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Das Lesen der Journale
22. Juni 2020
13:20
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HESE
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22. Juni 2020
11:52
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Amfortas
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@dalmont

Wenn Sie in Tasmanien waren und festgestellt haben, wie mit Treibjagden alle Menschen, die vorher dort lebten, wie Tiere abgeschossen worden sind, wenn Sie in Ushuaia standen und lesen mussten, wie die Yámana durch eingeschleppte Krankheiten umgebracht wurden, wenn Sie in Brüssel vor dem Denkmal von Leopold II. standen ...

Sie versuchen immer wieder, Ihren Einstellungen dadurch mehr Gehalt zu verpassen, in dem Sie auf ihre große Lebenserfahrung verweisen. Dass Sie damit anderen, die nicht in Tasmanien waren und auch sonst nicht dort, wo Sie schon gewesen sind, die Fähigkeit absprechen, zu ähnlich differenzierter Meinung zu kommen, ist Ihnen wahrscheinlich klar. Aber bei all Ihren Reisen haben Sie sich offenbar nicht die Frage gestellt, wie es denn in Tasmanien jetzt aussehen würde, wenn die Leute dort keinen Kontakt mit Europäern gehabt hätten. Die Lebenserwartung würde dort bei 40 Jahren liegen, 50 % der Neugeborenen würden an Infektionskrankheiten sterben und ein Drittel der männlichen Bevölkerung würde als Opfer von Gewalttaten sterben. Die von antiwestlichen Resentimens dominierte Vorstellung, die edlen Wilden in nicht-westlichen Ländern würden ohne den Kontakt zu unserem Kulturkreis alle noch im Paradies leben, wie es uns Rousseau als einer der Lieblingsphilosophen der sozialromantischen Linken erzählt hat, entspricht halt leider nicht der Realität.

und über ein bisschen Empathie verfügen, werden Sie mich verstehen ...

Ihre Empathie, die diejenigen, die  anders als Sie denken, offenbar nicht haben, reicht leider nicht aus, um mit jenen Kindern mitfühlen zu können, die im Fall einer ordinären Lungen- oder Wundinfektion wohl ihr Leben lassen müsste ohne die Errungenschaft des Westens, die dieser mit jenen Kulturkreisen teilt, die für diese Errungenschaften selbst nichts beigetragen haben.

... die MET, ein unsägliches Haus, das ich nur wegen der Chagalls und der Brunnenspiele davor liebe ...

Ich liebe die MET vor allem für die Qualität ihrer Opernvorstellungen, die in den USA ihresgleichen suchen.

Was den US-amerikanischen Racism anlangt: da halte ich mich eher an Toni Morrison als an den Trump-verliebten Amfortas.

Man muss nicht Trump-verliebt sein, um die Einseitigkeit der Berichterstattung über Trump im deutschsprachigen Raum zu bemerken oder um erkennen zu können, dass Trump genau so Gutes für die US-amerikanische Politik gebracht hat wie Obama Schlechtes. Aber der Rassismus des westlichen Kulturkreises ist wohl der unbedenklichste von allen Formen des Rassismus weltweit. Denn niemand außer uns, kein Afrikaner, kein Polynesier und kein Inder, hat die ihm eigene Form seines Rassismus derartig selbst analysiert, reflektiert und in jenem Ausmaß überwunden wie wir. Nur die Weißen und nur in der westlichen Kultur ist Rassismus überhaupt ein Thema, das Anlass zu Selbstkritik gibt. Und weil wir uns so gerne und mit so viel Stolz die Büßerhemden anziehen, erkennt man in den nicht-westlichen Kulturkreisen meist gar keinen Grund, sich mit den eigenen Formen des Rassismus auseinandersetzen und aus dem üblichen Schwarz-Weiß-Bild auszusteigen. Wenn die Weißen im Westen sich selbst als Täter bezeichnen, kann man in nicht-westlichen Kulturen bequem in seiner Opferrolle verbleiben und muss die Notwendigkeit gar nicht erkennen, sich kritisich mit dem eigenen Kulturkreis auseinander zu setzen. Wenn im Westen immer wieder Menschen behaupten, den Afrikanern ginge es nur deshalb wirtschaftlich so schlecht, weil es die Kolonialisation gab und die Globalisierung immer noch gibt, hat man in Afrika gar keine Notwendigkeit, sich zu überlegen, ob vormoderne Weltanschauungen, Korruption oder mangelnder Wille zur Veränderung, die selbstverschuldet sind, nicht ganz wesentlich zur Benachteiligung beitragen. Unsere Linken glauben immer noch an die seit 40 Jahren widerlegten Dependenztheorien, nach denen es dem Westen nur deshalb so gut geht, weil er immer noch quasi-kolonalistische Verhältnisse zu nicht-westlichen Regionen pflegt.

