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Currentzis mit Stravinsky/CD – Matsuev mit Shchedrin und mehr …

27.12.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

sacre Igor Stravinsky – LE SACRE DU PRINTEMPS – Teodor Currentzis & MusicAeterna – CD Sony (auch als LP)

Stravinskys Sacre mit einem 58-Mann-Orchester – kann das was bringen? Currentzis hat sich schon öfters in seiner Karriere mit Stravinskys aufwühlenden Tänzen aus dem heidnischen Russland beschäftigt. Mit der vorliegenden Aufnahme wollte er die Verwurzelung des Sacre in der russischen Folklore hervorheben. „Diese Aufnahme will die reine russische Essenz dieses Werks präsentieren … Für mich hat Sacre so viel Bedeutung und Kraft, weil es eine tiefe Wahrheit über Russland in sich trägt.“ – Soweit, so gut.

Das klingt dann alles betont hart. Die Geschichte, die Opferung einer Jungfrau, ist ja auch eine sehr harte, erschreckende. Wobei wiederum die Stellen, wo man „erschrecken“ dürfte und sollte, gar nicht so effektvoll kommen, wie man sie von anderen Realisationen her kennt. „Schönklang“ ist heutzutage bei vielen (jungen) Dirigenten kaum noch gefragt, an den so hoch gepriesenen neuen Hallen-Klang (siehe auch Pappanos Aida) muss man sich wohl langsam gewöhnen, auch wenn er meiner Meinung nach gar nicht natürlich klingt.

Man kann diese harte, trockene Interpretation zwar sinngemäß nachvollziehen, aber trotzdem eine Aufnahme mit großem Orchester und großem Sound vorziehen. In diesem Sinne habe ich einmal das erotischste Konzerterlebnis meiner Zuhörerlaufbahn mit Valery Gergiev und dem Mariinsky-Orchester erleben dürfen.

Die Currentzis-Jünger werden sich schon auf diese Aufnahme stürzen …

Doro Zweipfennig

 

matsuev DENIS MATSUEV mit dem Mariinsky-Orchester unter Valery Gergiev – RACHMANINOVs 1. Klavierkonzert, STRAVINSKYs Capriccio, SHCHEDRINs 2. Klavierkonzert – CD Mariinsky

Klar sind alle dieser Einspielungen Güteklasse 1A, ein besseres Ensemble wird es weder für den Rachmaninov noch den Stravinsky geben. Besorgt habe ich mir diese CD wegen Rodion Shchedrins Piano Concerto No. 2. Gewidmet hat Shchedrin dieses Konzert seiner kürzlich verstorbenen Gattin und großen Ballerina Maya Plissetskaya. Mit Matsuev befindet sich bereits Shchedrins 5. Klavierkonzert unter Mariss Jansons in meinem Regal. Valery Gergiev wählt sowohl bei seinen Konzerten als auch bei CDs stets eine attraktive Zusammenstellung, so auch hier.

Ich liebe Rodion Shchedrins (oder bei uns Schtschedrin) Instrumentierungs-„Frechheit“, höchst fantasiereich und zum Teil mutig unorthodox. So meldet sich im 2. Satz immer wieder die „freche“ Trompete, und im 3. Nach dem mehr oder weniger feierlichen Andante ist im Allegro gar eine Jazz-Combo eingebaut.

Für Shchedrin-Neulinge und –Interessenten empfehle ich wärmstens seine „Frechen Orchesterscherze“ –  lustig!

https://youtu.be/wpGZd36YCcA

 

Doro Zweipfennig

 

 

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