Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

ATHEN/ Megaro Mousikis: MOZART-REQUIEM KV 626 ( SYMPHONIE KV 183

12.04.2015 | Konzert/Liederabende

Megaro Mousikis, Athen: Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem KV 626 / 25. Symphonie KV 183

Konzert vom 7. April 2015

 Konzerte mit sakraler Musik erfreuen sich vor Festtagen wie Weihnachten und Ostern allgemein grosser Beliebtheit. Das ist in Athen nicht anders als in Wien oder Berlin. Wenige Tage vor dem orthodoxen Osterfest brachte das Staatsorchester Athen Mozarts „Requiem“ zu Aufführung. Das im Megaro Mousikis beheimatete Orchester gehört nicht zur europäischen Spitzenklasse, kann aber unter dem richtigen Dirigenten zu bemerkenswerter Form auflaufen. Das konnte man beispielsweise im März erleben, als Christoph Poppen die 1. Symphonie von Gustav Mahler leitete. Das Publikum bekam eine differenziert artikulierte und spannungsvolle Interpretation geboten und bedankte sich mit grossem Beifall dafür.

 Das vorösterliche Konzert unter der Leitung von Vassilis Christopoulos begann mit Mozarts 25. Symphonie KV 183. Das 1773 komponierte Werk in g-Moll beginnt ungewöhnlich mit einem rhythmisch bewegten Thema. Bereits hier zeigt sich, dass Christopoulos dem Publikum keine Experimente zumuten will, sondern auf eine gediegene, unaufgeregte Wiedergabe zielt. Mit kleiner Orchesterbesetzung erreicht er so zwar Transparenz im Klang, aber keine packende Interpretation. So bleibt es bei einer Aneinanderreihung schöner Momente, wobei sich die Holzbläser – z.B. Oboe im 1., Fagott im 2. Satz – positiv hervortun.

 Die Lesart des Dirigenten ändert sich nach der Pause nicht wesentlich. Auch bei der Aufführung von Mozarts „Requiem“ KV 626 erwartet den Hörer ein gepflegtes Klangbild, aber leider nicht mehr. Die Artikulation der musikalischen Sprache bleibt undeutlich und könnte ins Langweilige umschlagen, wenn nicht ein ausgezeichneter Chor für ergreifende Momente sorgen würde. Mit dem Arnold Schönberg Chor steht ein Spitzenensemble zur Verfügung, das von Anfang an durch sichere Intonation und Klangschönheit für sich einnimmt. Das Rex tremendae oder das Sanctus werden vom Chor grossartig dargeboten. Das Orchester bleibt demgegenüber solide. Tadellos ist die Riege der Solisten: Mirto Papathanasiou (Sopran), Theodora Baka (Mezzosopran), Juan Sancho (Tenor) und Vito Priante (Bariton). Ihre Stimmen fügen sich gut zusammen und ergänzen das insgesamt positive Bild, das diese Aufführung hinterlässt. Vassilis Christopoulos erweist sich dabei mehr als guter Koordinator am Pult, denn als grosser Mozart-Interpret. Viel Beifall für alle Beteiligten, Bravo-Rufe für den Chor.

 Ingo Starz

 

Diese Seite drucken