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9. MÄRZ 2020 – Montag

09.03.2020 | Tageskommentar

In eigener Sache: Bis zur nächsten Störung funktionieren die Mailadressen wieder. Der Server hat Einstellungen geändert und uns nicht davon verständigt, obwohl auch wir Einstellungen ändern hätten müssen! Wenn wir es nicht wissen, können wir es auch nicht tun!

I Masnadieri. Ensemble, Chor, Statisterie. Foto: Wilfried Hösl

München: I Masnadieri. Erster Kurzbericht von der Premiere online! Foto: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

Außerordentlicher Gesang – bemühtes Orchester – defizitäre Szene!

Zum Kurzbericht von Tim Theo Tinn

NIKILEAKS – BLUT-OSTERN ÜBER SALZBURG

Im Anhang schicke ich  einen Artikel von Heinz Sichrovsky in News zu einem Brief von Klaus Bachler an seinen Vorgänger in Salzburg, Peter Ruzicka, der in meinen Augen wirklich eine Frechheit ist.

H.S.S.

 

Link zum Auszug aus dem Festspielforum:

https://festspiele-forum.de/wcf/index.php?attachment/369-osterfestspiele-pdf/

Lesen Sie sich diesen Artikel durch und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Ich kenne weder Herr Bachler noch Herrn Ruzicka persönlich – aber so geht man in kultivierten Kreisen miteinander nicht um. Nachdem Herrn Bachler die Auslastungszahlen seines Vorgängers so sehr kritisiert (kein Wunder bei diesen Eintrittspreisen), werden wir die Bachler’schen Zahlen genau beobachten!

Interessant ist der Brief, der im Artikel/Forumsbeitrag vollständig angeführt ist. Die Korrekturen stammen von einem österr. Journalisten, deutsche Kollegen haben mir gegenüber jedoch bestätigt, dass sie in Form und Stil ganz ähnliche Briefe von Herrn B. bekommen haben.

WIEN / Musikverein: Georg Friedrich Händels Oratorium „SOLOMON“, Arnold Schoenberg Chor,  Concentus Musicus Wien
Die weise Lichtgestalt und der Mutterstreit

…Im dreiaktigen Oratorium des Georg Friedrich Händel ist die Szene „Solomon (wie er hier heißt) und die beiden Frauen“ ins Zentrum des Mittelaktes gestellt. Händel erweist sich hier als musikalischer Psychologe feinsten Zuschnitts.  Und viele in der Fachwelt meinen da, zum wahrscheinlich größten Seelendurchschauer der Musikgeschichte, Mozart, sei da nur noch ein Katzensprung…

Zum Bericht von Karl Masek

München/ Bayerische Staatsoper: IL TROVATORE am 7.3.

 

Die Bayerische Stastsoper beschert ihrem Publikum gerade wunderbare Puccini- und Verdi-Festwochen. Da war zunächst die hochkarätig – und teuer – besetzte Turandot mit Anna Netrebko, dann die wahrhaft festspielwürdige Tosca mit Anna Harteros, Joseph Calleja und Erwin Schrott und nun hören wir Anja Harteros wieder als Leonore in Il Trovatore. Was für ein Fest! 

Anja Harteros singt die weiten Bögen der ersten Arie zum Niederknieen schön. Ein Gänsehautmoment. Die leichte Schärfe und das zeitweilige Vibrato, das sich in den letzten Jahren in ihre Stimme eingeschlichen hatte, sind verschwunden, sie scheint ihre Stimme wieder völlig im Griff zu haben und kann sie wunderbar strömen lassen…

Zum Bericht von Susanne Kittel-May

Fulminant vollender Ring – Der Ring in Kassel

Kelly Cae Hogan, Ulrike Schneiders. Foto: Norbert Klinger

Götterdämmerung, Staatstheater Kassel, Premiere am 07. März 2020

Es ist vollbracht. Nach der Rheingold-Premiere im September 2018 hat das Staatstheater Kassel in der ambitionierten Zeit von eineinhalb Jahren seinen neuen Ring geschmiedet, den Hinweis darauf, dass dies seit Anfang der 60er Jahre bereits der fünfte Zyklus ist, darf das Haus zu Recht mit ein wenig Stolz nach außen tragen…

