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DIE WIENER STAATSOPER: JAHRBUCH 2012

16.09.2012 | buch

DIE WIENER STAATSOPER
JAHRBUCH 2012 
Herausgegeben von den Freunden der Wiener Staatsoper
Gesamtredaktion: Rainhard Wiesinger
232 Seiten plus Anhang, Verlag Barylli, 2012 

Das alljährliche Staatsopern-Jahrbuch, herausgegeben von den Freunden der Wiener Staatsoper, ist für „2012“ (sprich: die Spielzeit 11/12 als Rückblick und mit Vorschauartikeln für 12/13) wieder da. Und, wie erwähnt, man tritt sich mit der Staatsopern-eigenen Publikation nicht auf die Zehen (Opernfreunde wollen ohnedies beide): Man hat hier seit Jahren einen Stil gefunden zwischen Aufarbeitung, Ausblick und – vor allem! – Künstlerinterviews, der sich bewährt hat und sicherlich noch lange bewähren wird.

Die Einführungen zu „Alceste“, „Ariadne“, „Cenerentola“, „Tristan“ und „Pollicino“ gehen darüber hinaus, was man in Wikipedia nachlesen kann, und das verlangt man wohl von einer Publikation dieser Art. Alfred Oberzaucher resümiert über das Ballett unter Manuel Legris, das in der neuen Direktion kein Schattendasein mehr führt (wie die armen  Ballett-Chefs unter Holender).

Die Chronik hat leider ihren Schwerpunkt in Nachrufen (Sena!), aber es gibt auch Geburtstage und Ehrungen. Die farbige Fotogalerie resümiert (in nicht immer optimalen Bildern, leider) die Premieren der Saison, und für jeden Opernfreund ist das komplette Vorstellungsverzeichnis mit jeder Besetzung (alle Rollendebuts und auch Umbesetzungen wahrnehmend) wichtig.

Zentrum jedes Jahrbuchs sind die Interviews, und der Titel „Künstler am Wort“ ist nicht zu hoch gegriffen. Man weiß, wie kurz aus Platzgründen Zeitungsinterviews auszufallen pflegen (das Internet ist da etwas privilegierter): Die Gespräche bei den „Freunden“ schürfen wirklich tief und sind in eine lesbare Form gebracht, ermöglichen es, die Künstler wirklich kennen zu lernen. Schön auch die Mischung – dass man die Wiener Gewohnheit, alte Lieblinge nicht zum alten Eisen zu werfen, sondern immer zu ehren, auch hier findet: Renate Holm, Marjana Lipovsek, Alfred Sramek (immerhin noch aktiv!), Peter Dvorsky, Herbert Prikopa (dieser im Geplauder mit Kollegen Heinz Zednik) kommen ebenso zu Wort wie die aktuellen Stars Stemme und Kasarova, Beczala und Villazon. Bewährte Ensemblemitglieder wie Furlanetto oder Raimondi stehen neben der Jugend Fally, Pirgu, Plachetka. Und man hat auch Eva Wagner-Pasquier und Pierre Lacotte zu Gesprächen gebeten.

Die begleitende CD profitiert von den Mitschnitten des ORF und lässt mit nicht weniger als 30 Beispielen in wichtige Aufführungen der Saison hineinhören.

Renate Wagner

 

 

 

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