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DAS SCHWERGEWICHT

05.11.2012 | FILM/TV

 

Ab 9. November 2012 in den österreichischen Kinos
DAS SCHWERGEWICHT
Here Comes the Boom / USA / 2012
Regie: Frank Coraci
Mit: Kevin James, Salma Hayek u.a

Anfangs fühlt man sich überrascht: Kevin James, traditionsgemäß tapsig liebenswerter, leicht blöder Komiker kommt seinem erstaunten Publikum hier tatsächlich anders. Als Scott Voss ist er, der ehemalige und ausrangierte Ringer, als Biologielehrer an einer Highschool gelandet, und sein Job ist ihm nicht nur egal, er erklärt auch seinen Schülern, dass sie alles, was sie hier lernten, im Leben nie brauchen werden.

Allerdings bleibt es nicht bei der Geschichte des Abgewrackten – dieser Film von Frank Coraci (für den Kevin James das Drehbuch mitgeschrieben hat!) begibt sich dann auf die Gutmenschenschiene, wie sie im Buche steht. Denn die böse Schulleitung will aus finanziellen Gründen den Musikunterricht abschaffen, und wie wichtig dieser ist, das wissen sogar die Amerikaner (abgesehen davon, dass eine koreanische Schülerin beispielsweise singend am besten Sprache und Fakten lernen kann…).

Um das nötige Geld aufzubringen, sehen wir unseren Helden bald in der Arena, bei seltsamen Mixed-Martial-Arts-Kämpfen, die in Käfigen (!) stattfinden… was eigentlich mehr tragisch als lustig ist (und irgendwie dem als Gefühlsmix angeboten). Ganz so einfach ist es mit dem Geldverdienen dann auch nicht, aber dergleichen muss einfach gut ausgehen. Damit unser verbiesterter Biologieprofessor sich auch wieder gut fühlen kann.

Nebenbei fragt man sich, was Salma Hayek in diesem Film zu suchen hat – die Frau war doch einmal auf der Leinwand Frida Kahlo und zuletzt immer noch für Oliver Stone eine fies abgebrühte Gangsterlady. Ganz schön herabgekommen als Schulkrankenschwester, die hübsche, mitfühlende Latina vom Dienst (mit entsprechendem Akzent), die den Biologielehrer anfangs immer abfahren lässt, aber dann eine überzeugende Mitstreiterin mit Glauben an die Menschheit wird – das ist Klischee pur, so dick, dass man es lieber von einer Schlechteren gespielt sähe, die sich damit nicht unter ihrem Wert verkauft.

Apropos der Akzent: Eine Nebenhandlung des Film besteht in einer etwas triefenden Immigrations- und Integrationsschiene. Da unterrichtet Scott die Ausländer, die die amerikanische Staatsbürgerschaft anstreben, wacker in korrektem Englisch und jenen Geschichtskenntnissen, die ihnen die Staatsbürgerschaftsprüfung abverlangt. Und auch das geht am Ende gut aus…Und so ist es dann doch nur ein sentimentaler Film wie alle anderen.

Renate Wagner

 

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