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Carmen
10. Juni 2021
7:54
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MRadema796
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20. Januar 2021
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Ja klar, es ging hier um Absagen von Sängern und kurzfristiges Einspringen. Es scheint mir eine sonderbare Idee, auf interessante Inszenierungen verzichten zu wollen, weil niemand kurzfristig einspringen kann. Es kann doch nicht Ziel von Kunst sein, etwas zu machen, was jeder Einspringer nach 15 min übernehmen kann. Das heißt natürlich nicht, dass jede komplizierte Inszenierung automatisch gut ist. Sollte die Carmen nichts taugen (worüber ich mir nach Sehen des Streams nur ein bedingtes Urteil erlauben würde), sollte sie absetzt werden, weil sie nicht gut ist, nicht, weil niemand kurzfristig einspringen kann.

Das ist allerdings lange nicht das schlimmste denkbare Szenario. Das Schlimmste, was ich diesbezüglich jemals erlebt habe, war eine Rusalka mit markierendem Korrepetitor als Prinz (bekanntlich eine der Hauptrollen), über Lautsprecher verstärkt. Das war in der Oper Dormund, die es nicht mal für nötig befunden hatte, zwei Stunden vor Beginn auf ihrer Webiste darauf hinzuweisen. Kann sein, dass es einen Grund dafür gab (wie: Einspringer auf dem Flug "verendet", das weiß ich nicht mehr).

8. Juni 2021
19:27
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Christine
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22. Januar 2021
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Die Lösung mit Regieassistenten kann ja nur die allerletzte Notlösung sein!

8. Juni 2021
15:51
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alcindo
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21. Januar 2021
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fuer jemanden, der wegen der regie in die oper geht ist die loesung mit dem regieassistenten akzeptabel, fuer 95% der sonstigen zuschauer ist diese loesung bedenklich bis aergerlich

8. Juni 2021
12:30
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Michael Tanzler
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1. Februar 2021
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"Normales Geschäft" wären praktikable, spielbare Inszenierungen!  So schauts aus!!!    Keine abnormalen Psycherln, die von ebensolchen gecovert werden müssen... Wen interessiert das Herumgekrieche von irgendwelchen Würmern?   Gesungen soll gscheit werden!

3. Juni 2021
14:22
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MRadema796
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20. Januar 2021
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alcindo sagt
wenig reperetoiretauglich, weil kompliziert, und diesmal gab es genug zeit zum proben...wie wird das sein, wenn eine Carmen oder ein Don Jose um 16 uhr landet und um 19.30 die vorstellung beginnt

Bei komplizierten Inszenierungen sollte es eingearbeitete Zweitbesetzungen oder gar Mehrfachbesetzungen geben. Das ist normales Geschäft für ein Opernhaus. Darüber hinaus springen im Fall von Absagen in solchen Fällen auch schon mal Regieassistenten auf der Bühne ein, während der Einspringer vom Rand singt.

3. Juni 2021
1:13
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alcindo
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Forumsbeiträge: 353
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21. Januar 2021
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warum das gerade nach Ceuta zeit- und ortsversetzt wurde?  am wall von Sevilla...??die schmuggelschlucht ein billiger jahrmarkt, una feria china, mit halbnackten soldaten der legion...seltsam, der regisseur ist ziemlich sicher ein ueberzeugter independista, deshalb kommt das spanische militaer schlecht weg, und das am hellen tag auf offener strasse...nach dienst  vielleicht, wer weiss....ob die telefonzelle wohl die gleiche wie im Faust war?  und dass das verluderte schmugglerquartett eine so sympatische musik singt...ob wohl Escamillo jetzt die einleitung des toreroliedes schon im takt gesungen hat?.....auch eine komplizierte reise fuer Micaela aus dem Baskenland bis nach Ceuta, dort gibt es sicher schmuggel, aber nicht chinesische billigware, sonder stoff, und nicht mit den alten mercedes, sondern per boot.  bei allen einwaenden muss ich aber die letzte szene hervorheben, die hat mir wirklich gut gefallen. e.paul schreibt auch hier, was ich schon beim stream anmerkte:wenig reperetoiretauglich, weil kompliziert, und diesmal gab es genug zeit zum proben...wie wird das sein, wenn eine Carmen oder ein Don Jose um 16 uhr landet und um 19.30 die vorstellung beginnt.....bei der Wallamnn Tosca wuerde das funktioniern, auch bei der alten Butterfly, sicher nicht bei der Minghella-version...Carmen, wie Butterfly und Traviata wahrscheinlich nicht besonders gute investitionen

