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9. NOVEMBER 2018

09.11.2018 | Tageskommentar

MÜNCHEN: Das Gärtnerplatztheater erinnert an die Reichsprogromnacht. Foto: Christian POGO Zach

GEGEN DAS VERGESSEN – am 9. November 2018 jährt sich die »Reichspogromnacht« zum 80. Mal

Das Gärtnerplatztheater erinnert mit einem Banner an der Fassade des Hauses und mit einem Flyer an die »Reichspogromnacht«, die sich am 9. November zum 80. Mal jährt, und setzt sich mit der eigenen Vergangenheit kritisch auseinander.

Österreich: Linz will nicht mehr für Landestheater und Brucknerorchester zahlen

Der derzeit aktuelle  Vertrag sieht eine Jahreszahlung von 14 Millionen Euro an die Theater und Orchester GmbH (TOG) des Landes vor, der Trägergesellschaft des Landestheaters sowie des Brucknerorchesters. Im Gegenzug erhält die Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH dem Bericht zufolge vom Land 7 Millionen Euro. Zu wenig für Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), der mit der Aufkündigung die Kassen seiner Stadt schonen will. Der SPÖ-Bürgermeister bemüht seine Rechenkünste: 14 Millionen bezahlen und nur 7 Millionen zu bekommen, ergibt ein Minus von 7 Millionen.

Oberösterreichs ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer dagegen hofft auf ein Umdenken, glaubt an Theaterdonner und an  eine mögliche Einigung. Die Stadt will es aber „billiger geben“, da kann der Bürgermeister wohl nicht mehr wirklich zurück. Dafür hat er den Mund bereits zu voll genommen!

Als Zahlenspielerei wird kolportiert, dass jede Eintrittkarte  der genannten Institutionen mit rund 100 Euro gesponsert wird – von den Steuerzahlern. Zu einer Abstimmung unter denen sollte man es also nicht kommen lassen, dann haben wir nämlich eine ähnliche Situation wie vor Beginn des „Projekts Musiktheater“ – und zum Unterschied dazu steht aber nun der Musentempel und muss erhalten werden. Welche Wahl hat die Stadt? Im Grunde genommen keine, denn ein Einkaufszentrum anstelle des Musiktheaters wird man wohl schon aus Imagegründen nicht errichten wollen.

Die Stadt Linz will den Theatervertrag mit dem Land Oberösterreich kündigen und dabei Millionen sparen
Das sagt der Linzer Bürgermeister Luger. Er würde damit  alles „in die Luft“ sprengen, meint dazu Landeshauptmann Stelzer.
Die Presse
Linz will den Theatervertrag mit dem Land kündigen
inz macht nun offenbar ernst mit dem Plan, den Theatervertrag mit dem Land zu kündigen. Das sagte LH Thomas Stelzer (ÖVP) im Interview mit den „OÖ Nachrichten“. Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) bestätigte der Zeitung, dass er den Kündigungsantrag bereits unterschrieben habe. Der Gemeinderat werde am 6. Dezember darüber abstimmen und er erwarte, dass die Sache durchgehe.
Salzburger Nachrichten

Salzburg/ Osterfestspiele: Alles in Ordnung?

 

Einige Teilnehmer der Sitzung über die Zukunft der Osterfestspiele lasen am Donnerstag mit Erstaunen in den „Salzburger Nachrichten“, was Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) resümiert hatte: „Es wird ein starkes Duo geben, beide wollen zusammenarbeiten!

Nun haben Politiker schon genug Unsinn verzapft und man kann für die Salzburger nur hoffen, dass ihr Landeshauptmann in der Einschätzung der Salzburger Realpolitik realistischer denkt als in dieser Angelegenheit.

Bezüglich Salzburg vermeldete mir ein Insider, dass in dieser Sache ein Herr H. die Fäden zieht, der (un)heimliche Herrscher über Österreichs Musiktheaterszene. Der Herr H. mag Herrn Thielemann nicht, wohl aber Herrn Bachler, den er schon zu den Intendanzen in Wien (Volksoper) wie auch in München (indirekt) mitverholfen hat. Wir können also davon ausgehen, dass der Herr Kapellmeister ganz bewusst vergrault, sein Abgang provoziert wird. Dass ein Sinneswandel bei dieser auch etwas sperrigen Persönlichkeit binnen weniger Wochen stattgefunden hat, schließe ich aus.
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Auszüge aus Thielemann-Briefen in dieser Angelegenheit:
„Nach meiner sicheren Einschätzung fehlt es an dem für eine solche Kooperation unabdingbaren persönlichen Vertrauensverhältnis. Im künstlerischen Bereich muss aber ein solches bedingungsloses Vertrauensverhältnis vorhanden sein und bildet die Basis der Zusammenarbeit. (…) Weder kann dies von Ihnen erwartet werden noch möchte ich in die Lage versetzt sein, Ihnen fachliche Weisungen erteilen zu müssen.Brief an Nikolaus Bachler, 17. August

(Quelle: https://www.sn.at/salzburg/kultur/christian-thielemann-im-wortlaut-60560356 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018)

„Ich hatte im Vorfeld in mehreren Schreiben und Gesprächen unmissverständlich deutlich gemacht, dass eine Zusammenarbeit mit Herrn Nikolaus Bachler bei den Osterfestspielen nicht in Betracht kommt. (…) Der Aufsichtsrat wurde in seiner Sitzung vom 12. September erkennbar nicht ausreichend von meiner (…) definitiven Ablehnung des Kandidaten Bachler unterrichtet.“ Brief an Sarah Wedl-Wilson (Vorsitzende) , 24. September.
 
