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chiuso di nuovo - Schon wieder gesperrt
3. Juli 2020
14:41
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dalmont, ecco, das war es

3. Juli 2020
2:58
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Alcindo, nein, habs noch nicht gelesen. Aber sollte Ihr Hotel das „La Fenice et des Artistes“ gewesen sein, dann ist es selbiges, dessen Schließung ich beklagte, weil es auch meiniges war. Morgen werde ich Ihren Text suchen.

2. Juli 2020
17:58
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War nur eine These, ich hoffe auch nicht, dass sie in dieser Form eintritt. Ich glaube trotzdem, dass sich der Ensemblegedanke verstärken wird, mehr Sänger an Häuser gebunden und auch die Spitzensänger weniger herumtingeln werden. Der Opernbetrieb wird sich wahrscheinlich ein wenig ändern, nicht in der krassen Form, wie von dalmont formuliert, aber trotzdem nicht ganz so bleiben wie bisher.

2. Juli 2020
17:10
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Die Stars der Oper sind in aller Welt herumgereist seit es die Möglichkeit dazu gab. Ich kann mir schwer vorstellen, dass sie sich nur mehr auf wenige Häuser beschränken werden. Das wäre auch schlimm, denn es hat ja nicht jeder Opernbesucher Zeit und Geld in der Welt herumzufahren. Das Ensemble von Wuppertal wird kaum an der Met singen und die Stars nicht nur in Wuppertal. Wir werden Geduld haben müssen.

2. Juli 2020
15:56
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Chenier sagt
... wird der Opernbetrieb in Zukunft vermutlich kleinräumiger werden, "regionales Opernbusiness", mit mehr Ensemble und weniger Internationalität in jeder Hinsicht, insgesamt wahrscheinlich ein qualitativer Quantensprung nach unten.   

Das scheint mir eine gewagte Prognose. Geliefert wird, was der Markt verlangt und was zudem auch möglich ist. Es gibt regionale Häuser (z. B. Wuppertal), es gibt global denkende Häuser (z. B. die Met in New York). Erstere haben Probleme, weil viele Opernfans aus den Medien die Weltstars kennen und diese auch hören wollen. Letztere haben jetzt Probleme, da die reisenden Stars nicht kommen können. Mir scheint die Lösung dann eher zu sein, die Reisen der Stars zu reduzieren als die Stars abzuschaffen. Man kann doch - von Ausnahmen vielleicht abgesehen - nicht in der Met mit dem Ensemble von Wuppertal spielen? Die kriegen doch ihre 800 Plätze schon selten voll, wie sollten sie 4000 füllen? Bzgl. der Frage, ob ein Star, der nicht reist, überhaupt ein Star sein kann, müssen wir vielleicht umdenken. Ein qualitativer Sprung nach unten scheint mit auf Grund der heutigen weltweiten Verbreitung über die Medien aufs Ganze gesehen sehr unwahrscheinlich. Ein auf Grund unzureichender Sänger leer gespieltes Opernhaus wird es auf Dauer meines Erachtens nicht geben. Ein quantitativer Sprung nach unten ist für mich allerdings vorstellbar.

2. Juli 2020
13:10
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trägt der kreative Geist unserer Tage eigentlich noch Mundschutz.... oder schon Maulkorb?

Maulkorberlässe im Zusammenhang mit Covid-19 gab's und gibt's genug. Das reicht von der Feststellung des Innenministers, dass Menschen, die von der Regierungsmeinung abweichen, "Fälle für die Polizei" seien, bis hin zu jenen Ärzten, die mit Disziplinarverfahren bedacht wurden, weil sie Prognosen gestellt haben, die sich aus heutiger Sicht als korrekt herausgestellt haben. Die Wahrheit stirbt bei der Abschaffung von Bürger- und Menschenrechten bekanntlich als erstes. Sie muss verdreht, auf den Kopf gestellt und abgeschafft werden, um die Menschen dazu zu bringen, das aufzugeben, was unsere Vorfahren über Jahrhunderte blutig erkämpft haben. Der kreative Geist von heute trägt wahrscheinlich weder Mundschutz noch Maulkorb. Mundschutz trägt er deshalb nicht, weil diese über ihre Symbolwirkung hinaus keinen nachweisbaren Effekt bei der Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV2 haben. Und Maulkörbe lassen sich bekanntlich nur jene verpassen, die entweder leicht einzuschüchtern sind oder sich gerne von oben vorschreiben lassen, was sie zu sagen (und zu denken) haben.

