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Cavalleria rusticana / Pagliacci an der Wiener Staatsoper | OnlineMerker | Forum

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Cavalleria rusticana / Pagliacci an der Wiener Staatsoper
13. März 2019
13:16
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florezaficionada
Gast
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die stölzle-inszenierung  gefiel mir gar nicht. aber glauben sie mir, aus der zweierloge links sah ich zu beginn frau garanca, wenn sie im bühneneck kauerte, auch nur, wenn ich mich über die brüstung lehnte, aber  das tu ich aus rücksicht auf die nachbarn nicht, die sehen näml. dann auch nichts mehr. das lümmeln auf der brüstung ist sowieso eine unart, die gern von breitschultrigen männern und russischen touristen praktiziert wird. hab mich schon öfters darüber geärgert.

13. März 2019
11:40
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HansLick2
Gast
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abwarten wie die cav / pag besetzungen beim neuen direktor aussehen werden. denn so einfach ist es wirklich nicht mehr.

ich schwor mir 2015 nach dem musik und szene mist bei den osterfestspielen nie mehr wieder cav/pag! und dabei werde ich bleiben.

das man von teuren logenplätzen den " fenstersprung" nicht sieht? wenn ich mich recht erinnere hat sich den seinerzeit luis LIMA erfunden.

13. März 2019
3:17
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toni
Gast
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In nächster Zeit die Staatsoper zu meiden ist eine gute Idee Gurnemanz.

Auf nach Mährisch-Ostrau und schicken sie uns von dort ihre großartigen Berichte, wir warten schon brennend darauf!

13. März 2019
0:32
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Gast
Gast
Guests

Danke für Ihre Schilderung! Ich möchte ergänzen, dass die Beurteilungen als "Katastrophe" und "Desaster" nicht nur meine Meinung sind, ich habe diese Worte gestern auch aus dem Mund von deutlich älteren Opernbesuchern vernommen. Emotionen sind diesmal beim Pagliacci bei mir nicht hochgekommen, obwohl Emotionen hier selbstverständlich sein sollten! Eigentlich war ich froh, als die Aufführung gestern endlich vorbei war.
Aber dass EIN Star hingestellt wird und sich um ihn großteils Mittelmaß (oder schlechter...) tummelt, ist ja nichts Neues. Das Schlimme: An den anderen Häusern ist es oft auch nicht anders...

12. März 2019
23:40
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florezaficionada
Gast
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hätte garanca nicht gesungen, wäre die cavalleria für mich als unterdurchschnittlich einzustufen gewesen. unter katastrophe und desaster verstehe ich zwar was anderes, aber die jugend neigt zur übertreibung! die besetzungspolitik des monsieur meyer ist mir ein rätsel!  kann man  frau garanca nicht bessere protagonisten als partner zur seite stellen? oder wurde turridu wegen seiner kletterkünste ausgewählt, die mir von meinem teuren  parterrelogenplatz ( leider linke seite) ganz entgangen sind? hier kritisiere ich regisseure, die in erster linie fürs parkett inszenieren. fabio sartori hätte die balkonkletterei nicht geschafft, aber stimmlich mehr überzeugt. man hörte auch am applaus, der relativ schnell endete, dass das publikum nicht so wirklich begeistert war.

wesentlich besser fand ich pagliacci, da kamen emotionen hoch, die  bei cavalleria ausblieben. und deswegen hat sich der abend doch gelohnt!

12. März 2019
1:10
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Gast
Gast
Guests

Mo., 11. März 2019

Es ist schon bitter, wenn man sich schon lange auf eine Vorstellung gefreut hat und dann fast komplett enttäuscht wird. Das heute war eine Katastrophe in fast jeder Hinsicht und keines "ersten Hauses" würdig. Man muss nicht in der Vergangenheit stöbern, um bessere Aufführungen von Cavalleria rusticana + Pagliacci zu finden, erst vor einem Jahr hab ich in Bratislava zwei Aufführungen erlebt, die in fast jeder Hinsicht viel besser als heutige waren. Deshalb unterlasse ich seit dem heutigen Tag in nächster Zeit meine Besuche an der Wiener Staatsoper, denn ich bin zukünftig nicht gewillt, mich stundenlang für eine Stehplatzkarte anzustellen, um dann mit zahlreichen Touristen und (teilweise zwar reserviert habenden, aber trotzdem nicht erscheinenden) Rollstuhlfahrern um die Stehplätze zu kämpfen und mit einer schlechten Aufführung abgespeist zu werden. In Wien und Umgebung gibt es bessere Häuser!!

