Sekunde wert es zu lesen..

10. März 2019
9:50
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florezaficionada
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hat HSS  ein feineres gehör oder drangen der schaumgebremste jubel und vereinzelte buhrufe für die regie nicht bis zum galeriestehplatz? wieder mal ein sehr subjektiver bericht eines bekennenden regietheater-verfechters!  werde mir demnächst selbstpersönlich ein urteil bilden! 

9. März 2019
23:48
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 668
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Sa., 9. März 2019

Die Volksoper sei nicht in der Lage, "große Oper" zu spielen, und das sei nicht ihre Aufgabe - wer das behauptet, verzapft Blödsinn. Natürlich soll die Volksoper ein breites Repertoire abdecken, und wenn sie das auch so gut macht wie heute, dann habe ich gar nichts dagegen. Ich habe nur etwas dagegen, dass sie sich ausgerechnet für Wagner entschieden hat (als ob es keine besseren Komponisten gäbe!), aber den Holländer ordne ich als Wagner-Nicht-Fan zur besseren Wagner-Hälfte. Natürlich ist die Musik durchgehend sehr sehr einfach gestrickt, aber insgesamt doch deutlich erträglicher als Parsifal, Tannhäuser oder der Ring oder oder...

Die Aufführung hätte allerdings nicht "Der fliegende Holländer" heißen sollen, sondern "Daland, ein norwegischer Seefahrer". Stefan Cerny war großartig, jedes Haus könnte sich glücklich schätzen, einen solch erstklassigen Bassisten im Ensemble zu haben. Er besitzt eine sehr große, volle, warme Bassstimme, singt wortdeutlich und technisch ausgezeichnet. Seine oftmalige Unart, das Verfärben bestimmter Vokale, nimmt immer weiter ab (heute war sie nur ganz selten zu merken), und mit Ausnahme eines zu gebellten "wenn dieser FremdEEE bei uns wohnt" singt er wunderbar auf Linie. Nur bei den ganz tiefen Tönen (welche es sind, weiß ich nicht, ich habe keinen Klavierauszug da) war zu merken, dass er sich damit ein bisschen plagt, aber er hat sie so gesungen, wie sie gehören, und nicht den Fehler gemacht, die Stimme künstlich abzudunkeln. Positiv rechne ich ihm auch an, dass er im Duett mit dem Holländer seine Riesenstimme sehr zurückgenommen hat, um seinen Kollegen nicht zu übertönen. Insgesamt eine großartige Leistung, die auch stark akklamiert wurde. Markus Marquardt war der Schwachpunkt, er fällt in die Kategorie "in Ordnung". Die Produktion war ja für Sebastian Holecek geplant, der an der Volksoper seit 2017 nicht mehr auftritt (was seine Gründe hat), und Marquardt ist eben nur ein Ersatzmann. Seine Stimme ist zwar wirklich schön, er kann gut singen, aber das wars auch schon. Zuweilen kämpfte er mit den Tücken der Partie, mehrmals schien er erschöpft, hat sich aber immer noch gut gefangen. Gestaltung beschränkt sich bei ihm auf "laut" und "leise". Farben in der Stimme - Fehlanzeige. Dabei hätte der Holländer doch wirklich viele Passagen, die man gestalten kann ("Das Heil, das auf dem Land ich suche, nie werd ich es finden!", "Wird sie mein Engel sein?", "Du aber sollst gerettet sein!" etc. etc.), sei's drum. MEIN Holländer ist Franz Grundheber, jeder andere Holländer dient nur zur Überbrückung bis zum nächsten Grundheber-Holländer, zu dem es aber wohl nicht mehr kommen wird. Marquardt mag für die Volksoper in Ordnung sein, aber dort hat man ja zum Beispiel auch einen Martin Winkler. Sehr zufrieden konnte ich aber mit dem Erik sein: Tomislav Mužek ist an einem kleinen Haus ein idealer Erik: Seine Stimme hat genau die richtige Mischung aus heldisch und lyrisch, er singt ausgezeichnet. Das war eine sehr erfreuliche Erstbegegnung, bitte gerne häufiger. Zwiegespalten bin ich bei der Senta von Meagan Miller: In den dramatischeren Passagen super, aber bei den lyrischen war mein Eindruck, dass die Stimme zu stark auf hochdramatisch getrimmt ist, obwohl sie es nicht ist. Wenn sie so weitermacht, ist wieder einmal eine tolle Sängerin verheizt. In den kleinen Rollen waren JunHo You und Martina Mikelić wirklich gut (er wird immer besser und hat mittlerweile ein super Niveau erreicht, sie war nicht ganz so gut wie gewohnt). Ein ganz großes Kompliment muss man dem Chor machen (einstudiert von Holger Kristen), es war ein vollkommen einheitlicher Klang und alles bestens. Das Orchester war in Ordnung, der Dirigent Marc Piollet hat gute Arbeit gemacht. Ein paar unsichere Einsätze bei den Bläsern bin ich von der Volksoper schon gewohnt.

