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DRESDEN/Frauenkirche: KAMMERCHOR DER FRAUENKIRCHE MIT MOTETTEN VON J.S.BACH

Dresden/Frauenkirche: KAMMERCHOR DER FRAUENKIRCHE MIT MOTETTEN VON J. S. BACH – 10.3.2013

 Im Gegensatz zu vielen anderen Sonntagsmusiken in der Dresdner Frauenkirche, bei denen oft Solisten, Chor und Orchester auftraten, stand dieser Nachmittag ganz im Zeichen der A capella-Musik von Johann Sebastian Bach.

 Auf dem Programm standen drei seiner bekanntesten Motetten, die nicht, wie viele andere seiner Werke, über einen langen Zeitraum nur noch den Musikern in Notenform zu Studienzwecken bekannt waren und für die Öffentlichkeit durch entsprechende Aufführungen erst wiederentdeckt werden mussten, wie z. B. die „Matthäuspassion“ durch Mendelssohns Großtat, sondern zu allen Zeiten, zumindest vom Thomanerchor, gesungen wurden. Bei seinem Besuch in Leipzig wurden W. A. Mozart in der Thomasschule u. a. auch die Stimmen der Motetten vorgelegt, bei deren Betrachtung er begeistert ausrief: „Das ist doch endlich einmal etwas, wovon man etwas lernen kann“.

 Diese Motetten stehen immer wieder auf den Programmen vieler Chöre, aber man ist auch immer begeistert, sie zu hören.

 Oft wird von anderen Chören nur eine dieser anspruchsvollen Motetten ins Programm aufgenommen. Hier hatte man nun Gelegenheit, gleich drei dieser genialen Kompositionen in unmittelbarer Korrespondenz miteinander zu hören und die Vielfalt und den Erfindungsreichtum Bachs sehr direkt zu erleben.

 Unter der Leitung von Matthias Grünert sang der Kammerchor der Frauenkirche in getrennter Aufstellung, was nicht nur die Doppelchörigkeit der Motetten optisch verdeutlichte, sondern sich auch für die Aufführung als sehr günstig erwies.

 Der leistungsfähige Kammerchor der Frauenkirche, der schon oft an dieser Stelle, seine Qualität bewiesen hat, verfügt über sehr gute, helle, erstaunlich sichere Soprane, die, unterstützt und ergänzt von den ebenfalls sehr sicheren Männerstimmen, immer wieder das Klangbild in schönster Weise prägen und die aufgeführten Kompositionen zum musikalischen Hörerlebnis werden lassen.

 Die Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ BWV 225 für zwei vierstimmige Chöre, wurde vom Chor sehr durchsichtig, in guter Abstimmung der einzelnen Stimmen untereinander und mit fast instrumentaler Linienführung gesungen, wodurch die Vielseitigkeit der komponierten wie der ausführenden Stimmen deutlich wurde.

Ebenso durchsichtig wurde auch die wohl beliebteste Motette „Jesu, meine Freude“ für drei- bis fünfstimmigen Chor BWV 227 geboten.

 Bei der doppelchörigen Motette „Komm, Jesu, komm“ BWV 229 brachte Grünert noch eine leichte Dynamik hinein, die die Motette sehr lebendig erscheinen ließ.

 Mit diesem gut gestalteten, reinen A-capella-Programm bewies der Kammerchor der Frauenkirche einmal mehr seine hohe Qualität.

 Ingrid Gerk

 

 

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