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"Arabella", Met 1992, Reinstes Opernglück..... | OnlineMerker | Forum

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"Arabella", Met 1992, Reinstes Opernglück.....
19. Juli 2021
20:14
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walter
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8. März 2021
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Werter Dalmont, ich weiß nicht, was Ihnen Christine antworten wird, aber Sie haben offensichtlich wirklich nicht aufgepasst: Margarethe war nicht als Prostituierte dargestellt, aber mit engen Kontakten zu dieser Halb- Seiden- Welt, und insofern ist der Schluss naheliegend, dass.....

walter

19. Juli 2021
19:35
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Dalmont
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22. Januar 2021
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ad 20 + 22)

 

Christine, Schenks letzte Inszenierung an der Staatsoper war 2014 Janáčeks „Schlaues Füchslein“, ich weiß nicht, ob sie die Aufführung gesehen haben. Es war meiner Auffassung nach ein fast fotorealistisches Missverständnis einer wunderbaren Oper, die auf einer Art Fortsetzungscomic in einer Zeitung basiert. Da Schenk damals 83 Jahre alt war, weiß man doch, wie er am Ende seiner Laufbahn dachte. Es war eine Aufführung in einer gigantisch teuren Ausstattung für 13 Vorstellungen.

Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie meine Bemerkung vom „armseligen Gerüst“ absichtlich missverstehen wollten. Aber wenn sie den Text des Duettes, das mich in der „Traviata“ am intensivsten berührt und das mit den Worten (da ich nicht weiß, ob Sie italienisch verstehen, zitiere ich die grässliche gängige deutsche Übersetzung) „Gott schenkte eine Tochter mir“ lesen, werden Sie, hoffe ich verstehen, was die Musik hier an Emotionen hinzugefügt hat, was Interpreten wie Maria Callas und Ettore Bastianini in Aufführungen an persönlichen Emotionen dazu gaben, und dann möglicherweise zugeben, dass das Ergebnis doch gigantisch mehr Aussage hat als die vergleichsweise „armseligen“ Worte Piaves.

Ihre Anmerkungen zu Karajan sind selbst entlarvend und erklären natürlich gleichzeitig Ihr Opern(kunst)verständnis, in dem ein direkter Realitätsbezug eher ausgespart werden sollte. Wiewohl Sie andererseits behaupten, Textbücher seien aus der Entstehungszeit heraus zu verstehen. Glauben Sie mir, viele gut bürgerliche Familien sind auch heute mit Sicherheit „not amused“, wenn eine Prostituierte einheiraten würde. „Pretty Woman“ ist Hollywood, nicht gängige Praxis.

Zum „Parsifal“ mag ich nix sagen, bevor ich ihn nicht auf der Bühne gesehen habe. „Parsifal“, da wurde schon darauf hingewiesen, ist nicht die Umsetzung einer Legende, sondern die Neudeutung eines mittelalterlichen sehr langen Versromans durch Wagner, in die er etliche seiner (privat)religiösen und rassenidiologischen Vorstellungen hineinverwoben hat. Da viele der jetzt hier so diskutierten Regisseure (und ihre Dramaturgen) sehr intensiv die Werke und das, woraus die Librettisten und Komponisten ihre Gedankenwelt beziehen, analysieren, könnte man vielleicht in Eschenbachs Roman Hinweise finden, was es mit den von Ihnen immer wieder monierten ungesühnten Morden auf sich hat. Vielleicht sogar in Wagners Textbuch.

Eines Christine, muss ich Sie allerdings fragen: Woher kommt die Vermutung, Marguerite sei eine Prostituierte? Ich nehme an, Sie beziehen sich auf die Castorf-Inszenierung. Hab ich am 19. Mai in der Staatsoper nicht gut aufgepasst?

17. Juli 2021
1:40
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Dalmont
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Gulliver, wo habe ich Ihnen vorgeworfen, dass Sie nicht wüssten, was Postulat bedeutet? Ich habe mich nur auf Grund Ihrer Réplique auf meinen Eintrag eine Frage gestellt. Da Sie schon den ersten Satz missverstehend aufgefasst haben, zielten auch Ihrer weiteren Sätze ins Leere.