Aber ich will nicht ungerecht sein. EINE Weltklassebesetzung gab es ja heute, und das war Elīna Garanča als Santuzza. Im Gegensatz zur Dalila im vergangenen Mai kommt die hoch angelegte Santuzza ihrer Stimme entgegen (wiewohl genau einmal kurz zu merken war, dass sie mit der Höhe doch noch kämpft). Aber das ist eine Kleinigkeit, ansonsten war alles wunderbar. Die Stimme ist laut genug (nicht so laut wie die von Dolora Zajick - warum singt sie schon ewig nicht mehr in Wien? -, aber das macht nichts) und technisch super, es war alles richtig. Des weiteren ist mir positiv aufgefallen, dass sie die einzige war, die ihre Rolle auch zu spielen versucht hat. Aber allein ohne einen Turiddu kann sie da nichts ausrichten, denn dieser war kaum vorhanden. Zunächst habe ich mich noch gefreut, dass Yonghoon Lee so, wie es vorgesehen ist, von Lolas Balkon klettert, aber gleich danach glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Turiddu muss die Siciliana ja HINTER der Bühne singen, und was tut Lee? Er stellt sich gut sichtbar hin und schmettert "O lola ch'ai di latti la cammisa..." ins Publikum, was nicht so vorgesehen ist und ich noch nirgends erlebt habe. Was soll das?! Und leider war auch die akustische Qualität überhaupt nicht gut. Beim Trinklied hatte er ein paar gute Momente mit bombensicheren (wenn auch gedrückten) Höhen, aber alles davor und danach war so, als ob es gar nicht gewesen wäre. Er war einmal ein wirklich guter Sänger, hat sich aber überfordert, und wenn man mit einer nicht ganz richtigen Technik zu früh zu viele schwere Rollen (Calaf, ...) singt, dann klingt man jetzt mit gerade einmal 45 Jahren völlig ausgesungen. Alles ist kehlig und gepresst und zeigt Verschleißerscheinungen. Schlimm war auch seine Nicht-Gestaltung. Die Cavalleria ist ja nun mal kein Selbstläufer, da braucht man engagierte Sänger, die ihre Rolle zu gestalten wissen. Eine passende Partnerin hätte er ja gehabt, aber Lee bringt überhaupt nichts mit, was ich von einem Turiddu erwarte. Zu den Aufgaben eines Sängers gehört nicht nur das korrekte Abliefern der Töne und Ausfüllen eines Regiekonzeptes, sondern ein Sänger muss den Rollen auch seinen Stempel aufdrücken können, muss sich zurechtfinden, wenn er keinen Regisseur hat, der ihn anleitet. Lee hat nichts zu bieten außer Standard-Operngesten. Dass er ganz mechanisch auf die Bühne ging (mit Blick nach links) und "Tu qui, Santuzza?!" sang, ohne überhaupt jemals zur rechts stehenden Santuzza geschaut zu haben, passt wunderbar in dieses Bild. Alles wirkte so einfallslos, so einstudiert und so mangelhaft, genau wie auch seine gesangliche Darbietung. Das Trinklied ist ihm, wie erwähnt, recht gut gelungen, aber den Abschied von der Mutter hat er wieder geschmissen. Schade, er war ja noch vor ein paar Jahren wirklich gut! Das größte Desaster vor der Pause war aber der Alfio von Paolo Rumetz. Was war denn das bitte? Rumetz hat sich durch sein spontanes Einspringen während der Rigoletto-Premiere zwar Verdienste erwiesen, aber nicht solche, dass man ihn jetzt als Alfio besetzen müsste. Für den Mesner oder den Dulcamara geht es sich vielleicht noch aus. Rumetz hat sich mit seiner heiseren Stimme völlig effektlos durch den Alfio gegrölt, es war grotesk. Dass er auch noch die Aura eines gutmütigen Großvaters versprüht, der keinem Lebewesen etwas zuleide tun möchte (und so ist der Alfio ja wirklich nicht gestrickt), war dem Gesamteindruck auch nicht gerade förderlich. Eine recht gute Leistung bot Svetlina Stoyanova in der unproblematischen Rolle der Lola, aber Zoryana Kushpler hat es auch heute als Lola geschafft, negativ aufzufallen. So wie immer schepperte auch heute ihre Stimme, die überhaupt keinen schönen Klang hat. Nein, die Cavalleria war nichts, von Garanča abgesehen.

