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BATTLESHIP

10.04.2012 | FILM/TV

Ab 13. April 2012 in den österreichischen Kinos
BATTLESHIP
USA   /  2012 
Regie: Peter Berg
Mit: Taylor Kitsch, Liam Neeson, Brooklyn Decker, Rihanna u.a.

Schön ist es, im Kino Krieg zu führen. Zumindest die Leinwand ist größer, als wenn man die eigenen Computerspiele am Bildschirm lospfeffert. Aber in politisch korrekten Zeiten tut man sich mit den Gegnern schwer: Russen – bloß nicht. Chinesen – lieber nicht. Islamisten – um Gottes willen! Aber Aliens! Da kann nichts passieren. Die sind so unsagbar böse und gefährlich, dass die Menschen… ja, die müssen glatt ein 70 Jahre altes Schlachtschiff, das eigentlich schon als Museum fungiert, revitalisieren, dann löschen sie auch diese ganz schrecklichen Außerirdischen aus! Ja, das Ganze ist leider genau so dumm, wie es klingt.

Es beginnt damit, den jugendlichen Helden einzuführen. Denn „Oldie“ Liam Neeson als einziger „solider“ Name mit filmischem Background auf der Besetzungsliste lässt sich als bloße Camouflage benützen. Der Admiral in der blitzend weißen Uniform erscheint zu Beginn und kommt am Ende wieder, um den Helden die Auszeichnungen zu verleihen – und dazwischen ist er verschwunden. Aus der Handlung gefallen. Wird nicht benötigt.

Denn es gibt den jugendlichen Helden. Das Kassen-Debakel des „John Carter“-Films hat Taylor Kitsch nicht geschadet, er ist wieder da. Der 31jährige, der um einiges jünger wirkt (Typ: ein junger Ray Liotta), wird in der Rolle des Alex Hopper als zielloser junger Mann eingeführt, der allerdings bereit ist, sich fast den Hals zu brechen, um einer Blondine zu imponieren: Brooklyn Decker erscheint als der langbeinige Inbegriff der Model-Schönheit, die beweisen will, dass sie keine Puppe, sondern ein Mensch ist. Die Filmdramaturgie verlangt, dass sie die Tochter des Admirals ist, was Alex dazu bringt, seinen Heiratsantrag vielfach zu proben und sich dabei herzlich lächerlich zu machen. „So cute!“ schwärmen dann vermutlich amerikanische Mädchen im Publikum und sehen sich einen Film an, der nur für ihre begleitenden Boys gemacht ist… Zumal, wenn dieser Streifen Pop-Star Rihanna zwar nicht singen lässt, aber in eine Uniform steckt, die ihre exotischen Reiz nur noch steigert. (Und im übrigen soll man noch glauben, dass sie weiß, was sie tut – das ist weniger einfach.)

Regisseur Peter Berg hat ein klassisches Strategiespiel namens „Schiffe versenken“ der amerikanischen Spielwarengiganten Hasbro hier als Sci-Fi- und Katastrophenfilm erster Ordnung auf die Leinwand gebracht, ohne 3 D, weil schon ohne dieses der Aufwand von Geballere kaum zu ertragen ist. „Handlung“, so es eine gibt: Rund um Hawaii, wo sich amerikanische und japanische Kriegsschiffe friedlich versammelt haben, landen die Aliens mit Riesenraumschiffen im Meer. Nicht umsonst wirbt der Film mit dem Hinweis: „Von den Machern von ‚Transformers’“, denn die Phantasie dieser verwandelbaren Blechmonster ist in hohem Maße in diese Alien-Welt eingegangen. Sie sind so gewaltig und schaurig, dass man sich gar nicht vorstellen kann, welchen Sinn es macht, auf sie loszuballern…

Aber, wie gesagt, als alle Schiffe im Umfeld kaputt sind, schwingt sich unser junger Held (in bestem Einverständnis mit dem sympathischen Japaner, Völkerverständigung muss sein) auf das letzte vorhandene „Battleship“ – besagtes 70 Jahre altes Museumsstück. Seine Crew kann nur den Kopf schütteln: Nicht ein Fatz von digitalem Equipment darauf, selbst wenn sie sechs Wochen lang die Handbücher studierten, wüssten sie nicht, wie sie das Monster in Bewegung setzen sollten…

Und da kommt’s, und es ist so wunderbar amerikanisch: Beim allgemeinen Flottentreffen hatte man auch die Veteranen eingeladen – ja, und die knorrige Schar marschiert an (da kommen den Amerikanern vermutlich die Tränen), spucken in die Hände, rekrutieren die Computer-Jugend für echte, altmodische Schiffsarbeit, bringen das Trumm zum Fahren und zum Schießen – ja, und man verrät kein Geheimnis: die Aliens werden vernichtet.

Mehr ist dazu einfach nicht zu sagen.

Renate Wagner

 

 

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