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BERLIN/ Komische Oper: DSCHAINAH – das Mädchen aus dem Tanzhaus. Operette von Paul Abraham. Premiere

«So sah man eine Revue, unterhielt sich bei der Operette und hörte Opernarien»

23.12.2019 | Operette/Musical

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Paul Abraham: Dschainah – Das Mädchen aus dem Tanzhaus, Komische Oper Berlin, Premiere: 22.12.2019

«So sah man eine Revue, unterhielt sich bei der Operette und hörte Opernarien»

«So sah man eine Revue, unterhielt sich bei der Operette und hörte Opernarien» resümierte die Kleine Volks-Zeitung zur Uraufführung von Paul Abrahams «Dschainah – Das Mädchen aus dem Tanzhaus» am 21. Dezember 1935 im Theater an der Wien.

Gleiches kann der Besucher der konzertanten Aufführung der Romanze eines Europäers mit einer exotischen Prostituierten, die erst zum Verkauf steht und dann mit der Hilfe der blonden Verlobten des Europäers einen passenden exotischen Partner erhält und so vor dem Butterfly-Selbstmord bewahrt wird in der Komischen Oper Berlin berichten. Johannes Dunz gibt einen stimmgewaltigen Pierre Claudel, Romanschriftsteller, Offizier der französischen Marine (und kleiner Bruder Benjamin Franklin Pinkertons). Er hat sich, damit beginnt die Handlung, mit Yvonne Cliquot (dramatisch mit reichlich Vibrato: Mirka Wagner) verlobt, die aus erbschaftstechnischen Gründen rasch heiraten muss. Bevor der Ehebund aber geschlossen werden kann, wird der Bräutigam umgehend nach Saigon abkommandiert. Es rechnen alle damit, dass dies nicht lange dauern wirf, aber falls nötig soll Baron Bogumil Barcewsky, stolzer Pole und Freund des Hauses, den Ehebund vertretungshalber schliessen. Baron Bogumil (rundum mit sängerischen, tänzerischen und schauspielerischen Fähigkeiten überzeugend das Mitglied des Opernstudios Daniel Fokí) ist nur mässig begeistert, dann er sieht seinen Dauerflirt Musotte (Tayla Liebermann als lebensfrohe kleine Schwester der Musette). Es kommt aber anders, als alle denken, und so macht sich die Mutter der Braut (schlicht grandios: Zazie de Paris) auf die Reise nach Vietnam um die Angelegenheiten zu regeln und den Bräutigam Pierre, der unterdessen auf Zeit Dschainah Lylo (hoch dramatisch: Hera Hyesang Park), ein Ding-Song-Mädchen geheiratet hat, zurückzuholen. Klaus Christian Schreiber moderiert diese vietnamische Variante der Madama Butterfly.

Das Orchester der Komischen Oper Berlin unter Hendrik Vestmann findet sich in diesem Stilmix bestens zurecht und kann, immer hochpräsent, jederzeit seine Stärken ausspielen.

Beste Unterhaltung, wie sie in dieser Form nur die Komische Oper bieten kann!

Weitere Aufführungen:

Komische Oper Berlin: 30.12.2019, 19.30.
Kölner Philharmonie: 12.01.2020, 20.00.

23.12.2019, Jan Krobot/Zürich

 

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