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ALEKSEY SEMENENKO, INNA FORSOVA: Werke für Violine und Klavier von Grieg, Tchaikovsky, Castelnuovo Tedesco, Paganini und Schubert – Ars Production CD

ALEKSEY SEMENENKO, INNA FORSOVA: Werke für Violine und Klavier von Grieg, Tchaikovsky, Castelnuovo Tedesco, Paganini und Schubert – Ars Production CD

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Taste the best – Die Stars von Morgen: Unter diesem Titel wird die vorliegende Aufnahme neben dem professionellen Vertrieb im Handel auch auf Sendeplätzen im WDR vorgestellt und den beiden beteiligten Künstlern Auftritte in den Konzertsälen des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Außerdem werden die beiden virtuosen und musikantisch so überzeugenden ukrainischen Solisten Semenenko und Firsova auf der Geige und dem Klavier auch vom Verein der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik und Tanz Köln gefördert, die beim Karrierestart junger vielversprechender Talente behilflich sein wollen. Eine professionelle Dokumentation des künstlerischen Potentials auf einer CD ist da sehr hilfreich.

Die vorliegende „CD-Visitenkarte“ ist außerordentlich gut gelungen und erfreut vom ersten Ton an nicht nur mit einer programmatisch klugen Ablaufdramaturgie, sondern vor allem durch ein verfeinertes, traumwandlerisch aufeinander abgestimmtes Konzertieren der beiden Instrumente. Atem, Herzschlag, sensibel artikulierte Rubati, Phrasierung, der pfiffige Dialog der Instrumente verschmelzen zu einer höheren kammermusikalischen Wahrheit. Die hörbare Spiellust, das passionierte Zupacken, das zu einem höheren Bogen gespannte präzise Timing kommen diesen sui generis für Violine und Klavier geschriebenen Stücken wahrlich zugute: Edvard Griegs Sonate für Violine und Klavier  Nr. 1 in F-Dur, Op. 8, Franz Schuberts Fantasie in C-Dur für Violine und Klavier D 934). Das gilt ebenso für die eigens für die Paarung Klavier und Violine erstellten Fassungen durch die Komponisten selbst von Tchaikovskys Sérénade mélancolique für Violine und Orchester Op. 26 und Mario Castelnuovo-Tedescos Konzertparaphrase über die Cavatine „Largo al factotum“ aus Rossinis Barbier von Sevilla. „I Palpiti“ Introduktion und Variationen über ein Thema aus Tancredi von Rossini für Violine und Orchester Op. 13 von Niccoló Paganini hat Fritz Kreisler für Violine und Klavier bearbeitet.

Opernfreunde werden die beiden kaum zu hörenden Rossini-Paraphrasen besonders ins Herz schließen. Castelnuovo-Tedesco hat bei seinem fröhlichen „Figaro“ Zusammenschnitt noch einmal kräftig einen drauf gesetzt. Kreiert gemeinsam mit Jascha Heifetz 1945, wird die berühmte Bariton-Buffo Arie zu einem virtuosen Feuerwerk der Sonderklasse. Wie Claus Dieter Hanauer trefflich bemerkt, „verfremdet die Musik des Wahl-Amerikaners die Bravourarie auf witzige, ja frech-jazzige Weise, überhöht sie zuweilen ironisch, bietet jedenfalls ein beispielhaftes Hörvergnügen.“ Etwas vorsichtiger geht es Fritz Kreisler bei Paganinis „I tanti palpiti“ aus dem Tancredi an. Mit feiner Klinge variiert er geschickt den zweiten Tiel der Arie und entlockt der Geige bisweilen unheimliche, leierkastenartige Töne.

Programmtisch wird die Klammer zu Schuberts genialer Fantasie in C-Dur auf überzeugende Art und Weise hergestellt: Schubert war vom Spiel Paganinis so begeistert, dass er etwas ähnlich Virtuoses schaffen wollte. Das war die geistige Geburtsstunde der Fantasie, wo die anspruchsvolle Technik nie spielerischer  Selbstzweck ist, sondern stets musikalisch motiviert ist. Hier kann auch besonders das Spiel von Inna Firsova bewundert werden, die Poesie mit einer ausgefeilten Anschlagskunst, Leichtigkeit mit Binnenspannung verbindet und im liedhaften Andantino die vokale Geste blühen lässt.

„Romantic, Brilliant, Imaginative“ heißt der Allerweltstitel des Albums, das herausragende Interpretationen in großer Frische und kreatürlicher Freiheit bietet. Wunderbar!