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ATHEN/ Greek National Opera: DER NUSSKNACKER. Bunte Kinderwelten – Premiere der Kinderfassung

15.01.2018 | Ballett/Tanz

Ο Καρυοθραύστης - Παπανούσης, Κουσουνή, Μπίκος - φωτο Β. Μακρής
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Greek National Opera, Athen: DER NUSSKNACKER
Premiere der Kinderfassung am 13. Januar 2018

Bunte Kinderwelten

Eine von Renato Zanella verantwortete Neufassung von Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“ erfreute vor nicht allzu langer Zeit das Athener Publikum. Diese Vorstellungen fanden noch im alten Theater Olympia statt. Nun kehrt die gelungene Choreografie in den Spielplan der Nationaloper zurück, allerdings in etwas veränderter, auf ein junges Publikum ausgerichteten Form. Das tut dem Schwung der Darbietung aber keinerlei Abbruch. Die Geschichte, welche Zanella in das Wien des 19. Jahrhunderts verlegt hat, funktioniert in pausenlosen 90 Minuten bestens. Das junge Publikum kann der Geschichte von Clara-Maria, einer Königstochter, die von ihrem Onkel Drosselmeyer entführt und vom Prinzen Alexei befreit wird, dank einer gut gebauten Szenenfolge problemlos folgen. Die Ausstattung von Christof Cremer sorgt dabei für viele schöne Details in einem weihnachtlich-winterlichen Ambiente. Dass die Entführung als Weltreise in Szene gesetzt wird und so die Tänze des Divertissements deren unterschiedliche Stationen markieren, ist ein sehr gelungener Einfall des Choreografen.

Das Orchester der Nationaloper steht unter der Leitung des jungen Dirigenten Yorgos Ziavras. Er macht seine Sache sehr gut und weiss insbesondere mit gekonnten Tempi-Wechseln für die jeweils richtige szenische Atmosphäre zu sorgen. Solide gerät der kurze Einsatz des Kinderchors (Einstudierung: Konstantina Pitsiakou). Ein Ballett wie der „Nussknacker“ bietet einer Compagnie dankbare Aufgaben. So spürt man denn auch, dass sich die Tänzerinnen und Tänzer nach dem kurz zuvor misslungen auf die Bühne gebrachten „Dornröschen“ in dieser Choregrafie sehr wohl fühlen. Maria Kousouni als Clara-Maria führt das Ensemble mit Eleganz und Präzision an. Vangelis Bikos als Prinz Alexei an ihrer Seite beeindruckt nicht nur mit seiner Sprungkraft. Der Pas de deux der beiden gegen Schluss ist formschön wie ausdrucksvoll.

Neben Kousouni und Bikos ist es vor allem Stratos Papanoussis als Drosselmeyer, der charakterstarke Impulse setzt. Aber auch Emilia Gaspari als Fee, Georgia Tritsi als Königin, Bledi Latifi als König, Viorel Berinde als Zeremonienmeister und nicht zu vergessen die Solisten des Divertissements (leider dank Mehrfachbesetzungen nicht verifizierbar) überzeugen in ihren Auftritten.

Das Ballettensemble der Griechischen Nationaloper bietet eine tänzerisch gelungene wie erfrischend umgesetzte Aufführung von Tschaikowskys „Nusskacker“. Und es erhält dafür zu Recht langen Beifall und Bravorufe.

Ingo Starz

 

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