Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

DIE REISE ZUR GEHEIMNISVOLLEN INSEL

27.02.2012 | FILM/TV

Ab 2. März 2012 in den österreichischen Kinos
DIE REISE ZUR GEHEIMNISVOLLEN INSEL
Journey 2: The Mysterious Island  /  USA  /   2012
Regie: Brad Peyton
Mit: Josh Hutcherson, Dwayne Johnson, Michael Caine, Vanessa Hudgens, Luis Guzman, Kristin Davis u.a.

Wenn man… ja, wenn man Jules Verne, Robert Louis Stevenson und Jonathan Swift mit ihren „Insel“-Büchern zusammenlegt, dann kann man die Koordinaten einer vergessenen Insel im Südpazifik finden (!!!). Zumindest in einem harmlos-netten Film, der für Jung und Alt gemeint ist und immerhin darauf hinweist, dass es so etwas wie Bildung gibt – große Dichter etwa. Und als unsere Helden auf der Insel landen und dort antike Tempel finden, wissen sie sofort Bescheid: Sie haben Atlantis gefunden! Das ist doch etwas…

Die Geschichte spielt angeblich heute, aber im Grunde huldigt sie der abstrusen Welt des guten, alten Jules Verne. Da ist der junge Sean, der sich mit seinem Stiefvater gar nicht versteht, aber dieser erweist sich als patenter Kerl (was später natürlich auch anerkannt wird) und begleitet ihn auf die langwierige Reise zur geheimnisvollen Insel, wo sich der verlorene Opa aufhält. Dort begibt sich allerlei Verrücktes, Flora und Fauna sind schlicht gesagt seltsam, man reitet auf Riesenbienen, entkommt dem allgemeinen Zusammenbruch (Vulkan, Unwetter, Meereswogen, Felsbrocken) nur mit Müh und Not – das fordert nicht unbedingt den Intellekt heraus, wird aber von Regisseur Brad Peyton ganz unterhaltsam realisiert. Man geht ja besser nur in einen Film wie diesen, wenn man dergleichen mit freundlichem Humor gegenübersteht. Wie Michael Caine, der doch einmal ein Superstar war und sich jetzt in hier wieder findet: Er pflegt als der verschollene Opa im Baumhaus seinen britischen Akzent unter Amerikanern und hispanischen Tönen und scheint sich dabei prächtig zu unterhalten – und der willige Zuschauer auch.

Die Erwachsenen schauen übrigens um einiges souveräner von der Leinwand als die Jugend: Dwayne Johnson, sonst muskelrollend in dramatischer Fantasy unterwegs, gibt sich diesmal ganz locker (trotzdem bleiben die pathetischen Statements über Familienbindungen nicht aus), und der urige Luis Guzman holt sich viele Lacher. Jungspund Josh Hutcherson darf sich mit der hübschen jungen Vanessa Hudgens zusammen raufen, wozu ihm die Alten allerlei dumme Ratschläge geben. Am Ende sind alle wieder im heimischen Amerika, und Opa braust auf dem Motorrad (ganz in Leder und mit Helm) herbei.

Ja, und Söhnchen hat schon das nächste Buch in der Hand: Schreibt da Jules Verne nicht etwas von einer Reise zum Mond? Also, wenn die Kasse stimmt, wird die Fortsetzung wohl folgen.

Renate Wagner

 

Diese Seite drucken