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CARL PHILIPP EMANUEL BACH: KONZERTE UND SYMPHONIEN II

22.12.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

 

0888750839725 CARL PHILIPP EMANUEL BACH: KONZERTE UND SYMPHONIEN II – Berliner Barocksolisten unter Reinhard Goebel – CD deutsche harmonia mundiBruno Delepelaire empfiehlt sich mit einem traumhaft gespielten Cellokonzert 

CPE Bach, der zweitgeborene, war Linkshänder, weshalb er nicht Violine spielen konnte, und stand kompositorisch Telemann wohl näher als seinem eigenen Vater J.S. Bach. Am Hofe Friedrichs II wurde der missverstandene und nicht hinreichend gewürdigte Komponist von einem Österreicher essentiell gefördert: Baron von Swieten, Botschafter Österreichs am preußischen Hof, bestellte bei ihm die sechs Hamburger Symphonien. Als Talent-Entdecker CPE Bachs gilt aber der englische Musik-Historiker Charles Burney: „Bei genauer Untersuchung also wird man finden, dass seine Kompositionen so reichhaltig an Erfindung, Geschmack und Gelehrsamkeit sind, das jede Zeile, die man einzeln herauspickt, mehr neue Ideen an die Hand geben kann, als man in ganzen Seiten mancher Komponisten vergebens suchen würde, welche doch mit Beifall aufgenommen sind.“ 

Beim Anhören der zwei Symphonien sowie des Cello- und Flötenkonzertes auf der CD fallen sofort die musikalische Qualität und der Elan vor allem der jeweils ersten Sätze auf. Die Musik insgesamt kommt als eine seltsame Melange aus Originalität und technischem Können daher, als protestantische Strenge getaucht in überbordende kompositorische Phantasterei. Will sie mehr als sie ist? Diesen Eindruck könnte man etwa beim langen Flötenkonzert (Jaques Zoon ist Solist) bekommen. Dem gegenüber steht Meisterhaftes wie die Symphonie in Es-Dur oder das bereits erwähnte Cellokonzert, das auch besonders durch die herausragend intensive und klangschöne Interpretation des französischen Cellisten Bruno Delepelaire (1. Solocellist der Berliner Philharmoniker) besticht. Man höre etwa nur das feurig-beschwingte Allegretto, das auch Meister Haydn durchaus zur Ehre gereicht hätte. 

Die Berliner Barocksolisten (Konzertmeister Daniel Gaede) bestehen aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker und sind eine zu Recht hochgelobte Spezialisten-Formation vom Allerfeinsten, die ihrem künstlerischen Leiter Reinhard Goebel alle Wünsche präzise und in bester Spiellaune erfüllen.  

Die CD wurde zwar anlässlich eines Konzertes am 3. Dezember 2014 im Großen Saal der Berliner Philharmonie mitgeschnitten, und ist auch aufnahmetechnisch hervorragend geglückt. 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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