3. Juni 2021
0:19
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Eduard Paul
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Forumsbeiträge: 26
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19. Januar 2021
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02.06.2021:komme soeben von der Vorstellung CARMEN.Es war dies erst die 2.Aufführung in dieser Inszenierung vor Publikum-und es schien, als ob es die 100. wäre

.Leider hat es sich hier wieder erwiesen, daß Inszenierungen,( ob modern, ob klassisch), die nur auf "aparte" Effekte aufgebaut sind für ein Repertoiresystem untauglich sind und schon bei der 1sten Umbesetzung zerfallen.So geschehen heute Abend. Die beiden Hauptprotagonisten (leider keine  Persönlichkeiten) waren "neu" und wußten nicht so recht, wie sie  auf der meist leere Bühne (gefüllt mit einzelnen Ersatzstücken- meist alte Autos) das glutvolle Eifersuchtsdrama über die Rampe bringen könnten. Alles, was am Bildschirm noch einigermaßen eine, wenn auch meist vulgäre, dicht-brutale Atmosphäre erzielte, wirkte hier "live" verloren. Dazu kam noch vom Dirigenten her eine trockene harsche Sängerbegleitung ( bei den rein orchestralen Vorspielen war es besser).Das Publikum bemerkte es-es gab "endenwollenden" Applaus

PS: "aparte" Effekte: mehrere  Blow Jobs, und eine "Carmen", die sich ihres roten Slips entledigt ,sind eindeutig zu wenig um Erotik zu stimulieren

31. Mai 2021
12:17
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 435
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20. Januar 2021
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Es wird schon bei zwei Wortmeldungen deutlich: das Niveau ist und war höchst unterschiedlich......

Ich erinnere mich auch gelungene Wiederaufnahme-Vorstellungen, hing von der Besetzung und dem Dirigenten ab, allerdings gab es auch echte Flops.

Bei meinem Hinweis auf Premierenbesetzungen meinte ich natürlich nicht die Tosca (;-)), sondern Neuerscheinungen am Haus.

31. Mai 2021
11:53
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HansLick2
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25. Januar 2021
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also mir fallen grad drei so am weg ein und jetzt ab zur Scala Spielplan PK:

Manon Lescaut, Adriana Lecouvreur, Don Carlos französiche alle drei im repertoire besser als die ursprünglichen Premierenbesetzungen.

31. Mai 2021
11:37
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Christine
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Forumsbeiträge: 199
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22. Januar 2021
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Ich erinnere mich in dieser Zeit an einige sehr schöne Opernabende, die alle Repertoire waren weil die Premieren oft schon viele Jahre zurücklagen. Von der Premierenbesetzung war kaum mehr jemand dabei, auf keinen Fall in den Hauptrollen. Aber es standen tolle Künstler auf der Bühne und man konnte sehr gute Vergleiche anstellen, wie sie ihre Rollen oft unterschiedlich gesanglich und darstellerisch gestalteten. Eine Freude - für mich!

31. Mai 2021
10:11
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 435
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20. Januar 2021
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Wann war in den letzten 10 Jahren Repertoire mehr als durchschnittlich, wenn die Stars der Premiere bzw. Premierenserie wieder weg waren?

