Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

DRESDEN/ Frauenkirche: MUSIK DER ROMANTIK FÜR VIOLINE UND ORGEL

Dresden/Frauenkirche: MUSIK DER ROMANTIK FÜR VIOLINE UND ORGEL – 4.8.2013

 Zu einer sehr seltenen, aber durchaus interessanten Konstellation von Violine und Orgel hatten Samuel Kummer, der Organist der Dresdner Frauenkirche, und Annett Baumann, Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden (1. Violinen) und des ensemble frauenkirche, eingeladen.

 Auf dem Programm stand eine Auswahl weniger bekannter und selten aufgeführter Kompositionen der Romantik und Spätromantik für Violine und Orgel, teils Originalkompositionen für diese seltene Besetzung, teils Bearbeitungen. Als Originalkompositionen erklangen „Ouvertüre“ und „Thema mit Veränderungen – Abendlied“ aus „Sechs Stücke für Violine und Orgel“ (op. 150) von J. G. Rheinberger und das „Notturno“ (op. 24) von Camillo Schumann (1872 – 1946), einem deutschen Komponisten der Spätromantik, der sich als Organist an Bachs Taufkirche in Eisenach sehr für die Pflege von dessen Musik einsetzte, sowie eine eigene Bearbeitung von Max Reger, das „Largo“ aus seiner „Suite im alten Stil“ (op. 93), die er ursprünglich für Violine und Klavier komponiert hatte.

 Außerdem führten die beiden Musiker von Fritz Kreisler (1875 – 1962) „Präludium und Allegro im Stile von Gaetano Pugnani“, ebenfalls ursprünglich für Violine und Klavier komponiert, in einer Bearbeitung für Violine und Orgel auf sowie von J. Brahms „Herzlich tut mich erfreuen“ aus „Elf Choralvorspiele für Orgel (op. Posth. 122) und von Max Reger „Toccata“, „Pastorale, „Kanon“, „Melodia“ und „Benedictus“ aus „Zwölf Stücke für die Orgel (op. 59) in einer Bearbeitung des Organisten selbst.

 Annett Baumann ist eine Vollblutmusikerin. Sie liebt die Musik, die sie spielt und versenkt sich unspektakulär in das betreffende Werk. Ihre Liebe gilt auch Rheinberger, den sie mit dem besonderen Gespür und Verständnis für seine Musik den Zuhörenden sehr nahe zu bringen vermag.

 Mit Perfektion und Hingabe an die Musik, singendem Ton und schönen Doppelgriffen spielte sie alle die Werke im Programm. Sie gestaltete große musikalische Linien und beeindruckte in Regers „Melodia“ mit einer großen Kantilene, einfühlsam begleitet von Samuel Kummer an der großen Frauenkirchenorgel. Besonders in den, von ihm bearbeiteten, Kompositionen war ein sehr schönes Zusammenspiel, eine wunderbare Konformität und ein seltener Gleichklang der beiden Instrumente zu erleben. Beide Musiker ergänzten sich gegenseitig wie in einer organischen Einheit. Kummer nahm die Orgel sehr zurück, so dass beide Instrumente in schöner Harmonie zur Geltung kamen. Nur Regers „Toccata“ hatte er ihrer Virtuosität wegen für Orgel solo belassen und bot sie entsprechend kraftvoll.

 Ingrid Gerk

 

 

Diese Seite drucken