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Das Lesen der Journale II | OnlineMerker | Forum

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Das Lesen der Journale II
22. Juni 2020
17:34
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mmnischek
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@dalmont + @Amfortas

es ist einigermaßen interessant Ihrer beider Diskussion zu folgen! - Sie beide schenken sich nichts, und es geht tatsächlich um kulturelle Unterschiede, auch des Umgehens damit, was als "Rassismus" bezeichnet wird. - Eigentlich geht es darum, ob "Rassismus" nur ein Wort ist, mit dem man andere beschimpfen kann, oder ob tatsächlich eine Begriffsbildung dahinter steckt. - Ein paar weniger wechselseitige Vorwürfe wären hilfreich, damit der eigentlich zutiefst sachliche Charakter Ihrer Diskussion besser zutage tritt! - Diese Diskussion ist es wirklich wert, geführt zu werden, da es in den Medien definitiv nicht geschieht, sondern nur Denk-Regularien festgeschrieben werden. - Es wäre wahrhaftig traurig, wenn auch hier diese Diskussion abgewürgt würde! 

Es sind bei Ihnen beiden jedenfalls immer Argumente, die ins Feld geführt werden. Und das ist entscheidend dafür, daß eine Diskussion fruchtbar für andere sein kann. - Es geht ja nicht um Parteinahme, sondern um die Möglichkeit, die Argumente der jeweiligen Seite verstehen und für sich einschätzen zu können.

Herzlichen Dank Ihnen beiden!

P.S.: Hier nämlich ein Lehr-Beispiel, wozu die nicht geführte Diskussion über "Rassismus" hinübergleitet:

https://www.tichyseinblick.de/.....krawallen/

https://www.tichyseinblick.de/.....stuttgart/

22. Juni 2020
16:18
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muito estimado dalmont porque Voce nao da subvencoes  para a MET? entao pode reclamar montagens no seu gosto...... asim se va fazer o que a maioria dos mecenas requere. n.g.r es um termo comun como asiatico o caucasio, e se nao va em conjunto com um peiorativo para mi nao ten problemas....um dos meus melhores e mais queridos amigos e preto. cumprimentos

22. Juni 2020
16:13
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Welche Statistiken ziehen Sie zu Rate, wenn Sie über die Krankheiten der im 19. Jahrhundert ausgerotteten Tasmanier und Feuerländer fabulieren? Sie begeben sich auf ein peinliches Terrain, Herr Psychoanalytiker.

Peinlich wird das eher für jene, die nicht wissen, dass sich die Lebenserwartung nicht nur im westlichen Kulturkreis sondern praktisch auf der ganzen Welt dadurch innerhalb von 100 Jahren praktisch verdoppelt hat, weil wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Entwicklungen aus dem Westen dies ermöglicht haben. Wer glaubt, die Lebenserwartung in Feuerland oder Tasmanien hätte sich seit dem Kontakt mit dem Westen und dadurch bedingt nicht dramatisch verlängert, der blendet schlicht die Realität aus. Und die Zunahme der Lebenserwartung ist auch in menschlichen Populationen ein guter Gradmesser dafür, dass sich etwas in die richtige Richtung entwickelt hat. Und das ist - wie gesagt - ein Verdienst des Westens, zu dem die Tasmanier und Feuerländer wenig bis nichts beigetragen haben.

wie verhalte [...] Ihn gleich abmurksen?

Ich vermute mal, dass solche Polemik nur den Zweck hat, von Ihrer dürftigen Sachargumentation abzulenken. Nochmals: Es ist das eine, den Profit zu erkennen, den nicht-westliche Kulturkreise durch den Kontakt mit unserem Kulturkreis hatten und haben. Und es ist etwas grundsätzlich Anderes, den Angehörigen einer nicht-westlichen Kultur abzumurksen. Beides in einen Topf zu werfen, ist ein leicht durchschaubarer und kindischer rhethorischer Trick.

Woher nehmen Sie die arrogance anzunehmen, dass diese so dumm gewesen sind, nicht mit ihrem Leben zurecht zu kommen?

Ich wüsste nicht, wo ich das behauptet habe. Aber es lässt sich nunmal nicht gut leugnen, dass die moderne Zivilisation zu einer zunehmenden Befriedung unserer Gesellschaft geführt hat und deshalb Kulturen, die diesen Zivilisationsprozess in dieser Form nicht durchgemacht haben, zwangsläufig im Alltag mehr Gewalt aufweisen. Man kann natürlich streiten, ob Stammeskämpfe und Kriege prinzipiell gut oder schlecht sind. Man kann leugnen, dass es besser sei, als Mann mit 80 Jahren an einem Herzinfarkt zu sterben als mit 30 Jahren an einer Kriegshandlung. Dass die Wahrscheinlichkeit, eine Blinddarm- oder Lungenentzündung heutzutage zu überleben, dort am größten ist, wo man am meisten Zugang zu westlicher Medizin hat, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Und wenn wir all das berücksichtigen, werden wir wohl kaum zur sozialnaiven Vorstellung kommen, den Menschen in archaischen Kulturkreisen würde es ohne Kontakt mit den Weißen heutzutage besser gehen.