Leider war der Bajazzo noch schlimmer, und das heißt was. Gefreut hatte ich mich auf Fabio Sartori, doch ehrlich gesagt stellte er genau die Karikatur eines italienischen Tenors da. Manche Höhen waren zwar recht imposant, aber das wars auch schon wieder. Die ganze Rolle wurde derart teilnahmslos heruntergesungen, so als ob er keine Ahnung hätte, wie er den Canio gestalten sollte (und aus dieser Figur kann man ja etwas machen, genauso wie aus dem Turiddu!). Zu allem Überdruss schluchzte er dann noch ein paarmal nach dem Vesti la giubba, und dieses aufgesetzte Gefühlsgetue hasse ich. Der letzte Wiener Canio war Neil Shicoff, und der war aus ganz anderem Holz gestrickt - er WAR Canio, anstatt nur dazustehen und zu singen, ein paar Standardgesten inkludiert. Marina Rebeka war auch nicht überzeugend, ein paar schrille Töne, ein paar belanglose, einfach nicht überzeugend. Am besten war noch George Petean als Tonio, von dem ich aber auch kein Fan mehr werde. Die Stimme klingt mir zu weich und substanzlos, aber es war schon noch in Ordnung. Jörg Schneider ergänzte als Beppo gut. Dass Igor Onishchenko als Silvio ein Totalausfall war (viel zu leise und gedrückt - wo hat er singen gelernt und was qualifiziert ihn für die Staatsoper), war dann auch schon egal. Der Dirigent Graeme Jenkins hat weder vor noch nach der Pause etwas unternommen, um ein bisschen Drive hineinzubringen. Die Cavalleria schleppend und ohne Spannungsbogen, der Bajazzo so lala. Orchester und Chor haben stark gepatzt (einige falsche Töne im Orchester, und Chor und Orchester waren des öfteren nicht synchron, insbesondere nicht im Bajazzo). Und überhaupt apropos Chor: Die Frauenstimme am Ende der Cavalleria muss rufen "Hanno ammazzato compare Turiddu!" und nicht "Hanno ammazzato compare Turiddu! + schluchzen schluchzen schluchzen". Was soll das?

Dass ich mich jetzt kurz danach kaum mehr an die Aufführung erinnere und mir den Text großteils aus den Fingern saugen muss, sagt viel aus. Enttäuscht war ich leider auch von der Inszenierung. Regie und Ausstattung stammen noch von Jean-Pierre Ponnelle, und diese Produktion hab ich immer für eine sehr gute gehalten. Nur war davon heute nichts zu sehen. Die Kulissen sind zwar schön anzuschauen, aber es findet Stehtheater statt, indem viel gestanden, viel geschritten und ein paar Requisiten unbeholfen durch die Gegend getragen werden. Wenn man dann noch Sänger geboten bekommt, die mit ihren Rollen so überhaupt nichts anzufangen wissen und sich auf auswendiggelernte Standardgesten beschränken und auch nicht gut singen, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Das war heute wirklich nichts, schade um die Zeit.

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