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BURGTHEATER and more ...
18. Februar 2020
15:48
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UwePaul
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Forumsbeiträge: 1022
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Wir nähern uns dem Ende unserer Kultur - und kaum wer tritt dagegen mehr auf oder bremst....

 

das merkt man an den Verlautbarungen dieser Person

18. Februar 2020
15:36
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Michta
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Forumsbeiträge: 222
Mitglied seit:
6. März 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Es ist ganz einfach:   die Sprache - ausgehend von den Urlauten - entwickelt sich immer differenzierter und detaillierter mit dem AAnstieg einer Kultur. Davon sind wir wohl bereits ziemlich entfernt, es handelt sich unzweifelbar um ein "Vereinfachen", Nivellieren, darüber kann das "Internationalisieren" - der ganze englische Bullshit, der zum Beispiel in - aber nicht nur! - unsere schöne deutsche Sprache hereingetragen wird ,  oder die sogenannte "Korrektheit" ( das "Verbot" von bestimmten Gruppen von ihnen ungenehmen Ausdrücken! - sehr "demokratisch", oder????? ) nicht hinwegtäuschen...

     Wir nähern uns dem Ende unserer Kultur  - und kaum wer tritt dagegen mehr auf oder bremst....

Niemand Einzelner kann das Ganze noch retten.  Aber ich persönlich  lasse mir auf jeden Fall von niemandem vorschreiben, was ich sagen kann und darf!  Mir können - je älter ich werde umso mehr - alle den Buckel runterrutschen...

14. Februar 2020
23:46
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 752
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29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Zum Beitrag 44: Vielen herzlichen Dank für die genaue Antwort!!

14. Februar 2020
12:52
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Amfortas
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Forumsbeiträge: 105
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25. Oktober 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Nur weil etwas immer so war, heißt das nicht, dass es auch gut so ist. Wir leben in einer Zeit, in der viele ernsthaft glauben, man könnte den Klimawandel aufhalten. Gleichzeitig leugnen viele, wir könnten kulturelle Entwicklungen aktiv beeinflussen. Grotesk irgendwie ...

13. Februar 2020
23:00
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 742
Mitglied seit:
28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Ja, meine Beobachtung sei richtig, was vorher als falsch galt, sei jetzt akzeptabel. Man weiß ja, die normative Kraft des Faktischen.

Das ist die normale Enwicklung der Sprache.
Ich lese eben eine Artikel-Sammlung über die Grimm`sche Grammatik. Da wird deutlich, dass die Sprache einem ständigen Wandel unterworfen ist.

Auch die sogenannte "Rechtschreibung" ist in Bewegung. "Göte" war zu Lebzeiten des Weimarer Geheimrates eine übliche Form, heute soll es eine Todsünde sein,  von Thür und Thor ganz zu schweigen.......

13. Februar 2020
22:52
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dalmont
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Forumsbeiträge: 146
Mitglied seit:
28. Januar 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Gurnemanz, Ihre Frage ist bei Gott nicht blöd, sie ist im Gegenteil geradezu ein Beleg dafür, dass sich Sprache laufend und mir nix, dir nix verändert.

Heute sind folgende Formulierungen die Regel:

„Den Berliner „Rosenkavalier“ inszenierte Kitschier Heller.

Das Symphoniker-Konzert moderierte ORFIII-Kulturlady (!) Barbara Rett.“

Vor zehn, zwölf Jahren wären diese Sätze noch dunkelrot als falsch angestrichen worden (4-), da hätte es heißen müssen:

„Den Berliner „Rosenkavalier“ inszenierte der Kitschier Heller. Das Symphoniker-Konzert moderierte die ORFIII-Kulturlady (!) Barbara Rett.“

Stand jedoch ein Adjektiv vor der Tätigkeitsbezeichnung, gab es immer und gibt es nach wie vor den bestimmten Artikel. Bei bloßen Titeln wie Bundeskanzler, Doktor, Professor ecc. war und ist nie ein bestimmter Artikel zu lesen.

Warum diese Unterscheidung so ist, kann ich Ihnen nicht sagen, sie hat aber mit den reichhaltigen Nuancen zu tun, die die Grammatik vorrätig hat um möglichst genau ausdrücken zu können, was man sagen will.