Zum Premierenbericht von Christian Schütte

Linz: „IL MATRIMONIO SEGRETO“ – Premiere am Musiktheater des Landestheaters, Black Box, 07. 03.2020

Foto: Sakher Almonem

Von den über 70 Opern Cimarosas steht die „Heimliche Ehe“, am 7. Februar 1792 im Hof-Burgtheater zu Wien uraufgeführt, heute am häufigsten auf den Spielplänen, und zwar seit ihrer Wiederentdeckung 1955 durch Giorgio Strehler. Am 11. Oktober 1959 hatte die Oper ihre Linzer Erstaufführung. Eine andere („L’impresario in angustie“) war schon 2016 für die Opernabteilung der Anton-Bruckner-Universität ein willkommenes „Lehrmittel“, zum großen Vergnügen des Publikums…

Die insgesamt 2½ Stunden Aufführungsdauer (eine Pause) werden uns ganz und gar nicht lange. Große Begeisterung, am lautesten für Frau Sellei und Herrn Helbig-Kostka, nicht geringer für die Dirigentin. Und: Man verläßt das Theater mit einem Lächeln im Gesicht!

Bis 4. April sind noch 8 Vorstellungen vorgesehen, und die Black Box hat im gegenwärtigen Aufbau nicht mehr als 170 Plätze.

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Laibach:   Slovensko Narodno Gledalisce Ljubljana: „LUISA MILLER“ am 7.3.

Laura – Ana PAVLOV PERVANJE, Federica – Nuska DRASCEK ROJKO, Rodolfo – Jenish YSMANOV, Luisa – Elvira HASANAGIC, Maestro David SVEC, Miller – Cüneyt ÜNSAL, Walter – Juan VASLE. Foto: Tanzler

Welch begeisternder, mitreißender Opernabend! So mitgenommen hat mich schon länger keine Finalszene, ich gestehe durchaus ein, daß ich Tränen in den Augen hatte. Und aus den begeisterten Reaktionen des Publikums schloß ich, daß der überwiegende Teil ebenfalls begeistert war. Ja, die Stimmung hat gepaßt und das, obwohl das  – kleine – Laibacher Haus nicht einmal zur Hälfte gefüllt war. War da daran tatsächlich die Corona-Hysterie dran Schuld?  Der in einer Halle am selben Abend hätte stattfindende Solo-Abend von Andrea Bocelli fiel einer Absage zum Opfer, und angeblich drohte dies auch dem Abend in der Oper – Gott sei Dank ging er trotzdem über die Bühne…

Man sollte diese Produktion in der sympathischen Hauptstadt unseres südlichen Nachbarn auf keinen Fall versäumen! ( Von Wien ist man bequem in 3 Stunden 15 Minuten dort, die Steirer und Kärntner habens natürlich noch besser…)

Zum Bericht von Michael Tanzler

Weibliche Intendanz: Graz ist eine Ausnahme
https://www.krone.at/2112544

Dresden/Bayreuth
„Ring“-Regisseur Schwarz: Richard Wagner ist der Zenit
Die Bayreuther Festspiele lassen den „Ring des Nibelungen“ 2020 von jungen Künstlern schmieden. Mit „Jugend forscht“ hat das aber nichts zu tun. Regisseur Valentin Schwarz und Dirigent Pietari Inkinen sind nicht unerfahren.
Donaukurier

Düsseldorf
„Mehrmals Leben“ oder „Die Göttin des Gemetzels“: Agneta Eichenholz ist die Düsseldorfer Salome
Wir erleben eine Empfindsamkeit und Feinfühligkeit gepaart mit einer erschreckenden, vom Intellekt gesteuerten Kaltblütigkeit. Und das mit einem absoluten Wohlklang, der keiner Metapher aus der Welt des Lichts oder aus dem Reich der Natur bedarf. Wir fühlen uns glücklich, schon vor Jahren in Frau Eichenholz eine Strauss-Sängerin vorausgesehen zu haben, die sich berühmten Vorgängerinnen anreiht, ohne diese zu kopieren.
Klassik-begeistert

Palau de Les Arts 2019-20 review: Il Viaggio a Reims
https://operawire.com/palau-de-les-arts-2019-20-review-il-viaggio-a-reims/

