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ANTON & PAUL WRANITZKY: Symphonisches und Konzerte -Weltersteinspielungen – SONY

28.01.2016 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

0888751271227ANTON & PAUL WRANITZKY: Symphonisches und Konzerte -Weltersteinspielungen – SONY CD – Rundum vorbildlich: Junge Talente entdecken vergessene Meisterwerke 

Die Orpheum-Stiftung zur Förderung junger Solisten startete aus Anlass ihres 25-jährigen Bestehens eine eigene CD-Reihe. Geplant sind Aufnahmen mit von der Stiftung unterstützten Nachwuchstalenten, die in Kooperation mit Sony Music entstehen und den Musikern als Visitenkarte für ihre weitere Karriere dienen sollen. Die erste CD mit der Cellistin Chiara Enderle und der Geigerin Veriko Tchumburidze mit Ersteinspielungen von Werken der Mozart-Zeitgenossen Paul und Anton Wranitzky und dem Münchner Kammerorchester unter Howard Griffith liegt nun vor. Sie ist in jeder Hinsicht gelungen. Wie das originelle Cover mit Himbeeren in goldener Schale ist auch die Interpretation duftig-frisch, virtuos-animiert bis launig-humorvoll. 

Mit der neuen CD-Reihe erhalten die geförderten Nachwuchstalente, ähnlich wie bei den von der Stiftung vermittelten Konzerten, Gelegenheit mit renommierten internationalen Spitzenklangkörpern zu arbeiten und sich zugleich mit außergewöhnlichen Programmen auf dem heiß umkämpften CD-Markt zu positionieren. Beide Künstlerinnen verfügen jetzt verdientermaßen über ihre erste außerordentlich repräsentable international verfügbare akustische Visitenkarte.  

Die Schweizer Cellistin Chiara Enderle hat sich nach Meisterkursen von David Geringas und Steven Isserlis seit 2012 bei Jens Peter Maintz in Berlin den letzten Schliff geholt. 2013 wurde Chiara Enderle in das Orpheum Förderprogramm aufgenommen und gewann seither den Pierre Fournier Award in London und den Internationalen Lutoslawski Wettbewerb. Die zweite Musikerin ist die 1996 in Adana geborene Geigerin Veriko Tchumburidze. Sie war bereits im Alter von zehn Jahren Siegerin des georgischen Nationalwettbewerbs und verfeinerte ihre Ausbildung anschließend an der Hochschule für Musik in Wien sowie aktuell bei Ana Chumachenco in München.  

Beweisen durften die beiden Solistinnen ihr Talent an den beiden selbst in Wien relativ unbekannten Mozart-Zeitgenossen Paul und Anton Wranitzky. So war etwa Paul Wranitzky (1756 – 1808), dessen Cellokonzert man hier ebenso entdecken darf wie die dritte seiner insgesamt 51 Symphonien, u.a. als Orchesterdirektor des Kärtnertortheaters tätig und komponierte regelmäßig für das Kaiserhaus. Wie sein älterer Halbbruder war auch Anton Wranitzky (1761 – 1820) eng mit Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven befreundet, die ihrerseits sein virtuoses Können auf der Geige schätzten. Er gilt als einer der Mitbegründer des wienerischen Violinstils und komponierte am Übergang von der Klassik zur Romantik, neben seinen einst überaus populären Streichquartetten, einige markante Violinkonzerte, wie das hier eingespielte Op. 11. Die Musik ist auf jeden Fall das Kennenlernen wert und Liebhaber der Wiener Klassik werden angetan sein vom schöpferischen Reichtum einer Zeit, die als weitgehend erforscht gilt. Den beiden Solistinnen darf man ob des abgegebenen Versprechens jetzt schon einmal gratulieren. Ein erster Stein einer noch zu verdienenden strahlenden Zukunft ist damit gelegt. 

Dr. Ingobert Waltenberger

 

 

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