Und da Sie etwas gönnerhaft nach meiner Lernfähigkeit fragen: Seien Sie unbesorgt, im Gegensatz zu vielen hat für mich der Begriff des „lebenslangen Lernens“ nichts Erschreckendes, und wäre ich arrogant genug, würde ich das Zitat aus dem „Faust“ vom Alles- wissen-wollen anführen.

Ja, und dann denke ich, dass zwischen analysierend und analytisch (was mehr Bedeutungen hat, als Sie anführen) semantisch ein Unterschied ist, wenn er auch nicht extrem groß ist. Was analysierende (auch analytische) Herangehensweisen im Operntheater anlangt, da erlaube ich mir, Ihnen eine Publikation ans Herz zu legen, die ich vor kurzem erworben und dann auch gelesen habe: „Opernarbeit“ von Sergio Morabito aus dem Bärenreiter-Verlag. Sie ist sehr aufschlussreich und könnte – wenn man es denn zulässt und neugierig ist - meiner Meinung nach auch den Horizont erweitern.  

16. Juli 2021
1:46
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Lohengrin2
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Da ist nichts Analytisches sondern unstrukturiert Synthetisches!  ff

Es wird nicht besser, wenn der tieferen Betrachung von Themen, die Komponisten und Librettisten aufgegriffen und als Oper herausgebracht haben, nur Häme und Bessrwisserei entgegengeschleudert wird.

Es gbt halt Operfreude, die sich mit den Theman der Werke befassen und mit Dekoration und/oder mehr oder weniger hübscher Bebilderung nicht abzuspeisen sind.

15. Juli 2021
23:08
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Gulliver
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ad 19 Dalmont

„….. dass ich mich frage, ob er weiß, was ein Postulat ist“.

Tja Herr Dalmont: Umgekehrt wird wohl ein Schuh draus !

Es klingt zwar markig, wenn Sie mir vorwerfen benutzte Begriffe nicht zu kennen, aber es stellt sich so dar, dass Sie der Unkundige sind! Deshalb, falls Sie lernfähig sind:

Postulat: ... unbewiesene oder unbeweisbare Aussagen, die als wahre Fakten vorausgesetzt werden sollen, ….nicht einsichtig oder dessen Meinung entgegenstehend; … Sätze, die man gegenwärtig ... ohne Beweis annimmt oder verwendet.

Ebenso ist es abenteuerlich von Ihnen und Lohengrin präferierte Inszenierungsstile als analytisch zu bezeichnen:

Freunde analysierender Interpretationen werden gern mal ….!“

Da ist nichts Analytisches sondern unstrukturiert Synthetisches!

Analytisch: Auflösung eines Objekts in seine Einzelbestandteile, Durchführung einer systematischen Untersuchung, … aus der Zergliederung eines Begriffs nur so viel Erkenntnis vermitteln, wie in diesem enthalten ...

Es besteht wohl Übereinstimmung, dass diese szenischen Lösungen keinen Bezug zum Ursprungsgeschehen gem. Libretto haben, sodass hier also nicht von Analyse bestehender Inhalte sondern von freiem Erfinden, sogar ohne assoziative Anbindung, gesprochen werden muss.

Selbstverständlich bedeuten meine Ausführungen kein Dogma. Wem das gefällt, soll dem frönen! Es handelt sich bei diesen Inszenierungsstilen aber um synthetische Lösungen, keinesfalls um analytische. Also um künstliche im Unterschied zu künstlerischen Ergüssen.

15. Juli 2021
13:31
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Lohengrin2
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Genau, im Sinne der Ausgangsliteratur passt bei Wagner nichts mehr zusammen, allerhöchstens das, was ihm in seine Ideen passte. Der Aufschrei der Germanisten fehlt !  So eine Verbiegung der mittelalterichen Texte für "moderne und eigenwillige Interpretation (im 19. Jahrhundert)" ist eigentlich ein Sakrileg, so wie neue Deutungen von Opern für die oder den ein Verbrechen an dem Werk genannt werden.......

Leute, bleibt mal locker, lasst Euch au neue Sichtweisen ein und der Gewinn wird groß sein !