Ich habe diese Formulierungen ohne Artikel vor etwas mehr als einem Jahrzehnt erstmals wahrgenommen. Im Kultursender Österreichs. Und es hat mich gerissen. Sie wurden mit großer Geschwindikeit in allen Medien übernommen. Ich habe die Frage dann an einen Linguistikprofessor der Universität Wien herangetragen. Die Antwort verkürzt: Ja, meine Beobachtung sei richtig, was vorher als falsch galt, sei jetzt akzeptabel. Man weiß ja, die normative Kraft des Faktischen. Das auch als Antwort auf die Frage, was man gegen den Sprachwandel tun kann: fast nix.

Obwohl ich noch auf andere Punkte der Diskussion antworten möchte, Schluss jetzt, um mir nicht den furor moderatoris zuzuziehen.

Doch, eins noch zu Amfortas: Ich habe nie den Wert klassischer Bildung für den, der sie anstrebt, bezweifelt. Selbige und Bildungsbürgerbildung sind jedoch zwei paar ganz verschiedene Schuhe.

13. Februar 2020
20:42
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Gurnemanz
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Forumsbeiträge: 752
Mitglied seit:
29. September 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Christine sagt
In welcher Form die Sprache in einem Land gepflegt wird kann unter dem Titel "Burgtheater and more" schon behandelt werden. Das Burgtheater war in meiner Schulzeit ein Ort wo man neben großer Schauspielkunst auch eine sehr schöne Sprache hören und erleben konnte. Das ist leider nicht mehr der Fall oder nur zumindest viel seltener. Und das hängt in gewisser Weise auch mit der Bildungspolitik zusammen.  

dalmont sagt
Zum Grundsätzlichen: Der Online-Merker versteht sich als „internationale Kulturplattform“, Christine. Was ist mehr Kultur als Sprache?

Das finde ich auch! Bisher wurde es ja in diesem Thread nicht persönlich untergriffig oder parteipolitisch - ich finde, dass auch dieses Thema im Merkerforum diskutiert werden darf und sogar soll. Insofern kann ich die Mahnung des Moderators nicht verstehen, und ich würde den Moderator bitten, da etwas mehr Nachsicht walten zu lassen (es ist derzeit ja sogar ziemlich interessant und lesenswert).

Christine sagt
Lieber Gurnemanz, es gehört zwar nicht zu den Merkerthemen, aber ich muss Ihnen bei einem Grammatikpunkt widersprechen: trotz und dank verlangen nicht den Dativ sondern den Genetiv!

aus, außer, bei, binnen, entgegen, gegenüber, gemäß, mit , nach, nächst, nebst, samt, seit, von und zu verlangen den Dativ. Ich habe das gelernt nach dem Buch "Aufnahmsprüfung leicht gemacht" zu einer Zeit als es noch Aufnahmsprüfungen für das Gymnasium gab. Mir ist nicht bekannt, dass sich da etwas geändert hätte. Es gibt aber auch das Buch "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod", darin wird beschrieben, was viele Menschen heute falsch verwenden. Genauso wie viele "ohne" mit dem Dativ verwenden obwohl es den Akkusativ verlangt.

Liebe Christine! Ich muss Ihnen da ebenfalls widersprechen. Eine kurze Wiktionary-Recherche zeigt:

zu "trotz": Die Präposition stand früher meist mit dem Dativ (vgl. „trotz allem“ und „trotzdem“), seit dem 18. Jahrhundert begann sich der Genitiv durchzusetzen. (Quelle)

zu "dank": kausale Präposition mit Dativ und (zunehmend) Genitiv: durch etwas oder jemanden; aufgrund etwas oder jemandes (Quelle) (Der Dativ ist ja auch sinnvoller, denn Präp. ‘infolge, wegen’ (Ende 19. Jh.); voraus gehen Verbindungen des Substantivs mit Dativobjekten,Dank (sei) jmdm., einer Sache, die seit dem 18. Jh. ihren parenthetischen Charakter verlieren und zunehmend kausal verwendet werden. (Quelle)

Also formal beides erlaubt, aber für mich sprachlich "richtiger" und schöner der Dativ. Das ist für mich ein Zeichen, dass der Genitiv allgemein richtiger angesehen wird, obwohl er faktisch im mündlichen Ausdruck kaum verwendet wird (außer bei "in Gott's Namen" etc). Eigentlich ein interessantes Thema, für mich zumindest.