Einen großen Teil zum Erfolg des Abends trug die Inszenierung von Aron Stiehl (Bühnenbild von Frank Philipp Schlößmann; Kostüme von Franziska Jacobsen) bei. Ganz im Gegensatz zur Mielitz-Produktion an der Staatsoper, in der die Geschichte realistisch erzählt wird (mit dem Feuer als Element des Holländers, daher Selbstverbrennung Sentas, mit Daland als geldgierigem Händler, mit Bildern von Kommunisten, mit Alkoholorgien, mit einer Art Massenvergewaltigung), zeigt die Volksoper eine psychologische Interpretation, eine Art Reise durch die Tiefen und Labyrinthe der Seele. Wichtig ist, dass eine "positive" Interpretation gezeigt wird: Während der Ouvertüre öffnet sich beim Erlösungsmotiv der Vorhang, der Holländer schreitet in einer in bläulich-schwarzes Licht getränkten Bühne fürbass und nähert sich einer blauen Fläche, ähnliches tut Senta ganz am Ende während des Erlösungsmotivs (das nicht gestrichen wird!). Stiehl hat vor zwei schon eine sehr gute Wally geliefert, der Holländer ist aber noch besser! Der Bühnenbildaufbau ist ähnlich, recht quadratisch, in den sich abwechselnden Farben blau, rot und schwarz, außerdem durch seine Abgeschlossenheit sehr sängerfreundlich (gute Akustik!). Die Personenführung ist super, man merkt, dass Stiehl bei einem Meister wie Konwitschny gelernt hat. Zahlreiche Details sind super, wie zum Beispiel die erste Begegnung zwischen Senta und dem Holländer. Der Holländer ist hier ein seelisch zerrissener Mensch. Ausgezeichnet finde ich die Einsetzung des Chores im dritten Akt: Der Chor singt ganz normal das "Steuermann, lass die Wacht!", und die Mannschaft des Holländers setzt dann per Audio-Aufzeichnung aus den Lautsprechern hinter den Zuschauern ein. Normalerweise bin ich strikt gegen die Verwendung von künstlichen Klangverstärkern, aber das hat (zumindest vom Galeriestehplatz) eine gewaltige Wirkung gehabt (zumal die Bühne dann auch von blau in rot getaucht wurde). Im Finale steht der Chor auf der Galerie und singt seine wenigen Sätze von dort, was auch super gewirkt hat. Der Dirigent tut mir jedenfalls leid, wenn er ein Orchester und einen Chor auf der Bühne mit einem per Aufnahme zugespielten Chor unter einen Hut bringen muss, Hut ab.

Bemerkenswert ist, dass die Inszenierung nicht nur mir als bekennendem "Regietheater"-Fan gefallen hat, sondern dass (wie ich nachher in kurzen Gesprächen erfahren habe) auch zahlreiche Opernbesucher mit einer konservativeren Erwartungshaltung sehr angetan waren. Das war endlich ein wirklicher Premierenerfolg, der seinen Namen verdient. Wer Gelegenheit hat, sollte die Produktion nicht versäumen. Am Dienstag hör ich mir die Alternativbesetzung an und bin schon gespannt.

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