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DRESDEN/ Hochschule für Musik: LIEDERABEND ANGELA DENOKE

Dresden/Hochschule für Musik: LIEDERABEND ANGELA DENOKE 01.06.2014

 Ein relativ kleiner, aber sehr interessierter Kreis von Musikliebhabern und –kennern hatte es sich trotz der vielfältigen Konzertangebote während der Musikfestspiele, gleichzeitiger Opernvorstellungen und anderer verlockender Veranstaltungsangebote nicht nehmen lassen, in den Konzertsaal der Hochschule für Musik mit seiner futuristischen Architektur und der guten Akustik zu kommen, um den Liederabend von Angela Denoke mit seinem interessanten, sinnreich gestalteten Programm zu erleben.

 Wie eine Klammer umspannten die „Vier ernsten Gesänge“ (1. und 4. Gesang) von Johannes Brahms in ihrer eindringlichen Ernsthaftigkeit das klug zusammengestellte Programm bzw. durchzogen es wie ein roter Faden (2. und 3. Gesang). Brahms stand auch weiterhin im Fokus des Abends mit seinen Liedern: „Wie bist du, meine Königin“, „Wenn du nur zuweilen lächelst“, „Komm bald“ und „Dein blaues Auge“. Das Programm enthielt außerdem vor allem wenig bekannte Lieder von Alexander Zemlinsky, Richard Strauss, Alban Berg und J. S. Bach. Bei Richard Strauss setzte Angela Denoke erfreulicherweise nicht auf die allzu bekannten und beliebten Lieder – außer bei den Zugaben –, sondern hatte aus der Fülle seiner zahlreichen kleinen Meisterwerke „Geduld“ „Rote Rosen“, „Die erwachende Rose“ und „Freundliche Vision“ ausgewählt. Von Zemlinskys Liedern widmete sie sich „In der Ferne“, „Gute Nacht“ und „Herbsten“, von Berg „Schließe mir die Augen beide“, „Er klagt, dass der Frühling so kurz blüht“, “Das stille Königreich“ und „Fraue, du Süße“ und von Bach „Bist du bei mir“, das dem Abend mit den sehr innigen und nachdenklichen Liebesliedern auch das Motto gab.

 Angela Denokes frisches und vor allem sehr klangschönes Timbre, das in der Höhe einen unnachahmlichen Klang entfaltet, ließ jedes dieser Lieder als das kleine Kunstwerk erscheinen, das es letztendlich ist. Trotz ihrer Opernkarriere hat sie sich die Feinheiten des Liedgesanges und vor allem ihre schöne, in allen Höhen und Tiefen mühelos klingende Stimme, die sich in heikler Höhe besonders klangvoll entfaltet, bewahrt (ohne die Brüche, die man von manch anderer Sängerin kennt).

 Mit Karola Theill hat sie eine adäquate Begleiterin am Klavier gefunden, die ihren Intentionen sehr aufmerksam und mit gleicher Auffassung und Wesensart folgte.

 Drei Zugaben, mit denen sich beide Künstlerinnen beim Publikum für den herzlichen und aufrichtigen Applaus bedankten: von Richard Strauss „Allerseelen“ und „Das Rosenband“ und von Henry Purcell aus Dido und Aeneas„, ließen noch einmal die schöne Stimme Angela Denokes mit der adäquaten Klavierbegleitung erblühen. Es war einer jener Abende, die noch lange im Gedächtnis bleiben.

 Ingrid Gerk

 

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