Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

DIE HOCHZEIT UNSERER DICKSTEN FREUNDIN

19.12.2012 | FILM/TV

Ab 21. Dezember 2012 in den österreichischen Kinos
DIE HOCHZEIT UNSERER DICKSTEN FREUNDIN
Bachelorette  /  USA  /  2012
Drehbuch und Regie: Leslye Headland
Mit: Kirsten Dunst, Rebel Wilson, Isla Fisher, Lizzy Caplan u.a.

Hochzeitsfilme sind ein eigenes Genre in der Welt der amerikanischen Komödien, meist ein bißchen Problematik in letztlich romantischem Dideldei. Aber dieser, mit dem Originaltitel „Bachelorette“, ist verdammt bissig ausgefallen. Und er lässt an der Weiblichkeit kaum ein gutes Haar, ja, stellt sie mit allen Klischees aus (von denen viele allerdings leider stimmen können). Kurz, Autorin und Regisseurin Leslye Headland hat eine bittere Komödie um weibliche Rivalität und Positionskämpfe, um Gemeinheit und Stutenbissigkeit gemacht, die bei genauem Hinsehen weit eher betroffen macht als unterhält…

Die vier Freundinnen Ende Zwanzig, Anfang Dreißig sollen vielleicht an die „Sex and the City“-Damen erinnern, sind aber eindeutig von schmalerem Kaliber. Als Regan, Gena und Katie sich zu Beginn zusammentelefonieren, steht ein unfassbarer Tatbestand im Raum: ausgerechnet Becky, die unattraktivste unter ihnen, tatsächlich ein Fettsack (um es politisch unkorrekt auszudrücken), wenn auch – wie sich bald herausstellt – menschlich die liebenswerteste unter ihnen, hat sich einen Mann geangelt. Sie wird heiraten. Die drei anderen, die schlank sind und sich für attraktive, erfolgreiche Karrierefrauen halten, haben hingegen noch keinen eingefangen. Leiden an der weiblichen Angst, „übrig zu bleiben“ (die es offenbar immer noch gibt, und vielleicht nicht nur in Amerika). Und lassen die Ereignisse rund um die Hochzeit, die in einem Luxushotel stattfinden soll, durch ihren panischen Ärger in eine Katastrophe ausarten.

 

Es ist nicht die Handlung des Films, die besticht (allein die Geschichte um das zerstörte Brautkleid, ist nicht nur nervtötend, sondern auch dumm), aber die Charaktere. Da analysiert eine Regisseurin gnadenlos inmitten einer Handlung, in der alle dem Sex und der Befriedigung ihres Ego nachlaufen, wie wenig weit es Frauen heutzutage gebracht haben… (Männer bleiben in diesem Film strikt auf Nebenrollen beschränkt.)

Dennoch ist dieser Film keiner, der irgendeiner Beteiligten besondere Ehre machen wird, und darum wundert es tatsächlich, Kirsten Dunst (die es in Hollywood immerhin schon in die A-Liga geschafft hat) hier zu finden. Oder hat sie das empörte Nervenbündel Regan für eine darstellerische Herausforderung gehalten? Auch die beiden anderen „Brautjungfern“, die ihr Unglück nicht fassen können, erhalten durch Lizzy Caplan und Isla Fisher (im Privatleben ist sie die schöne Gattin des schrillen Sacha Baron Cohen) durchaus eigenen Umriss.

Aber es ist die glücklich-verwirrte Becky der üppigen Rebel Wilson, die von ihren Mitmenschen nichts Böses glauben will, die am meisten berührt. Womit sie natürlich zur Klischeefigur wird.

Im ganzen mag ein großes Problem dieses Films darin bestehen, dass er viele negatvie Vorurteile von Männern über Frauen bestätigt…

Renate Wagner

 

Diese Seite drucken