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ATHEN/ Stavros Niarchos Foundation Cultural Center: DER ZAUBER ANTONIO VIVALDIS mit der „Camerata“

11.02.2020 | Konzert/Liederabende

Bildergebnis für romina basso
Romina Basso

Stavros Niarchos Foundation Cultural Center, Athen

Camerata – Orchester der Musikfreunde: Der Zauber Antonio Vivaldis

Konzert am 10. Februar 2020

Gebaerden der Leidenschaft
In der Reihe der Cosmos-Konzerte praesentierte das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center ein Konzert mit Musik des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi. Die Camerata – das Orchester der Musikfreunde musizierte auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Markellos Chrysikos. Als Gesangssolistin trat die italienische Mezzosopranistin Romina Basso auf. Basso hat sich auf das Barockrepertoire spezialisiert und ist insbesondere in zahlreichen Partien von Vivaldis Opern aufgetreten. Im Theater an der Wien konnte man sie im letzten Jahrzehnt wiederholt in konzertanten Auffuehrungen von Werken Haendels und Vivaldis erleben.

Das in Kammerbesetzung aufgetretene Orchester zeichnete sich durch ein transparentes, geschmeidiges Klangbild aus. Markellos Chrysikos vermochte klare Akzente zu setzen und verhalf den Musikern zu einer plastischen Gestaltung der Musik. Dies zeigte sich insbesondere in den rein instrumentalen Stuecken des Abends. Ein paar Musiker traten dabei auch solistisch in Erscheinung. Eindrucksvoll geriet das Konzert fuer Mandoline in D-Dur, R.V. 425, wo der Solist wie der spezifische Klang trefflich zur Geltung kamen. Das Orchester bot im Ganzen eine erfreuliche Leistung.

Die Mezzosopranistin Romina Basso kostete, wenn man so sagen darf, jede stimmliche Gebaerde von Vivaldis Musik aus. Ihre Stimme verfuegt ueber keine ausgepraegte Tiefe und nur ueber beschraenkte Farben, sie besitzt jedoch die Faehigkeit, Toene und Phrasen in beeindruckender Weise zu gestalten. Verzierungen, Piani oder Messa di Voce erlaubten Basso eine sehr differenzierte, ‚erzaehlerische‘ Darbietung der Vivaldi-Arien. Die praesentierten Beispiele waren bekannteren Werken wie „Juditha Triumphans“ oder „Orlandp Furioso“ entnommen, aber auch einer weniger gespielten Oper wie „Andromeda Liberata“. Romina Basso fuehrte die gesanglichen Floskeln resp. Gebaerden barocker Leidenschaften gekonnt vor. Ihr Gesang entging dabei jedoch nicht einem gewissen Manierismus. Man koennte auch sagen, dass ihr Singen bisweilen etwas sproede klang.

Das Publikum im ausverkauften Saal spendete anhaltenden Beifall fuer alle Beteiligten und Bravi fuer die Mezzosopranistin.

Ingo Starz (Athen)

 

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