15. Juli 2021
11:55
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Christine
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Wagner hat bei seinen Opern auch den Text verfasst. "Auf die Grals-Legende war Wagner schon 1845 während seiner Beschäftigung mit dem Lohengrin  in Marienbad gestoßen" finde ich im Opernführer.Er hat eine Legende bearbeitet, ebenso wie er bei anderen Opern Legenden und Sagen als Ausgangspunkt genommen hat. An ein Großraumbüro hat er sicher nicht gedacht, das kam in den alten Sagen und Legenden nicht vor. Da aber heutige Komponisten keine bedeutenden Opern für Großraumbüros schreiben, müssen "geniale" Regisseure die Opern der toten Komponisten, die sich nicht mehr wehren können, neu deuten. Es passt dann nichts mehr zusammen - es ist oft grotesk wie Text und Bühnengeschehen auseinanderklaffen - aber es ist heutig, zeigt eine neue Sicht, wird analysierend interpretiert, usw. Ist ja gut wenn es Menschen gibt, die einen Sinn dahinter sehen. Das ist mir leider trotz einer großen Liebe zur Oper und dem Drama nicht möglich. Vielleicht auch wegen dieser Liebe?

15. Juli 2021
10:07
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Lohengrin2
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Parsial ist ebensowenig eine Umsetzung einer "Legende" wie Tristan und Isolde sondern eine sehr freie Nutzung der mittelaterlichen Vorlagen durch Wagner, umgearbetet und umgedeutet für seine Zwecke. Auch der Ring folgt nur punktuell den Vorlagen.

Auch die Verdi-Librettisten haben Schiller und Shakespeare als Steinbrüche verwendet und einzelne Motive -neu interpretiert- in die Opern eingebracht. Das ist besonders bei Otello deutlich, wo die gesamte Vorgeschichte des Dramas fehlt.

15. Juli 2021
9:27
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Christine
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Textbücher sind auch aus der Zeit in der sie entstanden sind zu verstehen. 1853 war es wahrscheinlich wirklich ein Problem wenn ein junges Mädchen in eine sogenannte ehrenwerte Familie einheiraten wollte, deren Bruder mit einer Prostituierten liiert war. 2021 ist das keines mehr und ein europäischer Vater würde sich sicher nicht dafür einsetzen, dass seine Tochter eine saudischen Prinzen heiratet. Parsifal ist für mich die Umsetzung einer Legende und hat daher einen gewissen irrealen Charakter und eine Übersetzung in die Realität und Gegenwart passt für mich gar nicht. Empört hat mich in dieser Inszenierung, dass zwei ganz reale Morde völlig ohne Konsequenzen bleiben. In der Margarete als Prostituierte sehe ich keinen Sinn weil ja dann vieles nicht mehr zusammenpasst.

Natürlich kann man sich nur auf die Musik konzentrieren und auf einen Hörplatz gehen. Aber das ist für mich keine Option.

15. Juli 2021
8:57
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Lohengrin2
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a) Textbücher sind sehr oft nicht nur "armselig" sondern unsinnig; die Musik machts und je kruder der Text, desto mehr Spielraum für Regisseure...........

b) Am Dienstag war ich in dem viel gescholtenen Tristan in München. Was es da an der Regie zu meckern gab, hat sich mir nicht erschlossen. Im Gegenteil. Die reduzierte Präsentation hat die Musik nur noch stärker zur Wirkung gebracht und die Konflikte und Lösungsversuche der Personen eindrucksvoll hervorgehoben. Allemal aufschlussreicher als das Gestell in Bayreuth..... Auf die ideale Tristan-Inszenierung warte ich allerdings noch.

15. Juli 2021
8:50
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Christine
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Dalmont: Ja, man sollte nicht pauschal behaupten, dass Menschen, denen meiner Meinung nach nicht werkgetreue Inszenierungen gefallen mit den Inszenierungen von Otto Schenk nichts anfangen können. Es wird nicht auf alle Opernbesucher zutreffen, aber doch auf viele, glaube ich. Sie - und einige andere - sind die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Da Schenk nicht mehr inszeniert, weiß man auch nicht, was er heute anders machen würde.