der deutsche Begriff Neger führt auch heute noch zu Diskriminierungen an Schwarzafrikanern oder schwarzafrikanischen Österreichern , angefangen vom Ausstopfen des Angelo Solimans und seiner Ausstellung im Museum bis zum Mord an Marcus Omufuma.

Dieser Sprung ist immer wieder zu groß. Sie schütten das Kind mit dem Bade aus, wenn Sie die Verwendung des Begriffs "Neger" gleichsetzen mit einer Haltung, die auch das Ermorden oder Ausstopfen von Schwarzen gutheißt. Man kann sich für die Menschenrechte unabhängig von der Hautfarbe stark machen, OHNE sich an die in linken Redaktionsbüros und geisteswissenschaftlichen Instituten ausgearbeiteten Regeln des politisch korrekten Neusprechs zu halten. Das eine hat mit dem anderen in Wahrheit gar nichts zu tun. Und unsere Haltung zu Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe ändert sich auch nicht, wenn wir alle paar Jahre neue Termini einführen, mit denen wir solche Menschen bezeichnen. Sie eignen sich bestenfalls dafür - wie alle Sprech- und Denkregeln - freie Diskussionen zu verunmöglichen.

Für Amfortas Einlassungen finde ich keine andere Erklärung, seinen Hass auf alles, was aus der Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen nach dem anfänglichen Grauen Positives erwachsen ist, lässt sich wohl nicht anders erklären, als dass der Leidensdruck (nach Aussagen einer hochrangigen Funktionärin der Psychoanalytischen Vereinigung Grundvoraussetzung für den Wunsch Analytiker zu werden) durch die Lehranalyse nicht zu einem „Erkenne-dich-selbst“ gewandelt werden konnte.

Sie betreiben lächerliche Hausfrauen-Psychologie, über die ich nur schmunzeln kann. Sie behaupten in Ihrer geradezu typischen Farbenblindheit für die Welt, dass das ehrliche Bekenntnis zu den Menschenrechten nur möglich sein, nachdem wir uns als Angehörige des westlichen Kulturkreises zunächst einmal selbst erniedrigt haben. Darin zeigen sich Ihre antiwestlichen Vorurteile, Ihr Rassismus mit umgekehrten Vorzeichen und Ihr Bedürfnis, sich als Angehöriger dieser Kultur über Ihresgleichen zu erheben, in dem Sie sich als Diagnostiker und damit Überwinder der eigenen Schuld aufspielen. Die eigene weiße Weste strahlt um so heller, je mehr man diejenigen, die einen umgeben, mit Dreck beschmiert.

Nur nicht so selbstverliebt und selbstgerecht wie Sie ...

Aber so viel steht fest: Niemand hier hat ein ausgeprägteres Bedürfnis als Sie, sich als breit gebildeter, weit gereister und lebenserfahrener Zeitgenosse zu verkaufen, der durch all die berühmten Menschen, die ihm vorgestellt wurden, weiser geworden ist als wir alle. Niemand verbrennt hier mehr Weihrauch als Sie, um sich selbst zu feiern. Deshalb ist Ihr Bedürfnis, den Kulturkreis ständig mit Dreck zu besudeln, dem Sie selbst angehören, wohl auch ein narzisstisch motiviertes.

Kreisky hat das nicht so gesagt ...