dalmont sagt
Das ist ein Thema, das man ad infinitum fortsetzen könnte. Was ich nur sagen will: Gurnemanz, ich habe den Prozess der Sprachveränderung nicht bewertet, nur konstatiert, da ich nicht so schnell mit Bewertungen bei der Hand bin. Mir persönlich missfällt Vieles, was da vor sich geht. Aber gegen „Sinn machen“, so falsch es ist, scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Mich reißt es noch immer, wenn ich höre oder lese: Die „Mitternachtseinlage sang Tenor XY“ oder „Das Haus entwarf Architek NN“, die Anglizismen mag ich persönlich gar nicht. Aber, wie den Dingen Einhalt gebieten? Die Grammatiken von heute gestatten Formulierungen, die zu meiner Zeit in der Schule als Fehler bewertet worden wären. Die Medienexplosion hat natürlich einen gigantischen Einfluss und ordnet die Sprache ihren kommunikativen Bedürfnissen unter. Die "Eleganz der Grammatik" bleibt dabei außen vor (das bewusst gesetzt). Ich bin jedoch kein mit Windmühlen kämpfender Don Quixote.

Ja, ich kann das gut verstehen. Aber eine ganz blöde Frage: Was ist an "Die Mitternachtseinlage sang Tenor XY" und "Das Haus entwarf Architekt xy" sprachlich falsch bzw. unschön? Ich weiß es wirklich nicht und lerne gern dazu.

dalmont sagt
Zum Schluß: „Das sind die Früchte einer Politik, die Bildung als etwas Bourgoises betrachtet, das zu überwinden ist“: Amfortas, das glauben Sie wohl selbst nicht. Was man nicht braucht, ist die Bildungsbürger-Bildung. Ihr war nämlich überspitzt formuliert wichtig, dass die Leute die Lebensdaten von Goethe kennen, und nicht, was uns der Dichter in den Wahlverwandtschaften sagen will, geschweige denn, was dieser Begriff überhaupt bedeutet. Was an einer Ziffernzensurierung besser sein soll, als an einer beschreibenden Bewertung der Leistung, das konnte mir noch keiner erklären. Und die Leseforschung sagt uns, dass die Kinder und Jugendlichen mehr Bücher lesen als uns die Kulturpessimisten glauben machen wollen. Sie erschauern allerdings auch nicht, wenn sie den Namen Göte (so würden ihn nicht wenige schreiben) hören.  

Es stimmt natürlich, dass Ziffernnoten ungenau sind, nur ungefähre Rückschlüsse erlauben, und wir alle wurden schon mehrmals ungerecht beurteilt, das ist ohnehin klar. Aber das Problem ist aus meiner Sicht, dass unterm Strich klar ersichtlich sein muss, ob die Leistung ausreicht (positive Note), und wenn ja: ob das erforderliche Maß gerade erfüllt (Genügend) oder die Erwartungen weit übertroffen wurden (Sehr gut). Im Studium bzw. im Arbeitsleben bzw. im Leben generell wird man jederzeit von anderen bewertet und kategorisiert, da hält man sich auch nicht mit langen Beschreibungen auf. In der Schule gibt es ja normalerweise nie "einfach so" eine bestimmte Note, da kann man jederzeit nach einer Begründung fragen bzw. erhält man ohnehin laufend Rückmeldungen. Daher ist es aus meiner Sicht in Ordnung, Ziffernnoten zu vergeben (gut, in den ersten drei Volksschulklassen kann man vielleicht darüber diskutieren, da kenne ich mich nicht aus). Das Ziffernnotensystem finde ich nicht optimal, aber ich kenne kein besseres...

Amfortas sagt
Die Bildungsbürger zählten Goethe wenigstens noch zum Lehrstoff in den Schulen. Leselisten gibt es heute in vielen höheren Schulen gar nicht mehr. Bei der Deusch-Matura wird keinerlei literarische Bildung mehr verlangt. Man kann in Österreich also eine Hochschulreife erwerben und danach Germanistik studieren, ohne auch nur eine Werk von Kafka, Goethe oder Grillparzer gelesen zu haben.

Das ist richtig (abgesehen davon, dass bei der fakultativen mündlichen Deutsch sehr wohl Literatur inkl. Leseliste verlangt werden darf, wenn der Lehrer das möchte). Ich halte die massive Degeneration des Deutsch-Unterrichts auch für eine Katastrophe. Wie Dalmont richtig bemerkt hat: Die Lebensdaten Goethes zu wissen, ist nebensächlich. Wichtig wäre es, sagen wir, zumindest Faust I. gelesen zu haben und darüber nachgedacht zu haben. Dass die schriftliche Deutsch-Matura nur mehr aus nichtssagenden "Textsorten" besteht, ist ein Wahnsinn.

