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BRATISLAVA: MACBETH

24.10.2014 | KRITIKEN, Oper

BRATISLAVA / HISTORISCHES OPERNHAUS :   24. 10. 2014-  „MACBETH“

 Ein voll besuchtes Haus, in dem man fast nur die Landessprache vom Dienstpersonal hörte. Ansonsten fast nur Deutsch, dies in diversen Varianten der Dialekte. Und wieder konnte die Aufführung voll überzeugen und die kurze Reise lohnte sich. Ein sehr glückliches Publikum für nachher in diverse Richtungen weg.

Eine sparsame, aber sehr ansprechende Inszenierung zeigte das Team Marian Chudovsky/  Regie, Jozef Ciller/Bühnenbild und Peter Canecky/Kostüme. Wirklich sehr geglückt die Arbeit mit dem Licht, Das Bühnenbild einfach und praktisch und die Kostüme historisierend aber nicht überzeichnet. Sehr schön und geschmackvoll die diversen Mäntel der Hauptdarsteller.

In der Titelrolle war Dalibor Jenis nach langer Zeit wieder einmal zu hören. Er bot eine sehr schöne Leistung, die Stimme hat den richtigen „Verditon“ und sein Vortrag und Umsetzung dieses von Macht und Ergeiz getriebenen Mannes ist vorzüglich. Er würde an der Wiener Oper viel Freude machen. Seine Gemahlin war Maria Pia Piscitelli. Als Norma hatte sie an der Staatsoper Wien anstatt Edita Gruberova vollst überzeugt, aber mit dieser  Lady Macbeth setzte sie absolut noch eins drauf. Hier konnte sie auch ausdrucksreiches Spiel anbieten, fand auch in Jenis einen kongenialen Partner. Die stimmlichen Mittel der Künstlerin sind enorm, und sie zeigt bei dieser, einer der längsten Partien dieses Faches niemals auch nur einen Ton der Ermüdung. In dieser Spielzeit kann man sie an diesem Haus noch einmal als Lady und auch als Aida bewundern. 

Die Kontrahenten des „sauberen“ Paares waren Jiri Sulzenko als schönstimmiger Banco, besonders die Arie ließ keinen Wunsch offen. Der Tenor Kyungho Kim bemühte sich sehr um den Macduff, aber ein bisschen mehr Pianokultur wäre nicht schlecht, als nur mit Höhen protzen, diese setzt man ja bei Tenören voraus. Der spätere König Malcolm sang mit schöner Stimme Martin Gylmesi.

Als Hofdame zeigte Eva Seniglova sehr schöne Stimme und eine tolle Höhe. Auch der Arzt war mit Mikulas Dobos gut besetzt.   

Noch dabei Daniel Hlasny/Diener, Ladislav Uhrak/Mörder und Katarina Polakovicova als Erscheinung.

Der Chor unter Nada Rakova sang stimmstark, die Choreografie der immer präsenten drei Hexen besorgte Tomas Danielis. Der „Maestro“ fiel nicht sonderlich auf und konnte die Bläserschmisse nicht verhindern.

Elena Habermann

PS: Seien sie vorsichtig bei den Taxifahrern in Bratislava. Da gibt’s leider ungute Typen!

 

 

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