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BASEL/Große Bühne: LA FORZA DEL DESTINO

30.11.2016 | Oper

Basel: Theater Basel – Grosse Bühne – „La Forza del Destino“    –  Besuchte Aufführung: 29.11.16

 In seiner Inszenierung von „La Forza del Destino“ am Theater Basel thematisiert Regisseur Sebastian Baumgarten die Themen Amerika und Krieg. Dabei setzt er mehr auf optische Effekte als auf tiefgehende Personenführung. Der verwinkelte „Bühnenklotz“ von Barbara Ehnes wird zur Spielfläche von Lichteffekten (Guido Hölzer) und Videosequenzen (Chris Kondek), welche vielfach zu viel Spielraum einnehmen. Bei so viel optischer Action um und auf dem Bühnenbild verwundert es nicht, dass eine differenzierte Personenregie weitgehend auf der Strecke bleibt.

Unter der Leitung von Ainars Rubikis gerät dem Sinfonie Orchester Basel eine ansprechend-gefällige Leistung, welche jedoch an Differenzierung und Intensität nicht an den „Macbeth“ der vergangenen Spielzeit anschliessen kann. Pavel Kudinov gibt den Marchese di Calatrava souverän. Vladislav Sulimsky als dessen Sohn Carlo kann seine wunderbare Baritonstimme voll entfalten, gestaltet seine Rolle in der Darstellung dramatisch intensiv und ist somit das eindeutige Highlight des Abends. Aquiles Machado bekundet als Don Alvaro Mühe in den hohen Lagen, welche er stark forciert. Evgeny Stavinsky meistert die Rolle des Padre Guardino souverän und gefällt mit fülligem Bass. Ebenfalls in stimmlicher und darstellerischer Hochform präsentiert sich Andrew Murphy als Fra Mellitone.

Bei den Damen gefallen Anaïk Morel als Preziosilla und Maren Favela als Curra.  Elena Stikhina gibt eine technisch brillante Leonora. In der musikalischen Emotionalität vermag die Sängerin jedoch nicht immer zu überzeugen. So gross und kraftvoll die dramatisch lauten Passagen geraten, so einstudiert kühl wirken die feinen, leisen und tieftraurigen Stellen, von welchen es ja in ihrer Rolle so einige hat.

Gewohnt stimmgewaltig gefallen Chor und Extrachor des Theater Basel (Leitung: Henryk Polus)

Viel Ansprechendes und viel Diskutierbares an diesem langen, jedoch erlebenswerten Verdi-Abend.

 Michael Hug

 

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