Problem ist auch, dass enorm viele Lehrer viel zu obrigkeitsgläubig und gehorsam gegenüber Vorgesetzten und Schulbehörde sind ("Ja, ich finds nicht gut, aber so ist es nun einmal..." - NEIN, so ist es nicht, denn wenn sich niemand an - teilweise gesetzeswidrige! - Empfehlungen des Ministerium hält, dann ist es einfach nicht so).

UwePaul sagt
man kann ja "der Politik" manches vorhalten.

Aber diese Kinder haben doch sicherlich Eltern, die  für sie verantworrtlich sind, auch die sind dazu verpflichtet  

Najaaa. Natürlich bekommt man von zu Hause viel mit, und je mehr Bildung, desto besser, aber Literaturunterricht ist ja in erster Linie die Aufgabe der Schule und nicht der Eltern.

13. Februar 2020
19:57
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alcindo
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das hat schon mit Politik zu tun.....wer engagiert denn diese theaterdirektoren und die dann die sogenannten regisseure??  stellt sich Uwe so bl...ind, oder ist er es??...

13. Februar 2020
19:13
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UwePaul
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28. Februar 2018
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Und das hängt in gewisser Weise auch mit der Bildungspolitik zusammen.

 

was hat denn das mit Politik zu tun, wenn erwachsene Regisseure, auch im höheren Alterr, das Schreien und andere Abartigkeiten "erfinden"? Und viele das nachmachen, die haben also schlechte Schulpolitik vor zig Jahren erfahren???

13. Februar 2020
17:34
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Christine
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7. September 2019
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In welcher Form die Sprache in einem Land gepflegt wird kann unter dem Titel "Burgtheater and more" schon behandelt werden. Das Burgtheater war in meiner Schulzeit ein Ort wo man neben großer Schauspielkunst auch eine sehr schöne Sprache hören und erleben konnte. Das ist leider nicht mehr der Fall oder nur zumindest viel seltener. Und das hängt in gewisser Weise auch mit der Bildungspolitik zusammen.

13. Februar 2020
15:08
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Moderator 16
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Liebe Teilnehmer!

Kehren wir bitte wieder zum Thema zurück - sonst wird der Thread geschlossen.

13. Februar 2020
14:45
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Amfortas
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"Aber diese Kinder haben doch sicherlich Eltern, die für sie verantworrtlich sind, auch die sind dazu verpflichtet ..."

Ich denke, es braucht beides. Verantwortungsvolle Eltern, die selbst eine gewisse Bildungsnähe haben, und Schulen, in denen wirklich Bildung vermittelt wird und in denen man nicht genötigt ist, Erziehungsarbeit zu leisten, die eigentlich viel früher schon zu Hause hätte stattfinden sollen. Aber wie gesagt: Wenn wir ein politisches System haben, das es begünstigt, dass Frauen ohne jeden Schulabschluss um Durchschnitt 4 x mehr Kinder in die Welt setzen als Frauen mit höherer Bildung, dürfen wir uns über solche Probleme nicht wundern. Wenn dann die Bildungspolitik eher von Ideologie denn durch Vernunft geleitet wird, potentiert sich dieses Problem noch. Wie gesagt: Vor all diesen Problemen wurde rechtzeitig gewarnt. Aber die Warner wurden denunziert statt ernstgenommen. Man fragt sich, wie groß die Probleme noch werden müssen, bis endlich diejenigen Größe zeigen und zu ihren Fehlern stehen, die kraft ihrer Ideologie solche Entwicklungen zugelassen haben.

13. Februar 2020
14:01
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UwePaul
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n, dass Schüler heute eben keine Bücher mehr lesen und auch durch die Schulen nicht dazu motiviert werden können und es zum Bestehen der Deutsch-Matura ausreicht, einen Leserbrief verfassen zu können,

 

man kann ja "der Politik" manches vorhalten.

Aber diese Kinder haben doch sicherlich Eltern, die  für sie verantworrtlich sind, auch die sind dazu verpflichtet

13. Februar 2020
10:58
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Amfortas
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"Was man nicht braucht, ist die Bildungsbürger-Bildung."

