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"Boris Godunow" an der WSO | OnlineMerker | Forum

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"Boris Godunow" an der WSO
28. Mai 2022
16:00
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Chenier
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28. Februar 2021
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Nach fast sieben Jahren, damals der Onegin an der WSO in einer Glanzbesetzung mit einer zu dieser Zeit ganz hervorragenden Netrebko, und zahlreichen Italianitás, französischen Opern, Mozarts und Wagners an den verschiedensten Häusern wieder die erste Russenoper und mir wurde klar, warum ich dem slawischen Metier seit jeher eher ambivalent gegenüberstehe. Ein düsteres musikalisches Dahinplätschern, abwechselnd von Trinkliedern und Chorälen unterbrochen, ohne große Höhepunkte, nichts zum Mitnehmen und durchgehend schwermütig, fast melancholisch. Groß, die Chöre, und laut, das Orchester, sind das Maß aller Dinge. Das war jetzt wieder für längere Zeit die letzte russische Oper für mich, aber nicht aus politischen, sondern aus musikalischen Gründen.

Die positive Seite der Vorstellung war die perfekte Umsetzung des musikalischen Konzepts von Mussorgsky und natürlich die Besetzung. Abgesehen davon, dass es aktuell ein groteskes Detail am Rande ist, wenn ein Ukrainer einen Zar singt, war der junge Alexander Tsymbalyuk in der Titelrolle ganz exzellent, obwohl mehr Bariton als Bass, und konnte den ursprünglich vorgesehenen Abdrazakov perfekt ersetzen. Die Besetzung hatte keinen Schwachpunkt, wobei Ebenstein und Kowaljow besonders hervorzuheben waren. Und das besonders Erfreuliche des Abends: Viele Rollen konnten mit Ensemblemitgliedern bestens besetzt werden.

Wenn man diese Art von Musik schätzt, ohne an einem Denkmal zu kratzen, ein wunderbarer Abend.

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