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Carmen
5. März 2021
11:23
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Dalmont
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Forumsbeiträge: 8
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22. Januar 2021
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ad 35)

Ich wollte meine Anmerkungen schon früher posten, hab’s dann bleiben lassen, aber ich denke, sie passen auch zur gestern ausgebrochenen Werktreue-Diskussion. Die Rezensionen beziehen sich auf die Giraud-Bearbeitung der „Carmen“ mit Rezitativen, in der Bizets Intentionen doch etwas verwässert wurden. Das Ballett wurde nicht für „Carmen“ geschrieben, es stammt aus „L’Arlesienne“ (die Musik ist zugegeben recht effektvoll). Die Rezitative passen m.E. nicht zu dem Charakter der Musiknummern, das sind ja meist Chansons, Couplets und spritzige Ensembles. Das Original hat längere Sprechtexte, aus denen viel über die Charaktere, alles recht komplexe Personen, zu erfahren ist.  Und wenn man – wie die jüngeren Regieführenden – auch die Texte ernst nimmt und auf ihre Bedeutung und Aussage hin abklopft – findet man viele Stellen, die zum Nachdenken anregen, bei denen man sich fragt, wie ist das gemeint.

Beispiele? Carmens „Liebst du mich nicht, dann lieb ich dich, wenn ich dich lieb‘, pass auf dich auf…“ ist entlarvend. Sie will offensichtlich Männer haben, die nicht auf sie abfahren (um sie dann fertig zu machen?) Warum? Weil diese Männer – in der Oper Don José und Escamillo - für sie Gadsches sind? Sie ist ja eine Romni und begreift die Liebe als Kind der Romakultur. Was bedeutet das genau, interessant dem nachzugehen. Der Navarrese Don José Lizzarabengoa hat Angst vor solchen Andalusierinnen, wie er am Anfang sagt. Er war eigentlich für die Kirche bestimmt, ist aber „ausgesprungen“ (weshalb?) und Soldat geworden, wo er bald wegen seines aggressiven Verhaltens Probleme bekam, wie er erzählt. Seine Mutterbindung ist sehr groß, sie hat auch die Waise Micaela mit 17 Jahren aufgenommen und beide für einander vorgesehen. Im Duett der Beiden im ersten Akt geht es ja nicht um Liebe sondern um die Mutter. Es kommt nirgends heraus, dass er tiefere Gefühle für Micaela hat. Und Escamillo: er singt in dem, was als Liebesduett(chen) im 2. Bild des 3. Aktes bezeichnet wird, nicht „je t’aime“, das tut Carmen in ihrer Strophe, er will vor allem (das sagt er schon im 2.Akt), dass sie stolz auf ihn ist. Ein Narzisst oder Komplexler? Die Schmuggler betreiben ihr Geschäft mit Afrika, erfährt man, ebenso erklären Meilhac/Halévy, warum die Fabriksarbeiterinnen in Unterwäsche arbeiten.

Das ist ein Teil der facettenreichen Gemengelage des Stückes, aus der ein Regisseur seine Deutung entwickelt. Und dann folgt die brutale Schlussszene, grandios und lakonisch. Nichts was mit der Sehnsucht, das Tal der Tränen wie in der kurz davor uraufgeführten „Aida“ zu verlassen, vergleichbar wäre: Carmen verachtet Don José, er will seine Besitzansprüche durchsetzen. Das ist keine Situation für ein wirkliches Schlussduett. José sticht Carmen ab, wie es Männer mittlerweile auch in Österreich alle zwei Wochen machen, weil deren Besitzansprüche zurückgewiesen werden. Calixto Beito hat da wohl in vielem eindrucksvolle Bilder gefunden. (Was der Nackerte sollte, weiß ich allerdings auch nicht)

Wir Älteren sind mit der Rezitativ-Version der „Carmen“ aufgewachsen, die aus dieser opéra-comique so etwas wie eine große Oper machte, mit Aufmärschen, Statistenheeren, Cliché-Sevilla. Dafür war das Uraufführungstheater nicht geeignet, denn dieses hat ein Nudelbrett als Bühne.

Es stimmt schon, dass viele der Musiknummern leichtfüßig sind, aber das Motiv, das nach dem flotten Vorspiel zum 1. Akt auftaucht, symbolisiert doch das unheilvolle Schicksal, das die Protagonisten verbinden wird.

Aus diesem Grund halte ich es auch für falsch, die Carmen mit dramatischen Alt-Stimmen, wie sie die Azucena oder die Amneris braucht, zu besetzen, oder den Don José mit einem Othello-Tenor. Deshalb sind mir persönlich Stimmen von die von Victoria de los Angeles, oder bei den Tenören die von Raoul Jobin, Nicolai Gedda oder Michael Spyres sehr viel angenehmer als viele andere. Natürlich gehört da Piotr Beczała auch dazu. Auf der Bühne gehört habe ich all diese Kräfte in der „Carmen“ nicht, aber die Aufführung mit Berganza-Domingo-Mitchell-Krause unter Abbado ist mir unvergesslich.