Das durch die 68er unter Beschuss gekommene Bildungsbürgertum mag zwar auch fragwürdige Vorstellungen von Bildung gehabt haben, aber es bezweifelte nicht insgesamt den Wert klassischer Bildung, wie das die Leute Ihrer politischen Gesinnung zumindest in der Vergangenheit gemacht und damit das Kind mit dem Bade ausgeschüttet haben. Die Bildungsbürger zählten Goethe wenigstens noch zum Lehrstoff in den Schulen. Leselisten gibt es heute in vielen höheren Schulen gar nicht mehr. Bei der Deusch-Matura wird keinerlei literarische Bildung mehr verlangt. Man kann in Österreich also eine Hochschulreife erwerben und danach Germanistik studieren, ohne auch nur ein Werk von Kafka, Goethe oder Grillparzer gelesen zu haben. Die Schulen sind stolz auf ihre Inklusionsprojekte, ihre linksalternativen Bildungsexperimente und ihre Multikulti-Klassen. Dabei wäre es angesichts kontinuierlich anwachsender Analphabetenquoten doch wichtiger, endlich offen zuzugeben, dass wir nun exakt die Probleme haben, vor denen von anderer politischer Seite immer gewarnt wurde. Statt die Warner als Ewiggestrige zu denunzieren, wäre es vielleicht doch richtiger gewesen, die Warnungen ernst zu nehmen. Finden Sie nicht?

13. Februar 2020
10:26
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dalmont
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28. Januar 2019
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Das ist ein Thema, das man ad infinitum fortsetzen könnte. Was ich nur sagen will: Gurnemanz, ich habe den Prozess der Sprachveränderung nicht bewertet, nur konstatiert, da ich nicht so schnell mit Bewertungen bei der Hand bin. Mir persönlich missfällt Vieles, was da vor sich geht. Aber gegen „Sinn machen“, so falsch es ist, scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Mich reißt es noch immer, wenn ich höre oder lese: Die „Mitternachtseinlage sang Tenor XY“ oder „Das Haus entwarf Architek NN“, die Anglizismen mag ich persönlich gar nicht. Aber, wie den Dingen Einhalt gebieten? Die Grammatiken von heute gestatten Formulierungen, die zu meiner Zeit in der Schule als Fehler bewertet worden wären. Die Medienexplosion hat natürlich einen gigantischen Einfluss und ordnet die Sprache ihren kommunikativen Bedürfnissen unter. Die "Eleganz der Grammatik" bleibt dabei außen vor (das bewusst gesetzt). Ich bin jedoch kein mit Windmühlen kämpfender Don Quixote.  

 

Zum Grundsätzlichen: Der Online-Merker versteht sich als „internationale Kulturplattform“, Christine. Was ist mehr Kultur als Sprache?

 

Zum Schluß: „Das sind die Früchte einer Politik, die Bildung als etwas Bourgoises betrachtet, das zu überwinden ist“: Amfortas, das glauben Sie wohl selbst nicht. Was man nicht braucht, ist die Bildungsbürger-Bildung. Ihr war nämlich überspitzt formuliert wichtig, dass die Leute die Lebensdaten von Goethe kennen, und nicht, was uns der Dichter in den Wahlverwandtschaften sagen will, geschweige denn, was dieser Begriff überhaupt bedeutet. Was an einer Ziffernzensurierung besser sein soll, als an einer beschreibenden Bewertung der Leistung, das konnte mir noch keiner erklären. Und die Leseforschung sagt uns, dass die Kinder und Jugendlichen mehr Bücher lesen als uns die Kulturpessimisten glauben machen wollen. Sie erschauern allerdings auch nicht, wenn sie den Namen Göte (so würden ihn nicht wenige schreiben) hören.

13. Februar 2020
8:47
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Amfortas
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25. Oktober 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

@Gurnemanz

Sie sprechen mir aus der Seele! Auch ich finde diese allmähliche Degeneration der deutschen Sprache unerträglich. Aber sind das nicht die logischen Konsequenzen einer Entwicklung, die Bildung als etwas Wertvolles zunehmend in Frage stellt? Wenn in Österreichs Schulen zunehmend die Leistungsbeurteilung hinterfragt wird, die Zahl von Schülern mit anderer Muttersprache dramatisch zunimmt, die Unterschicht mehr Kinder in die Welt setzt als die Mittel- und Oberschicht zusammen, die Deutschlehrer achselzuckend akzeptieren, dass Schüler heute eben keine Bücher mehr lesen und auch durch die Schulen nicht dazu motiviert werden können und es zum Bestehen der Deutsch-Matura ausreicht, einen Leserbrief verfassen zu können, in dem die Substantive richtig gegendert und die politisch korrekten Haltungen brav allen Sprech- und Denkregeln gemäß reproduziert werden können, dürfen wir uns über diesen Verfall nicht wundern. Das sind die Früchte einer Politik, die Bildung als etwas Bourgoises betrachtet, das zu überwinden ist.

