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CONTRABAND

12.03.2012 | FILM/TV

Ab 16. März 2012  in den österreichischen Kinos
CONTRABAND
USA  /  2012 
Regie: Baltasar Kormakur
Mit: Mark Wahlberg, Kate Beckinsale, Ben Foster, Giovanni Ribisi u.a.

Man fragt sich ehrlich, wie oft man dieses Sujet schon gesehen hat: Ex-Gangster, brav geworden (andere Version: Ex-Agent, lebendig geblieben und zurückgezogen), will nur noch seine Ruhe haben. Und dann macht irgend jemand in seiner Nähe einen kriminellen Blödsinn – und der Brave muss zurück ins „Milieu“, seine alten Skills aufpolieren und den Freund oder Verwandten aus der Misere raushauen… Ja, wir wissen schon.

Diesmal ist es Mark Wahlberg als wackerer Chris Farraday, der ja nun wirklich ein guter Schauspieler ist und ein aufrechtes Gesicht hat, wenn er will. An seiner Seite „Underworld“- Kate Beckinsale (blond gefärbt) als seine brave Gattin Kate (fade Rollen liegen ihr eigentlich nicht). Ja, und dann passiert’s: Ihr Bruder war bei einem Drogenschmuggel dabei und hat die teure Fracht ins Meer gekippt, um nicht vom Zoll geschnappt zu werden. Drogenhändler sind allerdings, wie man weiß, nicht von der zarten Sorte (man möchte Giovanni Ribisi, der ja bei Bedarf auch ganz sympathisch sein kann, hier nicht im Dunkeln begegnen): Der verlangt das Geld aus dem missglückten Deal, oder man kann sich genau vorstellen, was aus dem unglückseligen Schwager von Chris wird, wenn nicht… Familie, man weiß es ja.

Das Thema gab es einmal als isländischen Film. Damals hat Baltasar Kormakur darin gespielt, nun durfte er das Hollywood-Remake inszenieren – mit durchschnittlichem Talent. Wo die Handlung nur in Grenzen interessant ist, ist es zumindest das Ambiente – Chris ist klar, dass er die geforderten 700.000 Dollar (!) für den Schwager nur in einem großen Schmuggler-Coup lukrieren kann (dafür war er ja in einem anderen Leben Spezialist).

Ein paar Millionen Dollar in Blüten zu transportieren, führt von New Orleans in den riesigen Frachthafen von Panama, und sich als Kinobesucher dort unter den Tausenden und Abertausenden Containern umzusehen, ist über weite Stellen atemberaubend und erweckt mehr Erstaunen als der ganze Film, der sich – wie viele Streifen dieser Art – durch einige Verworrenheit auszeichnet.

Zur Erhöhung der allgemeinen Spannung hat Chris seine Frau noch einem Freund anvertraut (Ben Foster ist nun einmal ein düsterer Typ, gut für „zweite“ Rollen neben dem Helden), der sich absolut nicht bewährt: So gibt es noch ein bisschen Zittern auf der Frauenseite. Am Ende erweist sich – der Kunstfreund freut sich diebisch – ein Jackson Pollock, der keinem Zoll auffällt, als der wahre Millionenwert…

Das ist, voran von Wahlberg als glaubhaft wackerem Helden, so weit ganz gut gespielt und gemacht, aber jgenau die Art von Hollywood-Action-Durchschnitt, den man schon wieder vergessen hat, wenn man sich aus dem Kinosessel erhebt.

Renate Wagner

 

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