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BASEL/ Theater Basel; DAPHNE – muss man erlebt haben. Premiere

14.02.2015 | Oper

Basel: Theater Basel – Grosse Bühne – Richard Strauss „Daphne  – Premiere 13.02.15

 Wer Strauss liebt,  …

  … der muss diesen Abend am Theater Basel erlebt haben. – Eigentlich könnte ich meinen Bericht damit beschliessen, denn damit ist alles gesagt. Ich möchte aber doch noch etwas ausführlicher werden, also:

 Man muss diesen Abend am Theater Basel erlebt haben,  …

 … weil Regisseur Christoph Loy die Geschichte in das „Backoffice“ eines deutschen Biergartens (Bühne: Annette Kurz), an den Ort also, an welchem so manches Fest in Lederhosen und Dirndl (Kostüme: Ursula Renzenbrink) gefeiert wird, verlegt, und zwar in die Zeit um 1938, als viele Menschen sich langsam aber sicher, angeleitet durch die politische Obrigkeit, in reissende Bestien verwandelten. Damit trifft Christoph Loy den Nagel auf den Kopf: Der griechische Deckmantel wird gelüftet, hier sehen wir, was wirklich gemeint ist!

 … weil der grossartige Hans Drewanz mit dem Sinfonieorchester Basel (SOB) herrlichste Strauss-Wogen aus dem Orchestergraben zaubert und das Publikum während der knappen zwei Stunden ununterbrochen in seinem Bann hält. Das SOB beweist einmal mehr, dass es auch „diesen Richard“ auf allerhöchstem Niveau drauf hat!

 … weil der Herrenchor des Theater Basel unter der Leitung von Hernryk Polus einmal mehr stimmungsvolle Klasse beweist!

 … weil Andrew Murphy, Laurent Galabru, Zachary Altman und Vivian Zatta als Schäfer und Sofie Asplund und Aidan Ferguson als Mägde mit viel Frische gefallen.

 … weil Thorsten Grümbel als Peneios überzeugt.

 … weil die grosse, fantastische Hanna Schwarz als Gaea ihre über weite Teile sehr tief angelegte Partie souverän meistert.

 … weil mit Rolf Romei (Leukippos) und Marco Jentzsch (Apollo) die beiden grossen Tenorpartien grossartig besetzt sind. Lokalmatador Romei meistert seinen Part mit lyrisch-heldischer Souveränität und bringt seine schöne Stimme voll zur Geltung. Marco Jentzsch hält sich an diesem Abend teilweise etwas vorsichtig zurück; er wird sicher bei den folgenden Aufführungen seine für diese schwere Partie sehr geeignete Stimme verstärkt entfalten.

 … weil Agneta Eichenholz schlicht und ergreifend DIE Idealbesetzung der Titelpartie ist! Sie lebt ihre Rolle sowohl musikalisch als auch in der Darstellung. Frau Eichenholz verlangt sich das Letzte ab und zeigt dabei auch am Ende keinerlei Ermüdungserscheinung. Diese vielseitige Sängerin wird hoffentlich oft in Strauss-Opern zu erleben sein.

 Was will man mehr?

 Michael Hug

 

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