13. Februar 2020
8:46
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Christine
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7. September 2019
sp_UserOfflineSmall Offline

Lieber Gurnemanz, es gehört zwar nicht zu den Merkerthemen, aber ich muss Ihnen bei einem Grammatikpunkt widersprechen: trotz und dank verlangen nicht den Dativ sondern den Genetiv!

aus, außer, bei, binnen, entgegen, gegenüber, gemäß, mit , nach, nächst, nebst, samt, seit, von und zu verlangen den Dativ. Ich habe das gelernt nach dem Buch "Aufnahmsprüfung leicht gemacht" zu einer Zeit als es noch Aufnahmsprüfungen für das Gymnasium gab. Mir ist nicht bekannt, dass sich da etwas geändert hätte. Es gibt aber auch das Buch "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod", darin wird beschrieben, was viele Menschen heute falsch verwenden. Genauso wie viele "ohne" mit dem Dativ verwenden obwohl es den Akkusativ verlangt.

Sie fragen bei der Elektra Kritik wer "man" ist. Wahrscheinlich war die überwiegende Mehrheit der Operbesucher gemeint.

13. Februar 2020
3:19
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Gurnemanz
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29. September 2018
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Chenier sagt
Über "piefkinesisch" mokiert man sich, aber was ist mit den vielen unerträglichen Anglizismen, die schon überhaupt nicht zu unserer Sprache passen? Die Menschen gehen zu einem Meeting, wenn nicht gecancelt,nehmen einen Drink, lassen die Kids zu Hause, finden das cool und chatten dazwischen, and so on.   

dalmont sagt
Und auch das Beklagen der Anglizismen: Sprache und Sprechen verändern sich so wie sie es immer getan haben.

In diesem Punkt muss ich eher der Meinung von Chenier zustimmen. Ja, Sprache und Sprechen haben sich immer verändert, verändern sich und werden sich immer verändern, aber das heißt ja nicht, dass man den Dingen ihren freien Lauf lassen muss, denn wozu gibt es sonst Grammatiken, Wörterbücher und Rechtschreibfibeln zur Normierung einer Sprache?

Was mich übrigens ärgert, sind weniger die offensichtlichen Anglizismen (das ist eine Phase, die irgendwann vorübergehen wird; genauso sind die französischen Ausdrücke wie Chambre séparé, Trottoir, antichambrieren so gut wie verschwunden, genauso die tschechischen Ausdrücke im Wiener Dialekt, denn wer sagt denn heute noch "auf Lepschi gehen", "des is ma schezkojedno" oder sowas? Die Ausdrücke kenne ich nur mehr von meinen Großeltern, lediglich das "die sieben Zwetschken packen" ist noch in Gebrauch), sondern erstens die Lehnübersetzungen, die im Deutschen falsch sind, wie zum Beispiel "das macht Sinn" (etwas HAT Sinn oder ERGIBT Sinn!), dann die oftmals falsche Verwendung der Fälle ("trotz" hat nämlich den Dativ, ebenso "dank" - auch wenn mittlerweile oft der Genitiv fälschlicherweise gebraucht wird), und außerdem bemerke ich bei heutigen Schülern, dass oft starke Verba zu schwachen gemacht werden (da hört/liest man dann "er schreite", "er rufte" oder sowas - natürlich korrigiere ich den Blödsinn immer sofort, aber das ist eigentlich ein Kampf gegen Windmühlen - eh klar, denn die starke Verbbildung ist schon lang nicht mehr produktiv; das heißt: jedes Verb, das der deutschen Sprache hinzugefügt wird, ist schwach; die starken sind nur mehr "Relikte" von früher).

Ganz zu schweigen von den nervenden Eingriffen in die Sprache durch Gendern etc. Den Blödsinn mache ICH sicher nicht mit.

Dagegen sind mir englische Fremdwörter relativ egal.

12. Februar 2020
8:06
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UwePaul
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

Fr. Lohengrin

das war die Antwort darauf

hab gerade ausschnitte aus dem Berliner Rosenkavalier gehört und bedauert, dass ausser dem Ochs eigentlich niemand den Wiener oder Oesterreichischen ton beherrschte

11. Februar 2020
21:39
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Lohengrin2
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Forumsbeiträge: 742
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28. Februar 2018
sp_UserOfflineSmall Offline

hoffentlich legt Groissböck seinen österreichischen Ton wieder ab, wenn er den Wotan singt

??????????????????????????

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