London
Susanna review – young artists shine in cluttered Handel staging
The Guardian

Susanna review, Linbury Theatre: An inspiring but flawed production
The Independent

HEUTE: ORF – KULTURMONTAG

 

Martin Traxl präsentiert: Albertina Modern & die Künstlervereinigung im neuen Künstlerhaus | Raffaelo Sanzio | Kunsthalle Wien | Hermann Hesse | Nava Ebrahimi | kulturDoku: Das Künstlerhaus – Aufruhr/ Umbruch

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Wiederholung am Di, 10.03.20, 03:05 Uhr

9. März 2020: Die Ritter der Kunst

Jahrelang war es dem Verfall preisgegeben, jetzt erstrahlt das Wiener Künstlerhaus in neuem Glanz. Hans Peter Haselsteiner hat das 57 Millionen Euro teure Facelifting finanziert und Klaus Albrecht Schröder eröffnet die neue „Albertina Modern“ mit österreichischer Kunst nach 1945 | Er gilt als Überflieger der Renaissance, der die Bewunderung seiner Zeitgenossen, der kirchlichen wie höfischen Mäzene genoss. Und die des weiblichen Geschlechts: Raffael, dessen Werk zum 500. Todestag in neues Licht gerückt wird | „Von Brot, Wein, Autos, Sicherheit und Frieden…“ nennt das neue Zagreber Leitungskollektiv WHW seine erste Schau in der Wiener Kunsthalle und zeigt sich dabei nicht unbescheiden, geht es doch um Wachstums- und Kolonialismus-Kritik, Feminismus und Ökologie.

WIEN / Bezirksmuseum Josefstadt:  „ZENS und die MUSIK“

Eröffnung der Ausstellung am 4. März 2020

Bis 28. Juni 2020 

Herwig Zens  Von der Fachwelt wurde und wird er als einer der bedeutendsten bildenden Künstler der zeitgenössischen (nicht nur der Wiener- und der österreichischen!) Kunstszene bezeichnet.

 Als Künstler einer, „Der mit dem Tod tanzt“. Als Thanatologe bezeichnete sich Zens selbst nach dem Trauma eines schweren Herzinfarktes im Alter von 34 Jahren. Seither führte er Tagebuch – in Form von 700 Kupferplatten, als „Tagebuch in Radierungen“. Einer, der auch besonderer Musikliebhaber war (Gerda Zens, Ehefrau und Lebensmensch über viele Jahrzehnte, ist Musikerin, Pianistin,…).

Einer, der als Kunststudent (damals unschlüssig, ob er Schauspieler oder Maler werden wollte) von Oskar Kokoschka und seiner „Schule des Sehens“ nachhaltig beeinflusst wurde…

Zum Bericht von Karl Masek

Italien/ Corona-Virus
Corona-Chaos in Italien: 133 Tote an einem Tag
Über 16 Millionen Bürger leben bis April im Sperrgebiet, ein Viertel der Bevölkerung Italiens – in der wichtigsten Wirtschaftszone.
Kurier

Österreich
Job, Kredit, Wohnung? Was eine Parteimitgliedschaft heute noch bringt Bezahlartikel
In kaum einem Land Europas florierte die Parteibuchwirtschaft wie in Österreich. Doch die Zahl der Parteieintritte sinkt. Zahlt sich die Mitgliedschaft heute nicht mehr aus?
Kurier

Polen besiegelt umstrittenes Mediengesetz
Opposition kritisiert Subventionen für öffentlich-rechtliche Medien als Wahlkampfhilfe für Staatsoberhaupt Duda.
Wiener Zeitung

Ich verstehe die Einwände nicht ganz. Auch bei uns werden die Medien mit Presseförderung bei Laune gehalten. Würden diese Subventionen gestrichen, ginge ein Riesengeheul wegen Behinderung der freien Berichterstattung durch die Medien. Zur Klarstellung: Der Online-Merker hat noch nicht einmal versucht, auch nur an einen Cent öffentlicher Förderung zu kommen.

Wenn in Polen gefördert wird, ist das Manipulation! Offenbar ist unsere Presseförderung effizienter!

Ich wünsche einen schönen Tag und versuche, die Mailprobleme zu lösen!

A.C.

 

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