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DAS GIBT ÄRGER

27.02.2012 | FILM/TV

Ab 2. März 2012 in den österreichischen Kinos
DAS GIBT ÄRGER
This Means War  /  USA  /  2012
Regie: McG
Mit: Reese Witherspoon, Tom Hardy, Chris Pine, Til Schweiger, Rosemary Harris, Angela Bassett u.a.

Es ist traurig, wieder einmal einem Abstieg zuzusehen – und noch dazu so früh. Blondchen Reese Witherspoon ist erst 36 und könnte ihre Höhepunkte noch vor sich haben. Wenn sie weiterhin Filme dreht wie diesen, wird das wohl nicht stattfinden. Vor gut zehn Jahren erlebte sie mit den „Natürlich blond“-Satiren einen echten Durchbruch, für ihre Rolle in „Walk the Line“ bekam sie den „Oscar“ (was nicht jeder verstanden hat), aber was danach an Rollen und Filmen folgte, war Durchschnitt oder darunter. So wie hier.

Reese als hübsche, aber einsame Geschäftsfrau, die keinen Mann findet – das ist eine durch und durch öde Rolle, die den ganzen Film hindurch nicht besser wird. Und dann vergucken sich gleichzeitig gleich zwei Männer in sie. Und wie Drehbücher schon so gestrickt sind – die beiden sind CIA-Geheimagenten (im Moment wegen Misserfolgs hinter den Schreibtisch verbannt), sie bekommen eine zeitlang nicht einmal mit, dass sie Rivalen sind. Als sie es begreifen, schwören sie einander über die Frau hinweg ewige Freundschaft – und dennoch will jeder den anderen mit den blödesten Tricks aushebeln…

Dummheit ist das Hauptkennzeichen dieser Geschichte, die für den deutschsprachigen Zuschauer wenigstens eine negative Pointe hat: Til Schweiger spielt den – deutschen – Bösewichte, der ein Blödewicht ist, und man fragt sich, was ihn (in seiner Heimat doch immerhin ein Star, wie immer man es drehen und wenden mag) bewegt, in Hollywood die schwachsinnigsten Rollen runterzureißen. Aber auch die beiden „Buddies“ Chris Pine (der breit grinsende Ami) und Tom Hardy (der in engen Grenzen komische Brite) sind zweite, wenn nicht dritte Wahl.

Man könnte diesen Film unter den Tisch fallen lassen, hätte er nicht eine Szene, die einfach köstlich ist: Der American Boy, der nicht viel in der Birne hat, will vor seiner Erwählten heftig angeben und „in Kultur“ machen. Nun unterstellt der Film, die CIA hätte in ihren Speichern nicht nur einen Klimt, den „Kuss“ (Klimts und voran dieses Bild kleben als Drucke bei Reese in der Wohnung), sondern noch ein weiteres gutes Dutzend von bekannten Riesenstücken unseres Gustav… Blondchen bekommt eine Privatführung, und uns dreht sich der Magen um bei der Idee, die Amerikaner könnten uns wirklich alle Klimts wegkonfisziert haben und in irgendeiner Rumpelkammer aufheben…

Das ist mit Abstand das einzige, was einen in dieser von Regisseur „McG“ (sprich: Mäk-Dschii) lahm gemachten Komödie ein wenig aufweckt. Wenn sich Blondchen am Ende doch für einen der beiden entscheiden muss – ist einem das sooo egal, man kann es gar nicht sagen.

Renate Wagner

 

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