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D‘ALBERT, BRUCH, DOHNÁNYI / CELLOKONZERTE: David Pia

25.10.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

Bruch D‘ALBERT, BRUCH, DOHNÁNYI / CELLOKONZERTE: David Pia wird begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Ulf Schirmer – Farao Classics CD

Ein sehr gutes Solokonzert-Debütalbum ist dem Basler Cellisten geglückt mit seiner feinen Raritätenauswahl an Konzerten für Violoncello und Orchester von d‘Albert, Dohnányi und Bruch. Der Enkel von Karl Richter und Schüler von Antonio Meneses, Janos Starker und Hagen besticht durch schlankes, konzis fokussiertes Spiel. Nicht der volle romantisch individuelle Ton, eher die sangliche Wendigkeit und natürliche Eleganz der Phrasierung sind seine Markenzeichen. 

Das Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Münchner Rundfunkorchester unter dem formal strukturiert und gleichzeitig passioniert arbeitenden Ulf Schirmer ist eine CD, die eine anregende Sonntags-Nachmittagsstunde garantiert. Federnd charmant, auf Basis einer untrüglichen Technik besticht vor allem die frappante Leichtigkeit des Bogenstrichs und der Phrasierung. Manches (vor allem bei d‘Albert) hätte allerdings eine wenig beherzter und weniger melancholisch-salonhaft angegangen werden können. Ulf Schirmer hat, was Mut zur Interpretation betrifft, ohnedies eine grandiose Vorlage geliefert.

Man merkt, dass David Pia Tennis spielt. Schirmer, das bestens disponierte Orchester und er spielen sich gekonnt die „Bälle“ zu. Und dann ist diese CD natürlich wegen des Repertoirewerts spannend. Es gibt zwar exzellente Aufnahmen des Dohnányi Konzerts von Janos Starker, aber das liegt schon eine Zeit zurück. Also sind die nunmehr auf den Markt gekommenen Aufnahmen des Konzertes für Violoncello und Orchester in C-Dur von Eugen d‘Albert, Kol Nidrei und die Canzone für Violoncello und Orchester Op. 55 von Max Bruch als auch das wunderbare Konzertstück in D-Dur für Violoncello mit Orchester Op. 12 von Ernst von Dohnányi sehr willkommen. Sammler von romantischer  Cellomusik und neugierige Entdeckungsgeister werden ihre Freude daran finden. Der Klang ist meinem Dafürhalten nach etwas trocken geraten.

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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