Was sind Sie doch für ein weißeuropäischer Rasssist!

Ein Rassist ist jemand, der glaubt, dass jemand allein aufgrund seiner Hautfarbe dümmer, moralisch minderwertiger, gewalttätiger o. ä. wäre. Andererseits hat es nicht das Geringste mit Rassismus zu tun, die Überlegenheit des eigenen Kulturkreises in wissenschaftlicher, kultureller, wirtschaftlicher und vielfach auch moralischer Hinsicht anzuerkennen, wenn es ganz klare Beweise dafür gibt. Immerhin hält sich die Zahl derer, die die Errungenschaften des westlichen Kulturkreises freiwillig aufgeben, um bei den Beduinen in der Sahara oder den Maori zu leben, in Grenzen, während gleichzeitig Millionen von Menschen aus nicht-westlichen Kulturen nach Europa oder Nordamerika wollen. Warum wohl? Weil wir es BESSER gemacht haben als andere. Als Linker werden sie sich bis 1989 wohl immer wieder gefragt haben, warum viele Menschen aus der sozialistischen DDR unter Lebensgefahr in die kapitalistische BRD flüchten. So wie sie sich wohl auch heute nicht erklären können, warum die halbe Welt dort hin will, wo rassistische Weise ihre kapitalitischen Gesellschaften aufgebaut haben. Als einzige mögliche Erklärung wird Ihnen wohl nur das rassistische Vorurteil einfallen, diese Menschen, die zu uns wollen, hätten keine andere Chance angesichts des Elends, das wir Weiße (Christen, Männer, Heterosexuelle) in ihren Ländern verursacht haben. Aber das wäre natürlich entweder eine naive Fehlannahme oder eine dreiste Lüge.

aber der weiße Rassismus ist möderisch, versklavend.

Der weiße Rassismus WAR mörderisch und versklavend. Das gehört der Vergangenheit an und nur mehr Ausnahmen bestätigen die Regel, die deshalb auch so ausführlich diskutiert werden können. Ausschließlich die Weißen haben begonnen, sich mit ihrem Rassismus auseinanderzusetzen. Die rassistischen Vorurteile der Schwarzen den Weißen gegenüber wurden dagegen noch nicht einmal ansatzweise thematisiert. Damit haben die Weißen wieder einmal die Nase vorne. Daraus abzuleiten, nur Weiße könnten rassistisch sein, ist lächerlicher Nonsens. Es sind weiße Journalisten, die weiße Polizisten dann medial vorführen, wenn sie bei ihrer Arbeit einen Schwarzen töten. Schwarze Journalisten, die Schwarze in Afrika medial vorführen, wenn diese Weiße töten, gibt es hingegen nicht - und das, obwohl der schwarze Rassismus in Afrika ein um ein Vielfaches größeres Problem ist als der weiße Rassismus in Europa oder Nordamerika.

Hier verhält es sich wie bei der Diskussion um die angebliche Diskriminierung von Muslimen in unserem Kulturkreis. In islamischen Ländern werden jedes Jahr 100.000 Christen nur deshalb umgebracht, weil sie Christen und damit nach muslimischer Logik Menschen zweiter Klasse sind. Aber trotzdem werden wir nicht müde, uns als Christen oder westliche Atheisten selbst zu geiseln angesichts unserer Vorurteile, die wir dem Islam gegenüber haben. Finden Sie das nicht alles ziemlilch einseitig, undifferenziert und geradezu pathologisch angesichts der ohnehin bereits bestehenden Schieflagen?

weil es leider keine sicheren Wahrheiten gibt ...

... abgesehen von Ihrer Wahrheit, dass es den Maori besser ginge, wenn sie nie mit unserem Kutlurkreis Kontakt gehabt hätten ... was wiederum eine ganz klar rassistische "Wahrheit" ist. 😉

Amfortas, lesen Sie Freud!

Ich kann mit gutem Recht sagen, dass ich so gut wie alles gelesen habe, was Freud publiziert hat. Darin unterscheide ich mich wohl von Ihnen. Freud hat sein Leben lang den Wert erkannt, den das moderne Denken, die moderne Kultur haben. Er hätte seinen eigenen Kulturkreis nicht kritisiert, um arachaische Sitten fremder Völker damit zu beschönigen. Freud war kein Kultur- oder Werterelativist, der ernsthaft behauptet hätte, unaufgeklärte oder vormoderne Kulturen hätten uns etwas voraus. Freud war kein Rassist - Sie hingegen sind einer. Und zwar einer, der das Umdrehen des Vorzeichens verwechselt mit dem Überwinden einer schlechten Neigung.