4. März 2021
14:53
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alcindo
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21. Januar 2021
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lieber copy, da ich die verhaeltnisse in Spanien gut kenne fallt es mir auf.  aber in dieser insz liegt auch einiges anderes falsch: die zeichnung der Micaela, die ersten gesungenen worte in der oper..Morales und dann der chor; so ungefaehr..da kommt ein maedchen, ich glauber sie will mit uns reden, sie traut sich nicht. beim auftritt der Micaela steht sowieso: tritt schuechtern auf, das kann aber jemand dazugeschrieben haben. und so eine Micaela, mit der musik, die sie singt wirft sich nicht schon beim halben duett an Don Jose.  und die schmuggler(Dancairo und Remendado) sind ja wahre verbrechertypen, die eine recht heitere musik zu singen haben. 

4. März 2021
14:05
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copy
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25. Januar 2021
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@alcindo: Zustimmung, allerdings wissen wir nicht ob und wie Carmen von Komponist und Autor "politisch" oder "unpolitisch" verstanden wurde. Das Bieto links steht, wird so kolportiert, allerdings erkenne ich diese "linke" Handschrift in dieser Inszenierung nicht.

4. März 2021
12:32
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alcindo
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Forumsbeiträge: 89
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21. Januar 2021
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lieber copy, werktreue inszenierungen im engsten sinne des wortes gibt es heute eigentlich nicht. fuer mich ist werktreu, wenn der text, der gesungen wird, nicht durch regietheaterideen widerlegt oder laecherlcih gemacht wird. was man Bieito lassen musss ist, dass er sein handwerk versteht und dass in dieser Carmen das stueck, wenn auch auf einem niveau der untersten lumpen-lade stattfindet. nur bringt er auch seine politische ueberzeugung in ein stueck, das nicht politisch gedacht ist. dann frage ich mich moch immer nach dem sinn des nackerten in der schmuggelschlucht, sollte das das ballett im 3.akt sein?/ und ob Bizet wohl mit dem hupkonzert einverstanden waere....viel schlimmer war der Freischuetz aus Muenchen....Bachler sollte nach so einem Freischuetz zur demission aufgefordert werden. im gegensatz dazu fand ich auf arte einen Freischuetz aus dem champs elysees in Paris...modern, etwas abstrakt, grossartig, ich haette bravo fuer die regie und auch fuer den tenor gerufen....auch aus eigener erfahrung kenn ich einige moderne inszenierungen, die sehr gut waren. und konkrete zeitversetzungen habe ich nicht gern, weil man da auch die sprache des textes zeitversetzen muesste..........leider verstehen ja die meisten - auch kritiker -den text nicht

mit gruss alcindo

p s ob Calixto Bieito wohl den "Giravolt de maig", eine katalaische oper von Toldra,  am Liceu in Barcelona inaehnlicher weise Inszenieren wuerde?

4. März 2021
11:43
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Christine
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22. Januar 2021
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Chenier, ich sehe das so wie Sie. Ich persönlich finde es gar nicht in Ordnung wenn der Regisseur im Mittelpunkt steht.

Niklausvogel, warum sollte die Frage ironisch gemeint sein? Wenn jemand eine Arbeit macht mit der er viel Geld verdient, sollte er doch das, was er gemacht hat, auf Anfrage begründen können. Ich kann ihn aber erst fragen nachdem ich die Arbeit gesehen habe.

Copy, Sie haben recht, eigentlich sollte man keine Interviews und Programmhefte brauchen um eine Aufführung der Wiener Staatsoper zu verstehen und sich an ihr zu erfreuen. Seit aber die Regisseure so wichtig geworden sind, ist das zumindest mir oft nicht mehr möglich. Daher kommt der Wunsch im Nachhinein fragen zu können. Ob heute noch "werkgetreu" inszeniert wird? Das wird wohl eine Diskussion auslösen, was jeder darunter versteht.

4. März 2021
11:07
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copy
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Forumsbeiträge: 24
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25. Januar 2021
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Zu Bieto fällt mir nur folgendes ein: In einer TV-Doku sah man ihn und sein Regieteam, wie sie sich Bücher ansahen und daraus Inspirationen holten in frei-assoziativer Art! Naja dachte ich mir, so kann man es auch angehen, aber überzeugt hat mich das nicht! Wobei der Katalane sicher sein Handwerkzeug versteht. Aber im Gegensatz zu manch anderer hier will ich nicht Interviews mit dem Regisseur hören oder Programmhefte lesen! Für mich persönlich kann die Inszenierung durchaus neue Aspekte einfließen lassen und Modernismen zulassen, wenn sie logisch sind und handwerklich gut gemacht. Aber die von @alcindo angeführten Beispiele gehören da sicher nicht dazu! Und zum Schluss noch eine andere wertfreie Frage an die "Traditionalisten": Gibt es heute überhaupt noch sogenannte "werktreue" Inszenierungen? Met?