Ichhabe NIE gesagt, ich könne mir eine Zusammenarbeit mit Herrn Bachler vorstellen.Brief an Sarah Wedl-Wilson, 8. Oktober.

Quelle: https://www.sn.at/salzburg/kultur/christian-thielemann-im-wortlaut-60560356 © Salzburger Nachrichten VerlagsgesmbH & Co KG 2018

Und jetzt kommt der Herr Landeshauptmann und redet uns ein, dass die Herren Thielemann und Bachler ein starkes Team bilden wollen. Arm sind die Wähler die solchen Träumern (ich verwende bewusst diesen sehr harmlosen Ausdruck) ausgeliefert sind!
H.S.S. hat schon vor längerer Zeit vorausgesagt: Ich erinnere an meinen  Kommentar zu Sache vom 13.9., wo ich bereits vermutet habe, dass möglichlicherweise ein Comback der Berliner Philharmoniker bevorsteht. Ich sehe die Sache jetzt so: Bis zum Ende des Vertrages mit den „Dresdnern“ 2021 – sie vorher hinauszuschmeissen kostet einfach zuviel – müssen sich beiden Herren halt zusammenraufen. Deshalb ist Bachler auch bis dahin nur „Geschäftsführender Intendant“, d.h. er hat vermutlich eingeschränkte Kompetenzen. Nach 2021 kann er dann die „Berliner“ nach Salzburg zurückholen, gemeinsam mit seinem Münchner „Kumpel“ Petrenko. Dass Bachler im Endeffekt Alleinherscher in Salzburg sein will, war mir von Anfang an klar, alles andere hätte sein Selbstbewußtsein nicht zugelassen.
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Wiener Staatsoper: Lautstarke Bauernhochzeit mit Hindernissen oder „Lohengrin“ (letzte Vorstellung der Serie)
 
Andreas Schager, ganz gewiss kein „Säusler-Lohengrin“.Copyright: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Zum vierten (und vorerst letzten) Mal fand sich die Solisten-Schar aus Rollen-Debutanten und altvertrauten Kräften um den viel beachteten Andreas Schager in der Titelrolle zur deftigen und konfliktreichen Bauernhochzeit im rustikalen Hinterzimmer eines Dorfwirtshauses nach der Vorstellung von Wolfgang Gussmann ein, brachte das ländliche Drama a la Schönherr, das sich Andreas Homoki ausgedacht hat, zur Aufführung und sang dazu den Text und die Musik der romantischen Oper Lohengrin von Richard Wagner, worauf das Publikum, so es sich nicht ohnehin am Display orientiert hat, zu Beginn und am Ende durch einen Plastikschwan in Spielzeugformat hingewiesen wird. Der Niederösterreicher, der derzeit eine steile internationale Karriere absolviert, ließ erwartungsgemäß sein imposantes Material (mit gelegentlich großzügiger Intonation) hören, sodass alle auf ihre Rechnung kamen, die sich einfach einmal an einer großen Stimme, wie sie selten geworden sind, erfreuen und nicht (wie vielleicht beim einen oder anderen Kollegen Schagers) mitfiebern wollen, ob er „durchhält“ – und die dafür aber auch bereit sind, auf feine Zwischentöne zu verzichten…

Zum Bericht von Valentino Hribernig-Körber

Oper Frankfurt: „Mach aus „Il Corsaro“ eine „La Traviata“

Copyright: Barbara Aumüller

Zur traditionellen Reihe konzertante Opern-Aufführungen der Oper Frankfurt war heute „Il Corsaro“ von Giuseppe Verdi geplant. Leider sagten die beiden vorgesehenen Soprane krankheitsbedingt ab, guter Rat war teuer, aus der Not entwickelte sich die Tugend. Glücklicherweise waren die Herren der Schöpfung gesund, am Hause probte für „I Puritani“ der nächsten Premiere Brenda Rae und somit entschloss man sich „La Traviata“ konzertant aufzuführen – eine kluge wie wunderbare Entscheidung, ein liquides Event der Superlative…

Zum Berichtvon Gerhard Hoffmann

Die zweite und zugleich letzte Vorstellung findet heute statt!

