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BIETIGHEIM-BISSINGEN/ Kronen Zentrum: SWR SWING FAGOTTETT. Flink und munter!

03.02.2022 | Konzert/Liederabende

SWR Swing Fagottett am 2. Februar 2022 im Kronenzentrum/BIETIGHEIM-BISSINGEN

Flink und munter

„Abgrundtief und himmelhoch“ lautete das Motto des SWR Swing Fagottetts. Zu Beginn erklang mit elektrisierender Rhythmik ein Ausschnitt aus Antonin Dvoraks „Slawischen Tänzen“.  Die Musik wirkte ländlerartig und kam auch ungestüm wie Polka und Furiant daher. Georg ter Voert sen. (Fagott, Klaiver), Libor Sima (Fagott, Saxofon), Hanno Dönneweg (Fagott), Georg ter Voert jun. (Fagott, E-Bass) und Wolfgang Milde (Moderation) gestalteten den Abend abwechslungsreich und temperamentvoll. Sehr reizvoll interpretierten die Musiker anschließend die „Puccini-Suite“ von Giacomo Puccini, wo der reiche Zauber der überschwänglichen Melodien aus „La Boheme“ oder „Turandot“ facettenreich hervorblitzte. Beim Duett aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini waren die Musiker ebenfalls voll in ihrem Element und spielten sich die einzelnen Motive geschickt zu. Der mediterrane Zauber der Opera buffa blühte hier geradezu auf. „Air in Moonlight“ verband dann Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der dritten Orchestersuite mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“. Über dem absteigenden Bass erhob sich die herrliche Melodie. Und Georg ter Voerts Eigenkomposition „Drei plus zwei in Shanghai“ versetzte die Zuhörer in die harmonisch vielschichtige asiatische Welt. Vom Hexenmeister und „Teufelsgeiger“ Niccolo Paganini konnte man die Variationen in a-Moll hören. Läufe, Triller und Doppelgriffe waren auch hier deutlich zu vernehmen. Die „Badinerie“ aus Johann Sebastian Bachs zweiter Orchestersuite in h-Moll überwältigte die Zuhörer nochmals mit rhythmisch-sprühender Ausgelassenheit. Bei „Im Krapfenwaldl“ von Johann Strauß offenbarte sich Moderator Wolfgang Milde sogar als veritabler Flötensolist. „Im tiefen Keller“ von Ludwig Fischer zeigte die klanglichen Reize des Kontrabassfagotts einmal mehr in einem glanzvollen Licht. Highlights aus  Frederic Loewes Musical „My fair Lady“ rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, denn die Welt von Professor Higgins und Eliza Doolittle wurde dadurch sehr lebendig. „Pfeffer und Salz“ von Ernst Mosch präsentierte fetzigen Xylophon-Zauber. Und „ABBA in Contrasts“ zeigte die berühmte schwedische Popgruppe einmal von einer anderen Art – nämlich im Stil der modernen, „neuen Musik“ eines Alban Berg, Helmut Lachenmann oder Igor Strawinsky. „Filou Virtuos“ hieß es dann bei der Eigenkomposition von Georg ter Voert, wo die possenhaften Künste eines Musikers aufs Korn genommen wurden. „Gonna fly now“ von Bill Conti entführte ins Reich der Filmmusik, während „The Moonwalker“ von Michael Jackson nochmals mit rhythmischer Vielseitigkeit aufwartete. „Air Mail Special“ von Benny Goodman brachte dann nochmals Swing-Feeling ins Kronenzentrum. Und als Zugabe waren noch die fetzigen „Radetzky Stars“ frei nach Johann Strauß zu hören.

Alexander Walther

 

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