Dass Sie in Textbüchern "armselige Gerüste" sehen, na ja, was soll man dazu noch sagen? Die Verfasser waren wohl alle "Armutschkerln" wie es auf gut wienerisch heißt. Erst durch das "Genie heutiger Regisseure" entstehen die wahren Kunstwerke. Regisseure der Vergangenheit, die an die Textbücher glaubten, wussten es halt nicht besser, waren wohl auch keine Künstler. Manches gelang ihnen immerhin noch "sehr eindrucksvoll" , aber "unter die Haut" ging es zumindest Ihnen nicht.

Die Anmerkungen zu Karajan finde ich im Jahr 2021 überflüssig. In meinen Augen war ein großer Dirigent, er hat mir und vielen anderen Opernbegeisterten viele schöne Stunden durch Aufführungen in tollen Besetzungen geschenkt, das zählt für mich. Mir ist wirklich völlig egal, wer seine Opernfestspiele finanziert hat und wie er sein Privatleben gestaltete.

An Lohengrin: Sie schreiben: "Freunde analysierender Interpretationen werden gern mal schief angeschaut und als Zerstörer der Werke gebrandmarkt". Ich schaue niemand schief an und ich brandmarke auch niemand. Es ist zumindest nicht meine Absicht und ich bedaure, wenn das so aufgefasst wird. Aber ganz einfach gesagt: Mir gefallen gewisse Inszenierungen nicht und ich kann mir den Sinn so mancher Deutung nicht erklären. Aus den Interviews mit den Regisseuren geht das auch nicht hervor. Bei mir entsteht der Verdacht, dass sie es vielleicht selbst nicht wissen. Das kann ich aber nicht beweisen. Diese Aufführungen enttäuschen mich und wie man an den Publikumsreaktionen sieht, auch andere Menschen. Und das ist schade. Denn ich möchte nicht enttäuscht sondern begeistert werden.

15. Juli 2021
8:17
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Dalmont
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ad 13)

Ups, ich habe jetzt erst bemerkt, der Zensor-Moderator hat zugeschlagen, und mir einen Halbsatz rausgelöscht. Ich habe diese Zeilen nicht separat abgespeichert, und weiß nicht mehr genau, wie die Formulierung war. Ich bin drauf gekommen, weil ich meinen Eintrag nochmals nachlesen wollte, da ich Gullivers Sätze in 17 nicht deuten konnte. Er krampft mit Worten, die ich aus Social Media - Getöse kenne, um den Begriff Postulat herum, mit dem Effekt, dass ich mich frage, ob er weiß, was ein Postulat ist. 

Ich denke, ich habe in dem Halbsatz, der dem Moderator-Zensor sauer aufgestoßen ist, auf die Financiers von Herbert Karajans Osterfestspielen Bezug genommen.

Was daran eine „böswillige Unterstellung“ war, müsste der Zensor-Moderator schon genauer darlegen. Er wird es nicht können (möglicherweise eher aus persönlich-ideologischen Gründen nicht wollen), denn die Faktenlage in Sachen Herbert Karajans ist klarer als Licht. Und da der als Moderator getarnte Zensor vom publizistischen Geschäft wenig Ahnung zu haben scheint: Besser als sich an Sedlnitzky zu orientieren, wäre es, die das Publizieren betreffenden BBC-Regeln zu studieren. Auch in dem höchstwahrscheinlich schon vorgeschrittenen Alter des Moderators sollte man das noch tun.

 

Und an Gulliver gerichtet: Hätte er nicht nach dem dritten Wort meines Schenk-Beitrags mit Schaum vor dem Mund weiter gelesen, hätte er bemerkt, dass das "stimmt nicht" sich nur auf Christines Meinung bezog, dass Menschen, die heutige Inszenierungen etwas abgewinnen können, mit Schenk nix anfangen können. Das stimmt meiner Meinung nach nicht, weil ich das beste Gegenbeispiel von Christines These bin und auch dargelegt habe. Ich ch habe sehr viele Inszenierungen Otto Schenks angeführt, die ich schätzte und bis heute in guter Erinnerung habe. Sie sind vor 50 Jahren gemacht worden, ich habe mich allerdings nicht in den 70ern des vergangenen Jahrhunderts einfrieren lassen, ich nehme die Entwicklung aller Künste wahr, und ich will vor allem wissen, was die jüngeren Generation mit den Werken, die mir so viel bedeuten, anfangen können und wie sie darüber denken. Wie man vor 50 Jahren darüber gedacht hat, weiß ich ja selber aus eigenem Erleben. 