31. Mai 2021
9:00
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Christine
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Forumsbeiträge: 199
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22. Januar 2021
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Wenn ich die Kritik von Manfred A. Schmid lese, gewinne ich den Eindruck, dass seiner Meinung nach das Interessanteste oder zumindest Diskussionswürdigste an dem Abend die Inszenierung war, die Sänger hingegen eher mittelmäßig. Micaela hat zwar eine schöne mit Applaus bedachte Arie im 3. Akt gesungen (gab es Aufführungen in der Staatsoper ohne Applaus nach dieser Arie?), Escamillo gewann im Lauf des Abends als Darstellerund  bei den Nebenrollen waren die Herren besser als die Damen, aber das Hauptpaar, Carmen und Don José, enttäuschten. Das Publikum applaudierte endenwollend. Gegen wen richtete sich der Protest des einsamen Buhrufers? Sehen so Erfolge für ein Haus wie die Wiener Staatsoper aus?

5. März 2021
11:23
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 81
Mitglied seit:
22. Januar 2021
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ad 35)

Ich wollte meine Anmerkungen schon früher posten, hab’s dann bleiben lassen, aber ich denke, sie passen auch zur gestern ausgebrochenen Werktreue-Diskussion. Die Rezensionen beziehen sich auf die Giraud-Bearbeitung der „Carmen“ mit Rezitativen, in der Bizets Intentionen doch etwas verwässert wurden. Das Ballett wurde nicht für „Carmen“ geschrieben, es stammt aus „L’Arlesienne“ (die Musik ist zugegeben recht effektvoll). Die Rezitative passen m.E. nicht zu dem Charakter der Musiknummern, das sind ja meist Chansons, Couplets und spritzige Ensembles. Das Original hat längere Sprechtexte, aus denen viel über die Charaktere, alles recht komplexe Personen, zu erfahren ist.  Und wenn man – wie die jüngeren Regieführenden – auch die Texte ernst nimmt und auf ihre Bedeutung und Aussage hin abklopft – findet man viele Stellen, die zum Nachdenken anregen, bei denen man sich fragt, wie ist das gemeint.

Beispiele? Carmens „Liebst du mich nicht, dann lieb ich dich, wenn ich dich lieb‘, pass auf dich auf…“ ist entlarvend. Sie will offensichtlich Männer haben, die nicht auf sie abfahren (um sie dann fertig zu machen?) Warum? Weil diese Männer – in der Oper Don José und Escamillo - für sie Gadsches sind? Sie ist ja eine Romni und begreift die Liebe als Kind der Romakultur. Was bedeutet das genau, interessant dem nachzugehen. Der Navarrese Don José Lizzarabengoa hat Angst vor solchen Andalusierinnen, wie er am Anfang sagt. Er war eigentlich für die Kirche bestimmt, ist aber „ausgesprungen“ (weshalb?) und Soldat geworden, wo er bald wegen seines aggressiven Verhaltens Probleme bekam, wie er erzählt. Seine Mutterbindung ist sehr groß, sie hat auch die Waise Micaela mit 17 Jahren aufgenommen und beide für einander vorgesehen. Im Duett der Beiden im ersten Akt geht es ja nicht um Liebe sondern um die Mutter. Es kommt nirgends heraus, dass er tiefere Gefühle für Micaela hat. Und Escamillo: er singt in dem, was als Liebesduett(chen) im 2. Bild des 3. Aktes bezeichnet wird, nicht „je t’aime“, das tut Carmen in ihrer Strophe, er will vor allem (das sagt er schon im 2.Akt), dass sie stolz auf ihn ist. Ein Narzisst oder Komplexler? Die Schmuggler betreiben ihr Geschäft mit Afrika, erfährt man, ebenso erklären Meilhac/Halévy, warum die Fabriksarbeiterinnen in Unterwäsche arbeiten.