Kreisky hat wörtlich gesagt: "Lernen Sie ein bißchen Geschichte, dann werden Sie sehen, Herr Reporter, wie sich das in Österreich damals im Parlament entwickelt hat." Seither ist dieser überhebliche Spruch von Kreisky, der seine beleidigende Wirkung vor all durch die abwertende Bezeichnung "Herr Reporter" erhält, zum geflügelten Wort in Österreich geworden. Er wird mittlerweile als Totschlagargument verwendet, von denen es immer mehr gibt.

22. Juni 2020
10:26
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dalmont
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28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Nein nein Chenier, ich bin nicht schmähstad. Ich habe nur sehr viel Anderes und Interessanteres zu tun, als ständig im Netz zu lauern, und mag auch nicht mehr die Obsessionen einiger Merker – Diskutanten bedienen und versuchen, deren Brettln vor dem Kopf abzusprengen.

Sie können versichert sein, dass ich alle Aussagen, die ich treffe, mehrfalls absichere, auch die Aussagen zu Columbus. Und ich war nicht ikonoklastisch, ich will keine Denkmäler stürzen, ich verlange keine damnatio memoriae, ich will nur im 21. Jahrhundert eine differenzierte und nicht europäisch-zentrierte Beurteilung dessen, was war. Wenn Sie in Tasmanien waren und festgestellt haben, wie mit Treibjagden alle Menschen, die vorher dort lebten, wie Tiere abgeschossen worden sind, wenn Sie in Ushuaia standen und lesen mussten, wie die Yámana durch eingeschleppte Krankheiten umgebracht wurden, wenn Sie in Brüssel vor dem Denkmal von Leopold II. standen, der Millionen Menschen die Hände und Füße abhacken ließ, nur weil er seinen Kragen nicht voll kriegen konnte (er stammte aus dem Hause der Sachsen-Coburg und Gotha, dessen Mitglieder klarerweise auch zu verbrecherischen Nazis wurden), und über ein bisschen Empathie verfügen, werden Sie mich verstehen. Auch New York, auf das Sie sich so oft beziehen, ist nicht nur das Waldorf-Astoria (ein schönes Hotel) und die MET, ein unsägliches Haus, das ich nur wegen der Chagalls und der Brunnenspiele davor liebe, es ist auch die Bronx.

Sie halten mir immer vor, ich könne nicht sinnverstehend lesen, das ist natürlich bullshit. Wenn Sie sich gegenüber ehrlich sind, haben Sie zu früh auf meine Columbus-Aussage reagiert. Er war nur nicht die Lichtgestalt, die viele in ihm sehen wollen, so wie die Pilgrim Fathers eher auf den Stumpfsinn des Bible Belt in den USA heute verweisen als auf christliche Nächstenliebe, und sehr bald haben deren Nachfahren angefangen, die, die dort immer gelebt haben, umzubringen, weil die Natives ein anderes Eigentumsverständnis hatten, als die Europäer.

Versuchen Sie im Internetz nachzuforschen, was es mit Columbus auf sich hat, und ich hoffe, Sie können mit dem portugiesischen, brasilianischen und spanischen Idiom (und deren lokalen Varianten in den lateinamerianischen Staaten) so umgehen, dass Sie nicht nur auf den Blick der europäischen Kolonisatoren angewiesen sind.

Was den US-amerikanischen Racism anlangt: da halte ich mich eher an Toni Morrison als an den Trump-verliebten Amfortas .

Ich kann Alcindo folgen, was die Aussagen von Nachfahren von Einwohnern Mocambiques und Angolas bezüglich des Begriffs negro anlangt. Aber nero, noir, negro, negru et.al. sind romanische Bezeichnungen für schwarz, im Deutschen heißt es schwarz, und der deutsche Begriff Neger führt auch heute noch zu Diskriminierungen an Schwarzafrikanern oder schwarzafrikanischen Österreichern , angefangen vom Ausstopfen des Angelo Solimans und seiner Ausstellung im Museum bis zum Mord an Marcus Omufuma. Österreich war nie unschuldig! Gehen Sie ins Weltmuseum. Wunderbar gemacht, man muss halt viel lesen.

