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9. JUNI 2020 – Dienstag

09.06.2020 | Tageskommentar


„Die neue Normalität“ in der Wiener Staatsoper. Abmontierte Sitze! Foto: Fritz Krammer

Fritz Krammer aus der Staatsoper: Sie haben sicher den Stream des Liederabends Groissböck gesehen. Es war ein sehr schönes schwieriges Programm alle erdenklichen schweren Brocken ausgelotet bis zum bewegenden letzten Programm Ton, Urlicht, Zugaben der Wotan Abschied und Schuhmann gewidmete Zwei Grenadiere. Schumann hätte heute Geburtstag. Auffallend wie gut die ganz tiefe Basslage angesprochen hatte.

Dazu der Sänger im richtig sitzenden Frack, Frackweste die vorgeschriebenen 5 cm unter der Jacke, ohne Armbanduhr ( nicht wie die Rolex Kollegen). Auch der Auftritt machte was her.

Dazu noch die kongeniale Pianistin, die alle Stimmungen traf, sich beim Urlicht und Wagner grossartig hielt. Nach dem Schumann waren alle wirklich zufrieden.

Promis? Nur der André Heller.


Wiener Staatsoper in der „Neuen Normalität“. Foto: Wiener Staatsoper


Günther Groissböck, Alexandra Goloubitskaia. Foto: Wiener Staatsoper/Pöhn

Als Rezitator hatte sich Günther Groissböck Uwe Eric Laufenberg aus Wiesbaden geholt. Laufenbergs Theater hatte als erstes denn Bann gebrochen und ein Konzert mit Publikum veranstaltet. Damals war G.G. der Bannbrecher!

Wien/ Staatsoper: Liederabend Günther Groissböck am 8.6.2020

Seltsam, im Parkett sitzen zu müssen, mit jeweils 2 – 3  Leerräumen vor, hinter und neben einem, wo einfach die Sitze entfernt wurden.

Wenn jedoch die 100 aufs gesamte Parkett (mit Ausnahme der 3 leicht ansteigenden letzten Sitzreihen vor dem Stehplatzraum) verteilten Besucher sich am Ende einheitlich erheben und den Sänger stehend mit vehementen Bravo-Rufen beglücken,  dann weiß man trotz allem, wo man sich befindet: in einem großen Theater mit begeistertem Publikumszuspruch. Endlich wieder!…

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

„Konkurrenzveranstaltung“ zeitgleich im Musikverein: Daniel Barenboim rief, die Promis kamen

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos und Videos

Die hatten anscheinend auch am Rang Leute sitzen!

Heute in der Wiener Staatsoper – und als kostenloser Live-Stream zu erleben)

„Un’aura amorosa“

Ensemblemitglieder singen Ausschnitte aus Werken von W.A. Mozart

  • Mit Fiona Jopson, Stephanie Houtzeel, Zoryana Kushpler, Jörg Schneider, Diana Nurmukhametova, Ileana Tonca, Jongmin Park, Samuel Hasselhorn, Olga Bezsmertna, Josh Lovell, Margaret Plummer, Peter Kellner, Rachel Frenkel, Simina Ivan, Rafael Fingerlos, Wolfgang Bankl, Andrea Carroll, Jinxu Xiahou, Svetlina Stoyanova, Margarita Gritskova, Annemarie Herfurth

Vereinigte Bühnen Wien starten Spielbetrieb ab Herbst 2020
– Die Sicherheit des Publikums steht an oberster Stelle.
Aktuell arbeiten die Vereinigten Bühnen Wien mit GesundheitsexpertInnen und in enger Abstimmung mit den anderen Wiener Theatern an einem COVID-19-Präventionskonzept für alle Häuser der VBW, das dem Publikum ab Herbst trotz Auflagen ein sicheres und gleichzeitig komfortables Theatererlebnis garantieren soll.
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200608_OTS0123/vereinigte

Heute, auf den Tag genau vor 50 Jahren ist Herbert von Karajan das erste Mal seit seinem Abgang von der Wr. Staatsoper im Jahr 1964 wieder öffentlich in Wien aufgetreten.

Zum 30. Todestag von Herbert von Karajan | Berliner Philharmoniker
Herbert von Karajan: Foto: Berliner Philharmoniker

Mit den Berliner Philharmonikern begann er aus Anlass des Beethoven-Jahres 1970 einen Beethoven-Zyklus mit allen neun Symphonien, sowie der Coriolan- und der 3. Leonorenouvertüre, der insgesamt 5 Konzerte umfasste.  (Heinrich Schramm-Schiessl)

Wiedereröffnung am 15. Juni
Diese Programme bieten die bayerischen Bühnen
In einer Woche dürfen die Theater und Konzertbühnen in Bayern wieder öffnen. Die neuen Programme zeigen jede Menge kreative Konzepte – aber wegen der Corona-Pandemie lange noch keine Normalität.
BR-Klassik

Oper Leipzig hält an Katharina Wagners «Lohengrin» fest
Die Oper Leipzig hält trotz der Erkrankung der Bayreuther Festspiel-Chefin Katharina Wagner an ihrer Inszenierung des «Lohengrin» fest. Offen ist allerdings – auch wegen der Corona-Schwierigkeiten – der Termin. «Wir sagen nicht, dass es den «Lohengrin» nicht geben wird», sagte Opernsprecherin Patricia Grünzweig am Montag. Aber ob es bei der geplanten Premiere am 7. November bleibe, könne derzeit einfach nicht gesagt werden.
Die Welt.de

Über Katharina Wagners Gesundheitszustand gibt es wilde und auch widersprüchliche Spekulationen. An diesen wollen wir uns nicht beteiligen!