4. März 2021
10:44
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niklausvogel
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20. Januar 2021
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Christine sagt
Vielleicht wüssten wir mehr was sich der Regisseur gedacht, wenn interessierte Opernfreunde ihn nach einer Premiere darüber befragen könnten. Jetzt gibt es ja meist nur von Journalisten geführte Interviews vor den Premieren. Da wird ja manchmal viel erzählt was sich bei den Aufführungen gar nicht wieder findet.

  

ich habe selten eine so subtil-konzise satire gelesen . chapeau! oder war das etwa ernst gemeint ?

gruß, nikki

4. März 2021
9:12
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Chenier
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28. Februar 2021
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Ich glaube nicht, Christine, dass sich der viel dabei gedacht hat, hintergründig und sophistisch wirkt seine Inszenierung nicht.

Der wollte sich nur in den Mittelpunkt stellen, provozieren und dem Zeitgeist frönen.

3. März 2021
21:50
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Christine
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Forumsbeiträge: 44
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22. Januar 2021
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Vielleicht wüssten wir mehr was sich der Regisseur gedacht, wenn interessierte Opernfreunde ihn nach einer Premiere darüber befragen könnten. Jetzt gibt es ja meist nur von Journalisten geführte Interviews vor den Premieren. Da wird ja manchmal viel erzählt was sich bei den Aufführungen gar nicht wieder findet.

3. März 2021
18:32
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Chenier
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Forumsbeiträge: 7
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28. Februar 2021
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Ihren Ausführungen, alcindo, kann ich mich inhaltlich anschließen, da ist kaum etwas hinzuzufügen.

Auch ich liebe Oper wegen der Musik und der Interpretationen, bei der Inszenierung bin ich bescheiden und begnüge mich mit Authentizität und inhaltlicher Stimmigkeit zwischen Optik und Libretto. 

3. März 2021
15:21
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alcindo
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21. Januar 2021
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lieber nikivogel, ich finde es halt bedenklich, wenn man in einem aus steuergeldern erhaltenen reperetoirehaus einem werk der opernweltlliteratur seinen eigenen politischen stempel aufdrueckt.  pardon, die meisten gehen in die oper von wegen der musik,oder der saenger, aber nicht um politischen bildungsunterricht zu bekommen. was Sie ueber meine kenntnisse der politischen situation in Spanien meinen...Bieito kennt die um vieles besser aber aus der sicht eines offensichtlich separatistisch gesinnten katalanen. er negativiert, was im originalstueck als folkloristisches element gedacht war.  wenn Bizet auch angeblich nie in Spanien war, in Paris gab es zu seiner zeit viele spanische musiker und komponisten...fast alle spanischen komponisten jener zeit haben in Paris studiert....uebrigens haben Sie schon fuer das gehupe eine dramaturgische erklaerung gefunden?? ich denke schon, dass schmuggler normalerweise keinen laerm machen und auch bei nacht keine sonnenbrillen tragen....Bieito macht aus der schmuggelszene im unwegsamen bergland - davon wird gesungen- einen naechtlichen jahrmark.....

mit gruss alcindo

3. März 2021
14:16
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niklausvogel
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20. Januar 2021
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lieber alcindo, diese ihre allerletzte frage ist leicht zu beantworten: dem zuhörer/seher nichts (in worten: nichts), dem ausführenden a bissl a gage, dem bieito tantiemen, und das war´s. halt, mir schon, ich hab´ein bissl ein vergnügen gehabt, dramaturgen-deutsch (?) anzuwenden; eingedampft auf den volksmund: wos waaß i. ihre geradezu erschreckend profunden kenntnisse zu den gegebenheiten in hispanien bringen uns jedoch auch nicht weiter als bis zu den punkten a) wir werden nie wissen, was oder wer herrn bieito vor 20 jahren so gefuchst hat, und b) es ist halt eine inszenierung, die eine gebrauchsanweisung erfordert (in technik-foren wird so etwas mit rtfm read the fuck manual gedisst - wenn man das pech hat, nachzufragen).

