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BADEN/ Sommerarena: FRASQUITA von Franz Lehár. Premiere

18.06.2016 | Allgemein, Operette/Musical

Frasquita“ von Franz Lehár – Sommerarena Baden – Premiere am 17. Juni 2016

FRASQUITA – Ein eindrucksvoller Raritäten-Abend  

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Bibiana Nwobilo , Sebastian Reinthaller. Copyright: Christian Husar

Franz Lehárs Operette „Frasquita“ wird selten gespielt, viel zu selten. Das stellte sich bei der Neuinszenierung in der Sommerarena der Bühne Baden heraus. Dieses Werk besticht vor allem durch seine wirklich exquisite Musik. Die Geschichte rund um den Franzosen Armand Mirbeau, der sich in Spanien binden soll, sich dann aber in die Zigeunerin Frasquita verliebt ist zwar schnell erzählt, besitzt aber einigen Tiefgang und ist es wert, öfter aufgeführt zu werden.

Der zukünftigen Operndirektorin des Theaters Nordhausen, Anette Leistenschneider, gelang eine zauberhafte Umsetzung. Mit opulenter, bunter Ausstattung (Roswitha Wilding-Meisel) und einer Priese Klamauk in der stringent durchgeführten Personenregie entwickelt sich Frau Leistenschneiders Inszenierung zum Höhepunkt der Aufführung. Magisch ist es, wenn am Schluss quasi das Bühnenbild aufbricht und die Pariser Winterlandschaft zum Vorschein kommt. Auch die Dialoge sind sehr raffiniert ausgearbeitet und rissen das Publikum zu Lachstürmen hin.

Die Sängerbesetzung kann sich sehen und hören lassen. Die nicht nur wunderschön aussehende, sondern auch wunderschön singende Bibiana Nwobilo überzeugte als Frasquita. Intendant Sebastian Reinthaller war in stimmlicher und darstellerischer Höchstform und eindeutiger Liebling des Publikums. Ausgezeichnet Sieglinde Feldhofer als Dolly Girot. Mit Rupert Bergmann und Thomas Malik als Aristide Girot bzw. Hippolyt Gallipot waren die komödiantischen Partien bestens besetzt. Das restliche Ensemble wusste zu begeistern.

ranz Josef Breznik leitete das Orchester der Bühne Baden mit viel Feinfühligkeit. Applaus gilt den Streichern, die in der Partitur von Lehár besonders zu glänzen verstanden.  

Das Publikum war begeistert und spendete viel Applaus, vor allem für Reinthaller, Nwobilo, Feldhofer und das Regieteam um Anette Leistenschneider.

Fazit: Diese Aufführung ist wirklich sehenswert und das Stück zu Unrecht vergessen. Alleine schon wegen der Musik ist der Besuch empfohlen.

Sebastian Kranner

 

 

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