Und die Diskussion über „negro pardo preta“ in der lusophonischen Welt sollte Sie auch interessieren und Alcindo wird Ihnen darüber Aufschlüsse geben können.

Ihr geistiger Weggefährte Amfortas hat vor kurzem die Begriffe Übertragung und Projektion in die Diskussion geworfen (mittlerweile sind diese zu Beliebigkeiten aus dem tiefenpsychologischen Bauchladen depraviert), und damit Begriffe zusammengebracht, die miteinander, wenn auch eher entfernt, zu tun haben.

Was er nicht erwähnt hat, ist der Begriff der Gegenübertragung, eine sehr sehr komplizierte Theorie. Eine der sehr vereinfachten Deutungen dieses Begriffs im Wiki (nicht bei Freud) meint: „neurotische Übertragung (auch eine des Therapeuten auf den Patienten)“.

Für Amfortas Einlassungen finde ich keine andere Erklärung, seinen Hass auf alles, was aus der Déclaration des Droits de l’Homme et du Citoyen nach dem anfänglichen Grauen Positives erwachsen ist, lässt sich wohl nicht anders erklären, als dass der Leidensdruck (nach Aussagen einer hochrangigen Funktionärin der Psychoanalytischen Vereinigung Grundvoraussetzung für den Wunsch Analytiker zu werden) durch die Lehranalyse nicht zu einem „Erkenne-dich-selbst“ gewandelt werden konnte.

Aber auch für Sie, Chénier, der mir schon eine Psycho-Behandlung über die Merker-Community organisieren wollte, scheint das irgendwie zu gelten.

Wie erwähnt, ich lese die Erklärungen des Herausgebers jeden Tag, alles andere alle 10 Tage. Und dann recherchiere ich zu allem, was an Themen und Personen aufgeworfen wurde. Und, da Sie auch oft patzig sind, will ich es auch sein, ich recherchiere eben in allen Sprachen, die ich lesen kann, ob germanisch, slawisch, oder den vier großen romanischen Sprachen, die mir sehr nahe sind.

So ein Trottel, wie man mich ständig hinstellen will, bin ich nicht. Nur nicht so selbstverliebt und selbstgerecht wie Sie und etliche Ihren Denkgenoss/innen.

Ich fühle mich der sokratischen Maieutik verbunden. Und was lernen Sie Geschichte, dalmont, anlangt, fragen Sie den Merker-Autor Dr. Dusek, der, glaube ich, seine Brötchen im ORF-Archiv verdient hat. Kreisky hat das nicht so gesagt, wie es ständig zitiert wird. Vielleicht ist in Duseks Archiv gespeichert, wie der Wortlaut wirklich war. Ich kann den Satz leider nicht mehr aus der Erinnerung zitieren. Aber wenn Sie wollen, wende ich mich an den ORF-Kundendienst. Vielleicht kann das der Herausgeber abkürzen, er hat ja einen direkten Draht zu Dr. Dusek.

17. Juni 2020
11:12
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Chenier
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28. Februar 2018
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Ja, ein richtiger und wichtiger Beitrag, merci und gracias, dem ist wenig hinzuzufügen.

Dalmont scheint, ebenso wie seine Jünger, gleichermaßen "schmähstad" wie sprachlos zu sein.

17. Juni 2020
10:55
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Michta
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Amfortas vor den Vorhang:  Ihr Beitrag Nummer 2  bezieht allrs, was dazu gesagt werden kann ein, und trifft es so auf den Punkt! Danke vielmals!  

Ich betrachte diese Diskussion durch sie elegant "geschlossen" !     Mehr gibts dazu absolut nicht zu sagen!         Thanks,   grazie, hvala,  dakujem...

