Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

DRESDEN/ Semperoper: MANON LESCAUT – erster Kurzbericht von der Premiere

02.03.2013 | KRITIKEN, Oper

Semperoper Dresden: MANON LESCAUT – Premiere am 2.3.2013


Thiago Arancam, Norma Fantini. Foto: Mathias Creutziger

Eine schrill distonierende Matrone und ein Krawatteltenor auf einer sich fast ständig drehenden Bühne (wobei auch gleichzeitig Kulissenteile verschoben werden) lassen das Bühnengeschehen zu einem Albtraum werden.

 Die Darstellerin der Manon (Norma Fantini) könnte bestens als Manon’s Tante fungieren und produzierte Töne,  die auf keinem Klavier zu finden sind. Seit Jahren habe ich keinen derartig schlechten Tenor (Thiago Arancam) gehört, es war einfach unfassbar; jeglicher weitere Kommentar über seine nicht vorhandene Leistung erübrigt sich.

 Christoph Pohl als Lescaut war die einzige akzeptable sängerische Leistung des Abends.

 Über die Inszenierung von Stefan Herheim zu schreiben,  wäre reine Zeitverschwendung. Puccini drehte sich nicht nur auf der Bühne im Kreis.

 Die permanenten Interventionen des Puccini Darstellers waren nervtötend und dienten keinesfalls dem Ablauf der Handlung. Seine zur Schau gestellte Traurigkeit am Schluss der Oper galt wohl eher den nicht vorhandenen Sängerleistungen als dem Tod der Manon.

 Einzig und allein Christian Thielemann und seine Staatskapelle verzauberte mit einem Puccini wie man ihn seit Mitropoulos, Karajan und Kleiber nicht mehr gehört hat. Es kamen dabei Details zu Geltung,  die man vorher noch nie wahrgenommen hat, was bei Thielemann sehr häufig üblich und höchst erfreulich ist.

 Sven Lundbeck

 

 

Diese Seite drucken