15. Juli 2021
8:02
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Lohengrin2
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Hier sollten sich einige ein Beispiel an Christine nehmen, die ihre Ausführungen unbeirrbar vorträgt, aber nie als Postulat.....

Na das liest sich aber häufig ganz anders. Freunde analysierender Interpretationen werden gern mal schief angeschaut und als Zerstörer der Werke gebrandmarkt, wohingegen rein illustrierend erzählende Produktionen als das Wahre hingestellt werden........

Dalmont hat sein Erleben ein und desselben Werkes als "eindrucksvoll" (Schenk) bzw. "unter die Haut gehend" (Kušej) bechrieben. Dieser entscheidende Unterschied ist -für mich jedenfalls- maßgebend.

15. Juli 2021
0:35
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Gulliver
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Wie erkenntnisreich: jetzt wissen wir endlich, dass z.B. Shakespeare, Schiller, Goethe usw. "armselige Gerüste" schufen. Es wird versucht mit unbedarften Behauptungen und Pauschlierungen ohne argumentative Kraft häufigen intellektuellen Blödsinn in Inszenierungen zum tatsächlichen Fakt von vertonter Weltliteratur zu erheben. Gegen solche Ausführungen ist solange nichts zu sagen, wie man diese als eigene subjetive Meinung kennzeichnet und nicht versucht verlogene Wahrheiten zu schaffen, um seine Weltsicht anderen demagogisch aufs Auge zu drücken, die tatsächliche ja ohnehin ein Minderheiten - Programm ist.

Hier sollten sich einige ein Beispiel an Christine nehmen, die ihre Ausführungen unbeirrbar vorträgt, aber nie als Postulat sondern immer klar darauf hinweist, dass es ihre Meinung ist, subjektiv und  ihrem Empfinden entspricht - statt  zu Meinungen anderer besserwisserisch zu erklären " Das stimmt nicht!" Damit beschädigt man die Diskussions-Kultur in diesem Forum - die sich gerade zu besseren schien.

14. Juli 2021
20:58
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Lohengrin2
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Kušej, ein kärntnerischer Dalmont, hat mir den Schenkschen Horváth nicht madig gemacht, aber er hat aus dem Stück 30 Jahre später etwas herausgelesen und darstellen lassen, was mehr unter die Haut ging als das, was Schenk drei Jahrzehnte zuvor sehr eindrucksvoll auf die Bühne gestellt hatte.

Hier hat Dalmont sehr gut zusammengefasst, was viele Neuproduktionen an Mehrwert zu bieten haben!

14. Juli 2021
19:42
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walter
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Ja, dieser Karajan- Trovatore.......

Ich habe ihn öfters gesehen, Bonisolli war wohl immer der Joker. Ich kann mich an niemanden anderen erinnern, und langweilig geworden ist mir an diesen Abenden nie. Man konnte die Geschichte so erleben, wie Verdi sie komponiert hat. Was danach kam, war eher verwirrend; man mußte sich auf einmal etwas dazudenken....

Seltsamer Weise erinnere ich mich an ein völlig unbedeutendes Detail an einem dieser Abende der Karajan- Inszenierung:: Im dritten Akt, wenn sich die Soldaten zu ihrem Chor versammelt haben, spielten die Standarten ein wenig verrückt, vermutlich durch den Bühnenwind, jedenfalls versuchte ein Chorist den Zipfel der Fahne zu erwischen, die sich über seinem Kopf hin- und her bewegte, aber- ohne Erfolg.

Daran muss ich immer denken, wenn ich die Melodie höre....Nein, fade war das nie!

walter 

14. Juli 2021
11:00
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Christine
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Dalmont, wir haben offensichtlich sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir auf der Bühne sehen möchten. Früher gab es Filme von Burgtheater Aufführungen, ich habe den Don Karlos aus den 50er Jahren gesehen und dann auf der Bühne die Aufführung, die Otto Schenk in den 70er Jahren inszeniert hat. Da war Werner Hinz König Philipp. Mir haben beide Inszenierungen gefallen, ich habe auch die von Andrea Breth recht gut gefunden. Ob die Gemeinheit der Großmutter in den Geschichten aus dem Wienerwald wie sie Adrienne Gessner gespielt hat, zu überbieten ist, weiß ich nicht.