16. Juni 2020
16:11
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alcindo
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Amfortas, ich bin nicht immer Ihrer meinung, aber hier beim beitrag 2 sprechen Sie mir aus der seele......... " gutmenschen" stehen immer links

16. Juni 2020
15:22
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Amfortas
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@Chenier

Sich gegen Sklaverei auszusprechen und dabei die USA zu kritisieren, ist doch an Lächerlichkeit schwer zu überbieten. Wo bleibt das Engagement dieser antiamerikanischen Antifa-Schlägertrupps gegen die Sklaverei, die es in islamsichen Ländern teilweise bis heute gibt? Ach ja richtig - das würde ja bedeuten, eine fremde Kultur zu kritisieren und wer Sklaverei und Steinigung von Frauen in islamischen Ländern kritisiert, ist bekanntlich islamophob. 🙂

16. Juni 2020
14:48
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Chenier
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dalmont sagt

Was den Columbus anlangt: Dass er eine neue Welt entdeckte, mag eine heroische Tat sein. Dass er unendlich viel stehlen und Menschen töten und versklaven ließ, weniger. Deshalb kann man gut und gern die Heldenverehrung dieser Kolonisatoren heute aufgeben, und wenn das die Nachfahren der die Gemetzel überlebt habende indigene Bevölkerung der einzelnen Länder jetzt tun, dann ist das wohl sehr zu begrüßen. Und wenn in den europäischen Sprachen das von den Kolonialisten übernommene Vokabular gleichzeitig entsorgt wird, wäre das umso erfreulicher. Mit dem Zeitgeist von vor 550 Jahren hat das nix zu tun, viel mehr mit dem Selbstbewusstsein von heute lebenden Menschen.

Sie verwechseln scheinbar Columbus mit Cortez oder anderen "Entdeckern". Trotz teilweise fragwürdiger Handlungen ist er aber Teil der Geschichte und selbst wenn man seine Denkmäler stürzt, bleibt er als solcher erhalten. Diese ikonoklastischen Aktionen sind blinder Vandalismus und nicht das Gegenteil von "Verehrung".

Sklaverei ist übrigens eine zutiefst englische Angelegenheit und es waren primär englische Sklavenhändler, die primär englische Farmer in den Südstaaten mit billigen Arbeitskräften versorgten. Die "Amerikaner" gab es damals noch nicht und andere Nationen hatten mit dieser Angelegenheit nur sehr peripher zu tun!

Stone Mountain bei Atalanta, wo Jefferson Davis und 2 Südstaatengeneräle verewigt sind, könnte man nicht so einfach köpfen oder stürzen, das müsste man sprengen. Immerhin der zweitgrößte Monolith nach Ayers-Rock und auch das Teil der US-Geschichte.

Sehr eindrucksvoll:

280px-StoneMountain.jpgImage Enlarger

Ich möchte jetzt nicht sagen, lernen Sie Geschichte, dalmont, aber es lag mir auf der Zunge. Man sollte weniger dort dilettieren, wo man nicht viel weiß, denn da begibt man sich auf dünnes Eis.

16. Juni 2020
11:49
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Amfortas
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@dalmont

... unterschwellig Meinungsmache zu betreiben.

Die aktuelle Diskussion um die Todesfälle bei der Verhaftung von Schwarzen in den USA ist Meinungsmache der übelsten Sorte. Denn unsere linken Medien suggerieren, dass diese Todesfälle etwas mit Rassismus zu tun hätten, was mir zweifelhaft erscheint angesichts der Tatsache, dass in den USA weitaus mehr Weiße von Schwarzen ermordet werden als Schwarze von Weißen. Selbst die Zahl der bei polizeilichen Festnahmen getöteten Weißen ist größer als die der Schwarzen. Aber niemand würde auf die Idee kommen, deshalb den Schwarzen Rassismus vorzuwerfen. Wie denn auch? Rassistisch können immer nur die Weißen sein - zumindest nach der Logik der politisch korrekten Meinungsindustrie. So wie nur Männer sexistisch sein können und nur Rechte gewalttätig - allen Fakten zum Trotz. Die Progrome gegen Weiße, die in manchen westafrikanischen Ländern an der Tagesordnung stehen, gaben den Linksradikalen, die jetzt auf die Straße gehen, niemals Anlass zu Demonstrationen. Wahrscheinlich wissen sie nicht einmal davon, denn unsere Medien werden sich hüten, solche Informationen zu verbreiten. Jedenfalls wäre das Interesse unserer "Antirassisten" ohnehin nicht groß - Gewalt gegen Weiße wird konsequent als nachvollziehbare oder logische Reaktion verteidigt. So wie die Kasam-Raketen, die aus dem Gazastreifen regelmäßig auf israelische Siedlungsgebiete abgefeuert werden. Für unsere linksradikalen Tugendheuchler stellt sich nicht die Frage, wer im Recht ist. Einzig wer der Schwächere ist, scheint von Relevanz, bedeutet doch die Fürsprecherrolle für die Schwachen die größte moralische Aufwertung. Zumindest nach deren Logik.