22. Juni 2020
15:38
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Ihre Antwort, Amfortas, ist (freudianisch) sehr interessant zu lesen. Da ich wieder einmal im Zug sitze, antworte ich heute.

Dass Sie alles, was mir wichtig war, in Ihrer Antwort nicht reflektiert haben, ist bezeichnend. Sie deswegen als Hausfrauen( notabene) oder Küchenpsychoanalytiker zu bezeichnen, würde ich nicht wagen.

Ich verweise nicht auf Lebenserfahrungen, wenn ich „Schwänke aus meinem Leben“ erzähle. Gott sei Dank musste ich in meinen sieben Lebensjahrzehnten keine der mörderischen Erfahrungen machen, wie die Menschen in Feuerland, Tasmanien, in Neuseeland, Südafrika, ecc. , überall dort, wo die weißhäutigen Usurpatoren ihr mörderisches Werk ausgeübt haben, Sie dürfen gern auch das von Ihrem Großtrump regierte US-Amerika dazuzählen (den kleinen haben wir ja hier).

Welche Statistiken ziehen Sie zu Rate, wenn Sie über die Krankheiten der im 19. Jahrhundert ausgerotteten Tasmanier und Feuerländer fabulieren? Sie begeben sich auf ein peinliches Terrain, Herr Psychoanalytiker.

Und eine Bitte um professionellen Rat: wie verhalte ich mich einem Maori gegenüber, auch dort war ich nämlich, in Neuseeland, und die wurden noch nicht ausgerottet, wenn er von den stinkkonservativen Met-Inszenierungen nix hält (so wie ich, der sie mehrmals in NYNY erleben konnte), geschweige denn von Oper was weiß, aber Kiri te Kanawá kennt? Ihn gleich abmurksen?

Ich habe mir immer die Frage gestellt, wie es aussehen würde, wenn die weißen Christen nicht nach Südamerika oder Ozeanien gekommen wären. Ich hätte in Tasmanien 100 % dunkelhäutige Menschen angetroffen, die mich möglicherweise nicht akzeptiert hätten.

Woher nehmen Sie die arrogance anzunehmen, dass diese so dumm gewesen sind, nicht mit ihrem Leben zurecht zu kommen? Weil Sie so ideologisch weißrassistisch verblendet sind?

Oder die Natives in den USA: Sie nehmen an, dass man dort auf Trump und seine Gesinnungsgenossen gewartet hat, weil auch die zu blöd waren, sich weiter zu entwickeln.

Was sind Sie doch für ein weißeuropäischer Rasssist!. Es tut mir leid, aus Ihren Zeilen ist nix anderes herauszulesen zu können.

Sie interessieren sich nicht für Menschenrechte. Geben Sie es doch zu. Hätten Sie den sinngemäß zitierten Satz: Alle Menschen seien gleich an Rechten und Würden internalisiert, würden Sie nicht so reden können, wie Sie schreiben.

Sie als Psychoanalytiker sind wohl kein Freudianer, auch kein Lacanianer, ich denke, Sie kommen aus jenen angeblich psychoanalytisch orientierten „tiefenpsychologischen“ Richtungen, die ans Esoterische grenzen. Wenn Sie Freud ernst nehmen würden, können Sie nicht so schreiben wie Sie schreiben.

„.... Überwinder der eigenen Schuld“: pappalapapp.

Wenn Sie von Rassismus reden: Sie reden von Kolonialismus. Schon die Josefstädter mögen die Meidlinger im allgemeinen nicht sehr (ich schon!), aber der weiße Rassismus ist möderisch, versklavend.

Amfortas: Kreisky-Zitat. Wenn es wirklich so von ihm gesagt wurde: Hut ab, dass Sie es sich gemerkt haben. Aber Sie werden zugeben: das bedeutet doch etwas anderes als das, was immer von der "Lügenpresse!!" zitiert wird. Sie als Analytiker müssen doch die Valeurs in Worten zu deuten wissen!!!!Hoffentlich, zum Wohl Ihrer Klienten!

Und zum Schluss: Ja, ich glaube ich bin breit gebildet, weil ich als Maieutiker in die Welt hinein schaue, alles wissen will, weil es leider keine sicheren Wahrheiten gibt, die Welt größer ist als die Distanz zwischen Meidling und Mauerbach (dazwischen gibt es einen Baum des Friedens, an deren Wurzeln meine liebse Freundin ruht) und ich überzeugt bin, dass sich Kultur in Sprache ausdrückt, und ich einige davon gelernt habe. In meiner Pension Portugiesich wegen Pessoas Libro del desasosiego (die Lektüre kann ich nur jedem empfehlen) und Russisch wegen Anna Achmatova.

Amfortas, lesen Sie Freud!

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