KOMISCHE OPER BERLIN: Streaming-Highlights: »Moses und Aron« (ab 12.6.), »Celebrations« mit Nicole Chevalier, »Die Perlen der Cleopatra« und »Der Jahrmarkt von Sorotschinzi«

seit letzten Freitag ist das neueste »Celebrations«-Konzert mit Nicole Chevalier für einen Monat online abrufbar und ab 12. Juni wird die umjubelte BarrieKosky-Inszenierung von Moses und Aron als Stream on demand für drei Monate verfügbar sein – weitere Informationen dazu finden Sie unten.
Noch bis 17. Juni ist die Operette Die Perlen der Cleopatra mit Dagmar Manzel zu erleben und bis Ende des Monats die Mussorgski-Rarität Der Jahrmarkt von Sorotschinzi.

Das vollständige Streaming-Angebot finden Sie unter: https://www.komische-oper-berlin.de/stream/

Ab Freitag, 12. Juni 2020, 19 Uhr

Moses und Aron - Rezensionsmotiv
Foto: Monika Rittershaus

Moses und Aron – »Mit einem Riesenchor wird das abschreckend schwierige Zwölftonstück zum großen jüdischen Welttheater.« (taz)

Wien/ Konzertsaal der Wiener Sängerknaben: Die MuTh-Viertelstunde – live mit Timna Brauer, Maria Radutu, Herbert Lippert & Erich Schleyer 

– jeden Mittwoch, 17:45 Uhr im MuTh

 Wien, im Juni 2020. Zeit für neue Ideen, Zeit zum Nachdenken, Zeit für Muße.  Im Rahmen der MuTh-Viertelstunde begrüßt Direktorin Elke Hesse in den kommenden Wochen weitere interessante Gäste. 


Timna Brauer am Mittwoch 10. Juni. Foto: Wikipedia

Am Mittwoch, dem 10. Juni philosophiert die Gastgeberin mit Timna Brauer über das „Glück“

Interessierte können die MuTh-Viertelstunde via Live-Übertragung auf www.muth.at und auf Facebook sowie youtube zu sehen.

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna Pirozzi singt Ende Juli 2020 die Aida in Neapel mit Anita Rachvelishvili als Amneris! Das wird sicher ein Fest der großen Stimmen


ZU INSTAGRAM

BUCH: Tina Breckwoldt DIE GANZE WAHRHEIT ÜBER MÜNCHHAUSEN & CO.
Über 300 Jahre Lügengeschichten
288 Seiten, Benevento Verlag, 2020

Hans Albers reitet auf der Kanonenkugel – und wenn man dem Baron Münchhausen, dem „Lügenbaron“, der sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zieht, nicht schon im Kinderbuch begegnet wäre, dieser Film hätte ihn verewigt. Und wäre da nicht Corona, befände sich vermutlich ganz Niedersachsen in einem ganzjährigen „Münchhausen“-Taumel, ist der Herr doch historisch – und vor dreihundert Jahren, am 11. Mai 1720, auf Gut Bodenwerder geboren worden, wo er am 22. Februar 1797 auch gestorben ist. Und – seine Lügengeschichten hat er nicht selbst aufgeschrieben. Trotzdem ist er berühmt dafür. Über alle Maßen sogar.

Und das ist eine durchaus komplizierte Geschichte, der sich die Autorin Tina Breckwoldt keinesfalls oberflächlich und ungebührlich populär annimmt. Im Gegenteil. Zu Recht betont Matthias, Freiherr von Münchhausen, im Vorwort, dass seinem Uronkel nun endlich Gerechtigkeit widerfahre.

Tatsächlich erfährt man mehr, als man je wusste – über den historischen Münchhausen; über die beiden Männer, die seinen Namen und seine Geschichten „gestohlen“ haben, um damit reich zu werden (die höhere Gerechtigkeit besteht darin, dass sie heute kaum noch jemand kennt); über das Phänomen „Lügen“ an sich, was sehr interessant ist, wenn es sich in Literatur verwandelt; und schließlich darüber, was Münchhausen in den anderen Künsten alles ausgelöst hat…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Heimatkunde: Après-Ski in Ischgl – Über die Fremden und ihren Verkehr
Lois Hechenblaikners eindringliches Fotobuch „Ischgl“ schildert in drastischen Szenen die Auswüchse des Wintersports in der tirolischen Party-Hochburg…. Der 62-jährige Tiroler Fotograf Lois Hechenblaikner dokumentiert seit über 26 Jahren nicht nur den Tourismus in all seinen Verwerfungen. Zwischen Kitzbühel, Mayrhofen, Sölden oder St. Anton seien fernab von Postkartenidyllen die Zerstörung der Landschaft, der Verlust der Identität, vor allem aber die Unterordnung sämtlicher Lebensbereiche der „Einheimischen“ zum Wohle des „Fremdenverkehrs“ genannt. Vor allem Ischgl, das in der Öffentlichkeit nun nicht nur länger als alpines Wintersportparadies und Party-Hochburg mit hohem „Kennenlernfaktor“, sondern eben auch als Covid-19-Hotspot Berühmtheit erlangte, beschäftigt den streitbaren Mann seit einem Vierteljahrhundert….
Der Standard

Genießen Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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