Das Bedürfnis, den eigenen Kulturkreis, die eigene Hautfarbe und Herkunft mit Dreck zu besudeln, ist stark ausgeprägt unter unseren Linken. Sie beziehen den Großteil ihres Selbstwertgefühls aus der Fürsprecherrolle für die vermeintlich Schwachen. Ob die Schwachen wirklich schwach sind, ob Benachteiligung immer unverschuldet zustande kommt und ob die Schwachen im Recht sind - all diese Fragen stellen sich nicht. Sie dürfen nicht gestellt werden, denn das würde die Schwarz-Weiß-Malerei mit Farbnuancen versehen, und die Ehre der selbsternannten Fürsprecher wäre damit geringer.

Dass nicht die Solidarität mit den angeblich benachteiligten Schwarzen in den USA der wahre Anlass für die Demonstrationen ist, zeigt sich darin, dass bei diesen Demonstrationen Polizisten attackiert, Autos und Häuser in Brand gesetzt und Geschäfte geplündert werden. Man kann nicht für ein friedlicheres Miteinander demonstrieren und gleichzeitig Gewalt als probates Mittel zur Erreichung dieses Zieles rechtfertigen. Hier entlädt sich einfach nur der Hass antiwestlich gesinnter Linksradikaler, die weit stärker durch rassistische Resentiments - in dem Fall gegen Weiße - motiviert sind, als das bei den weißen Polizisten in den USA der Fall ist. Es ist also der berüchtigte Rassismus der Antirassisten, der Rassismus mit umgekehrten Vorzeichen also, der, neben der Sucht nach moralischer Hochwertigkeit, die Menschen zehntausendfach auf die Straße treibt. Man will sich die mediale Berichterstattung gar nicht vorstellen, würden Rechte solchen Irrsinn aufführen. Aber unsere linke Medienwelt blendet die Gewalt, die bei den Black-Lives-Matters-Demos zum Ausbruch kommt, konsequent aus. Wie gesagt: Gewalttätig können nur Rechte, niemals Linke sein.

Deshalb kann man gut und gern die Heldenverehrung dieser Kolonisatoren heute aufgeben ...

Kolumbus wird für sein überaus mutiges Unterfangen geehrt, sich ohne genaues Ziel im 15. Jahrhundert auf eine Seefahrt mit unbekanntem Ausgang begeben zu haben. Nur wer in Schwarz-Weiß-Schablonen denkt, wird diese große Tat nicht gelten lassen können angesichts der Nachteile, die die Zuwanderung von Europäern für die amerikanischen Ureinwohner brachte. Dass unreglementierte Massenzuwanderung also nicht zwangsläufig etwas Gutes ist, scheint bis zu den Multikulti-Anhängern der heutigen Zeit offenbar noch nicht vorgedrungen zu sein. Oder anders: Es gibt gute und schlechte Zuwanderung - die zum Nachteil der Europäer, Christen, Weißen ist gut, die zu ihrem Vorteil schlecht.

Und wenn in den europäischen Sprachen das von den Kolonialisten übernommene Vokabular gleichzeitig entsorgt wird, wäre das umso erfreulicher.