NEU: Heute Stream Münchner Rundfunkorchester

Für den erkrankten Mariss Jansons kommt die Australierin Simone Young nach München – und gibt ihr Debüt beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Auf dem Programm stehen Mozarts „Jupiter-Symphonie“ und „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss.

https://www.br-klassik.de/concert/ausstrahlung-1527036.html

Beginn: 20 h

Montreal: Charles Dutoit und der #MeToo Skandal: Belästigungsvorwürfe nicht bestätigt
Nach Vorwürfen sexueller Belästigung in mehreren Fällen, die im vergangenen Jahr gegen den Dirigenten Charles Dutoit erhoben worden waren, hatten mehrere Orchester die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Auch in Montréal, wo Dutoit von 1977 bis 2002 als Chefdirigent tätig war, erhoben mehrere Frauen Anschuldigungen gegen ihn. Eine vom Symphonieorchester Montréal in Auftrag gegebene interne Untersuchung konnte diese jedoch nicht bestätigen.
BR-Klassik

Das heißt natürlich noch lange nicht, dass „da nichts war“. Aber: wenn man eine Anschuldigung erhebt, muss man dazu stehen, nicht „aus persönlichen Gründen“ kneifen (Zitat BR-Klassik: Zwei Zeuginnen seien im Laufe der Untersuchung befragt worden, wollten jedoch ihre Anschuldigungen offiziell nicht bestätigen) . Andernfalls sollte man besser gleich den Mund halten!  Was macht der „arbeitslose Herr Dutoit“ heute? Heute noch nichts, aber ab 2019 ist er Erster Gastdirigent in St. Petersburg!

Augsburg:Vom Blendwerk der Freiheit – Smetanas „Dalibor“ in Augsburg
Neue Musikzeitung/nmz.de

Nürnberg: Mit Doppel D zum hohen C: Anna Nicole am Staatstheater Nürnberg
bachtrack

WIEN/ Kammerspiele der Josefstadt: ACHT FRAUEN. Premiere am 8.11.

„Acht Frauen“ . Copyright: Barbara Zeininger

…So richtig frisch und überraschend und lustig wirkt an dem Stück gar nichts mehr, so sehr sich die Damen in einem noblen, aber nicht sehr praktischen Bühnenbild (Ece Anisoglu) auch ins Zeug legen – den Flügel hätte man nicht gebraucht, aber vielleicht ein Tischchen für Oma, wenn sie frühstücken möchte? Egal. Birgit Hutter sorgt für etwas gestrige Eleganz, die fünfziger Jahre vielleicht? Und warum Chef Herbert Föttinger bei dieser Nichtigkeit selbst Regie-Hand anlegen musste, weiß man auch nicht: Eine sonderliche Herausforderung war es wohl nicht – und ob es viel besser hätte werden können, möchte man angesichts der Vorlage auch bezweifeln.

Ja, und man weiß schon, auch im Film haben die Damen alle gesungen, und es hat die Sache nicht besser gemacht. Sie singen auch hier, kein Geringerer als Franz Wittenbrink, früher Burgtheater, jetzt an der Josefstadt untergeschlüpft, sorgte für Texte und Musik, damit jede der Acht ein Liedchen hat, das absolut keiner braucht.

So bleibt nur zu hoffen, dass der Abend wenigstens an den Kassen der Josefstadt seine Berechtigung findet.

Zum Berichtvon Renate Wagner

50 Fotos aus dieser Produktion finden Sie HIER (Copyright: Barbara Zeininger)

Paris: Umstrittener Volksbühnen-Intendant Chris Dercon wird Leiter des Grand Palais
Seine Berufung sorgte für massiven Protest: Chris Dercon trat nach nur fünf Monaten als Intendant der Berliner Volksbühne zurück. Jetzt hat der Belgier einen neuen Job – in Paris.
Tagesspiegel

Wien:Irre – Stehplätze für „Rammstein“ (22.8.19) um 1.177 Euro
Das am 22. August stattfindende Konzert ist eines der Musikhighlights 2019.
Im Rahmen ihrer „Europe Stadium Tour 2019“ beehren die Heavy-Metal-Pyrotechniker Rammstein am 22. August 2019 das Wiener Ernst-Happel-Stadion.
https://www.oe24.at/musik/konzerte/Irre-Stehplaetze-fuer-Rammstein

HEUTE in Eichgraben/ NÖ

 

Deutschland: Merkel-Nachfolge: Kramp-Karrenbauer für harte Asyllinie
Die deutsche CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine harte Linie im Umgang mit straffälligen Asylbewerbern ausgesprochen. Sie gilt als Merkel-Vertraute und macht sich Hoffnungen auf die Nachfolge.
Kleine Zeitung

Fußball: Torfestival in Trondheim reicht für Salzburg noch nicht
Red Bull Salzburg steht trotz eines Torfestivals bei Rosenborg Trondheim noch nicht fix in der K.o.-Phase der Fußball-Europa-League.
Die Presse

Die Überschrift hat einen pessimistischen Unterton, der aber total trügt. Salzburg hat das Maximum erreicht und benötigt nur noch einen Punkt. Nun aber wird es pikant: Der nächste Gegener ist der „Bruderclub“ Leipzig, der diese drei Punkte braucht, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Eine schwierige Situation!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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