gruß,nikki

3. März 2021
12:07
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alcindo
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21. Januar 2021
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liebe Christine: diese einfaelle haben fuer mich mit dem stueck nichts zu tun, sie dienen um aufzufallen und von der musik abzulenken., und einen gewissen teil der klientel  zufrieden zu stellen..wenn das profilierung ist.... ich glaube auch, dass Bizet oder seine erben mit dem hupkonzert in schis-moll keine grosse freude gehabt haetten oder haben, in -vom regisseur herausgeholten- Ceuta schmuggelt man eigentlich per boot.....von Bizet und Melhac werden im ersten akt soldaten zitiert, Carmen bestaetigt das mit ihrem "canari" das bezieht sich auf die gelbe uniform der infanterie(in Spanien wurden polizei und heereseinheiten nach ihrer uniformfarbe apostrophiert, die staatspolizei hat man bis vor kurzem noch im volksmund  "die grauen" - 'los grises' genannt). Bieito stellt hier eine elitetruppe,die mit Franco sehr verknuepft ist, die legion auf die buehne, die haben eine tuerkisgruene uniform und sind eine sehr disziplinierte truppe, die sich auf einem oeffentlichen platz nie so wie in diesem fall auffuehren wuerden. Bieito als wahrscheinlich separatistisch eingestellter katalane wird an Spanien oder gar an Franco nichts positives lassen.

fuer nikklausvogel habe ich keine passende antwort, ziemlich sicher habe ich vor allem im musikunterreicht gefehlt...aber nicht nur in der schule, auch spaeter noch. nur was will der nackte eigentlich aussagen, was will er zum brodeln bringen.....und wem eigentlich bringt er etwas?

3. März 2021
9:56
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niklausvogel
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20. Januar 2021
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alcindo sagt
niklausvogel, ja aber was hat das mit dem vorspiel zum 3.akt Carmen zu tun??

  

alcindo, alcindo, ihre vielen fehlstunden werden ihnen ihre matura verhauen...wo sonst als in der peripetie kann eine brecht´sche verfremdung angebracht sein ? merken sie nicht, wie unter dem notturno der vulkan brodelt ? wohl in deutsch u n d philosophie u n d musik gefehlt ? was ist´s mit dem satz vom zureichenden grund ? haben sie denn nicht genug von der dramaturgen-lyrik ? als hervorragender schulmann erwäge ich ernsthaft, das vielbewährte disziplinierungsmittel in anwendung zu bringen, das da lautet: bis zur nächsten stunde schreiben sie hundertmal: ich soll nicht so viel fragen ! (ernsthaft, nimmt das jemand ernst?)

3. März 2021
8:47
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Christine
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22. Januar 2021
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Ich schließe mich der frage von Alcindo an. Meiner Meinung nach ist es ein Einfall des Regisseurs, der nichts mit der Oper zu tun hat. Einfälle der Regisseure haben meiner Meinung nach oft nichts mit den Werken zu tun, die sie inszenieren. Aber es gibt sicher leute, die eine bessere Erklärung haben.

3. März 2021
0:03
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alcindo
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21. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

niklausvogel, ja aber was hat das mit dem vorspiel zum 3.akt Carmen zu tun??

2. März 2021
23:20
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niklausvogel
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Forumsbeiträge: 12
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20. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

also wirkich, alcindo, der mythos des tier-menschen (sh. minotauros, werwolf uam) manifestiert sich im atavistisch-archaisch-kreatürlichen in die existenz-geworfen-seins des individuums, das anderseits im archetypischen substrat aufgeht, in der totalen körperlichkeit sich verbrennt und so die katharsis , gerade im augenblick der peripetie, mit stringenter wucht symbolisiert...

gruß, nikki

(jetzt muss ich mich erholen)

2. März 2021
19:05
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alcindo
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21. Januar 2021
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bis jetzt hat mir noch immer niemand eine erklaerung fuer den nackten homo niger im vorspiel zum 3.akt finden koennen

1. März 2021
14:47
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Chenier
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Nett, dass du wieder am Dampfer bist, copy, ist inhaltlich eine Bereicherung.

Amfortas_2, ich zähle mich auch zu jenen Kulturverliebten, die sich  "inhaltlich auf hübsche Opernmelodien oder auf die Frage, wer eine Rolle in eine Oper am besten singt" beschränken. Sie werden staunen, aber wegen der Musik und der rollenspezifischen Darstellung gehe ich gerne in die Oper. Zusätzlich erlaube ich mir, auf Szenen, die sehr weit weg vom authentischen Geschehen sind oder das Werk ins Lächerliche ziehen, kritisch hinzuweisen.

Schlecht oder wie sehen Sie die Zusammenhänge? Oder gehen Sie nur, um (musikalische) Problemzonen zu entdecken und dann mit Akribie darauf hinzuweisen?

1. März 2021
12:19
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copy
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25. Januar 2021
sp_UserOfflineSmall Offline

Interessanter Ansatz wenn @amfortas2 schreibt, dass ich "Andersdenkenden diskreditieren möchte". Denn er schrieb wörtlich: "Wer Kultiviertheit auf so etwas beschränkt, hat keine Ahnung von Kultur." So und damit enden meine Ausführungen zu @amfortas2!

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