Das ist ein Teil der facettenreichen Gemengelage des Stückes, aus der ein Regisseur seine Deutung entwickelt. Und dann folgt die brutale Schlussszene, grandios und lakonisch. Nichts was mit der Sehnsucht, das Tal der Tränen wie in der kurz davor uraufgeführten „Aida“ zu verlassen, vergleichbar wäre: Carmen verachtet Don José, er will seine Besitzansprüche durchsetzen. Das ist keine Situation für ein wirkliches Schlussduett. José sticht Carmen ab, wie es Männer mittlerweile auch in Österreich alle zwei Wochen machen, weil deren Besitzansprüche zurückgewiesen werden. Calixto Beito hat da wohl in vielem eindrucksvolle Bilder gefunden. (Was der Nackerte sollte, weiß ich allerdings auch nicht)

Wir Älteren sind mit der Rezitativ-Version der „Carmen“ aufgewachsen, die aus dieser opéra-comique so etwas wie eine große Oper machte, mit Aufmärschen, Statistenheeren, Cliché-Sevilla. Dafür war das Uraufführungstheater nicht geeignet, denn dieses hat ein Nudelbrett als Bühne.

Es stimmt schon, dass viele der Musiknummern leichtfüßig sind, aber das Motiv, das nach dem flotten Vorspiel zum 1. Akt auftaucht, symbolisiert doch das unheilvolle Schicksal, das die Protagonisten verbinden wird.

Aus diesem Grund halte ich es auch für falsch, die Carmen mit dramatischen Alt-Stimmen, wie sie die Azucena oder die Amneris braucht, zu besetzen, oder den Don José mit einem Othello-Tenor. Deshalb sind mir persönlich Stimmen von die von Victoria de los Angeles, oder bei den Tenören die von Raoul Jobin, Nicolai Gedda oder Michael Spyres sehr viel angenehmer als viele andere. Natürlich gehört da Piotr Beczała auch dazu. Auf der Bühne gehört habe ich all diese Kräfte in der „Carmen“ nicht, aber die Aufführung mit Berganza-Domingo-Mitchell-Krause unter Abbado ist mir unvergesslich.

4. März 2021
14:53
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alcindo
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Forumsbeiträge: 353
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21. Januar 2021
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lieber copy, da ich die verhaeltnisse in Spanien gut kenne fallt es mir auf.  aber in dieser insz liegt auch einiges anderes falsch: die zeichnung der Micaela, die ersten gesungenen worte in der oper..Morales und dann der chor; so ungefaehr..da kommt ein maedchen, ich glauber sie will mit uns reden, sie traut sich nicht. beim auftritt der Micaela steht sowieso: tritt schuechtern auf, das kann aber jemand dazugeschrieben haben. und so eine Micaela, mit der musik, die sie singt wirft sich nicht schon beim halben duett an Don Jose.  und die schmuggler(Dancairo und Remendado) sind ja wahre verbrechertypen, die eine recht heitere musik zu singen haben. 

4. März 2021
14:05
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copy
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Forumsbeiträge: 108
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25. Januar 2021
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@alcindo: Zustimmung, allerdings wissen wir nicht ob und wie Carmen von Komponist und Autor "politisch" oder "unpolitisch" verstanden wurde. Das Bieto links steht, wird so kolportiert, allerdings erkenne ich diese "linke" Handschrift in dieser Inszenierung nicht.