1. Juli 2020
20:37
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Wow, Amfortas,- Sie trauen sich aber wirklich, die Wunde zu benennen- trägt der kreative Geist unserer Tage eigentlich noch Mundschutz.... oder schon Maulkorb?

1. Juli 2020
19:21
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"Der Satz „Oper wird nicht überleben“ sollte eigentlich – im Anschluss an den vorangegangen Satz bedeuten: „Oper – verstanden als Operabusiness -, wie wir es kennen, wird so nicht überleben“."

Ok, dalmont, das ist ein Diskussionsbeitrag, den man so stehen lassen kann. Auch wenn ich nicht ganz Ihrer Meinung bin und diese für etwas überpointiert halte, wird der Opernbetrieb in Zukunft vermutlich kleinräumiger werden, "regionales Opernbusiness", mit mehr Ensemble und weniger Internationalität in jeder Hinsicht, insgesamt wahrscheinlich ein qualitativer Quantensprung nach unten. 

1. Juli 2020
11:58
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Rodolfo und Cavaradossi hätten sich gegen die staatliche Bevormundung gewehrt, die leider immer noch viel zu viele Menschen obrigkeitshörig über sich ergehen lassen. Sie hätten NICHT brav das nachgeplappert, was ihnen die Mächtigen vorgegeben hätten.

1. Juli 2020
9:29
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So viel Liebe zur Kunst … und keinerlei Vision, wie die Oper expressiv auf das JETZT antworten könnensollenmüsste  ( und zwar Jetzt ! )--- was hätten wohl Rodolfo/ Cavaradossi und Konsorten dazu zu sagen ?

30. Juni 2020
0:33
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@dalmont, vielleicht ist es Ihnen entgangen: beim kapitel schon wieder gesperrt habe ich mit #19 an Sie geschrieben, ich hoffe, sie haben das bemerkt

gruesse alcindo

30. Juni 2020
0:28
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caro dalmont, mai ho cercato la logica nell opera, mi dispiace......jetzt wird gleich wieder geschimpft werden, dass ich auf spanisch schreibe....aber das war ja letztens portugues...und jetzt italienisch. einmal, vor vielen jahren war ich einen ganzen november lang in Venedig, so kenne ich auch Venedig ohne turisten, hochwasser hat es damals auch gegeben. schoen war mein zimmer im hotel La Fenice, neben meinem zimmer eine damals gut im kurs stehende asiatische geigerin.....

saluti notturni  alcindo

30. Juni 2020
0:17
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Der Satz „Oper wird nicht überleben“ sollte eigentlich – im Anschluss an den vorangegangen Satz bedeuten: „Oper – verstanden als Operabusiness -, wie wir es kennen, wird so nicht überleben“.

Im letzten Satz habe ich allerdings alles nochmals klar ausgedrückt: „Machen wir uns doch nix vor: Oper, so wie sie vor einem Jahr war, wird es nimmer geben“. 

Aber wer liest schon letzte Sätze? Ich selber ja auch nicht, wenn ich mich über etwas ärgere. Eigentlich wollte ich mit meinen Überlegungen ja nur von der Corona-Debatte mit Amfortas, die zu nix führt, da er für seine Theoreme seine Säulenheiligen aus Stanford und den Mainzer Emeritus als verkanntes und verfolgtes Genie braucht, weg- und auf die Oper zurückkommen.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen war eine Aussage von Peter Schwenkow bei Lanz vor etlichen Wochen. Er meinte norddeutsch-schnoddrig, aber nicht ohne humorvollen Unterton, dass die Klassiksparte für die nächsten drei Jahre tot sei, da sich die 90jährigen lieber über Covid-19 unterhielten als über die Qualität einer Aufführung (aus dem Gedächtnis interpretierend zitiert).

