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DIE MUPPETS

19.01.2012 | FILM/TV

Ab 20. Jänner 2012 in den österreichischen Kinos
DIE MUPPETS
USA  /  2011
Regie: James Bobin
Mit: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Jack Black u.a.

 Es heißt, dass Hauptdarsteller Jason Segel ein solcher Muppets-Fan ist, dass er das Drehbuch zu diesem Film selbst schrieb. Und dabei thematisierte er, was ihm und all den Freunden von Jim Hensons seltsamen Geschöpfen schmerzlich aufstieß: dass sie nämlich verschwunden sind. Geschichte. Seit zwölf Jahren mehr in keinem Film zu sehen! Dagegen musste etwas getan werden – mit diesem Film…

Legende sind sie natürlich, so sehr, dass niemand sie mehr hinterfragt – die „Muppets“, als Fernsehpuppen entstanden, herzig genug für die Kinder und hintergründig genug für die Erwachsenen, sind einst zur erfolgreichen Eroberung der Fernseh-, dann der Film- und Merchandising-Welt angetreten. Einmal will man es jetzt noch wissen, ob Kermit, der Frosch, Miß Piggy, Fozzie Bär, Gonzo der Große und die anderen Lieblinge noch Menschen in die Kinos locken. Die Kombination Mensch / Muppet ist ja klassisch, also machen sich diesmal Jason Segel und Amy Adams (die man wahrlich schon in Filmen mit mehr Gewicht gesehen hat!) auf, um die Muppets in L.A. zu besuchen…

Dass der von Segel gespielte Held Gary einen Bruder namens Walter hat und dass dieser selbst eine Puppe ist, wird Zuschauer, die fest in der Muppet-Welt verankert sind, keinesfalls wundern. Denn Mensch – Puppe, was bedeutet das schon? Erleiden doch auch unsere Muppets menschenähnliche Schicksale derer, die nicht mehr jung, frisch und neu sind – also des Vergessenwerdens, des Abgeschobenwerdens. In Hollywood finden die Fans ihre Muppets schwer bedroht, denn ihr altes Muppet Theatre (das auch leer vor sich hindämmert) soll verkauft und abgerissen werden…

Da muss doch etwas Energie hineingepumpt werden, und die besteht nun darin, die verstreuten Muppets zusammen zu bekommen (Miß Piggy muss man sogar in Paris aufstöbern, und die Dame ist zickig wie immer) und in einer großen Show zu vereinigen, die das Geld für die Rettung bringen soll. 10 Millionen Dollar immerhin, und die Feinde (Chris Cooper ist meist bei den Bösen) sorgen dafür, dass das Geldzählwerk bei $9,999,999 stehenbleibt… Was nun?

Nun, das Happyend für Muppets und Menschen ist nicht aufzuhalten, es soll ja ein Kinderfilm sein – obwohl angesichts der langen Kinopause die Eltern die vermutlich besseren Kenner der Materie sein werden! Die Machart dieses reich musikverbrämten Films von James Bobin ist auch im Computerzeitalter bewusst altmodisch genug, um die Puppen noch von Muppeteers spielen zu lassen, wie in klassischen Zeiten…

Die Story ist nicht übermäßig aufregend, aber hübsch gemacht, ein paar Gaststars tummeln sich (Jack Black wird als Moderator der Muppets Show gekidnappt), und letztendlich wird niemand in den Film gehen, der die Muppets nicht mag… Eben.

Renate Wagner 

 

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