4. März 2021
12:32
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alcindo
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Forumsbeiträge: 353
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21. Januar 2021
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lieber copy, werktreue inszenierungen im engsten sinne des wortes gibt es heute eigentlich nicht. fuer mich ist werktreu, wenn der text, der gesungen wird, nicht durch regietheaterideen widerlegt oder laecherlcih gemacht wird. was man Bieito lassen musss ist, dass er sein handwerk versteht und dass in dieser Carmen das stueck, wenn auch auf einem niveau der untersten lumpen-lade stattfindet. nur bringt er auch seine politische ueberzeugung in ein stueck, das nicht politisch gedacht ist. dann frage ich mich moch immer nach dem sinn des nackerten in der schmuggelschlucht, sollte das das ballett im 3.akt sein?/ und ob Bizet wohl mit dem hupkonzert einverstanden waere....viel schlimmer war der Freischuetz aus Muenchen....Bachler sollte nach so einem Freischuetz zur demission aufgefordert werden. im gegensatz dazu fand ich auf arte einen Freischuetz aus dem champs elysees in Paris...modern, etwas abstrakt, grossartig, ich haette bravo fuer die regie und auch fuer den tenor gerufen....auch aus eigener erfahrung kenn ich einige moderne inszenierungen, die sehr gut waren. und konkrete zeitversetzungen habe ich nicht gern, weil man da auch die sprache des textes zeitversetzen muesste..........leider verstehen ja die meisten - auch kritiker -den text nicht

mit gruss alcindo

p s ob Calixto Bieito wohl den "Giravolt de maig", eine katalaische oper von Toldra,  am Liceu in Barcelona inaehnlicher weise Inszenieren wuerde?

4. März 2021
11:43
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Christine
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22. Januar 2021
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Chenier, ich sehe das so wie Sie. Ich persönlich finde es gar nicht in Ordnung wenn der Regisseur im Mittelpunkt steht.

Niklausvogel, warum sollte die Frage ironisch gemeint sein? Wenn jemand eine Arbeit macht mit der er viel Geld verdient, sollte er doch das, was er gemacht hat, auf Anfrage begründen können. Ich kann ihn aber erst fragen nachdem ich die Arbeit gesehen habe.

Copy, Sie haben recht, eigentlich sollte man keine Interviews und Programmhefte brauchen um eine Aufführung der Wiener Staatsoper zu verstehen und sich an ihr zu erfreuen. Seit aber die Regisseure so wichtig geworden sind, ist das zumindest mir oft nicht mehr möglich. Daher kommt der Wunsch im Nachhinein fragen zu können. Ob heute noch "werkgetreu" inszeniert wird? Das wird wohl eine Diskussion auslösen, was jeder darunter versteht.

4. März 2021
11:07
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copy
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Forumsbeiträge: 108
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Zu Bieto fällt mir nur folgendes ein: In einer TV-Doku sah man ihn und sein Regieteam, wie sie sich Bücher ansahen und daraus Inspirationen holten in frei-assoziativer Art! Naja dachte ich mir, so kann man es auch angehen, aber überzeugt hat mich das nicht! Wobei der Katalane sicher sein Handwerkzeug versteht. Aber im Gegensatz zu manch anderer hier will ich nicht Interviews mit dem Regisseur hören oder Programmhefte lesen! Für mich persönlich kann die Inszenierung durchaus neue Aspekte einfließen lassen und Modernismen zulassen, wenn sie logisch sind und handwerklich gut gemacht. Aber die von @alcindo angeführten Beispiele gehören da sicher nicht dazu! Und zum Schluss noch eine andere wertfreie Frage an die "Traditionalisten": Gibt es heute überhaupt noch sogenannte "werktreue" Inszenierungen? Met?

4. März 2021
10:44
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Christine sagt
Vielleicht wüssten wir mehr was sich der Regisseur gedacht, wenn interessierte Opernfreunde ihn nach einer Premiere darüber befragen könnten. Jetzt gibt es ja meist nur von Journalisten geführte Interviews vor den Premieren. Da wird ja manchmal viel erzählt was sich bei den Aufführungen gar nicht wieder findet.

  

ich habe selten eine so subtil-konzise satire gelesen . chapeau! oder war das etwa ernst gemeint ?

gruß, nikki

4. März 2021
9:12
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Chenier
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28. Februar 2021
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Ich glaube nicht, Christine, dass sich der viel dabei gedacht hat, hintergründig und sophistisch wirkt seine Inszenierung nicht.

Der wollte sich nur in den Mittelpunkt stellen, provozieren und dem Zeitgeist frönen.

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