"Das seltsame „Troubadour“-Gewabere konnte niemand interessieren" schreiben Sie bezogen auf die Karajan Inszenierung. Ich weiß nicht, ob die Aussage "niemand" wirklich für alle Besucher der Aufführung gilt. Wenn ich dort war, hatte ich nicht diesen Eindruck. Auf jeden Fall hat mich die Inszenierung nicht gestört, was ich von der Nachfolgeinszenierung von Istvan Szabo nicht behaupten kann. Die gefiel mir gar nicht.

14. Juli 2021
0:13
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Dalmont
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ad 8)

Christine, Textbücher sind armselige Gerüste. Komponisten haben sie mit Leben erfüllt. Schenk hat in den von mir geschätzten Inszenierungen, die vor 50 Jahren entstanden sind, viel mehr als das Gerüst-Textbuch inszeniert, er hat sich auch mit dem Gedankengebäude des Werkes auseinandergesetzt. Bei den „Meistersingern“ nimmer. „Juno und der Pfau“ (mit der Wessely glaube ich): Ich wusste gar nicht, dass das ein Schenk – Insznierung war. Ich erinnere mich nur, dass in meiner Aufführung neben mir ein Burgtheater-Abonenntenpaar saß und vor sich hin stöhnte: „Gar nix Erbauliches mehr am Burgtheater“(!).

„Don Carlos“ mit Pluhar, Orth, Wussow, Wessely, wer war der Philipp?, war meine erste Burg-Premiere, die mich enttäuschte, weil sie mir sehr platt vorkam. „Geschichten aus dem Wienerwald“ mit der Jesserer, Liewehr, Tilden, Schweiger, Hübsch, Gessner, Paryla habe ich noch in sehr guter Erinnerung als sehr intensive Aufführung (war es 1974/75?).

Mehr als zwanzig Jahre später sah ich am Burgtheater ein Gastspiel des Thalia-Theaters Hamburg mit demselben Stück, inszeniert vom gegenwärtigen Burgtheaterdirektor. Er hat als Regisseur die widerlichen Gemeinheiten der konservativ sich gebärdenden Spießer und die mörderische Grausamkeit der Großmutter bis an die Grenze des Erträglichen getrieben.

Kušej, ein kärntnerischer Dalmont, hat mir den Schenkschen Horváth nicht madig gemacht, aber er hat aus dem Stück 30 Jahre später etwas herausgelesen und darstellen lassen, was mehr unter die Haut ging als das, was Schenk drei Jahrzehnte zuvor sehr eindrucksvoll auf die Bühne gestellt hatte.

Schenks, Kušejs Interpretationen kenne ich und habe sie in der Erinnerung gespeichert.

Mich interessiert aktuell, was Regieführende, die jetzt Mitte 30 sind, mit dem Stück anfangen können. Selbst wenn sie es auf den Kopf stellen müssen, denn Menschen, die Mitte der 80er Jahren des vergangenen (!) Jahrhunderts geboren sind, haben von der Welt, die Horváth darstellte und die ich auch noch kenne, so wenig Ahnung wie ich sie von der Welt William Shakespeares habe.

Karajan war kein Regisseur, das seltsame „Troubadour“-Gewabere konnte niemand interessieren, er war der deutsche Wirtschaftswunderdirigent mit Hang zum Jet-Set in San Murezzan und Gstaad, ....................................................................................................................................................................... Ich habe diese "Troubadour"-Aufdiebühenstellung mehrmals gesehen, was hatte sie mit Verdis Intentionen zu tun (man muss nur Verdis Briefe lesen)? Und Schenks „Traviata“ war austauschbar mit seiner „Fledermaus“. Schenks Operetteninszenierung schätzte ich,  seine „Traviata“ ging am Stück meiner Meinung nach vorbei.

Anmerkung des Moderators:

Dieser Halbsatz ist eine bösartige Unterstellung.

14. Juli 2021
0:07
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Dalmont
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22. Januar 2021
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was stimmt nicht, Gulliver?

13. Juli 2021
23:58
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Gulliver
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s. 7  "Aber es stimmt nicht."

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