Das Opernbusiness war überhitzt, wie alles andere auch. Wenn Groissböck nächtens weiß Gott wohin tschundert um eine Probe zu machen um dann wieder zurück zu tschundern um irgendwo was zu singen, dann ist das Business. Sokolow erarbeitet ein Programm pro Jahr, das spielt er dann einige Monate lang.

Die Sänger hetzten von Ort zu Ort, viele in prekärsten Arbeitsverhältnissen, selbst Klein- und Mittelpartien reisend besetzt.

Das Opera-Business ist nur eines von vielen Businesses. Ein anderes vergleichbares und auch damit zusammenhängendes: das Herumreise-Business, Tourismus genannt.

Ich sitze gerade in Venedig (Amfortas: Bitte nicht wieder zum Pawlowschen Hund werden). Vor einem Dreiviertel-Jahr konnte ich nur vor 9.30 Uhr über den Rialto gehen (im Februar oder November), danach musste man sich durchkämpfen, damals standen auf Brücken Polizisten, die die Touristen weiter jagten, weil sonst ein lebensgefährlicher Stau enstanden wäre. Grölende, besoffene Touris en masse.

Jetzt: Ruhe, Stille, wenig Menschen, vor allem kaum lästige Silbernacken, dafür viele junge Leute, auch ruhig, und vor allem: überall das Venesiàn zu hören, die Tauben haben sich mangels Fütterung vom Markusplatz verabschiedet, die Möwen stapfen beleidigt herum. Das Fenice geschlossen, San Marco geschlossen, mein gewohntes Hotel geschlossen, mein Lieblingsrestaurant geschlossen (hat mit Corona nix zu tun sondern mit Miethaien), das Florian nur Freitag bis Sonntag offen, zum Quadri geh ich nicht, da schwingt so was mit wie zwischen Flórenz und Siena.

Viele Geschäfte zu, viele Restarants zu. Den wirtschaftlichen Schaden kann ich mir gut ausrechnen. Wie’s weiter gehen wird? Ich weiß es nicht, hoffe allerdings, dass sich die jüngeren Leute was einfallen lassen (die Italiener waren da immer flexibler als wir Österreicherer). Aber dass bei den Touris zum Status quo ante zurückzugekehrt wird, das kann ich mir nicht vorstellen.

Und bei den großen Opernhäusern in den Metropolen, in denen uninteressierte und vorzeitig flüchtende Touris ja auch zur Plage geworden sind, wird es auch anders ausschauen, wenn selbige nicht mehr auftauchen. Weil man sich halt um anderes Publikum nicht bemüht hat.

Ich schreib jetzt dahin zu all den Themen die irgendwann aufgeworfen wurden, weil ich nicht weiß, was alles sofort von Metternichs Zensurschergen mit einem Schloss versehen wird (woraus wir übrigens lernen, was law-and-order-Denken für Chaos anrichtet!):

Alcindo entkommt mir nicht: Ich verstehe sehr gut, dass er sich hauptsächlich für die musikalische Umsetzung interessiert. Aber wo sind seine Kriterien? Er muss sich doch fragen, was ist die Tosca für eine Person? Ist sie ein falsches Luder, wenn sie plötzlich von „Vissi d’arte...“ anfängt zu salbadern? Ist sie so naiv, dass sie nicht ahnt, was Scarpia von ihr will? Und, und und... Und das muss sie dann in der Musik ausdrücken. 

Was die von Kleiber dirigierte Bohème anlangt: Ich habe viele Bohèmes vor Kleiber-Pavarotti-Freni-Holm-Brendel (ich hoffe, die Erinnerung stimmt) gesehen und gehört, auch Arragal und Pilou, auch Carreras und Ricciarelli und viele andere. Aber nach Kleiber wollte ich nimmer. Man kann sich ja nicht ständig die Bohème anhören und – schauen!

Bei Schuèn bin ich (heimatbezogen) befangen, schätze ich sehr, weil er etwas von der künstlerischen Qualität Gerhaers spüren lässt.

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