Da ist sie wieder: die Forderung nach Manipulation der Sprache um das Denken der Menschen in die Richtung zu lenken, die man selber gerne hätte. Wenn "Vom Winde verweht" plötzlich auf dem Index der verbotenen Filme landet, haben wir auf jeden Fall wieder einmal die falsche Tür aufgestoßen. Die Pipi-Langstrumpf-Bücher von Astrid Lindgren wurden von unseren Gutmenschen ja schon wegen ihres "jugendgefährdenden Potentials" zensuriert. Was wird als nächstes verboten werden? Shakespeares Othello? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Leute anfangen, Bücher zu verbrennen, wie sie das mit den Büchern von Thilo Sarrazin in Hamburg ja schon gemacht haben.

Die Kommentare zu den einzelnen Themen auf der Startseite sind immer politisch. Der Herausgeber versucht das zwar immer in Abrede zu stellen, aber das ändert nichts an dieser Tatsache. 

Waren nicht Sie es, der vor ein paar Monaten behauptet hat, Kunst sei IMMER politisch?

15. Juni 2020
19:32
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dalmont
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sp_UserOfflineSmall Offline

Warum sich Dr. Wagner mit ihren Überlegungen zum manipulativen Journalismus ein Eigentor schießen wollte, ist schleierhaft. Dass der öffentlich ermordete Amerikaner strafrechtlich kein unbeschriebenes Blatt war, wurde nicht verschwiegen. So wie Dr. Wagner den Sachverhalt formulierte, wurde mittransportiert (Sie ist ja eine große Kennerin des schnitzlerschen ZwischendenZeilen-Schreibens), dass es bei der öffentlichen Ermordung keinen Unschuldigen getroffen hat. Und da wurde genau das gemacht, was allen anderen angeprangert wurde: unterschwellig Meinungsmache zu betreiben. Was fällt einem dazu ein? Selbstgerechtigkeit? Oder das Bibelzitat vom Splitter im Auge des Anderen und dem Balken im eigenen?

Was den Columbus anlangt: Dass er eine neue Welt entdeckte, mag eine heroische Tat sein. Dass er unendlich viel stehlen und Menschen töten und versklaven ließ, weniger. Deshalb kann man gut und gern die Heldenverehrung dieser Kolonisatoren heute aufgeben, und wenn das die Nachfahren der die Gemetzel überlebt habende indigene Bevölkerung der einzelnen Länder jetzt tun, dann ist das wohl sehr zu begrüßen. Und wenn in den europäischen Sprachen das von den Kolonialisten übernommene Vokabular gleichzeitig entsorgt wird, wäre das umso erfreulicher. Mit dem Zeitgeist von vor 550 Jahren hat das nix zu tun, viel mehr mit dem Selbstbewusstsein von heute lebenden Menschen.

Dass man ständig alles Geschriebene darauf abklopfen muss, was einem wirklich gesagt wird, ist eine Binsenweisheit. Interpretieren und Deuten ist, wenn man es redlich machen will, allerdings eine äußerst mühsame Angelegenheit.

Die gestrige Startseite bedarf noch eines Kommentars:

Die Kommentare zu den einzelnen Themen auf der Startseite sind immer politisch. Der Herausgeber versucht das zwar immer in Abrede zu stellen, aber das ändert nichts an dieser Tatsache. Die Kommentare (fast immer mit negativem Touch, so als würde nichts, was getan wird, nach reiflichen Überlegungen getan im Vesuch Dinge in den Griff zu bekommen), sind manchmal ironisch, sarkastisch, oft polemisch. Das reizt klarerweise zum Widerspruch, was den Herausgeber freuen sollte. Er gibt die Themen vor, die dann im Forum aufgegriffen werden. Und da geht es nach wie vor einigermaßen gesittet zu, wenn ich an manche Foren bei Zeitungen, die einigermaßen sauber recherchieren, oder im ORF denke.

Und noch einmal: die Kommentare zu den einzelnen Themen sind von einer politisch-weltanschaulichen Haltung geprägt. Aber natürlich ist es nicht die einzige. „Hände falten, Goschn halten“ funktionierte nicht einmal bei einer Weltreligion, erstaunlicherweise jedoch jetzt perfekt bei einer vor nicht allzulangen Zeit umgefärbelten politischen Partei.

Dass man mit Ihnen „streiten“ will, sollten Sie eher als Kompliment nehmen, denn als Versuche, Sie politisch „anzuschießen“.

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